12. Mai 2005

Niedersachsen: Getreideanbau auf dem Rückzug

Themen: Archiv,Biogas,Energie — info @ 09:05

Weniger Sommergetreide ausgesät – Auch weniger Hackfrüchte, aber mehr Mais

Hannover (agrar.de) – Hafer und Sommergerste sind nach Angaben des Landvolks Niedersachsen bei der diesjährigen Frühjahrsbestellung auf der Beliebtheitsskala bei den Bauern offenbar noch weiter abgesackt. Wie eine erste Erhebung der Anbauflächen in Niedersachsen durch das Landesamt für Statistik ergeben hat, wurde der Anbau von Sommergerste um schätzungsweise weitere 15 Prozent auf gut 70.000 Hektar (ha) reduziert. Im vergangenen Jahr wurden noch gut 85.000 ha mit Sommergerste bestellt, und zwar vor allem als Braugerste. Der Hafer konnte seinen Flächenanteil gerade behaupten, allerdings mit 24.000 ha auf niedrigstem Niveau.

Auch insgesamt ging der Getreideanbau auf den niedersächsischen Feldern für die kommende Ernte mit einem leichten Minus von 2,5 Prozent auf ungefähr 950.000 ha zurück. Lediglich der Winterweizen konnte seine Spitzenposition mit einem Plus von 3,3 Prozent weiter ausbauen und beansprucht mit 430.000 ha fast die Hälfte der gesamten niedersächsischen Getreidefläche. Bei Triticale, Roggen und Wintergerste wurde die Anbaufläche bei der Herbstsaat hingegen eingeschränkt. Triticale wächst nach den Erhebungen der Statistiker zurzeit auf 95.000 ha (minus 7,5 Prozent), Roggen steht auf 112.000 ha (minus sieben Prozent) und Wintergerste als zweitwichtigste Getreideart auf 184.000 ha (minus vier Prozent).

Gewinner bei den Frühjahrssaaten war der Mais, für den allerdings nach der erst in diesen Tagen abgeschlossenen Aussaat lediglich Trendaussagen mit großen Unsicherheiten vorliegen. Demnach wurde die Maisfläche um voraussichtlich ungefähr 12 Prozent ausgeweitet. Beim Silomais war die Anbauausweitung offenbar sogar noch größer. Nach ersten Schätzungen dürfte Silomais auf knapp 290.000 ha ausgesät worden sein. Die Ausweitung ist vermutlich zumindest teilweise auf den Biogasboom zurück zu führen. Viele Maisflächen sind offenbar als Rohstofflieferant für Biogasanlagen vorgesehen. Deutlich geringer war die Anbausteigerung bei Körnermais mit einem Plus von 4,9 Prozent auf knapp 70.000 ha sowie Corn-Cob-Mix mit Plus 3,7 Prozent auf gut 20.000 ha. Während der Kartoffelanbau insgesamt um 7,4 Prozent auf 127.000 ha zurück gegangen ist, bereitet den Frühkartoffelanbauern die Anbauausdehnung der Fläche um 4,5 Prozent auf 4.205 ha einige Sorge. Erneut müssen sie ein Überangebot der Knollen befürchten. Reduziert wurde neben dem Kartoffelanbau auch die Zuckerrübenfläche, und zwar um 4,2 Prozent auf 103.300 ha. Außerdem trägt auch die Einbeziehung der Hackfruchtflächen in die neue EU-Prämienregelung und damit in die Stilllegungsverpflichtung Früchte: Die Brache erhöhte sich um voraussichtlich 3,8 Prozent auf gut 117.000 ha.

Der Sieger beim Flächenzuwachs stand bereits im vergangenen Herbst fest: Mit einem Plus von 9,1 Prozent hat der Raps seinen Spitzenplatz auch nach den Ergebnissen der Frühjahrsbestellung behauptet. Derzeit blühen 110.000 ha im leuchtenden Gelb der Ölsaat. Mit der Ausdehnung des Anbaus haben die Bauern der steigenden Nachfrage nach Rapsöl, vor allem zur Biodieselherstellung, Rechnung getragen.

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