10. November 2010

RLV: Sinkende Einkommen in allen Bereichen

2009/2010 war kein gutes Jahr für die Bauern in Nordrhein-Westfalen – Viele Betriebe spüren jedoch wieder Aufwind
Bonn (agrar.de) – Der diesjährige Bericht über die ersten Ergebnisse buchführender landwirtschaftlicher Betriebe in Nordrhein-Westfalen zeigt keine erfreulichen Zahlen. Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) dazu mitteilt, hätte die Auswertung der Betriebsergebnisse von 951 identischen Haupterwerbsbetrieben durch die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen die Prognose von Januar bestätigt: Der gravierende Preisverfall bei Milch, Getreide und Raps sowie rückläufige Erlöse bei Ferkeln und Mastschweinen prägten die Einnahmeseite der Betriebe 2009/2010. Insgesamt gingen die Gewinne deutlich zurück.

Nach den Berechnungen der Landwirtschaftskammer sei im Durchschnitt der 67 ha großen, von 1,7 AK bewirtschafteten Betriebe ein Unternehmensergebnis von 43 500 € erzielt worden, berichtet der RLV weiter. Das seien 15,8 % weniger als im noch guten Vorjahr. Je nach Spezialisierung hätten sich die Gewinne in den Gruppen Ackerbau-, Futterbau-, Veredlung und Verbund zwar unterschiedlich entwickelt, im Vergleich zu den letzten Jahren seien aber alle Gruppen sehr eng zusammengerückt, keine Gruppe hebe sich erheblich ab, betont der RLV. Die Veredlungsbetriebe – als die Besten des Vorjahres – konnten ihre Spitzenposition zwar mit 46 656 € je Unternehmen knapp behaupten, mussten aber mit einem Minus von 25,9 % die größten Einbußen verkraften. Überraschend doch noch relativ glimpflich davon gekommen seien Milchvieh- und sonstige Futterbaubetriebe, die mit einem Minus von gut 12 % den geringsten Einbruch zu verkraften gehabt hätten und insgesamt auf ein Betriebsergebnis von 45 206 € je Unternehmen kämen. Schlusslichter seien in diesem Jahr die spezialisierten Ackerbaubetriebe, die bei einem Minus von 15,7 % ein Betriebsergebnis von 40 727 € erzielten.

Insgesamt – das betont der RLV – hätte in keiner einzigen Betriebsform 2009/2010 ein annähernd ausreichender Gewinn erzielt werden können. Die Faustformel von mindestens 60 000 € Gewinn als Zielgröße für einen wachstumsfähigen Betrieb sei nur von sehr erfolgreich wirtschaftenden Betrieben überschritten worden.

Für das neue Wirtschaftsjahr stehen nach Angaben des RLV die Vorzeichen zumindest teilweise günstig. Die Ernte 2010 sei zwar sehr unterschiedlich ausgefallen, Einbußen in Ertrag und Qualität könnten aber wahrscheinlich durch die überdurchschnittlichen Preisen bei Getreide und Raps ausgeglichen werden. Auch die Milchpreise zeigten sich derzeit einigermaßen erholt, die Produktion sei wieder rentabel. Anders sehe es in der Veredlung aus, wo Ferkel- und Mastschweinepreise derzeit viel zu niedrig notierten, beklagt der RLV.




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