06. Oktober 2010

Milch- und Fleischerzeugung prägen die Viehhaltung im Südwesten

Stuttgart (agrar.de) – Die Tierhaltung steuerte 2008 mit 1,76 Milliarden Euro über 52 Prozent zu den gesamten Verkaufserlösen (3,36 Mrd. Euro) der baden-württembergischen Landwirtschaft bei. Wie das Statistische Landesamt weiter feststellt, standen dabei die Milchproduktion und die Fleischerzeugung eindeutig im Vordergrund. Der Eiererzeugung kommt nur eine vergleichsweise geringe Bedeutung zu.

Milcherzeugung unverändert bei 2,2 Millionen Tonnen

Im Jahre 2009 gaben die baden-württembergischen Milchkühe insgesamt 2,2 Mill. Tonnen (t) Milch. Dies liegt geringfügig über dem Vergleichswert des Vorjahres und damit weiterhin auf dem seit Ende der 90er-Jahre zu beobachtenden Niveau. Bei weiter rückläufigem Milchkuhbestand (?3 700 Tiere) errechnet sich für 2009 eine durchschnittliche Jahresmilchleistung von 6 198 kg je Kuh. Vor 10 Jahren lag der Wert noch bei 5 080 kg je Kuh. Das entspricht einer Steigerungsrate von 100 kg je Kuh und Jahr. Entsprechend den natürlichen Standortbedingungen liegen die Schwerpunktregionen der Milcherzeugung in Baden-Württemberg in Oberschwaben. Auf die beiden Landkreise Ravensburg (464 100 t) und Biberach (226 000 t) entfallen zusammen über 30 Prozent der insgesamt im Land erzeugten Milch. Weitere Zentren der Milcherzeugung sind der Alb-Donau-Kreis (einschl. Stadtkreis Ulm; 122 600 t), der Ostalbkreis (167 800 t) und der Landkreis Schwäbisch Hall (140 900 t). Sie tragen zusammen ein weiteres knappes Fünftel zur Milcherzeugung im Land bei. Spitzenreiter in puncto Milchleistung ist allerdings der Zollernalbkreis mit 6 842 kg durchschnittlichem Jahresmilchertrag je Kuh, gefolgt vom Landkreisen Ravensburg mit 6 680 kg und dem Ostalbkreis mit 6 664 kg.

2009 insgesamt 3,74 Millionen Schweine geschlachtet

In den baden-württembergischen Schlachthöfen wurden 2009 rund 3,74 Millionen Schweine und 631 000 Rinder geschlachtet. Dies bedeutet bei Schweinen zwar ein leichtes Minus um rund 13 000 Tiere gegenüber dem Vorjahr, ist aber dennoch der zweithöchste jemals im Land registrierte Wert. Bei Rindern ging die Zahl der geschlachteten Tiere binnen Jahresfrist um 9 300 (?1,4 Prozent) und die Schlachtmenge infolge leicht rückläufiger durchschnittlicher Schlachtgewichte um 1,5 Prozent zurück. Im Wesentlichen wird die Fleischproduktion im Land von der Anzahl der gewerblichen Schlachtungen bestimmt. Die Hausschlachtungen sind nur von untergeordneter Bedeutung. Insgesamt belief sich die heimische Fleischerzeugung aus gewerblichen Schlachtungen im vergangenen Jahr auf 526 000 Tonnen (t) Fleisch (ohne Geflügel) und liegt damit um 1,6 Prozent oder 8 700 t unter dem Vergleichswert von 2008. Von der Gesamtschlachtmenge entfallen auf Schweinefleisch 317 000 t oder rund sechs Zehntel, 206 000 t oder 39 Prozent auf Rindfleisch (einschließlich Kalbfleisch), der Rest auf Schaf- (3 200 t) bzw. Pferdefleisch (250 t).

Arbeit wie am Fließband: 273 Eier je Henne und Jahr

In Baden-Württemberg sind 2009 nur noch 123 von knapp 50 000 landwirtschaftlichen Betrieben auf die Haltung von Legehennen spezialisiert. Bei jeweils mehr als 3 000 Hennenhaltungsplätzen und einem Gesamtbestand von 1,49 Mill. Legehennen wurden vergangenes Jahr rund 407 Mill. Eier im Land erzeugt. Statistisch betrachtet, legt eine Henne damit 273 Eier im Jahr; dies entspricht einer durchschnittlichen monatlichen Legeleistung von rund 23 Eiern. Der Legehennenbestand und in der Folge davon die Eierproduktion waren nach dem Tiefststand im Jahre 2004 (1,48 Mill. Legehennen, 384 Mill. Eier) dreimal in Folge wieder angestiegen. In 2008 wurde dann die Produktion erneut eingeschränkt. Die Entwicklungstendenz bestätigte sich 2009, so dass die Eierproduktion 2009 wieder auf das Niveau von 2004 zurückfiel. Selbst wenn man berücksichtigt, dass in den landwirtschaftlichen Betrieben mit kleineren Beständen (weniger als 3000 Haltungsplätze) über eine weitere Million an Legehennen im letzten Jahr rund 289 Mill. Eier produzierten, so deckt die heimische Markterzeugung von insgesamt 696 Mill. Eiern doch nur knapp ein Drittel des Gesamtbedarfs an Eiern im Land.




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