21. August 2008

Deutsche Landwirte halten weniger Schweine

Zahl der Zuchtsauen ging um fünf Prozent zurück – Deutlicher Strukturwandel
Hannover (agrar.de) – In der Schweineproduktion haben die Landwirte auf die Bremse getreten. So zählten die Statistiker im Mai mit insgesamt 26,8 Mio. Schweinen rund 1,3 Prozent oder 360.700 Tiere weniger als im Jahr zuvor, berichtet der Landvolk-Pressedienst nach den vorläufigen Ergebnissen der jüngsten Viehbestandserhebung des Statistischen Bundesamtes. Diese Ergebnisse dürften deutlich die Krise am Schweinemarkt in den vergangenen Monaten widerspiegeln. Überdurchschnittlich stark ist die Zahl der Zuchtsauen zurückgegangen, und zwar um rund 5,0 Prozent auf 2,38 Mio. Tiere. Während die Zahl der Ferkel um 2,9 Prozent auf 6,97 Mio. Tiere sank, nahm die Zahl der Jungschweine bundesweit um 4,2 Prozent auf 6,18 Mio. ab. Dagegen zählten die Statistiker mit 11,2 Mio. Mastschweinen rund 2,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gegenüber der Zählung von November 2007 hat allerdings auch die Zahl der Mastschweine abgenommen, und zwar um rund 49.000 Tiere oder 0,4 Prozent.

Entgegen dem bundesdeutschen Trend haben die Landwirte in Nordrhein-Westfalen und in Sachsen ihre Tierbestände ausgeweitet. Während die Statistiker in Nordrhein-Westfalen mit 6,43 Mio. Tieren rund 1,2 Prozent mehr Schweine zählten als im Jahr zuvor, war es in Sachsen mit 615.300 Tieren ein Plus von einem Prozent. In allen anderen Bundesländern wurden weniger Schweine gezählt als im Jahr zuvor. So wurden in Niedersachsen mit 8,19 Mio. Schweinen 0,2 Prozent weniger gezählt als im Jahr zuvor. Die bayerischen Landwirte stockten ihre Bestände um 2,4 Prozent auf 3,67 Mio. Tiere ab und ihre Berufskollegen aus Baden-Württemberg um 5,2 Prozent auf 2,12 Mio. Schweine. In Schleswig-Holstein wurden mit 1,5 Mio. Schweinen 1,7 Prozent weniger gehalten als im Mai 2007, während die Zahl der Schweine in Sachsen-Anhalt mit rund 1,0 Mio. Tieren nahezu unverändert geblieben ist.

Für die kommenden Monate rechnen Fachleute mit deutlich kleineren Schweinebeständen, da im Mai die Zahl der trächtigen Sauen mit 1,7 Mio. Tieren das Vorjahresniveau bundes-weit um 5,4 Prozent unterschritten hat. Auch in den beiden „Schweinehochburgen“ Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen stockten die Landwirte die Zahl ihrer Zuchtsauen deutlich ab: So wurden in Niedersachsen rund sechs Prozent und in Nordrhein-Westfalen 3,4 Prozent weniger trächtige Sauen gezählt als im Jahr zuvor. Noch deutlicher reduzierten die Sauenhalter in Hessen mit 10,7 Prozent und in Baden-Württemberg mit einem Minus von 9,2 Prozent ihre Bestände. Die desolate Preissituation auf den Schweinemärkten der vergangenen Monaten spiegelt sich jedoch nicht nur in den deutlich geringeren Tierbeständen in Deutschland wider, auch der Strukturwandel unter den Schweinehaltern hat eine neue Dynamik erhalten. Innerhalb eines Jahres haben 7.200 Schweineproduzenten aufgegeben oder sich von diesem Betriebszweig getrennt, mittlerweile halten nur noch 73.100 Landwirte in Deutschland Schweine.

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