Biertrinker: Anschnallen!

Um diese Zeit beginnen die Bauern mit der Hopfenernte in der Hallertau. Erwartet wird eine durchschnittliche Ernte, etwa vier Prozent höher als im Vorjahr. Während der Bierkonsum weltweit kräftig wächst hat die Anbaufläche für Hopfen in den letzten Jahren um rund 30 Prozent abgenommen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der Hopfen um das drei- bis achtfache teurer wird, schätzt der Industrieverband Agrar.

Weltweit hat die Nachfrage nach Hopfen rasant zugelegt. Das geht laut FAZ vom 19. Juli zur Hälfte auf den stark gestiegenen Bierdurst vor allem in China, aber auch in anderen Ländern wie Vietnam und Thailand, Mexiko und Brasilien, Russland und Rumänien sowie Nigeria und Südafrika zurück.

Weltweit beträgt die Hopfen-Anbaufläche derzeit etwa 50.000 Hektar, in Deutschland sind es über 17.000. Im größte Anbaugebiet der Welt, der Hallertau nördlich von München, gibt es eine Anbaufläche von 14.000 Hektar. 1996 waren noch 22.000. Pro Hektar wachsen ca. 4.000 Pflanzen, die eine Ertrag von etwa zwei Tonnen Hopfen in Aussicht stellen. Für 100 Liter Bier werden nur 120 Gramm Trockenhopfen gebraucht. Der Ertrag einer Pflanze liegt bei 400 bis 500 Gramm und reicht damit für 400 bis 500 Liter Bier.

Laut Reinheitsgebot gehört neben dem Hopfen auch Wasser und Braugerste (Malz) ins Bier. Die Preisberichtstelle ZMP meldet, dass die Versorgung mit Braugerste in diesem Jahr knapp ausfallen werde. Das liegt an schlechten Erträgen und Qualitätsmängeln. Auch die Anbaufläche geht seit Jahren zurück (2003: 750.000 ha, 2007: 500.000 ha). Derzeit liegen die Erzeugerpreise laut ZMP bei rund 215 Euro pro Tonne, im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um fast 90 Prozent. (Grafik Erzeugerpreise für Braugerste 02.07)

Fazit: Auch wenn der Rohstoffanteil von Braugerste und Hopfen am Bierpreis eher gering ist (der wertmäßige Anteil der Braugerste an einem Liter Bier liegt bei etwa 4,1 Cent, der des Hopfens bei etwa 5 Cent) werden sich die Biertrinker auf deutlich höhere Preise einstellen müssen. Der Deutsche Brauer-Bund hat bereits einen Preisanstieg von 40 Prozent für die kommenden fünf Jahre prognostiziert.

Dennoch ist wohl nicht zu befürchten, daß die beliebte ‚Gerstenkaltschale‘ auf dem kommenden Oktoberfest in München im Sektglas oder gar im ‚Stamperl‘ gereicht wird. Der Preis für die Maß Bier steht schon fest: 7,90 Euro inkl. MwSt und Bedienung kosten, also etwa soviel wie 10 Liter Milch …

Und noch was, liebe Biertrinker: Verzichten Sie doch mal hin & wieder auf ihr Bierchen – und lassen Sie ihre Frau/Freundin trinken. Warum?

Seit Jahrhunderten ist bekannt, daß Hopfen hormonelle Wirkungen hat. Bier ist also eine gute Quelle für östrogenartig wirkenden Phytohormone (Isoflavone, Lignane, Coumestane). Früher, als der Hopfen noch von Hand geerntet wurde, waren die Frauen in der Hallertau abends in bester Flirtlaune, mit den männlichen Pflücker war aber nichts mehr los. Beim Pflücken hatten die Arbeiter große Mengen östrogenartiger Hopfenhormone aufgenommen, die auf Frauen anregend, auf Männer aber eher dämpfend wirken.

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