02. Januar 2008

Baden-Württemberg: Weniger Raps-, mehr Getreideanbau

Folge geänderter agrarpolitischer Rahmenbedingungen

Stuttgart (agrar.de) – Angesichts der Aussetzung der obligatorischen Flächenstilllegung wird in Baden-Württemberg weniger Winterraps und dafür mehr Getreide angebaut. Wie sich aus den Meldungen der Berichterstatter des Statistischen Landesamtes zur Herbstaussaat ergibt, ist bei der Ölfrucht Winterraps mit einem Flächenrückgang von 1.000 Hektar (ha) auf 69.500 ha zu rechnen.

Von den geänderten agrarpolitischen Rahmenbedingungen profitieren die ertragstärkeren Getreidearten Winterweizen (223.600 ha; +1,7 Prozent) und Wintergerste (105.300 ha; +1,3 Prozent). Der Anbau von Triticale ist dabei um über ein Zehntel auf schätzungsweise 22.000 bis 23.000 ha ausgedehnt worden. Mit der Neuzüchtung Triticale sollten die herausragenden Eigenschaften der Eltern Winterweizen (hoher Ertrag) und Roggen (Anspruchslosigkeit) kombiniert werden. Neben seiner Verwendung als Futtergetreide dürfte Triticale künftig vermehrt in der Bioenergiegewinnung eingesetzt werden.

Die obigen Angaben müssen aufgrund der vergleichsweise begrenzten Zahl an Berichterstattern noch als vorläufige Anbautendenzen angesehen werden. Auf breiter statistischer Basis abgesicherte Daten über den tatsächlichen Anbau auf dem Ackerland liefert die Bodennutzungshaupterhebung 2008, deren erste Ergebnisse voraussichtlich Ende Juli vorliegen werden. Die Winterfrüchte konnten im Herbst 2007 problemlos ausgesät werden. Die außergewöhnliche Trockenheit im Oktober und teilweise bis Mitte November hat die Bestände aber nur zögerlich und ungleichmäßig auflaufen lassen.

Wie das Statistische Landesamt weiter feststellt, wurde bei Zuckerrüben im Landesmittel 2007 mit 64,4 Tonnen je ha eine überdurchschnittliche Flächenleistung erzielt (2001/2006: 61,6 t/ha). Das Spitzenergebnis des Vorjahres (66,6 t/ha) wurde aber nicht erreicht, wohl aber ein vergleichsweise hoher Zuckergehalt von bis zu 19 Prozent. Die heimische Zuckerrübenproduktion beziffert sich bei einer Anbaufläche von rund 18.400 ha auf 1,19 Millionen t gegenüber 1,26 Mill. t im langjährigen Mittel bzw. 1,18 Mill. t im Vorjahr.

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