04. Dezember 2003

Wahlen zum DRV-Präsidium: Manfred Nüssel im Amt bestätigt

Themen: Archiv — info @ 16:12

Bonn (agrar.de) – Das Präsidium des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) hat Präsident Manfred Nüssel für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt.

Zum DRV-Vizepräsidenten wurde Michael Bockelmann, Mitglied des Vorstandes des Genossenschaftsverbandes Norddeutschland (GVN), gewählt. Er tritt die Nachfolge von Manfred Schlüter, Vorsitzender des Vorstandes des GVN, an. Schlüter geht zum Jahresende in den Ruhestand.

Links zum Thema Landhandel und Genossenschaften.

Ex-Landwirtschaftsminister Kiechle gestorben

Themen: Archiv — info @ 16:12

Kempten (agrar.de) – Der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Ignaz Kiechle ist gestorben. Der 73-jährige CSU-Politiker erlag einer schweren Krankheit. Der gelernte Landwirt leitete das Agrarressort in der Regierung Kohl von 1983 bis 1993.

Kiechle wurde als Bauernsohn am 23.02.1930 geboren. Nach Landwirtschaftslehre und Auslandspraktikum in den USA absolvierte er eine Ausbildung zum landwirtschaftlichen Lehrmeister und übernahm 1958 den elterlichen Bauernhof, von 1969 bis 1994 hatte er einen Sitz im Deutschen Bundestag. Er übernahm das Landwirtschaftsministerium von seinem Vorgänger Josef Ertl, als die FDP eines ihrer vier Ministerien an die CSU abtreten musste.

Gerd Sonnleitner, der Präsident des Deutschen und Bayerischen Bauernverbandes, würdigte Kiechle als ‚leidenschaftlichen Kämpfer für die bäuerliche Landwirtschaft‘. Sein Name sei für die Bauern untrennbar mit der Milchmengen-Garantieregelung und der Verbesserung des Bergbauernprogramms verbunden. ‚Von Kiechles Einsatz profitieren die deutschen Bauern noch heute.‘

Kiechle war verheiratet und hinterlässt vier Kinder.

Forschungsvorhaben soll Bienenvölker vor Schädlingsbefall schützen

Themen: Archiv,Bienen — info @ 15:12

Bonn (agrar.de) – Der Staatssekretär im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL), Alexander Müller, übergab heute in Bonn die Zuwendungsbescheide für ein Forschungs- und Entwicklungsvorhaben an die Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht e.V., an das hessische Dienstleistungszentrum für Landwirtschaft, Gartenbau und Naturschutz und an das Länderinstitut für Bienenkunde Hohen-Neuendorf e.V. Hier werden in den nächsten 36 Monaten Forschungen am Problem des Varroamilbenbefalls bei Bienen durchgeführt. Das Vorhaben wird vom Bundesverbraucherministerium mit rund 870.000 Euro bezuschusst.

‚Bienen sind unverzichtbar für unsere Ernährung und unsere Umwelt. Ohne Bienen gäbe es praktisch kein Obst, weniger Gemüse und natürlich keinen Honig. Auch die Vielfalt unserer Pflanzenwelt wäre ohne Bienen gefährdet. Deshalb ist uns der Schutz der Bienen und der Imkerei ein großes Anliegen‘, so Müller.

Im vergangenen Winter seien rund 30 Prozent der Bienenvölker den Folgen des Befalls mit der Milbe Varroa destructor zum Opfer gefallen. Die Zucht einer varroatoleranten Biene könne helfen, künftig derartige Verluste zu vermeiden und gleichzeitig auf den verbraucherpolitisch unerwünschten Einsatz von Arzneimitteln zu verzichten. Bisherige Versuche versprächen durchaus Erfolge dieser Problemlösung.

Während des dreijährigen Projektes sollen verschiedene wissenschaftliche Methoden angewandt werden. Dabei geht es insbesondere um die Selektionsmerkmale ‚Bruthygiene‘ und ‚Vergleich der Befallsentwicklung‘. Nach einjähriger Routineprüfung werden die Völker mit besonders positiven Eigenschaften an isoliert gelegenen Orten unbehandelt beobachtet. Vor allem eventuell auftretende Sekundärinfektionen sollen kontrolliert werden. Viruserkrankungen durch Varroabefall werden serologisch und mit Hilfe molekularbiologischer Methoden untersucht.

Links zum Thema Bienen.

DBV-Perspektivforum: Intensive Diskussion über Flächenverbrauch und Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 15:12

Ergebnisse aus dem Perspektivforum des Bauernverbandes

Berlin (agrar.de) – Die Zahlen sprechen für sich: Jeden Tag werden in der Bundesrepublik 105 Hektar für Siedlungs- und Verkehrstätigkeit verbraucht, was der Größenordnung von zwei bis drei Familienbetrieben entspricht. Jede Sekunde verschwinden 15 Quadratmeter fruchtbarer Ackerboden von der Bildfläche, das sind auf ein Jahr hochgerechnet rund 50.000 Fußballfelder oder 0,27 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Gleichzeitig aber liegen schätzungsweise 70.000 Hektar Industrieflächen brach. Immer wieder tauchen Begriffe auf wie Eingriff, Ausgleich, Öko-Konten und Flächenpool. Namhafte Experten gingen jetzt auf einem Perspektivforum des Deutschen Bauernverbandes (DBV) in Berlin der Frage nach, wie man durch intelligentes Flächenmanagement wertvollen Boden ‚retten‘ kann.

Die Landwirtschaft sieht sich von vielen Seiten unter Druck, was die Begehrlichkeiten nach Flächen angeht: Gewerbebetriebe, Wohnsiedlungen, Freizeiteinrichtungen und Infrastrukturmaßnahmen wie Telefon- und Wasserleitungen stehen ganz oben auf der Liste. Ganz zu schweigen von den Flächen, die für naturschutzfachliche Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen der so genannten Eingriffsregelung der Landwirtschaft verloren gehen. Der Präsident des DBV, Gerd Sonnleitner, räumte ein, ‚dass zwei Herzen in meiner Brust schlagen‘.

Einerseits wolle er den Verbrauch an Flächen im Sinne des Ressourcenschutzes reduziert sehen, andererseits wünsche er sich prosperierende ländliche Räume, die keinesfalls zu bloßen Resträumen mit ökologischer Ausgleichsfunktion für städtische Ballungsräume degradiert werden dürfen. Nach den Worten des Bauernpräsidenten sollte darüber nachgedacht werden, ob in Natur und Landschaft geschlagene Wunden unbedingt zeitgleich und an der gleichen Stelle geheilt werden müssen. Sonnleitner sprach sich deshalb auch für eine weitere Flexibilisierung der Eingriffsregelung aus, d.h. einer zeitlichen und räumlichen Trennung der Maßnahmen. Möglich bleiben sollte die Landbewirtschaftung bei gleichzeitiger Erfüllung von Leistungen für den Naturschutz. So könnte die Anlage von Blühstreifen einen Beitrag für den Naturschutz liefern und gleichzeitig den Flächenverbrauch für die Landwirtschaft verringern.

Gegenwärtig deutet zwar alles auf eine allmähliche Abschwächung des immensen Flächenverbrauchs hin, was jedoch weniger eine echte Trendwende darstelle, sondern vielmehr auf die gegenwärtig schwächelnde Konjunktur zurückzuführen sei, so Siegfried Bauer, Professor für Projekt- und Regionalplanung an der Universität Gießen. Um Konflikte auf kommunaler Ebene zu vermeiden, sprach sich Bauer dafür aus, Landwirte möglichst früh in den Verfahrensablauf einzubeziehen. Im Übrigen hält er nicht viel von der Eigenheimzulage, die seiner Ansicht nach nicht ausschlaggebend dafür ist, ob eine junge Familie mit zwei Kindern auf die grüne Wiese zieht. Aufgrund des demographischen Faktors werde der Bau-Druck im ländlichen Raum zumindest partiell etwas nachlassen, sagte Bauer.

Ein ausgesprochen ehrgeiziges Ziel ist für Jochen Flasbarth die Reduzierung des Flächenverbrauchs von gegenwärtig 105 Hektar am Tag auf 30 Hektar im Jahre 2020. ‚Wir müssen deshalb alle Möglichkeiten der Kooperation nutzen‘, sagte der Leiter der Naturschutzabteilung im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU). Dabei verwies Flasbarth auf den Bauminister, ‚der sämtliche Instrumente in der Hand hat, um zu diesem Ergebnis zu kommen‘. Es könne uns auf Dauer nicht gefallen, dass so viele Flächen verbraucht würden, erklärte Flasbarth und fügte an, dass auch im Rahmen der Ausgleichsregelung immer wieder eine ‚Qualitätsüberprüfung‘ erfolgen müsse.

‚Gelegentlich haben wir ja unterschiedliche Ansichten‘, meinte Flasbarth in Anspielung auf den Bauernverband, ‚aber gegen den Flächenverbrauch wollen wir gemeinsam antreten und vor allem intelligente Lösungen suchen‘. Vor allem aber dürfe es künftig keine unsinnigen Ausgleichsmaßnahmen mehr geben, da die Landwirte in Bezug auf die Eingriffsregelung ohnehin doppelte Verlierer seien. Im Übrigen gehe es nicht immer nur um den Verlust von Lebensräumen, sondern auch um eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Nicht viel hält Flasbarth von einer neuen Steuer, um den Flächenverbrauch einzudämmen. Für eine so genannte Versiegelungsabgabe sei die Zeit noch nicht reif und würde gegenwärtig auch nicht in die konjunkturelle Landschaft passen.

‚Manchmal sind Landwirtschaft und Naturschutz näher beieinander als man glaubt‘, betonte Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), und stellte zur Reduzierung des Flächenverbrauchs erst mal die rein rhetorische Frage: ‚Was sind denn sinnvolle Maßnahmen?‘ Es gehe vielfach auch um die Zerschneidung der Landschaft, was von den Naturschützern und den Landwirten kritisiert werde. Die Zersiedelung der ländlichen Räume habe, so Tschimpke, auch mit einer falschen Steuerpolitik zu tun, ‚die das alles eher fördert statt bremst‘. Er fordete deshalb kreative städtebauliche Ansätze. Generell hält Tschimpke nichts davon, dass sich Landwirtschaft und Naturschutz bei der Flächen-Diskussion gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben.

Am Beispiel des vom DBV initiierten Bördeprojekts in der ‚Kölner Bucht‘ erläuterte Professor Wolfgang Schumacher, Universität Bonn, wie Ziele des Naturschutzes in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft erreicht werden können. Die Ackernutzung wurde nach den Worten des Professors generell beibehalten, gleichzeitig aber beispielsweise sechs Meter breite Krautsäume über eine Länge von 100 Kilometer angelegt, um etwas für die Flora und Fauna zu tun. Die naturschutzfachliche Ausgleichsregelung werde zur Finanzierung der Maßnahmen herangezogen. Hierdurch könnte der Flächenverbrauch für die Landwirtschaft ebenso verringert werden. Das Projekt ist auf drei Jahre konzipiert, danach können die Landwirte den Vertrag entweder verlängern oder aber wieder frei über ihre Flächen verfügen. Sowohl bei den Landwirten als auch in der Bevölkerung sei das Vorhaben auf große Akzeptanz gestoßen, sagte Schumacher. Um aus dem ‚Versuch‘ eine ‚dauerhafte Lösung‘ zu machen, wurde inzwischen auch eine Stiftung Rheinische Kulturlandschaft gegründet, aus deren Topf die Umweltleistungen der Landwirte künftig finanziert werden sollen. Schumacher räumte allerdings ein, dass man in der Börde mit normalen Honorarsätzen im Rahmen des Vertragsnaturschutzes nicht auskomme.

Landwirt Ludger Hessling aus dem nordrhein-westfälischen Dorsten sammelt Ökopunkte quasi auf Vorrat. Hessling bewirtschaftet einen 200-Hektar-Betrieb mit Milchkühen, Jungvieh und Mutterkuhhaltung. Davon liegen 35 Hektar in einem Naturschutzgebiet und 15 Hektar stecken im so genannten Flächen-Pool. Um sein Konto aufzuwerten, hat Hessling Hecken und Feldgehölze angepflanzt sowie Ackerland in extensives Grünland umgewandelt. Auf die Idee kam der Vollerwerbslandwirt, als die Stadt Dorsten eines Tages bei der Suche nach Ausgleichsflächen auf den Landwirt zukam. Über Details, was die Preise angeht, kommentierte der Öko-Konto-Besitzer: ‚Es ist ein Kuhhandel‘.

Der ehemalige Präsident des Wuppertal-Institutes und heutiger Vorsitzende des Umweltausschusses des Deutschen Bundestages, Professor Ernst Ulrich von Weizsäcker, zeigte in seiner ‚after dinner speech‘ die Tragweite des Themenkomplexes Flächenverbrauch und Landwirtschaft auf. Er äußerte Sympathien für den Ansatz der Ökopunkte, sofern der Mess- und Kontrollaufwand nicht zu groß werde. Aber auch ein Prämiensystem, das die Ökologisierung der Landwirtschaft immer rentabler mache, könne er sich vorstellen. Das ökologische Wissen eingesessener Landwirte sei für ihn nicht überraschend. Kritik übte der Experte jedoch am falschen Anreizsystem, bei dem Landwirte in erster Linie für ‚Unterlassungen‘ prämiert würden – das sei psychologisch nicht aufbauend. Eine Aufteilung der deutschen Flur in Naturschutz- und Landwirtschaftsbereiche lehnte Weizsäcker ab. Vielmehr müsste beides auf der gleichen Fläche stattfinden: ‚Mit Phantasie und Mut sollte man das auch hinkriegen‘, so der Professor.

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EU-Parlament: Agrarausschuss für strengere GVO-Regeln

Themen: Gentechnik,Haftung — info @ 14:12

Brüssel (agrar.de) – Der Agrarausschuss des Europäischen Parlaments (EP) hat am Dienstag in eine Resolution verabschiedet, in der die EU-Kommission aufgefordert wird, das Nebeneinander von gentechnisch veränderten Kulturen und konventionellem Anbau (Koexistenz) europaweit einheitlich und verbindlich zu regeln.

Die EU-Kommission hatte sich dafür ausgesprochen, die Koexistenz-Frage den einzelnen Mitgliedsstaaten zu überlassen. Die Landwirtschaftsexperten des Parlaments sprachen sich nun dagegen aus und fordern eine EU-weit einheitliche Lösung.

Ein einfacher Weg um die Koexistenz zu gewähren, sei die Einrichtung von Gentechnik-freien Zonen. Die Mitgliedsstaaten sollten nach Ansicht des Agrarausschusses die Möglichkeit erhalten, solche Zonen auf ihrem Gebiet einzurichten. Die Kommission hatte dies verboten und bereits im Fall einer Initiative Oberösterreichs für illegal erklärt.

Wichtig erscheint den EP-Abgeordneten auch eine europaweite Haftungsregelung. Nach den Vorstellungen der Parlamentarier sollen die Hersteller von gentechnisch veränderten Kulturpflanzen grundsätzlich haften, falls Produzenten von konventionellen Kulturen durch unerwünschte GVO-Einträge einen Schaden erleiden. Nur das Verursacherprinzip sorge dafür, dass der Anwender ein grosses Interesse an einer Vermeidung der Vermischung oder Auskreuzung habe.

Der Agrarausschuss fordert zudem möglichst niedrige Grenzwerte von GVO in konventionellem Saatgut. Ohne konkrete Zahlen zu nennen wünschen sich die Parlamentarier Werte an der Nachweisgrenze.

Die Resolution muß noch vom EP-Plenum bestätigt werden, sie hat aber als Willenserklärung keine rechtlich bindende Wirkung für die Kommission.

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Hähnchenfleisch wird weltweit immer beliebter

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 14:12

Produktion und Verbrauch sollen auch in 2003 und 2004 steigen

Hannover (agrar.de) – Fettarm, eiweißreich und zart – diese Vorzüge machen Hähnchenfleisch weltweit zum ‚Hit‘ bei Köchinnen und Köchen. Der internationale Verbrauch soll auch in 2003 weiter gestiegen sein, berichtet der Landvolk-Pressedienst nach einer aktuellen Analyse des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums.

Unangefochten führen die US-Amerikaner nach wie vor die Verbrauchsstatistik mit schätzungsweise 12,42 Millionen (Mio.) Tonnen (t) an. Damit würde ihr Verbrauch um 1,22 Prozent steigen. Die Chinesen sollen mit 9,84 Mio. t sogar 2,93 Prozent mehr Hähnchenfleisch verspeisen als 2002, während der Verbrauch in Brasilien geringfügig auf 5,84 Millionen t sinken soll. Einen ähnlich großen Appetit zeigen mit 5,42 Mio. t die Europäer, das wären allerdings knapp 1,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Dagegen wird für Mexiko abermals ein kräftiger Zuwachs um 6,6 Prozent auf 2,58 Mio. t prognostiziert, während für Japan mit einer moderaten Zunahme auf 1,84 Mio. t gerechnet wird. Besonders auf den Hähnchen-Geschmack gekommen sind offensichtlich die Verbraucher in Russland und Indien: Während der Verbrauch in Russland um 6,47 Prozent auf 1,81 Mio. t steigen soll, wird für Indien sogar mit einer Zunahme um 14,3 Prozent auf 1,6 Millionen t gerechnet.

In dem steigenden Verbrauch macht sich zum einen eine Verschiebung der Nachfrage weg vom sogenannten ‚roten‘ Fleisch, also Rind- und Schweinefleisch, hin zum vermeintlich gesünderen ‚weißen‘ Geflügelfleisch bemerkbar. Zum anderen kann Hähnchenfleisch in vielen Ländern äußerst günstig produziert und angeboten werden. Insgesamt erwarten Experten in 2003 eine Steigerung des weltweiten Hähnchenfleischkonsums um 0,14 Prozent auf 51,35 Mio. t, in 2004 soll der Verbrauch sogar um weitere 2,5 Prozent auf 52,7 Mio. t steigen. Parallel dazu soll auch die Produktion in den wichtigsten Erzeugerländern wachsen. Im laufenden Jahr rechnen Marktexperten nur mit einer schwachen Steigerung auf 52,83 Mio. t, im kommenden Jahr soll die Produktion weltweit dagegen um 3,4 Prozent auf 54,65 Mio. t wachsen. Allein in der EU soll die Erzeugung nach schätzungsweise 5,7 Mio. t in diesem Jahr um 3,5 Prozent auf 5,9 Mio. t in 2004 zunehmen. Der Anstieg resultiert allerdings größtenteils auf der Normalisierung der niederländischen Hähnchenproduktion, die in diesem Frühjahr aufgrund der dort grassierenden Geflügelpest zusammenbrach. Die EU-Geflügelmäster könnten zudem von dem seit Sommer erschwerten Zugang zum EU-Binnenmarkt profitieren, da die geänderten Regularien nun die zollvergünstigte Einfuhr von gesalzenem Hähnchenfleisch, das vor allem thailändische und brasilianische Exporteure einführten, nicht mehr erlauben.

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Internetangebot zur Forschung im Ökolandbau online

Themen: Archiv — info @ 13:12

Frankfurt (agrar.de) – Ab sofort steht ein neuer Service auf dem Zentralen Internetportal Ökologischer Landbau zur Verfügung: Die Wissenschaftsplattform zur Forschung im ökologischen Landbau. Das Angebot soll den wissenschaftlichen Austausch unterstützen und mehr Transparenz in die Forschung zum ökologischen Landbau bringen. Erstellt wird es vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau.

Über die Wissenschaftsplattform werden vielfältige Informationen über die Forschung zum ökologischen Landbau bereitgestellt: Neben aktuellen Nachrichten finden sich Terminhinweise, Adressen von Ansprechpartnern und Forschungseinrichtungen sowie Stellenangebote und weiterführende Links. Einmal im Monat wird ein Newsletter mit Informationen zur Forschung im ökologischen Landbau versandt.

Kernstück der Wissenschaftsplattform ist die internationale Datenbank Organic Eprints, über die schon jetzt zahlreiche Veröffentlichungen und Projektinformationen zum ökologischen Landbau kostenlos abgerufen werden können. Die Datenbank wurde in Zusammenarbeit mit dem Dänischen Forschungsinstitut für ökologischen Landbau (%url4%DARCOF%/%) entwickelt. Sie wird laufend erweitert.

Die Datenbank Organic Eprints bietet allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit, ihre Veröffentlichungen zum ökologischen Landbau selbstständig einzustellen. ‚Wir möchten alle dazu aufrufen, diese Möglichkeit wahrzunehmen‘, so FiBL-Mitarbeiterin Dr. Helga Willer, ‚denn erst mit ihrer Beteiligung wird die Wissenschaftsplattform zu einem lebendigen Kommunikationsinstrument für die gesamte Forschungsgemeinschaft.‘

Das Internetangebot wird vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) zusammen mit dem Fachgebiet Ökologischer Land- und Pflanzenbau der Universität Kassel Witzenhausen, dem Institut für ökologischen Landbau der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft, dem Öko-Institut und der Stiftung Ökologie und Landbau (SÖL) in enger Kooperation mit dem zentralen Internetportal Oekolandbau.de erstellt. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau.

Links zum Thema %url5%Forschung%/%, Links zum Thema %url6%Bio-Landbau%/%.

Ehlen sieht Nutzen in den Innovationspotenzialen der grünen Gentechnik

Themen: Gentechnik,Mais,Umwelt — info @ 13:12

Buxtehude (agrar.de) – Der niedersächsische Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Hans-Heinrich Ehlen informierte sich heute bei dem in Buxtehude ansässigen Saatzuchtunternehmen Pioneer Hi-Bred über die Entwicklungen in der Biotechnologie und deren Einsatz in der modernen Pflanzenzüchtung.

Ehlen zeigte sich beeindruckt von den Möglichkeiten, die diese neuen Technologien bieten. Ein Beleg für die Akzeptanz der verbesserten Pflanzensorten zeige die Entwicklung der weltweiten Anbauflächen. Im Jahr 2002 wurden die Fortschritte der grünen Gentechnik auf ca. 60 Mio Hektar genutzt und erreichten nunmehr das 5-fache der gesamten deutschen Ackerfläche. In Europa herrschte dagegen bislang Stillstand. Lediglich im EU-Mitgliedsland Spanien wurde in 2003 auf mehr als 30.000 Hektar insektenresistenter Bt-Mais angebaut. Dieser Mais verfügt über einen Abwehrmechanismus gegenüber dem stark verbreiteten Fraßschädling Maiszünsler und macht den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu dessen Bekämpfung überflüssig.

Minister Ehlen begrüßt ausdrücklich eine schrittweise Einführung der grünen Gentechnik in Deutschland im Rahmen von Anbauprogrammen, um damit praktische Erfahrungen zu sammeln. Ehlen unterstrich seine Forderung nach der seit Oktober 2002 überfälligen Umsetzung der neuen EU Freisetzungsrichtlinie in das deutsche Gentechnikrecht durch die Bundesregierung. Er fordert ein praktikables Miteinander aller Anbauformen nach Maßgabe der ergangenen EU Leitlinie zur Koexistenz, d.h. gleichberechtigter Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen neben konventionellem Anbau und ökologischer Produktionsweise. Minister Ehlen betonte, dass bei Umsetzung der vorgenannten Kriterien auch weiterhin Wahlfreiheit für die Verbraucher gewährleistet werden kann.

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Bundesland Niedersachsen.

Brandenburg: Erste Rate für Dürre geschädigte Betriebe kommt pünktlich vor Weihnachten

Themen: Archiv — info @ 12:12

Potsdam (agrar.de) – In Rekordzeit haben die Landwirtschaftsämter der Kreise und die Arbeitsgruppe ‚Existenzsicherung‘ im Brandenburger Agrar- und Umweltministerium in den vergangenen Tagen Hunderte Anträge auf die so genannte ‚Dürrehilfe‘ für Brandenburgs Bauern geprüft. ‚In den kommenden Tagen bis Weihnachten kann damit die erste Rate des Hilfsprogramms – rund 17,5 Mio. Euro – überwiesen werden‘, teilte Agrar- und Umweltminister Wolfgang Birthler (SPD) in Potsdam mit.

Im Ergebnis wurden exakt 1.059 Anträge von Agrarbetrieben gestellt, von denen 973 als existenzgefährdet anerkannt werden konnten. Damit hat etwa jeder siebente Brandenburger Agrarbetrieb Mittel aus dem Bund-Länder-Programm beantragt. Insgesamt ergeben alle bewilligten Anträge eine anerkannte Schadenssumme von 138,2 Mio. Euro, aus denen sich ein anteiliger Schadensausgleich in Höhe von rund 29 Mio. Euro ergibt. Diese Summe wird in zwei Raten 2003 und 2004 aus Bundes- und Landesmitteln für die Landwirte aufgebracht. Bis Mitte Dezember wird die erste Rate in Höhe von 3,7 Mio. Euro auf die Konten der meistbetroffenen Betriebe fließen. Weniger betroffene Landwirte erhalten 2003 eine erste Abschlagzahlung in Höhe von etwa 50 Prozent der anerkannten Hilfszahlung.

‚Wie bei der Sommertrockenheit 2000 oder beim Hochwasser 2002 wird auch bei diesem Existenzsicherungsprogramm kein vollständiger Schadensausgleich gewährt‘ so Birthler: ‚Das Programm bietet eine wirksame Hilfe zur Selbsthilfe. Unsere Messlatte war und ist, dass kein Betrieb wegen der Dürreschäden aufgeben muss. Mit dem Geld aus dem staatlichen Existenzsicherungsprogramm leisten Landes- und Bundesregierung ihren Beitrag dazu. Angesichts knapper öffentlicher Kassen war es keineswegs selbstverständlich, dass dieses Hilfspaket, von dem auch andere betroffene Bundesländer profitieren, so zustande kommt.‘

Links zum Thema Förderung, Links zum Bundesland Brandenburg.

Unerwarteter Preiseinbruch am Schlachtrindermarkt

Themen: Archiv — info @ 11:12

Hoffnungen auf Weihnachtsgeschäft nicht erfüllt – Erstmals mehr Ein- als Ausfuhren

Hannover (agrar.de) – Bei den Rindermästern dürfte der Gabentisch in diesem Jahr nur mager gedeckt sein. Nach Angaben des Landvolks Niedersachsen ist nicht nur die Hoffnung auf eine Belebung des seit dem Herbst schwächelnden Marktes durch das Weihnachtsgeschäft unerfüllt geblieben, es ist sogar ein Preisverfall in nicht zu erwartendem Ausmaß eingetreten, dem Marktfachleute ratlos gegenüber stehen.

Für eine gute Schlachtkuh erhalten die Bauern zurzeit ungefähr 100 Euro weniger als Anfang September. Bereits im Spätsommer standen die Preise in der Erwartung eines vorgezogenen Weideabtriebs wegen der Dürre bedingten Futterknappheit etwas unter Druck, das Schlachtviehangebot blieb aber kleiner als erwartet. Dennoch sackten die Notierungen für Kühe der Handelsklasse 03 von damals 1,78 Euro je kg Schlachtgewicht auf nur noch 1,44 Euro, das ist ein Preisrückgang um 20 Prozent innerhalb weniger Wochen! Auch für Schlachtbullen gaben die Erlöse kräftig nach, und die Schlachtbetriebe haben jüngst weitere Preisrücknahmen angekündigt. Marktexperten glauben jetzt nicht mehr an eine Belebung der schleppenden Nachfrage in absehbarer Zeit, so dass die Schlachtvieherlöse trotz des kleinen Angebotes vorerst auf nicht mehr Kosten deckendem Niveau verharren dürften.

Besonderer Druck auf die Preise geht von verstärkten Importen aus Südamerika und besonders Brasilien aus, die durch den starken Euro zu Billigstpreisen auf den deutschen Markt drängen. Erstmals wird die EU in diesem Jahr mehr Rindfleisch einführen als exportieren. Zudem wirken sich die niedrigen Schweinepreise nachteilig auf die Nachfrage der Verarbeitungsbetriebe nach Kuhfleisch aus. In vielen Rezepturen wird inzwischen das nach der BSE-Krise gerade erst wieder verwendete Kuhfleisch erneut durch billiges Schweinefleisch ersetzt. Mit einer Besserung des Marktes für Schweinefleisch, von dem auch Kuhfleisch profitieren könnte, rechnen Experten aber erst im Laufe des kommenden Frühjahres.

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