04. Oktober 2010

Baden-Württemberg: Geschäftsbericht für Geoinformation und Landentwicklung 2009

Erster gemeinsamer Tätigkeitsnachweis der zusammengeführten Verwaltungsbereiche Vermessung und Flurneuordnung
Stuttgart / Ilsfeld (agrar.de) – „Flurneuordnung und Vermessung liefern wesentliche Grundlagen, um Baden-Württemberg im globalen Wettbewerb leistungsfähig zu halten: Die Flurneuordnung widmet sich gezielt dem Ländlichen Raum, die Vermessung stellt landesweit für viele Lebensbereiche aktuelle Geobasisdaten zur Verfügung“, sagte die Staatssekretärin im baden-württembergischen Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, anlässlich der Vorstellung des Geschäftsberichts 2009 der Verwaltung für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg bei der Weingärtner Ilsfeld e.G. in Ilsfeld (Landkreis Heilbronn).

Mit beiden Verwaltungsbereichen werde dem demografischen Wandel Rechnung getragen, denn nur leistungsfähige und landschaftlich attraktive Gegenden könnten Arbeitsplätze halten oder sogar neue hinzugewinnen. Damit wolle die Landesregierung gerade in ländlichen Gebieten einem Absinken der Bevölkerungszahl entgegenwirken. „Flurneuordnung und Vermessung haben originär einen engen Bezug zu Grund und Boden. Dabei optimiert die Flurneuordnung die Flächennutzung in ländlichen Räumen. So ergeben sich auch die Möglichkeiten, den Flächenverbrauch zu reduzieren“, erklärte Gurr-Hirsch.

Die Gemeinde Ilsfeld als konkretes Beispiel

Während Flurneuordnungen ein vielfältiges und flexibles Instrument darstellen würden und mit integrierten Lösungsansätzen wichtige Impulse für die Strukturentwicklung der Kommunen im Ländlichen Raum bieten könnten, liefere die Vermessungsverwaltung mit ihren hoch aktuellen Geodaten die Grundlage für vielerlei Anwendungen. Die laufende Flurneuordnung in Ilsfeld sei ein gutes Beispiel dafür, wie Flurneuordnung und Vermessung in der Praxis funktionieren. „Durch neue Wege und Landschaftselemente gewinnen die Agrarstruktur und Naturschutz gleichermaßen an Qualität. Lebensräume seltener Tier- und Pflanzenarten werden durch neue Baumreihen und Hecken miteinander verbunden. Die Landwirtschaft erhält größere Felder und gut ausgebaute Wege. So entsteht eine Landschaft mit hohem Freizeitwert“, betonte Gurr-Hirsch. Anhand des Satellitenpositionierungssystems SAPOS werde deutlich, wie sich heutzutage Grenzpunkte ganz einfach auffinden und abmarken ließen.

Zahlen der Flurneuordnung lassen sich sehen

Im Jahr 2009 konnten 31 Verfahren mit rund 10.000 Hektar abgeschlossen werden. Daneben seien 59 neue Verfahren mit einer Gesamtfläche von rund 11.200 Hektar angeordnet worden, darunter 40 kleine und schnell laufende Verfahren, die als Teil des Sonderprogramms „Modernisierung ländlicher Wege“ im Rahmen des Landesinvestitionsprogramms begonnen wurden. Diese würden innerhalb von zwei Jahren beendet. An den rund 36,7 Millionen Euro Gesamtausführungskosten, die in Flurneuordnungsverfahren Baden-Württemberg anfallen würden, hätten sich Land, Bund und EU im vergangenen Jahr mit rund 27,6 Millionen Euro beteiligt. „Diese Gelder sind wichtig, um die Wettbewerbsfähigkeit der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe zu sichern und den Menschen ein attraktives Wohn- und Lebensumfeld zu schaffen und zu erhalten“, betonte Gurr-Hirsch.

Aktuelle Geodaten sind unerlässlich für unzählige Planungsträger

Ein aktuelles Liegenschaftskataster sei eine wesentliche Grundlage für viele Planungen. Moderne Technologien und Informationssysteme im Liegenschaftskataster würden eine reibungslose und schnelle Übernahme aktueller Daten garantieren. „Nutznießer davon sind alle Verwaltungen und Organisationen und letztendlich die Bürgerinnen und Bürger“, sagte Gurr-Hirsch. So stelle das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg ein breites Angebot an hochwertigen Geodaten bereit. Als Beispiel nannte die Staatssekretärin die Digitalen Geländemodelle, welche die Oberfläche von Baden-Württemberg detailliert dreidimensional abbilden würden. Anschauliche Anwendungsbeispiele wie 3D-Stadtmodelle seien im Geschäftsbericht abgebildet.

Erster gemeinsamer Geschäftsbericht

Nach der Koalitionsvereinbarung vom Mai 2006 sollten Vermessung und Flurneuordnung unter einem Dach und mit einer einheitlichen Verwaltungsstruktur zusammengeführt werden. Zum 1. Januar 2009 seien aus dem früheren Landesvermessungsamt und dem Landesamt für Flurneuordnung das neue Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung mit der zentralen Dienststelle in Stuttgart und den Dienststellen in Karlsruhe und Kornwestheim gebildet worden. „Das neue Landesamt hat bereits im ersten Jahr durch die nunmehr gebündelte Wahrnehmung eigener Aufgaben und der Fachaufsicht über die unteren Vermessungs- und Flurneuordnungsbehörden deutliche Synergien erzielt“, lobte die Staatssekretärin. Dieser erste gemeinsame Geschäftsbericht sei ein weiterer Ausdruck der erfolgreichen Zusammenarbeit.

Weitere Informationen zum Thema Landentwicklung und Geoinformation sind auf der Internetseite des Ministeriums für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz unter www.mlr.baden-wuerttemberg.de oder www.landentwicklung-mlr.baden-wuerttemberg.de bzw. www.lgl-bw.de abrufbar.




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