03. Januar 2008

Nordzucker erhöht den Frachtbonus

Bislang nur unzureichende Rückgabe von Lieferrechten

Hannover (agrar.de) – Die Rübenzuckerproduktion muss eingeschränkt werden – um dieses Ziel zu errei-chen, haben sich Nordzucker und Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ) auf eine Erhöhung des Frachtbonus verständigt. Wie der Landvolk-Pressedienst berichtet, bekommen alle Rübenanbauer, die weiter als 80 km von der nächsten Fabrik ent-fernt sind, dieses erneute Angebot. Die Rücksendefrist der Lieferrechtsrückgabe ist zudem verlängert worden.

Die Landwirte haben nun bis zum 15. Januar 2008 Zeit, sich zu entscheiden, ob sie ihre Rübenlieferrechte freiwillig zurückgeben werden. Gleichzeitig erhalten Rübenanbauer über 80 km den Frachtbonus bereits, wenn sie mindestens 60 Prozent ihres Lieferrechts zurück geben.

Zu der Entschädigungszahlung von der EU, die bei etwa 40 Euro je Tonne Lieferrecht liegen wird, zahlt Nordzucker für die ausstiegswilligen Anbauer einen um 40 Prozent in der Summe erhöhten Frachtbonus. Dieser steigt linear um 16 Cent pro Kilometer an. Der Anbauer erhält so von 10,64 Euro (bei 80 Kilometer Entfernung) bis zu 45,84 Euro (bei 300 Kilometern) pro Tonne Quotenlieferrecht. Voraussetzung ist allerdings auch weiterhin die vollständige Aufgabe des Rübenanbaus sowie der Verzicht auf alle Sonderrechte. Daher müssen die restlichen Lieferrechte an die Verpächter zurück gegeben werden, bzw. anderweitig unterverpachtet werden. Diese weiteren Angebote wurden nötig, da bislang nur unzureichend Lieferrechte an die Nordzucker AG zurück gegeben wurden.

Rund 2,5 Mio. Tonnen (t) Zuckerquote sind bisher freiwillig an die EU zurückgegeben worden. Insgesamt muss die Inlandserzeugung aus Rüben jedoch um fünf bis sechs Mio. t eingeschränkt werden. Infolgedessen wird auch die Nordzucker AG 13,5 % ihrer Zuckerquote in den Restrukturierungsfonds geben. Damit müssen die norddeutschen Rübenanbauer auf rund 1,2 Mio. t Rübenlieferrechte verzichten.

Grund zur Freude für die Zuckerrübenanbauer bietet dagegen die aktuelle Saison. Nach der schlechten Rübenernte im vergangenen Jahr kann in diesem Jahr eine Rekordernte von durchschnittlich 61,1 Tonnen (t) je Hektar (ha) vermeldet werden. Das langjährige Mittel von 55,7 t je ha wird damit deutlich übertroffen. Zwar fiel der Zuckergehalt der Rüben mit 17,2 Prozent etwas niedriger aus als im Durchschnitt der vergangenen Jahre mit 17,5 Prozent, der hohe Massenertrag der Rüben hat dies jedoch wieder ausgeglichen. Der durchschnittliche Zuckerertrag ist mit 10,5 t pro ha so hoch wie noch nie. Insgesamt wurden im Gebiet der Nordzucker, das neben Niedersachsen auch noch Flächen in Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern umfasst, nach Schätzungen des DNZ 8,6 Mio. t Rüben geerntet nach 6,3 Mio. t im vergangenen Jahr, die Zuckererzeugung stieg von 1,0 auf 1,3 Mio. t.

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