11. April 2008

Bayern macht Agrarumweltprogramme attraktiver

Themen: Agrarrecht,Bayern,Förderung,Naturschutz,Umwelt — info @ 16:04

Neue Maßnahmen und Erhöhung der Prämien

München (agrar.de) – Bayern macht seine Agrarumweltprogramme noch attraktiver. Wie Landwirtschaftsminister Josef Miller auf einer Pressekonferenz in München sagte, ist der Freistaat das erste Bundesland, das auf die veränderten Rahmenbedingungen reagiert. „Mit Einführung neuer Maßnahmen und gezielter Anpassungen der Prämienhöhen bewährter Programmteile unseres Bayerischen Kulturlandschaftsprogramms (KULAP) tragen wir auch den neuen Herausforderungen in den Bereichen Biodiversität, Klima- und Erosionsschutz Rechnung“, sagte Miller. Bayern will damit seine europaweite Vorreiterrolle bei der umweltschonenden Landbewirtschaftung weiter ausbauen.

Die Artenvielfalt soll mit zwei neuen Fördermaßnahmen vergrößert werden: Landwirte, die ihre Wiesen erst nach dem 1. Juli mähen, erhalten 300 Euro pro Hektar. Für Maßnahmen der Biotopvernetzung gibt es durchschnittlich 630 Euro pro Hektar. Miller: „Damit schaffen und sichern wir über das ganze Land verteilt Nahrungs- und Lebensgrundlagen für viele Kleinlebewesen und seltene Pflanzen.“ Von der neuen Sommerweideprämie für Rinder erhofft sich der Minister einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität. Für den erhöhten Aufwand beim Weidegang bekommen die Landwirte 30 Euro pro Großvieheinheit.

Um im Ackerbau eine extensivere Landbewirtschaftung zu erreichen, fördert Miller künftig extensive Fruchtfolgen. Damit lassen sich auf dem jeweiligen Betrieb der Maisanbau auf maximal 20 Prozent bzw. die Intensivkulturen wie Mais, Weizen, Rüben und Feldgemüse insgesamt auf 33 Prozent der Fruchtfolge begrenzen. Dazu der Minister: „Das kommt dem Klima-, Gewässer- und Bodenschutz zugute.“ Das Prämienniveau liegt je nach angebauten Früchten zwischen 50 und 180 Euro pro Hektar. Bei einer Beschränkung der Ackernutzung und der Anlage von Blühflächen verdoppeln sich die Fördermittel auf 920 Euro pro Hektar. Zum Schutz der Oberflächengewässer und zur Vermeidung von Nährstoffeinträgen in Gewässer sollen die Bauern ihre Gülle direkt in die Böden einarbeiten. Die aufwändigere Technik honoriert der Minister mit 1,5 Euro pro Kubikmeter ausgebrachtem Wirtschaftsdünger.

In Bayern ist rund ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche Grünland. Extensive Bewirtschaftungsformen beim Grünland werden je nach Tierbesatz bislang mit 100 bzw. 150 Euro pro Hektar gefördert. Um die Attraktivität zu erhöhen, wird die Prämie nun um 30 Euro aufgestockt. Der Verzicht auf den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmittel entlang von Gewässern und sonstigen sensiblen Gebieten wird jetzt mit 350 Euro pro Hektar statt wie bisher mit 280 Euro honoriert.

Insgesamt stellt der Freistaat in seinem Agrarumweltprogramm KULAP jährlich rund 150 Millionen Euro zur Verfügung. Die Weiterentwicklung und die neuen Maßnahmen sind laut Miller möglich geworden, weil in der neuen Förderperiode bis 2013 wegen der gestiegenen Preise und dem Wegfall der Anreizkomponente weniger Landwirte KULAP-Leistungen in Anspruch genommen haben. Heuer stehen so 35 Millionen und ab kommendem Jahr jeweils 45 Millionen Euro zur Verfügung. Bayern handelt nach dem Grundsatz „Freiwilligkeit und finanzieller Ausgleich vor Ordnungsrecht“. Der sogenannte Begleitausschuss, in dem rund 50 verschiedene bayerische Interessensverbände vertreten sind, hat den von Miller vorgeschlagenen Änderungen am gestrigen Mittwoch zugestimmt. Jetzt fehlt nur noch das Ja der EU-Kommission. Zwei der neuen Maßnahmen werden voraussichtlich noch in diesem Jahr umgesetzt, die übrigen im nächsten.

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