03. Dezember 2008

RLV: Sauenhalter und Schweinemäster trifft Strukturwandel am härtesten

Themen: Schweine,Statistik,Verbände,Wirtschaft — info @ 14:12

Zahl der Betriebe sinkt weiter
Bonn (agrar.de) – „Immer weniger Betriebe bei gleichzeitig steigender Bestandsgröße – der Strukturwandel trifft Sauenhalter und Schweinemäster am härtesten“, erklärt der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV).

Zurzeit stünden die Schweinehalter erheblich unter Druck. Mit einem Jahresgewinn von nur 8.000 € im Wirtschaftsjahr 2007/08, habe sich das Einkommen der Schweinehalter um 84 % verschlechtert. Damit müsse der Schweinehalter im Rheinland zu Recht kommen oder die Produktion einstellen. Ursache für den enormen Kostendruck sei vor allem, so der RLV, der Anstieg der Kosten für Futter- und Düngemittel sowie für Energie im vergangenen Jahr. Gleichzeitig blieben die Ferkel- und Schweinefleischpreise extrem niedrig. Zudem müssten Schweinemäster und Ferkelerzeuger große Preisschwankungen und eine zunehmende Konkurrenz aus dem Ausland aushalten, betont der RLV.

Im Jahr 2006 gaben dem RLV zufolge erschreckend viele Ferkelerzeuger ihren Betrieb in Nordrhein-Westfalen auf: 16,2 %. Im Jahr 2007 nahm die Zahl weiter ab. So reduzierte sich die Zahl der Sauenhalter um 4,8 % in Nordrhein-Westfalen. Nach Ergebnissen der Viehbestandserhebung wurden deutschlandweit im Frühjahr 2007 nur noch rund 80.000 Schweine haltende Betriebe gezählt. Damit haben innerhalb der vergangenen zehn Jahre rund 60.000 Höfe die Schweineproduktion aufgegeben. Die Sauenhalter hat der Strukturwandel der vergangenen Jahre noch deutlich stärker getroffen als die Mäster: Hier verringerte sich die Zahl der Betriebe seit 1996 um die Hälfte auf weniger als 29.000.

Dabei ist der allgemeiner Trend zu beobachten, dass die großen Betriebe ihren Bestand aufstocken und die kleinen Betriebe aufgeben. Die Wachstumsschwelle liegt nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) bei Schweinemastbetrieben bei einer Bestandsgröße von mindestens 400 Tieren. Ab dieser Größenklasse wurde ein Zuwachs sowohl bei den Betrieben als auch bei der Tierzahl festgestellt. Ähnlich wie bei den Mästern zeigte sich bei den Sauernhaltern ebenfalls eine Verschiebung zugunsten größerer Tierbestände. Der Durchschnittsbetrieb hielt im vergangenen Jahr nach Angaben der ZMP kaum mehr als 90 Sauen, aber erst für eine Bestandsgröße von mehr als 200 Sauen verzeichnete die Statistik Zuwächse sowohl bei der Zahl der Betriebe als auch bei der Zahl der insgesamt gehaltenen Tiere.

Hier offenbarte sich nach Ansicht der ZMP eine Marktanpassung: Im gleichen Maße, wie die Mastbetriebe wuchsen, mussten auch die Sauenbestände zulegen, da der Markt große und einheitliche Ferkelpartien forderte. Trotz dieser Anpassung rutschten die Sauenhalter in den zurückliegenden zwei Jahren in eine wirtschaftliche Schieflage. Die Erlöse reichten für eine kostendeckende Produktion nicht mehr aus. Aus diesem Grund erwarten die Bonner Marktbeobachter auch für die kommende Agrarstrukturerhebung einen weiteren Rückgang bei den Sauenhaltern.

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