23. November 2007

Landjugend: Positionspapier zur Gentechnik in der Landwirtschaft

Themen: Gentechnik,Haftung,Verbände — info @ 10:11

Berlin (agrar.de) – ‚Deutschland ist keine Insel. Wer behauptet, wir könnten eine gentechnikfreie Zone schaffen, betreibt Augenwischerei‘, so der stellver­tretende Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend, Johannes Scharl. Dabei steht der BDL der so genannten Grünen Gentechnik durchaus kritisch gegenüber. Die Nutzung dieser Technologie in der Landwirtschaft wird auch in dem Jugendverband kontrovers diskutiert. Trotzdem ist es dem BDL gelungen, ein Positionspapier zum Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft zu verabschieden.

Darin spricht er sich nicht generell gegen die Nutzung von Gentechnik in der Landwirtschaft aus. Vielmehr sei der Einsatz im Einzelfall denkbar, wenn für jeden erkennbar ist, was in den Produkten steckt, die sie kaufen oder verwenden. ‚Dafür brauchen wir in der Lebensmittelerzeugung eine transparente Wertschöpfungskette‘, so Johannes Scharl. Daher fordert der BDL eine eindeutige Kennzeichnungspflicht gentechnisch veränderter Produkte in der gesamten Futter- und Nahrungsmittelkette. Diese müsse auch für
GVO-Saat- bzw. Pflanzgut gelten.

‚Wichtig ist, dass wir einen EU-weit einheitlichen Schwellenwert für ungewollt mit GVO verunreinigtes Saatgut haben. Dieser sollte bei 0,1 Prozent liegen‘, erklärt der stellver­tretende BDL-Vorsitzende. In diesem Zusammenhang weist er darauf hin, dass die Kennzeichnung von Importen gentechnisch verän­derter Produkte nach Ansicht des BDL ebenfalls nach einheitlichen europäischen Richtlinien erfolgen muss.

Gleichzeitig brauche es eine neutrale Stelle, um die VerbraucherInnen über die Chancen und Risiken der Gentechnik aufzuklären. Dabei müsse auch der Schwellenwert, der Auskunft über die tolerierbare Verunreinigung gibt, berücksichtigt werden. ‚Auch wenn viele Menschen es nicht zu wissen schei­nen, Gentechnik hat nicht erst gestern in die Landwirtschaft gefun­den‘, so Johannes Scharl.

Die Landwirtschaft der Zukunft beschreibt der BDL als eine Koexistenz, die eine gentechnikfreie Produktion unter Berücksichtigung konventioneller als auch ökologischer Anbauformen gewährleistet. ‚Parallel dazu müssen aber auch Anbauformen mit Gentechnikeinsatz ihren Platz finden können‘, erläutert der Junglandwirt. Daher brauche es parallele Produktions- und Vermarktungswege, um unge­woll­te Vermischungen von GVO und GVO-freien Produkten zu vermeiden.

Der BDL fordert ein striktes Patentierungsverbot für Flora und Fauna.

Zugleich gilt es, ein umfassendes Forschungs- und Beobachtungsprogramm zur Bewer­tung der Chancen und Einschätzung möglicher Risiken des Gentechnik­einsatzes aufzulegen. ‚Allerdings legen wir großen Wert darauf, dass Forschung, Folgenabschätzung und Monitoring durch neutrale Institutionen erfolgen und nicht durch bürokratische Hemmnisse blockiert werden können‘, fügt der stellvertretende BDL-Vorsitzende Johannes Scharl zu. Einzelheiten bzw. das vollständige Positionspapier zum Einsatz der Gentech­nik in der Landwirtschaft finden Sie auf der Internetseite der Landjugend.

Links zum Thema Biotechnologie,
Links zum Thema Landjugend.




   (c)1997-2017 @grar.de