14. November 2008

NRW: Studien-Ergebnisse zur PFT-Belastung im Blut von Anglern

Themen: Nordrhein-Westfalen,Umwelt,Wasser — info @ 13:11

Düsseldorf (agrar.de) – Das nordrhein-westfälische Umweltministerium hat heute die Ergebnisse einer Studie zur PFT-Belastung des Blutes bei Anglern am Möhnesee veröffentlicht. Aus den gemessenen Konzentrationen einschließlich der bei einigen Vielverzehrern gemessenen deutlich höheren Werte kann nach dem aktuellen Stand des Wissens keine akute Gesundheitsgefährdung der Angler abgeleitet werden. Für die langfristige gesundheitliche Bewertung der PFT-Konzentrationen liegen bislang für die Allgemeinbevölkerung noch keine Bewertungsmaßstäbe vor, da hierzu Langzeitstudien erforderlich sind. Diese sollen auf Initiative des Umweltministerium so schnell wie möglich erarbeitet werden.

Die Studie kommt zu dem erwarteten Ergebnis, dass es einen Zusammenhang zwischen dem langjährigen Verzehr von Möhneseefischen und der Belastung des Blutes mit der PFT-Verbindung PFOS (Perfluoroctansulfonsäure) gibt. Je mehr Fisch verzehrt wurde, desto höher ist die jeweilige Blutbelastung mit PFOS.

Bestätigt wird durch die Ergebnisse der umweltmedizinischen Studie die Vorgehensweise des Ministeriums nach Bekanntwerden der PFT-Belastung im Möhnesee. Im September 2006 hatte das Umweltministerium eine sehr vorsorgeorientierte und wissenschaftlich anerkannte Empfehlung zum Verzehr von Fischen aus diesem Gewässer herausgegeben. Die Verzehrempfehlung bleibt weiterhin bestehen. Insgesamt hat die PFT Belastung des Möhnesees seit Anfang 2007 aufgrund der Sanierungsmaßnahmen deutlich abgenommen. Dadurch ist mittelfristig eine Verringerung der PFT-Belastung der Fische und damit auch der Angelnden zu erwarten.

Die Ergebnisse der Studie wurden, gemeinsam mit einer Erläuterung der gemessenen Werte, den 105 Anglern, die an der Untersuchung teilgenommen hatten, bereits mitgeteilt. Der Abschlussbericht mit detaillierter Auswertung wird bis Jahresende veröffentlicht.

Die mittlere PFOS-Belastung im Blut der Möhnesee-Angler liegt mit 25 Mikrogramm pro Liter im Bereich der allgemeinen Hintergrund­belastung der deutschen Bevölkerung (Referenzwert). Eine Untergruppe von Anglern mit langjährigem hohem Verzehr von Möhneseefisch weist allerdings teilweise deutlich erhöhte PFOS-Werte auf. Diese Höchstwerte liegen bei einigen Anglern vor allem aus der Gruppe der Vielverzehrer (ein- bis dreimal Möhneseefisch pro Woche) im Bereich von mehreren hundert Mikrogramm PFOS pro Liter Blut. Aufgrund der unklaren Belastungssituation im Zeitraum vor 2006 – also vor Aufdecken des PFT-Skandals – und der langen Verweildauer im Körper kann heute nicht mehr geklärt werden, welche Mengen an PFOS über belasteten Fisch in den Jahren vorher aufgenommen wurden.

Kurzbericht der Studienergebnisse (PDF, 106 KB)

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