22. März 2004

RLV: Faire Milchpreise statt Preisdrückerei

Themen: Archiv — info @ 09:03

Milchbauern demonstrieren vor Metro-Zentrale in Düsseldorf

Bonn (agrar.de) – Um auf die Folgen immer weiter sinkender Erzeugerpreise für Milch aufmerksam zu machen, haben heute rheinische Landwirte unter dem Motto ‚Lebensmittel sind mehr wert – Faire Milchpreise statt Preisdrückerei‘ vor der Zentrale eines der größten Unternehmen im Lebensmittel-Einzelhandel, der Metro Group in Düsseldorf, demonstriert.

‚Mit 27,7 Cent je Liter Milch ist der Milchpreis jetzt schon auf dem niedrigsten Stand seit 1977 gefallen. Bei durchschnittlichen Produktionskosten von 30 Cent je Liter Milch können Bauern die Milch nicht mehr annähernd kostendeckend erzeugen‘, erläuterte Friedhelm Decker, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), zum Hintergrund der Aktion. In dieser Situation versuchten die Konzerne des Lebensmitteleinzelhandels bei den aktuellen Preisverhandlungen mit den Molkereien den Preis noch weiter zu drücken. ‚Das werden wir nicht kampflos hinnehmen‘, erklärte Decker.

Bei ihrer Demonstration forderten die Bauern den Lebensmitteleinzelhandel auf, der Milch- und Ernährungswirtschaft endlich ein fairer Partner zu sein und die wertevernichtende Preisdruckpolitik zu beenden. ‚Qualität und Sicherheit unserer Lebensmittel haben ihren Preis. Zahlen Sie den Molkereien endlich Preise, welche die Kostensteigerungen der vergangenen Jahre berücksichtigen‘, so die klare Forderung der Landwirte.

Bedroht seien nicht nur tausende Existenzen von Milcherzeugern und deren Familien, sondern auch viele Arbeitsplätze im ländlichen Raum und nicht zuletzt der Erhalt einer gepflegten Kulturlandschaft.

Die Landwirte legen dabei Wert auf die Feststellung, dass sich ihre Kritik nicht allein an die Metro, sondern an den gesamten Lebensmitteleinzelhandel richtet. Die Metro Group ist allerdings der drittgrößte Handelskonzern in Europa und der fünftgrößte der Welt. Mit den Vertriebslinien ‚Real‘ und ‚Extra‘ macht die Metro Group im Nahrungsmittelbereich einen Umsatz von über 14 Milliarden Euro pro Jahr. Das Unternehmen hat damit erheblichen Einfluss auf die Preisgestaltung im Lebensmittelbereich.

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