04. März 2004

AbL: Raiffeisen trägt politische Mitverantwortung für Niedrigpreise

Themen: Archiv — info @ 16:03

Verband fordert Angebot von gentechnikfreien Futtermitteln

Berlin (agrar.de) – ‚Der Raiffeisenverband hat eine politische Mitverantwortung an den niedrigen Erzeugerpreisen für die Bauern,‘ so Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), in einer Stellungnahme anläßlich der Bilanzpressekonferenz des Deutschen Raiffeisenverbandes in Berlin. ‚Gerade im Milchbereich erwarten die Bauern bei den anstehenden Verhandlungen mit den Lebensmitteldiscountern eine harte Linie, um deutlich zu machen, dass das wertvolle Lebensmittel Milch nicht mehr zu Niedrigpreisen zu bekommen ist,‘ so Janßen. Hier seien im letzten Jahr einige Molkereigenossenschaften auf die Niedrigpreisschiene eingeschwenkt, mit der Folge, dass bei vielen bäuerlichen Milchbetrieben die Arbeit im Kuhstall keinen Gewinn mehr abwerfe und die Bauern mit dem Rücken zur Wand stehen würden. Auch in der Frage der Gentechnik übte Janßen heftige Kritik an dem Verband: ‚Wir Bauern erwarten endlich ein Angebot der Raiiffeisen-Genossenschaften, uns ausreichend gentechnikfreies Saatgut und gentechnikfreie Futtermittel zur Verfügung zu stellen, damit wir auch in Zukunft gentechnikfrei erzeugen können.‘ Stattdessen lamentiere die Spitze des Deutschen Raiffeisenverbandes in dieser Frage herum und behaupte, dass das alles technisch gar nicht möglich sei. Damit falle er Genossenschaften in den Rücken, die – wie z.B. die RCG Karlsruhe – ein gentechnikfreies Maisangebot auf den Weg bringen möchte.

Janßen warnte den Raiffeisenverband davor, die Bemühungen vieler konventioneller und ökolgischer Bauern nach gentechnikfreier Erzeugung bewußt zu torpedieren. ‚In der gentechnikfreien Landwirtschaft liegt eine große Marktchance für Bauern, aber auch für den Landhandel. ‚Deshalb sollte das Präsidium des Deutschen Raiffeisenverbandes seine ideologischen Pro-Gentechnik-Scheuklappen ablegen und sich auf die Nachfrage von Bauern und Verbrauchern nach gentechnikfreier Ware endlich einstellen,‘ so Janßen.

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