06. November 2008

Niedersachsen: Feldgemüseanbau legte kräftig zu

Größte Anbaufläche der vergangenen 50 Jahre – Spargel ist Hauptkultur
Hannover (agrar.de) – Auf den niedersächsischen Äckern erobert der Gemüseanbau verlorenes Terrain zurück. Nach Angaben des Landvolks Niedersachsen ist in diesem Jahr soviel Freilandgemüse angebaut worden wie in den vergangenen 50 Jahren noch nicht.

Der niedersächsische Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie hat eine Erntefläche von 19.475 Hektar (ha) ermittelt, 2.943 ha davon entfielen allerdings auf Erdbeeren. Gegenüber dem vergangenen Jahr ist das eine Steigerung um 13,1 Prozent: Im Jahr 2007 wurden 17.223 ha Freilandgemüse und Erdbeeren angebaut. Bis in die 60er Jahre hatte sich der Freilandgemüseanbau positiv entwickelt und 1967 mit gut 16.000 ha seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Doch danach ging die Anbaufläche Jahr für Jahr zurück und hatte sich in den 80er Jahren mit weniger als 8.000 ha mehr als halbiert. Ab 1992 nahm die Anbaufläche dann wieder zu. Besonders stark war der Anstieg ab 2002.

Wichtigste Gemüseart ist nach wie vor der Spargel, der mit gut 4.000 ha allein ein Fünftel der Anbaufläche einnimmt. Hinzu kommen 700 ha Neuanpflanzungen. Große Areale werden auch mit Eissalat bepflanzt, der in diesem Jahr auf über 3.000 ha mit deutlich steigender Tendenz wuchs. Möhren und Karotten stehen mit zehn Prozent der Anbaufläche, das sind knapp 2.000 ha, an dritter Stelle, dicht gefolgt von Zwiebeln mit knapp 1.800 ha. Größere Flächenanteile entfallen auf die übrigen Kohlarten zusammen sowie Buschbohnen. Die Anbaupalette von Gemüse im Freiland ist erheblich größer, die einzelnen Flächenanteile fallen jedoch geringer aus. So wuchsen beispielsweise Stangenbohnen lediglich auf einem Hektar. Traditionelle Hochburgen des Gemüseanbaus in Niedersachsen sind das Gebiet um Langförden-Vechta im Weser-Ems-Gebiet, die Region Hannover sowie das Einzugsgebiet um Hamburg mit Bardowick. Niedersachsen ist eine der wichtigsten Anbauregionen für Gemüse in Deutschland, knapp ein Fünftel des gesamten deutschen Feldgemüseanbaus ist hier konzentriert.

Während die „Platzhirsche“ ihre Stellung auf dem Acker weitgehend behauptet haben, gab es bei den Gemüsearten mit geringerer Anbaufläche teilweise deutliche Flächenveränderungen. Besonders kräftig wurden die Flächen für Frischerbsen, Meerrettich, Chicoree und Feldsalat ausgedehnt. Erheblich an Fläche verloren haben dagegen Rotkohl, Rosenkohl und Kopfsalat sowie Knollenfenchel. Bei den meisten Gemüsearten konnten die Bauern eine durchschnittliche Ernte einbringen. Gut bekommen ist die Witterung dagegen offenbar dem Rosenkohl, dessen Ertrag sich gegenüber dem langjährigen Durchschnitt ungefähr verdoppelte. Auch bei Rotkohl, Buschbohnen und Spargel wurde ein überdurchschnittlicher Ertrag erzielt.

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