25. Oktober 2007

Mehr Ölsaaten in Deutschland verarbeitet

Themen: Anbauflächen,NaWaRos,Raps,Statistik — info @ 11:10

Rapsverarbeitung nahm 2006/07 um knapp 12 Prozent zu – Sojabohnen verlieren

Hannover (agrar.de) – Raps, Sonnenblumen und Sojabohnen – In den deutschen Ölmühlen werden immer mehr Ölsaaten verarbeitet. Im Wirtschaftsjahr 2003/04 wurden in der Bundesrepublik noch 8,39 Millionen Tonnen (t) Ölsaaten verarbeitet, zitiert der Landvolk-Pressedienst eine Statistik der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle. Ein Jahr später waren es mit 9,14 Mio. t bereits knapp neun Prozent mehr. Im Wirtschaftsjahr 2005/06 legte die Ölsaaten-Verarbeitung um weitere 4,8 Prozent auf 9,58 Mio. t zu und erreichte im Wirtschaftsjahr 2006/07 mit 10,29 Mio. t die bisherige Rekordmenge. Damit wurden im abgelaufenen Wirtschaftsjahr knapp 7,4 Prozent mehr Ölfrüchte verarbeitet als im Wirtschaftsjahr zuvor, gegenüber 2003/04 ist die Verarbeitung sogar um 22,6 Prozent gewachsen.

Die deutschen Mühlenkapazitäten wurden in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut, um vor allem die große Nachfrage nach Rapsöl decken zu können. Der Raps gilt immer noch als unbestrittener „Star“ unter den Ölfrüchten, während die übrigen Ölsaaten in Deutschland nach wie vor einen schweren Stand haben. So legte die Rapsverarbeitung im Jahresvergleich um 11,9 Prozent auf 6,5 Mio. t zu, während die Verarbeitung von Sojabohnen um 2,5 Prozent auf 3,4 Mio. t schrumpfte. Der Bedarf an Sonnenblumenöl wird in Deutschland mittlerweile sogar überwiegend durch Importe gedeckt. Im Wirtschaftsjahr 2006 wurden nur noch 365.600 t Sonnenblumensaaten in den heimischen Ölmühlen verarbeitet.

Die Vorrangstellung beim Raps zeigt sich auch in der Anbaustatistik. In diesem Jahr haben die Landwirte ihre Rapsanbaufläche sogar noch einmal ausgedehnt, und zwar um acht Prozent auf den Rekordumfang von 1,53 Mio. Hektar (ha). Dagegen reservierten die Landwirte den Sonnenblumen zur Ernte 2007 bundesweit gerade einmal 18.800 ha, das waren 41 Prozent weniger als in 2006. Doch auch die Rapsernte ist nicht so üppig ausgefallen wie ursprünglich erwartet. Denn der hohe Krankheits- und Schädlingsdruck und die oft widrigen Erntebedingungen haben die Flächenausdehnung mehr als aufgezehrt. Die Bonner Marktbeobachter schätzen die Rapsernte in diesem Jahr dementsprechend auf 5,31 Mio. t, das wären 0,6 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Die größten Ertragseinbußen mussten dabei die Landwirte in Sachsen-Anhalt und in Niedersachsen hinnehmen, die etwa 18 Prozent weniger Raps von ihren Feldern ernten konnten als in 2006.




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