05. Januar 2006

Niedersachsen: Roggenanbau erholt sich wieder

Themen: Archiv,Biogas,Energie — info @ 13:01

Mehr Winterungen ausgesät – Weizen bei Herbstbestellung leicht eingeschränkt

Hannover (agrar.de) – Bei der Herbstbestellung 2005 konnten die beiden Verlierer des vorangegangenen Jahres wieder Boden gut machen: Wintergerste und Roggen haben nach dem starken Rückgang bei der Herbstaussaat 2004 bei der Anbaufläche jetzt wieder kräftig zugelegt. Auch die Anbaufläche von Winterraps ist nach Angaben des Landvolks Niedersachsen nach dem bereits kräftigen Zuwachs 2004 weiter angestiegen. Der Anbau von Winterweizen ist jedoch entgegen dem langjährigen Trend leicht zurückgegangen, wie eine erste Anbauerhebung des niedersächsischen Landesamtes für Statistik ergeben hat. Mit einer voraussichtlichen Anbaufläche von 421.000 Hektar (ha), das ist gegenüber der letzten Ernte ein Rückgang von 1,4 Prozent, nimmt der Weizen jedoch nach wie vor fast die Hälfte der gesamten Anbaufläche von Wintergetreide ein. Grund ist die höhere Wirtschaftlichkeit gegenüber anderen Getreidearten, bedingt durch höhere Erträge und bessere Erlöse.

Mit der enormen Steigerung des Anbaus um 16,6 Prozent glänzt die Wintergerste. Die Anbaufläche stieg nach den Prognosen von 185.500 ha auf gut 216.000 ha. Damit bleibt die Wintergerste die zweitwichtigste Getreideart auf den niedersächsischen Feldern. Zum Anstieg beigetragen haben vermutlich die sehr günstigen Aussaatbedingungen im Frühherbst. Die im Vergleich zum Weizen hohen Futtergerstenpreise und die Enttäuschung über witterungsbedingt schlechte Erntequalitäten beim Weizen, dürften aber wie die schlechten Erträge und Preisaussichten bei Sommergerste ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Wieder erholt hat sich auch der Roggenanbau, die Fläche stieg um acht Prozent auf 125.000 ha. In den Jahren zuvor war der Roggenanbau immer weiter eingeschränkt worden, zuletzt hatte der Wegfall der Intervention die Preise stark unter Druck gesetzt. Die Fläche für Triticale schrumpfte bei der jüngsten Herbstaussaat nach den Trendberechnungen um voraussichtlich 8,5 Prozent von 98.000 ha auf knapp 90.000 ha.

Deutlicher Gewinner bei der Herbstaussaat ist der Winterraps. Bereits im Herbst 2004 war die Anbaufläche um 14 Prozent gestiegen und legte nun noch einmal um gut zehn Prozent auf 127.000 ha zu. Damit reagieren die Bauern auf die nach wie vor hohe und steigende Nachfrage nach Ölsaaten, die vor allem eine Folge des anhaltenden Booms bei Biodiesel ist. Insgesamt wurden im Herbst ungefähr 35.000 ha mehr mit Wintersaaten bestellt als im Jahr 2004. Die Witterungsbedingungen bei der Aussaat waren ausgesprochen günstig und haben zu der Anbauausdehnung beigetragen. Weil bei der Frühjahrsaussaat vermutlich der Mais als nachwachsender Rohstoff für Biogasanlagen deutlich zulegen dürfte, ist mit einem weiteren Rückgang des wirtschaftlich schwächeren Anbaus von Sommergetreide zu rechnen. Auch der Zuckerrübenanbau wird nach der Reform der Zuckermarktordnung weiter schrumpfen.

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