11. März 2004

Bär: Gesetzentwurf zur GAP-Reform muss nachgebessert werden

Themen: Archiv — info @ 16:03

Hoffnungen ruhen auf Bundesrat

Friedrichsdorf (agrar.de) ‚Der von der Bundesregierung Ende Januar verabschiedete Gesetzentwurf zur nationalen Umsetzung der EU-Agrarreform muss in wesentlichen Punkten nachgebessert werden‘, sagte der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Heinz Christian Bär, Anfang dieser Woche in Friedrichsdorf. Er forderte die Vertreter der Länder auf, sich in der am Freitag stattfindenden Bundesratsitzung für das vom Hessischen Bauernverband und den Ländern Hessen, Bayern und Sachsen favorisierte Betriebsmodell zu orientieren. Denn das von der Bundesregierung vorgeschlagene Kombimodell, das ab 2012 eine einheitliche Flächenprämie vorsehe, benachteilige vor allem die Milchviehhalter, Bullenmäster und Schafhalter. Betriebe, die in den vergangenen Jahren kostenintensive Zukunftsinvestitionen getätigt hätten, würden in ihrer Existenz bedroht. Wegen der im Rahmen der GAP-Reform beschlossenen empfindlichen Interventionspreissenkungen bei Butter und Magermilch dürfe die neu eingeführte Milchprämie unter keinen Umständen in die einheitliche Flächenprämie einbezogen werden.

Nach Auffassung von Präsident Bär ist weder das Regional- noch das Betriebsmodell eine Ideallösung, letzteres wird jedoch den Anforderungen der Betriebe eher gerecht, Umverteilungen halten sich in Grenzen.

‚Da die Franzosen erhebliche Teile der Tierprämien in der bisherigen gekoppelten Form belassen, haben die französischen Tierhalter gegenüber ihren deutschen Kollegen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil‘, betonte Präsident Bär. Der Verlust von Marktanteilen und Einkommensmöglichkeiten für unsere Bauern seien die Folge. Dies könne auch nicht im Interesse der Bundesregierung und der Ländervertreter sein. ‚Deshalb muss die GAP-Reform im Gleichklang mit den EU-Nachbarn umgesetzt werden‘, so Präsident Bär abschließend.

Links zum Thema Verbände.




   (c)1997-2017 @grar.de