23. Juli 2007

Bodennutzung in Baden-Württemberg zunehmend im Zeichen erneuerbarer Energien

Winterraps und Silomais wichtigste Energiepflanzen

Stuttgart (agrar.de) – Die Förderung erneuerbarer Energie hinterlässt deutliche Spuren in der landwirtschaftlichen Bodennutzung in Baden-Württemberg. Nach den ersten vorläufigen Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2007 hat sowohl der Anbau von Silomais als auch der von Winterraps, die beide als Energiepflanze Verwendung finden können, deutlich zugelegt. Nach Feststellungen des Statistischen Landesamts hat der Anbau von Winterraps mit rund 72.000 Hektar (ha) einen historischen Höchststand in Baden-Württemberg erreicht. Aus Winterraps wird zum einen Speiseöl für die menschliche Ernährung gewonnen, zum anderen ist er Grundlage für den so genannten Biodiesel, der sowohl in Reinform als auch als Beimischung zu normalem Diesel abgesetzt wird. In die Biodieselgewinnung fließt auf jeden Fall jener Winterraps, der explizit als nachwachsender Rohstoff auf stillgelegten Flächen angebaut wird (rund 18.000 ha). Dazu dürften noch weitere Flächen aus dem übrigen Anbau von Winterraps kommen, da die Landwirte und Vermarktungsunternehmen hier frei in der Entscheidung über den Verwendungszweck als Konsumware oder Energiepflanze sind und diese im Wesentlichen von den aktuellen Preisrelationen bestimmt wird.

20.000 ha Silomais zur Biogaserzeugung

Ähnlich wie beim Winterraps stehen auch beim Silomais zwei Verwertungsrichtungen im Wettstreit. Silomais ist zum einen Futtergrundlage in der Rindviehhaltung, kann aber ebenso als energiereicher Rohstoff in Biogasanlagen Verwendung finden. Parallel zu den abnehmenden Rinderbeständen im Land hat sich in den vergangenen 20 Jahren die Silomaisfläche überwiegend rückläufig entwickelt. Erst in den letzten Jahren zeichnet sich eine Trendwende ab, die im Jahr 2007 zu einer deutlichen Anbauzunahme um knapp 10 Prozent oder mehr als 8.000 ha auf nun über 88.000 ha führt.

Aufgrund ergänzender Angaben der Landwirte ist davon auszugehen, dass davon etwa 20.000 ha in die Biogaserzeugung fließen. Der Anbau von Silomais bleibt damit zwar noch hinter seinem Höhepunkt aus dem Jahr 1985 mit 100.000 ha zurück, die Anbaufläche von Mais insgesamt, zu der auch Körnermais und Corn-Cob-Mix zählen, erreicht jedoch mit 151.000 ha einen neuen Höchstwert in Baden-Württemberg. Der Anteil von Mais am Ackerland insgesamt (833.000 ha) beziffert sich nun auf 18,1 Prozent.

Weizen nach wie vor wichtigste Feldfrucht

Die wichtigste Fruchtart im Land ist und bleibt jedoch der Weizen, der in seinen verschiedenen Formen auf insgesamt 224.000 ha angebaut wird. Es dominiert ganz eindeutig der Winterweizen, der überwiegend als Backweizen für die menschliche Ernährung Verwendung findet. Die Winterweizenfläche umfasst nahezu 209.000 ha, was einem Anteil von fast genau einem Viertel (25,1 Prozent) des gesamten Ackerlands entspricht. Hinzu kommen rund 11.000 ha des im Schwabenland so geschätzten Dinkels. Sommerweizen kommt auf annähernd 4.000 ha, während der für die Nudelherstellung begehrte, im Anbau aber anspruchsvolle Durum- oder Hartweizen auf weniger als 1.000 ha kommt. Weitere wichtige Getreidearten sind Winter- und Sommergerste, deren Anbaufläche zusammen rund 190.000 ha beträgt. Die Verwendungsrichtungen der beiden Varietäten sind allerdings unterschiedlich. Flächenmäßig bedeutender ist die als Futtergetreide angebaute Wintergerste mit 106.000 ha, die gegenüber 2006 um über 5 Prozent zulegen konnte.

Bei Sommergerste, die vielfach als Braugerste Verwendung findet, haben sich die Erwartungen aufgrund der attraktiven Preise im Vorjahr nicht erfüllt. Mit 84.000 ha liegt die Anbaufläche nur wenig über dem Vorjahresniveau (+1,9 Prozent). Deutlich vergrößert wurden die Anbauflächen von Roggen (+24 Prozent auf 9.500 ha) und Triticale (+7,1 Prozent auf 19.600 ha). Während Roggen als Brotgetreide begehrt ist, ist der Zuwachs bei Triticale möglicherweise auch auf die Verwendung als Rohstoff in Biogasanlagen zurückzuführen.

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