12. März 2004

DBV: Handlungsempfehlungen zur Erosionsbekämpfung untauglich

Themen: Archiv — info @ 15:03

Bauernverband kritisiert Bundesverband Boden

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) übte harsche Kritik an den vom Bundesverband Boden erarbeiteten Handlungsempfehlungen zur Verhinderung von Wassererosionen und am Vorgehen dieser Organisation. Obwohl die Landwirtschaft als unmittelbar Betroffene nicht mit in die Beratung und Erstellung der Empfehlungen einbezogen wurde, hatte der Bundesverband Boden die Handlungsempfehlungen bereits an die Länderarbeitsgemeinschaft Boden weitergeleitet. ‚Das Papier wird vom landwirtschaftlichen Berufsstand entschieden abgelehnt; von einer Nutzung dieser Arbeitshilfe durch die jeweiligen Bodenschutzbehörden rät der DBV ab‘, schrieb DBV-Generalsekretär Dr. Helmut Born wegen der Unzulänglichkeiten und falschen Einschätzungen der Handlungsempfehlungen an den Bundesverband Boden sowie an die Amtschefs der Agrar- und Umweltministerien der Bundesländer.

Born stellte die Frage, welche Legitimation der Verein habe, der sich mit Fragen der Bodenkunde und des Bodenschutzes befasse, um den Bodenschutzbehörden allgemein verbindliche Handlungsempfehlungen vorzulegen. Es gebe doch wohl keinen Zweifel daran, dass die Landwirtschaft selbst ein vitales Interesse am Erhalt der Bodenfruchtbarkeit habe und viele Maßnahmen ergreife, um die Bodenerosionen durch Wasser zu minimieren.

Gerade durch ergriffene Bodenbearbeitungsmethoden wie Mulchsaat oder die pfluglose Bodenbearbeitung hätten die Bauern in den vergangenen Jahren erhebliche Beiträge zur Erosionsminderung geleistet. Die moderne landwirtschaftliche Bodennutzung unterstütze heute eindeutig in den gefährdeten Lagen den Erosionsschutz. Durch die Handlungsempfehlungen des Verbandes Boden entstehe jedoch der Eindruck, die landwirtschaftliche Bodennutzung habe sich grundsätzlich den Zielen des Erosionsschutzes unterzuordnen.

Born verwies in seinem Brief auch darauf, dass im Bundesbodenschutzgesetz die gute fachliche Praxis mit einem umfassenden rechtlichen Handlungsrahmen verankert sei, damit schädliche Bodenveränderungen vermieden werden. Damit habe man flexible und optimale Erosionsschutzmaßnahmen geschaffen, die durch die jetzt vorstellten Handlungsempfehlungen jedoch so sehr eingeengt würden, dass standortbezogene Problemlösungen fast unmöglich würden. Darüber hinaus, so Born, könnten die Empfehlungen bei der fachlichen Umsetzung oder behördlichen Anwendung zu unverhältnismäßigen Eingriffen in den landwirtschaftlichen Betrieben führen, was der DBV mit seinen Landesbauernverbänden nicht akzeptieren werde. Durch die Handlungsempfehlungen bestünde die Gefahr, dass eine Förderung von erosionsminderndenden Maßnahmen durch Agrarumweltprogramme wegen der Verschärfung der Anforderungen an die gute fachliche Praxis nahezu ausgeschlossen werde. Damit würde man ein wirkungsvolles Instrument des Erosionsschutzes grundlos aufgeben.

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