07. Januar 2009

RLV: Bürger geben immer weniger Geld für Lebensmittel aus

Themen: Lebensmittel,Statistik,Verbände — info @ 11:01

Bonn (agrar.de) – Deutsche Verbraucher geben immer weniger Geld für Lebensmittel aus. Während die Ausgaben für Nahrungsmittel im Jahr 2006 noch 13,9 % ihrer Konsumausgaben ausmachten, gaben die privaten Haushalte im Jahr 2007 nur noch 9,7 % dafür aus. Dies meldet der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) nach Angaben des Statistischen Bundesamtes.

Diese – für die Verbraucher erfreuliche – Entwicklung werde noch deutlicher, wenn man auf das Jahr 1950 zurückblickt: Der Anteil der Aufwendungen für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren betrug damals noch 44 %. Wie der RLV dazu weiter mitteilt, würden die Deutschen bei steigenden Konsumpreisen zuerst am Kraftstoff zum Autofahren sparen. Als zweitgrößten Sparposten hätten die deutschen Bürger Lebensmittel angegeben. Erst danach würden sie die Ausgaben für Strom, Kleidung und Urlaub verringern.

Die niedrigeren Ausgaben für Lebensmittel gemessen an den Gesamtkonsumausgaben seien aber nicht nur eine Sache der Prioritäten, sondern auch der Relationen, meint der RLV. Denn zum einen seien die Löhne stärker angestiegen – seit 1950 um das 20-Fache. Zum anderen hätten sich die Lebensmittelpreise kaum verändert: Brotpreise wären um das knapp 9-Fache teurer geworden und die Getreidepreise seien sogar nahezu unverändert geblieben. Das bedeute, dass die Verbraucherhaushalte durch relativ stabile Nahrungsmittelpreise erheblich entlastet würden. Während die Nahrungsmittelpreise seit 1995 um 19 % angestiegen seien, hätten sich die übrigen Lebenshaltungskosten um 22,5 % erhöht. Durch die stabilen Lebensmittelpreise ergebe sich für die Verbraucher eine Entlastung von 5 Mrd. € pro Jahr, betont der RLV.

Zudem seien Nahrungsmittel in Deutschland im europäischen Vergleich relativ preiswert. Während das Preisniveau für Lebensmittel nach Angaben des RLV im EU-Durchschnitt im Jahr 2007 bei 100 liegt, sind Nahrungsmittel in Dänemark mit einem Index von 142 am teuersten und in Polen mit einem Index von 69 am günstigsten. Deutschland liege mit einem Preisniveauindex von 106 knapp über dem EU-Durchschnitt.

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