20. November 2008

Landvolk: Niedersachsens Bauern enttäuscht über Health Check

Themen: Agrarrecht,EU,GAP,Niedersachsen,Verbände — info @ 13:11

Hannover/Brüssel (agrar.de) – „EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel stand bei den europäischen Bauern im Wort, die 2003 beschlossene Agrarreform sollte bis 2013 gültig bleiben. Die heute verabschiedeten Vereinbarungen zur Gesundheitsüberprüfung dagegen kommen einem Wortbruch gleich“. Niedersachsens Landvolk-Präsident Werner Hilse schildert die Enttäuschung der knapp 50.000 landwirtschaftlichen Betriebsleiter über den Kompromiss zum Health Check zur Brüsseler Agrarpolitik.

„Die im Agrarrat beschlossene Kürzung der Direktzahlungen beschneiden die langfristigen Planungen unserer landwirtschaftlichen Unternehmer und treffen sie in wirtschaftlich unsicheren Zeiten besonders hart“, kritisiert Hilse. Parallel zu den üppig ausgestatteten Rettungspaketen für Banken und Wirtschaftsunternehmen würden den europäischen Landwirten jetzt Direktzahlungen gekürzt, die nach den ursprünglichen Aussagen der EU-Kommission den hohen Standards der heimischen Erzeugung im internationalen Wettbewerb Rechnung tragen sollten.

Der Übergang von reglementierten Märkten, wie sie die EU-Agrarpolitik über Jahrzehnte vorgegeben hatte, zum freien Weltmarkt müsse mit einem ausreichendem Maß an Sicherheit für die landwirtschaftlichen Betriebsleiter ermöglicht werden, sagt Hilse. Kritik äußert er an der weiteren Erhöhung der Milchquote: „Vorratsbeschlüsse, wie sie jetzt in Brüssel getroffen wurden, passen nicht zu schnelllebigen Märkten.“ Als solche entpuppten sich zurzeit aber die Agrarmärkte.

Als völlig abwegig stuft Hilse die Entscheidung des Agrarrates ein, Italien für seine stetige Missachtung der Quote eine „Absolution“ zu erteilen. Die Ausstattung des Milchfonds wertet Hilse als völlig unzureichend. Dieser Fonds soll nahezu ausschließlich aus Kürzungen bei den Direktzahlungen gespeist werden. „Damit müssen sich die Landwirte dieses Trostpflaster aus eigener Tasche bezahlen“, fasst der Landvolkpräsident die Enttäuschung der niedersächsischen Bauern zusammen.

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