06. Oktober 2010

Baden-Württemberg: Kräftige Ausdehnung der Spargelflächen

Mehr Zucchini, Speisekürbisse und Zuckermais
Stuttgart (agrar.de) – Nach den Ergebnissen der repräsentativen Gemüseanbauerhebung 2010 wurde in Baden-Württemberg auf 9 916 ha Gemüse angebaut. Die gegenüber 2009 (10 217 ha) leicht reduzierte Fläche beruht dabei überwiegend auf methodischen Änderungen1). Der größte Teil der Anbaufläche (9 464 ha) und damit über 95 Prozent befindet sich im Freiland, während sich der kostenintensivere Anbau in Gewächshäusern oder begehbaren Folientunneln auf 452 ha beschränkt.

Die wichtigste Gemüseart im Land ist Spargel, der ungefähr auf einem Viertel der Gemüsefläche (2401 ha) angebaut wird. Nachdem der Anbauumfang in den Vorjahren nahezu unverändert blieb, wurde die Fläche in 2010 um 12 Prozent ausgeweitet. Ein breites Sortiment an Salaten wurde insgesamt auf 2001 ha ausgepflanzt. Neben den altbekannten Varietäten wie Ackersalat (614 ha), Eissalat (400 ha) oder Kopfsalat (282 ha) sorgen hier immer wieder neuere Formen für Abwechslung auf dem Salatteller. Aktuell wurden die Flächen mit Eichblatt- (188 ha, +8 Prozent) und Romanasalat (68 ha, +21 Prozent) ausgedehnt, während Lollo- (-10 Prozent) und Endiviensalat (-31 Prozent) eingeschränkt wurden. Spürbar ausgeweitet wurden die Freilandflächen von derzeit im Trend liegenden Gemüsearten. Dazu gehört Zuckermais mit 680 ha (+10 Prozent), Speisekürbisse mit 384 ha (+9 Prozent), sowie Zucchini mit 171 ha (+14 Prozent). Dagegen wurde der in den letzten Jahren ausgedehnte Karottenanbau in 2010 um 20 Prozent auf 667 ha eingeschränkt. Auch die Flächen mit Kohlgemüse sind weniger geworden. Vor allem der wichtigste Vertreter Weißkohl wurde auf 539 ha reduziert (-7 Prozent). Ebenso wurden die Flächen mit Brokkoli (153 ha) und Blumenkohl (143 ha) eingeschränkt (-8 bzw. -6 Prozent). Rotkohl und Kohlrabi konnten sich mit 192 ha bzw. 122 ha dagegen behaupten. Im Unterglasanbau überwiegen die Salate mit 239 ha, wichtigste Art ist Ackersalat mit 138 ha. Daneben werden vor allem Tomaten (72 ha) und Gurken (52 ha) unter den geschützten Glas- oder Foliendächern angezogen.

*) Methodische Änderungen:

Zur Gemüseanbauerhebung 2010 erfolgte eine Anhebung der Mindesterfassungsgrenze: Einbezogen sind nur noch Betriebe, die mindestens 5 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche oder bestimmte Mindesterfassungsgrenzen bei der Tierhaltung oder den Sonderkulturen (z.B. 0,5 ha Gemüse oder Erdbeeren im Freiland oder 0,1 ha Kulturen unter Glas) erreichen. Seit dem Jahr 2010 werden zudem Kräuter, wie Petersilie oder Schnittlauch, nicht mehr in der Gemüseanbauerhebung erfasst, sondern nur noch in der Bodennutzungshaupterhebung unter den Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen nachgewiesen. Dadurch reduziert sich die Anzahl der Betriebe und die Größe der Anbaufläche gegenüber den Vorjahren etwas.




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