Bäuerinnentreff

Familie und Co. => vom ABC-Schützen bis zum Abi => Thema gestartet von: reserl am 19.01.15, 18:48

Titel: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: reserl am 19.01.15, 18:48
Vor ein paar Tagen hat die kurze Twitter-Nachricht einer Schülerin:

Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen.
Aber ich kann 'ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen.


vielerorts eine Debatte um die Lerninhalte an den Schulen ausgelöst.


Mehr dazu hier:
http://www1.wdr.de/fernsehen/aks/themen/lernen-in-der-schule-nicht-fuers-leben-100.html


Seid Ihr auch der Meinung, dass mehr Lebenspraxis in der Schule vermittelt werden sollte?


Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: Petra2 am 19.01.15, 18:56
Hallo,

dies habe ich auch gelesen und mein 1. Gedanke war, dies war auch kein Lerninhalt zu meiner Schulzeit.
Ich denke, man kann nicht alles in die Verantwortung der Schule geben, damit die Kinder aufs Leben vorbereitet werden.
Dies ist Sache der Eltern.
Heute im Zeitalter von Internet und Suchmaschinen sollten es für jeden möglich sein, entsprechende Themen zu finden
und sich selbständig zu informieren.
Es ist natürlich einfach, jemand anderen dafür verantwortlich zu machen.

LG
Petra2
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: Frieda am 19.01.15, 19:17
Diese Schülerin kann Twitter Nachrichten posten, aber das Internet benutzen, um sich mal über Sachen selbst zu informieren, oder mal ihre Eltern zu fragen, da ist sie überfordert? Ein bißchen Eigeninitiative wär nicht schlecht. Was soll denn die Schule noch alles leisten? Förderung von lernschwachen, hochbegabten, usw usw..... und dann auch noch Sachen beibringen, um die sich eigentlich ein normal begabter selbstverantwortlicher Mensch mal selber kümmern könnte?
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: Lexie am 19.01.15, 19:24
Sorry, bin da anderer Meinung.
Die Schüler lernen soviel Mist in der Schule, haben aber nach der Schule enorme Probleme, sich im
wahren Leben zurecht zu finden, sprich sie können die einfachsten Sachen nicht, z.B. eine Überweisung ausfüllen.
Bei uns wird viel am Leben vorbei gelernt, was mussten wir alles über "Karl den Großen" lernen, hab ich noch nie gebraucht.
Ich finde es auch für die Ausbilder so schade, wenn sie bei manchen Azubis bei Null anfangen müssen.
LG Lexie
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: Mathilde am 19.01.15, 20:53
Hallo,

Lexi, da bin ich ganz Deiner Meinung. Wozu gibt es denn politische Bildung und bei und hieß das früher noch Gemeinschaftskunde da wird gelabert und diskutiert aber alles dran vorbei
Das entsetzliche an  dem Post ist dass sich das Mädel bei Twitter abgemeldet hat wegen einem enormen "shitstorm" und Mobbing.
Bin da froh dass die sich abgemeldet hat und nicht umgebracht wie manche anderen.

Als älteres Semester hier kann ich mich noch sehr gut an Lehrgänge in der Grundschule erste, zweite Klasse erinnern...da ging man raus und dann war da einmal der Förster der uns den Wald erklärte oder ein Bauer und man lernte die verschiedenen Getreidearten. Später lernte man die gesetzlichen Bestandteile eines Schecks u.u.u. Kann mich nicht dran erinnern dass das bei meinen Kindern noch so war.
Sicher müsste man das heute alles anpassen aber das muss doch möglich sein. Internet - Gefahren, Copyright  oder Online-banking
dann hat man schon etwas Praxis mit dabei.

Dagmar, Du achtest bei Deinen Kindern drauf, sollen die anderen keine Chance bekommen und durch den sprichwörtlichen Rost fallen?
LG Mathilde
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: Nelly am 19.01.15, 21:46
Ich seh´s ähnlich.....

Ich selbst war damals nach dem Abi baff, wie wenig ich aufs reale Leben vorbereitet war. ICh konnte auch rein gar nichts...und ich hatte kein Internet, wollte mit 19 aber auch nicht wie ne Doofe die Eltern/Oma fragen.

Ich finde, dass man den Lehrplan so langsam mal straffen muss (eben nicht so viele Wiederholungen der gleichen theoretischen Themen in den verschiedenen JAhrgängen, wie eben Gedichte...), dafür Grundlagen festigen, denn ganz oft ist die Rechtschreibung sooooooo grottenschlecht, Heimatkunde himmelschreiend (da suchte ein Schüler neulich ne Nordseeinsel im Bodensee)), etc. und ein "Aufs-Leben-vorbeiten-Fach" einführen.

Nell
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: Ricka am 20.01.15, 06:28
Kann mich euch nur anschließen,habe auch schon oft von meinen Kindern gehört das wichtige Sachen die man im Leben eigentlich braucht in der Schule gar keine Beachtung finden.

LG Ricka
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: martina am 20.01.15, 07:24
Unser 2. Sohn konnte nach einem halben Jahr Arbeit-Wirtschaftsuntericht rund ums Thema Bewerbung weder einen Bewerbung noch einen Lebenslauf vernünftig formatiert schreiben. Seitdem wundert es mich wenig, dass Hauptschüler Schwierigkeiten bei der Ausbildungsplatz suche haben.

Im EDV-Unterricht wurde nicht mal das Tippen im 10-Fingersystem gelehrt. Und nein, meine Jngs sehen zwar, dass ich dadurch viel schneller tippen kann, als sie, freiwillig lernen wollen sie es trotzdem nicht. Nur mal so als Beispiel zur Eigenverantwortlichkeit.
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: Melkerin am 20.01.15, 07:32
Darüber habe ich mir auch schon vor dieser Twitter-Nachricht immer mal wieder Gedanken gemacht.
Es ist doch so, dass nicht jedes Kind Eltern hat, die ihm Lebenspraktisches beibringen wollen oder können. Und umgekehrt mag man sich ab einem gewissen Alter von den Eltern auch nichts mehr sagen lassen. Wie habe ich es immer gehasst, wenn mich meine Mutter Überweisungen ausfüllen ließ. Wenn es dafür eine Schulnote gegeben hätte, hätte ich mich wahrscheinlich mehr angestrengt.

Beim Elternabend sagte mal eine Mutter zu ihrem LG: "Die werden mich nur 1 x um eine Kuchenspende bitten, die wissen noch nicht, dass ich in der Küche nichts kann." Die Kinder wurden nur mit Fertigprodukten ernährt und sahen auch so aus.
Einmal war ich auch richtig geschockt, dass eine Lehrerin überhaupt keine Ahnung hatte, dass man für eine Schulfahrt ins Ausland entsprechende Versicherungen braucht.
Ich finde, Alltags-Unterricht in der Schule hat durchaus seine Berechtigung.

Da kann man mit den ganz einfachen Sachen anfangen: einen Knopf annähen, eine Gemüsesuppe kochen, ein paar essbare Pflanzen heranziehen ...
Und dann würde ich mal ein ganzes Leben durchexerzieren: z. B. wozu braucht man eine Geburtsurkunde? Wie beantragt man einen Personalausweis? Wie geht das mit dem Stimmzettel ausfüllen? Wie schreibt man eine Bewerbung? Wie reklamiert man richtig? Was muss ich bei einem Mietvertrag beachten? Wie eröffne ich ein Konto? Welche Versicherungen sind notwendig? Welche Behörden sind für was zuständig? Wie kündige ich einen Vertrag?

Wo bekomme ich Hilfe, wenn mal was schiefläuft? (Schuldnerberatung, Verbraucherzentrale, Psychologische Beratungsstelle ... )
Und so könnte man das Ganze weiterspinnen bis hin zu: Wie schreibe ich einen Kondolenzbrief und wie organisiere ich eine Beerdigung? Alles Sachen, die einem wahrscheinlich im Leben mal begegnen werden.

Und auch sonst vermisse ich im Unterricht Basics: 10-Finger-Tippen - und zwar bevor man irgendein Anwendungsprogramm lernt; ein Erste-Hilfe-Kurs müsste dazugehören usw. usw.

Bei meinen Kindern sehe ich, dass sie viel motivierter sind, wenn sie praktische Fächer haben. Etwas, dass man anwenden kann, bleibt doch auch besser im Gedächtnis. Als wir eine Austauschschülerin hier hatten, habe ich gemerkt, dass Sprache von Sprechen kommt und dass die Kinder im Fremdsprachenunterricht viel zu wenig reden und zu sehr mit stumpfen Grammatikübungen gequält werden.
In Bio könnte man mal ein Tierheim besuchen, das wäre bestimmt ein guter Eindruck, der zum Nachdenken anregt.
Für mich selber wäre es im Matheunterricht sicher hilfreich gewesen, wenn man mal ein praktisches Beispiel durchgerechnet hätte anstatt immer nur nach Formel xy vorzugehen.

So, jetzt höre ich aber auf ...
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: Petra2 am 20.01.15, 07:41
Hallo,

müssen wir uns als Eltern nicht trotzdem fragen, wo leben unsere Kinder?
Sie befinden sich doch nicht 18 Jahre auf einer einsamen Insel und werden dann aufs Leben los gelassen.
Haben Kinder heute keine Chance mehr im normalen Familienleben, Dinge fürs Leben zu lernen?
Ist jeder zu sehr mit sich selber beschäftigt?

freiwillig lernen wollen sie es trotzdem nicht. Nur mal so als Beispiel zur Eigenverantwortlichkeit.

Natürlich läuft so was nicht eigenverantwortlich.
Unsere hatte ich bei der Jungen VHS zwangsweise angemeldet.
Was aber nicht heißt, dass es auch angewendet wird. ;)

LG
Petra2
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: Steinbock am 20.01.15, 07:56
Ich habe auf der Schule damals auch wenig "Lebenspraktisches" gelernt.
Dafür bei meiner Mutter. Hat vieles nicht Spaß gemacht. Aber ich kann
unsere Familie versorgen, ohne jemals offiziell eine Ausbildung dafür
gemacht zu haben, nicht mal einen VHS-Kurs.

Ich kann meinem Kind keine Gedichtanalyse lernen, aber in Sachen Kontoeröffnung, usw.
kenne ich mich aus und kann sie unterstützen. - Was soll die Schule denn noch alles leisten?
(Klar kann man manches verbessern/aktualisieren, aber so generell finde ich die Kritik unangemessen)

Was hat die junge Dame in all ihren Ferien gemacht. Vielleicht mal ein Praktikum, wo's um
Verwaltung und Verträge geht, vielleicht einen VHS Kurs zu lebenspraktischen Dingen besucht,
Eltern oder Verwandte befragt.... Ich weiß es nicht.

Ich kann nur von meinen Kindern ausgehen: Die fragen zu Hause (also meistens mich), wenn
es um all die Dinge wie Bausparvertrag, Versicherungen, Girokonto usw. geht. Da ergeben sich
oft ganz tolle Gespräche...

Die können auch Nägel einschlagen und mit einer Handsäge was anfangen. Gelernt beim Vater.

Wenn man auf's Gymnasium geht, sollte man (bzw. die Eltern) wissen, dass hier sehr viel
theoretisch und abstrakt gelehrt wird.

Was ich wirklich problematisch finde, dass das Familienleben immer mehr in die Öffentlichkeit
ausgelagert wird und so der Lernort Familie (Soziales, Praktisches, Haushaltsführung) fast
nicht mehr zur Verfügung steht. (Aber das ist, glaube ich, ein anderes Thema).

Elisabeth
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: mary am 20.01.15, 08:16
Entsetzlich ist für mich, dass diese junge Frau für ihre Meinung, Erfahrung - und den Mut, dies öffentlich zu Posten, gemobbt wurde- und sich deswegen bei Twitter abgemeldet hat.
Sich eine eigene Meinung bilden können, ist schon ein wichtiger Part fürs Leben.

Wie heisst es so schön, nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.

Tun wir es wirklich?
Ich war als Kind nicht immer begeistert, dass bei uns zu Hause Mithelfen selbstverständlich war und unsere Kidds waren es ebenso wenig.
Für mich sehe ich dieses Mithelfen als eine gute Mitgift für das Leben an-
haben nicht Wissenschaftler festgestellt, dass Kinder über die Spiegelneuronen vieles nur durch das Zuschauen, Abschauen, Nachmachen lernen.

Wenn es stimmt, dann müssen wir uns als Erwachsene fragen- was ist wirklich wichtig - zu lernen um es an die nächste Generation weitergeben zu können?
Derzeit wird nach meinem Gefühl die Theorie und reines Buchwissen viel zu hoch bewertet-
Praxis, Übung, praktische Tätigkeiten sind nicht sehr hoch im Kurs.

Es wird ständig das Wort von der Bildung in den Mund genommen,
aber was Bildung wirklich ist- und welche Bildung wichtig ist- diese Frage muss man sich für sich selbst stellen und beantworten, weil jeder sich vermutlich was anderes dabei vorstellt.

Aber - wenn nur dieses Posting auf Twitter zu Mobbing und Shitstorm führt- dann frage ich mich wirklich,
Bildung, wo bist du abgeblieben?

Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: fanni am 20.01.15, 08:34
Also  ich seh es auch so, wie einige hier: Was soll denn die Schule noch alles leisten.

Von einem Gymnasiasten erwarte ich Engagement und Eigenverantwortung und die muss auch das Elternhaus mitgeben.

Es braucht beides in der höheren Bildung, die Gedichtenanalyse (ist nicht so lebensunpraktisch wie man denkt....bereitet darauf vor unverständliche aus den chinesischen übersetzte Gebrauchsanweisungen zu lesen........finde ich) und höhere Mathematik.

Darauf ist das Gymnasium ausgelegt. Ich habe das Zehfingerschreiben auch in Eigenregie mal in einem Kurs gelernt und nicht auf der Schule. Genauso wie Nähen und Stricken, weil ich es einfach wollte........

Ich versteh die Kritik der jungen Dame nicht (aber vielleicht war esauch nur ein Stroßseufzer, weil sie jetzt aus dem Glashaus Schule in die Realität kommt......) und die Reaktion im Internet find ich jetzt auch mal wieder :o :o
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: annelie am 20.01.15, 08:46
Ich finde es toll, dass sie Gedichte in 4 Spachen analysieren kann, das bedeutet doch, dass sie die Muttersprache und noch 3 Fremdsprachen gut beherrscht und Texte versteht, das ist doch wichtig fürs Leben.

Ich finds nicht gut und sie tut mir sehr leid, dass sie gemobbt wird, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sie in der Schule vor den weniger positiven Seiten des "social networking" gewarnt wurde und das man ihr gesagt hat, vorsichtig mit eigenen Bildern und dem account zu sein, ihn wenig öffentlich zu machen usw., das ist mittlerweile Standart in der Schule und man liest es in allen Medien. Nicht alles was man in der Schule gesagt bekommt, nimmt man wichtig und ernst.

Zu den Mitverträgen, selbst wenn man das in der Schule durchnimmt, wenn man es braucht ist es sicherlich vergessen und man sucht dann nicht in den alten Schulsachen, sondern im i-net, vorallem weil sich die Mietverträge ständig ändern (sogar die Einheitsmietvertragsformuale). Solche Dinge sind eher was fürs Elternhaus, ebenso Überweisungsträger.

Nicht alles kann die Schule lehren, bzw. interessiert die Schüler, wenn sie zur Schule gehen, Eigeninitiative sollte mehr gefördert werden und nicht die Erwartungshaltung: ich muß alles Häppchenweise vorgesetzt bekommen. Gerade im Gymnasium lernen sie doch Texte zu analysieren (nicht nur Gedichte) und zu verstehen.

Das ist immer noch meine Meinung:
Das Gymnasium hat noch nie fürs Leben vorbereitet, aber Zeitung lesen hilft da ganz viel und/oder nebenbei in einem Job arbeiten, da lernt man fürs Leben und Eltern die ihren Kindern nicht vorbeten, was sie leisten, nur weil sie aufs Gymnasium gehen......  ;)

Fanni, jetzt warst Du schneller wie ich und hast es viel besser formuliert, als ich es je könnte.... :-*
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: martina-s am 20.01.15, 09:34
muss mich am 10 Finger - Tastenschreiben festhalten.

Hm... ich hab mir das mittels Programm hinterher auch noch mal selber beigebracht, bzw. verfestigt.
Wir haben da in der Schule noch Maschinenschreibunterricht gehabt.
Finde ich jetzt im Nachhinein gar nicht mal so schlecht.
Schlecht finde ich, dass das in der Schule nicht gelehrt wird. Damit würde doch auch Motorik gefördert. Und wenn man hinterher in einem Bürojob landet dann gehört das doch zur Grundausstattung dazu.

Wenngleich ich alle anderen Dinge schon finde, dass man das eigentlich auch von zu Hause mitzubekommen hat.
Die Eltern machen es sich da oft sehr leicht.
Besonders jene bei denen Kinder nur so nebenher laufen und die selber total weit weg vom eigentlichen Leben stehen, obwohl sie eigentlich schon ein hohes Bildungsniveau hätten.
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: Mathilde am 20.01.15, 13:54
Hallo,

zum Gymnasium gebe ich Euch ja Recht, aber kann mir dann jemand hier erklären warum die Grund- und Hauptschulen dann "Allgemein bildende Schulen" heissen? Dort muss das gelehrt werden.
Wenn die Gymnasiastin da was nicht gelernt hat oder anprangert dann hat Sie doch auch Recht.
Ich persönlich finde solche Sachen gehören in ein Fach Wirtschaft und schon sind diese Probleme gelöst.
Meinereiner hatte das in der Berufsschule (keinerlei Probleme weil Wirtschaftsgymnasium besucht)

LG Mathilde
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: gammi am 20.01.15, 15:06
Es geht ja nicht darum, dass nun in der Schule gelehrt werden soll wie z. B. ein Mietvertrag oder ähnliches genau formuliert sein muss, sondern einfach oft um grundlegende Dinge, dass es Nebenkosten gibt usw.
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: SiegiKam am 20.01.15, 15:12
Lesen, Schreiben, Rechnen, Allgemeinwissen, das sollen Kinder in der Schule lernen, dazu noch eine Fremdsprache, dann ist eine Hauptschule ohnehin gut beschäftigt. Religion finde ich nicht als Muss, eher schon Ethik.

Solche Sachen wie Versicherungen, Mietverträge... sollten Kinder von ihrem Elternhaus her mitkriegen. Doch leider gibt es immer mehr Leute, die sich einen Sch... für ihre Kinder interessieren.

Selbst erlebt im Buchladen: Eine junge lautstarke Frau mit ca. achtjährigem Kind verwehrt dem Kind etwas zu kaufen "nein, du kriegst heute nichts, das hab ich dir schon so oft gesagt, heute bin ich dran. Zu mir "Die Kalender sind so toll, ich hab in jedem Zimmer einen hängen". Zur Freundin durch den ganzen Laden "Chantall, leihst du mir zehn Euro, am 15. gibts Kindergeld, da zahl ich dir das wieder zurück". Ich sag nur asozial bis in die Grundmauern  ::).

Wir werden über längere Zeit mit diesen Eltern, die ihre Kinder nicht an die Hand nehmen bzw. ihnen nichts beibringen können, weils bei ihnen selbst himmelweit fehlt nicht daran vorbeikommen, Bürgerbüros aufzumachen, auch am Land. Da kann dann jeder hingehen und fragen oder sich helfen oder raten lassen. Wenn wir das nicht machen, nutzen skrupellose Geschäftemacher die Unbeholfenheit oder Dummheit dieser Leute endlos aus. So wie früher der Gemeindeschreiber jedem der kam einen Brief geschrieben hat, so wird das wieder werden, wenn die Kinder von den Eltern nichts gescheites lernen können. Aber Aufgabe der Schule ist das nicht von Grund auf. Ich kann mir vorstellen, das den Kindern beizubringen, die wegen der Schulpflicht zur Berufsschule gehen müssen obwohl sie keine Lehrstelle haben. Da muss Zeit rumgebracht werden und es handelt sich da eh oft um Kinder, die wenig Unterstützung zuhause haben, hier könnten solche Lehrinhalte rübergebracht werden.

Siegi

Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: fanni am 20.01.15, 15:20
muss mich am 10 Finger - Tastenschreiben festhalten.

Hm... ich hab mir das mittels Programm hinterher auch noch mal selber beigebracht, bzw. verfestigt.
Wir haben da in der Schule noch Maschinenschreibunterricht gehabt.
Finde ich jetzt im Nachhinein gar nicht mal so schlecht.
Schlecht finde ich, dass das in der Schule nicht gelehrt wird. Damit würde doch auch Motorik gefördert. Und wenn man hinterher in einem Bürojob landet dann gehört das doch zur Grundausstattung dazu.



bin jetzt mal albern Martina, wer braucht schon noch 10-Fingerschreiben im Zeitalter des Tatschens.......(im Bayern hat das ja auch noch eine andere Bedeutung 8) 8) 8))
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: Clara am 20.01.15, 16:36

Seid Ihr auch der Meinung, dass mehr Lebenspraxis in der Schule vermittelt werden sollte?




Nee Reserl, lass die Kinder ihr Smartphone morgens beim Schulpförtner abgeben und nach dem Unterricht wird es wieder ausgereicht und alles ist schon tutti!

Nein, die Kinder müssen nicht von Mami im Unterricht angerufen werden, weil sie mal eben fix wissen will, was Kind gerade für einen Unterricht hat in der Schule.

Wo findet denn Leben statt und was ist eigentlich 2015 Bildung?

Fragende Grüße,

Anja
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: martina-s am 20.01.15, 17:09
Ja, Fanni,
Du bist richtig albern.  ;D
Vielleicht brauchen wir das auch bald nimmer. Wenn alles auf Tablets umsteigt.
Aber so richtig ganz kann ich mir das für die Büros nicht vorstellen.
Ich finde es nun mal total daneben wenn mich jemand bedient und vor mir tippen soll und der sucht auf der Tastatur herum.

Früher sind die nach "Anschlägen" bezahlt worden. Da gab es zu Zeiten meiner Mutter richtige Wettbewerbe!

Wir haben in der Hauswirtschaftsschule schon gelernt wie man eine Überweisung ausfüllt und wie man ein Briefkuvert korrekt mit Anschrift und Absender beschriftet. Verkehrt war das sicher nicht.

Nur ich weiß auch, dass die Kinder jetzt schon von Grund auf mehr wissen müssen. Die gehen ja schon mit geballtem Wissen in die erste Klasse. Da waren wir noch verträumt und verspielt. Den Standard von heute den man in den Schulen auch schon erwartet, den haben wir mit Sicherheit nicht erfüllt.
Wer sich mit den Kids wirklich beschäftigt und wem was an seinen Kindern liegt, der wird denen ausführlich auf Fragen antworten. Da ist ja bei den Eltern schon viel mehr Wissen da wie früher. Ich möchte meine Eltern jetzt nicht als doof hinstellen. Und manche Kinder wird es auch heute geben die einfach nicht fragen und mit differenzierten Antworten auch überfordert sind.
Aber es sind doch einige Kinder die man gut heranführen kann.

Die Eltern die das nicht können und auch nicht wollen weil ihnen schon mal Grundbildung fehlt, die können das so an ihre Kinder auch nicht weiter geben. Somit klafft ganz einfach eine größere Schere wie 1966 wo ich eingeschult wurde.
Da ist es sicher für Pädagogen auch nicht ganz einfach so eine Klasse zusammenzuführen ohne dass sich der eine Teil langweilt und die anderen hoffnungslos überfordert sind.
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: SiegiKam am 20.01.15, 19:50
Meine Kinder haben Briefe an die Tante geschrieben und auch ich schreibe meinen Nichten obwohl wir nicht arg weit auseinander wohnen. Ich finde es wichtig, dass Kinder Post bekommen und wegschicken können. Das Onlinebanking hab ich meinen Kindern auch gelernt. Ist das nicht ganz normal? Dafür krieg ich jetzt manchmal PC-Nachhilfe  ;D von ihnen.

Nein, das kann nicht sein, dass eine normale Schule sowas vermitteln muss. Schicken wir jetzt dann die Erstklässler hin um das Schuhbändelbinden zu lernen? Ich krieg schon die Krise, wenn den Erstklässlern das Fleisch beim Essen hergeschnitten wird. Das sind doch keine Babies mehr! Fördern durch Fordern! Statt Schule dazu zu verdonnern könnte man doch auch Rentner als Ehrenamtliche einsetzen, die solche Sachen vermitteln für die Kinder, die das brauchen. Problem ist auch, dass es Kinder erst interessiert und hängen bleibt, wenn sie es wirklich brauchen.

Siegi
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: geli.G am 20.01.15, 21:17
Hallo,

Maschinenschreiben....heute heißt das IT....haben meine drei größeren Kinder in der RS gelernt. Ganz egal welcher Zweig (Technisch, Französisch, Werken) und das find ich sehr gut. Das Motto der Schule: Jede Schülerin soll das können.
Meine Jüngste ist auf dem Gymi und da haben sie es nicht nötig, den Kindern in den acht Schuljahren das Schreiben mit 10 Fingern beizubringen.

Find ich total daneben  >:(

Ansonsten seh ich das auch so, dass man nicht verlangen kann, dass die Schule alles lehrt.
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: frankenpower41 am 20.01.15, 21:18
Ich finde auch, dass das Sache der Eltern sein sollte und stimme zu, dass es problematisch wird, wenn Eltern manches nicht mehr vermitteln was bei uns nebenher lief.

@Siegi,  wir haben so einen Fall mit Essen schneiden in der Verwandtschaft.  Der Junge stand allerdings kurz vor der Konfirmation, da frage Mama bei Familienfeier im Gasthaus "Soll ich Dir dein Schnitzel schneiden?"
Da spötteln wir jetzt nach 2 Jahren noch alle drüber. Wir anderen wussten fast nicht mehr wohin wir gucken sollen ::) ::) ::).

Marianne
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: gatterl am 20.01.15, 21:26
passt nicht direkt zum Thema, aber irgendwie in die Box  ;D
Eine Mutter ( Lehrerin  ::) ) saß bei einem Rockkonzert ihres Sohnes im Publikum ( da waren Tische und es gab auch was zu Essen )
Der Sohn war damals so 18 Jahre ungefähr.
Als die Band eine kurze Spielpause machte, rief die Mutter auf die Bühne : "Purzelchen, dein Cordon Bleu ist da"

Meine Kinder hätten mich vermutlich gelyncht.


Übrigens haben meine Söhne auch beide 10-Fingerschreiben auf der RS gelernt und sind heut noch froh darüber. Auch auf der BOS/FOS noch, da konnten es bei weitem nicht alle.  ::)
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: LunaR am 20.01.15, 21:58
Bei meinen Kindern hätte ich mir diesen Spruch niemals erlauben dürfen  :o

10-Finger-Schreiben habe ich früher in der entsprechnden Fachschule gelernt, für den Berufszweig, in dem das damals gebraucht wurde. Heute gehört diese Fähigkeit schon fast zu dem Kernkompetenzen, die in fast allen Bereichen benötigt wird. Da fände ich es schon gut, wenn es in der Schule gelehrt würde und zwar nicht zu spät.

LG
Luna
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: martina-s am 20.01.15, 22:42
 :D...eigentlich sind wir alle einer Meinung...
Ach ist das gemütlich hier!  :D
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: silberhaar am 21.01.15, 06:17

Ich bin kleiner Statur, aber letzthin bin ich recht gross geworden als unsere Tochter mir sagte: "Mami, was bin ich froh, dass ihr uns zu selbständigen Menschen erzogen habt!"

Silberhaar

deren Tochter sich manchmal recht aufregt, über gleichaltrige, die mit siebenmeilen Stiefel durch die Kindheit gegangen sind!
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: muliane am 21.01.15, 10:30
Aufklärung über mögliche Gefahren des Internets u.  Datenschutz sollte Aufgabe der Schule sein, da es alle Schüler betrifft.
Astronomie, Bühnentanz, 3.u.4.Fremdsprache, Tastschreiben, Kochen ist kinderleicht, Nähen, Sport, ......,
wird bei uns z.T. ab Klasse 5 im Nachmittagsangebot der Gesamtschule angeboten.

Ich denke Aufgabe der Eltern sollte es sein, die Rundschreiben der Schule zu lesen und ihren Schüler dafür zu motivieren .....oder auch nicht..... .
Schon während der Grundschulzeit werden die Kinder angeschrieben, dass sie ein Taschengeldkto. haben sollten...
und spätestens in der 9.Klasse melden sich die Versicherer und fragen nach der Dauer der Schulzeit......
so meine Erfahrung

LG
Muliane

Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: LunaR am 21.01.15, 10:32
Zitat
Schon während der Grundschulzeit werden die Kinder angeschrieben, dass sie ein Taschengeldkto. haben sollten...
und spätestens in der 9.Klasse melden sich die Versicherer und fragen nach der Dauer der Schulzeit......
so meine Erfahrung

Das machen die aber nicht, damit die Kinder lernen wie es geht, sondern weil sie etwas verkaufen wollen.

LG
Luna
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: martina-s am 21.01.15, 10:57
Hm... das mit dem Umgang mit Internet und modernen Medien ist sicher wichtig.
Gerade Eltern die damit wenig am Hut haben sind da nämlich total überfordert.
Ich bin ehrlich froh, dass meine Kinder schon so groß sind. Ein schwieriges Thema! Und auch Gefahren die nicht unbedingt zu überblicken sind.
Selbst Eltern die davon Ahnung haben können total leicht hintergangen werden. Kids sind da manchmal sehr clever.
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: silberhaar am 21.01.15, 11:33


Lehrer können viel mit auf den Weg mitgeben, aber genau in dieser Zeit sind die Jugendlichen meist mit sich und Anderem beschäftigt, alles Andere ist zweitrangig. Manchmal schadet es auch gar nicht, wenn sie etwas auf die "Schnauze" fallen und etwas Lehrgeld zahlen müssen, das ist auch Lebenspraxis!

Bei uns in der Gewerbeschule wurden sie auch auf die Schneeballsysteme aufmerksam gemacht! Trotz Warnung wäre das fast unserem Sohn passiert.  Da hat ihm einer bei uns zu Hause das grosse Geld vorgegaukelt. Ihr könnt euch vorstellen, da habe ich immer mit einem Ohr gelauscht, bin immer mal wieder von der Stube in die Küche und kurz vor dem Unterschreiben habe ich mich eingeschaltet und zu unserem Sohn gesagt, hast du das Kleingedruckte auch gelesen? Überleg es dir doch nochmals, den unterschriebenen Vertrag nimmt der bestimmt einen Tag später auch noch. Der Andere ging dann mit grimmigem Gesicht von dannen und Junior meinte anschliessend zu mir, du bist einfach unmöglich,  ich weiss doch was ich tue und überhaupt ist es mein Geld!
Trotzdem hat er dann den Vertrag in aller Ruhe durchgelesen und gemeint, Mami da ist doch nicht alles so seriös!!!!! (Da hat sich dann seine Meinung mir gegenüber wieder geändert ;D ;D)

Viele seiner Kollegen haben damals viel Geld verloren!

Er hatte Glück und ist unbeschadet davon gekommen, eine Lebenserfahrung ist es aber geblieben.

silberhaar




Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: martina-s am 21.01.15, 11:48
Hallo Silberhaar,
ist immer gut, wenn man nicht alles so treiben lässt. Besser man hört mit einem Ohr hin.
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: silberhaar am 21.01.15, 12:06


Ich sinniere gerade in der Vergangenheit, wie war mein Weg zum Erwachsen werden? :-\ :-\ Wie wurden wir in der Schule vorbereitet? Fand einiges damals recht überflüssiges "palafer"

Hatte dann als es darauf ankam auch ein Elternhaus, wo man nachfragen konnte und die ja in solchen Belangen Praxiserfahren waren ;)

Und ganz ehrlich manchmal fehlt mir auch heute noch in gewissen Dingen die Praxis. Stichwort Buchhaltung :P, verweise unsere Beiden dann immer zu meinem Mann ;D

Bin stetig immer noch daran Erfahrungen und Praxis zu lehren und zu sammeln oh je und meine Lebenserfahrung reicht manchmal auch noch nicht aus Lehrgeld zu zahlen ;) ::)


silberhaar
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: muliane am 21.01.15, 15:25
Das machen die aber nicht, damit die Kinder lernen wie es geht, sondern weil sie etwas verkaufen wollen
[/quote]
Ja, LunaR das seh ich genauso.
Es ist jedoch eine passende Gelegenheit sich damit zu befassen. Wer beratet neutraler als die Eltern? 8) :D

LG
Muliane
Titel: Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
Beitrag von: mary am 21.01.15, 19:45
@Silberhaar, darüber habe ich heute auch nachgedacht.
Auslernen tut man nie, auf der anderen Seite- man kann auch nicht alles können.
Ist doch schön, dass eurer Sohn auf dich gehört hat-
manchmal müssen die Kidds erst über den bitteren Erfahrungsweg ihre Lebenslernlektionen machen.

Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.