11. Dezember 2003

Österreich: Hohe Körnermaiserträge verhinderten unterdurchschnittliche Getreideproduktion

Themen: Österreich,Statistik — info @ 11:12

Wien (agrar.de) – Nach Berechnung der endgültigen Feldfrucht-Produktionsdaten (ausgenommen Zuckerrüben) durch die Statistik Austria belief sich die diesjährige Gesamtgetreideproduktion (inkl. Körnermais) auf rund 4,5 Mio. Tonnen, womit die Vorjahresmenge um 2 Prozent unterschritten wurde.

Während vor allem Wintergetreidekulturen durch Frühjahrstrockenheit sowie erhöhten Schädlingsdruck durch Ernteeinbußen betroffen waren, erreichte Körnermais mit 1,7 Mio. Tonnen ein Produktionsplus von 12 Prozent und hob somit die Getreideerzeugung in den Bereich des langjährigen Durchschnitts.

Bei Brotgetreide, hauptsächlich Weizen und Roggen, war die Produktion mit 1,6 Mio. Tonnen um 7 Prozent rückläufig, bei Gerste betrug der Rückgang mit einer Ernte von 861.400 Tonnen 15 Prozent und auch bei Hafer konnten nur 116.900 Tonnen (-9 Prozent) eingebracht werden. Bei Triticale (172.500 Tonnen, +10 Prozent) und Wintermenggetreide (6.800 Tonnen, +12 Prozent) hingegen führte die starke Flächenausweitung zu einer erhöhten Erzeugung und bei Hartweizen wurde ein Erntezuwachs von 7 Prozent auf 49.500 Tonnen erreicht.

Bei Körnererbsen blieb die Erntemenge mit 96.300 Tonnen um 14 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück, während bei Ackerbohnen die Flächenexpansion – trotz leichter Ertragseinbußen – mit 8.900 Tonnen zu einem Plus von 20 Prozent führte.

Bei Sojabohnen fiel die erst im Vorjahr ausgeweitete Anbaufläche um 14 Prozent auf 14.000 ha zurück, trotzdem konnte aufgrund des hohen Ertragsniveaus ein Produktionsplus von 4 Prozent auf 35.300 Tonnen eingefahren werden. Auf einer nur geringfügig veränderten Fläche (-1 Prozent) wurde bei Ölraps eine eher magere Menge von 128.000 (-12 Prozent) Tonnen geerntet, bei Sonnenblumen hingegen bewirkten sowohl Anbauflächenausweitung (+5 Prozent) als auch Ertragssteigerung gegenüber dem Vorjahr eine Produktionserhöhung um 16% auf 58.500 Tonnen. Die steigende Tendenz zur Veranstaltung von Kürbisfesten führte nachfragebedingt zu einer ‚hochprozentigen‘ (+21 Prozent) Ausweitung der Ölkürbisflächen, was eine Zunahme der Erzeugung um 24 Prozent auf nunmehr 8.600 Tonnen zur Folge hatte und bei Mohn wurde die Anbaufläche und somit auch die Produktionsmenge (1.400 Tonnen) beinahe verdoppelt (+95 Prozent).

Die Kartoffelproduktion insgesamt hat sich gegenüber dem Vorjahr mit 684.300 Tonnen (-1 Prozent) kaum verändert; die Flächenreduktion bei Spätkartoffeln (-6 Prozent) wurde durch den guten Durchschnittsertrag bei Frühkartoffeln (+3 Prozent) weitgehend ausgeglichen. Bei Zuckerrüben dürfte bei praktisch konstant gebliebener Anbaufläche ein hohes Ertragsniveau von 67 Tonnen/ha erreicht werden, was einer Produktion von rund 3 Mio. Tonnen entspricht; die Erträge könnten nach Schätzungen des Rübenbauernbundes sogar noch etwas höher (68 bis 69 Tonnen/ha) ausfallen, wobei die aufgrund der hohen Niederschläge besonders groß gewachsenen Rüben selbst die auf rund 300 ha entstandenen Hochwasserschäden noch wettmachen könnten. Die Futterrübenernte betrug auf der seit 1998 kontinuierlich in Reduktion begriffenen Anbaufläche von nunmehr 800 ha 39.700 Tonnen (-8 Prozent).

An Corn-Cob-Mix wurden aufgrund leichter Ertragssteigerung 289.000 Tonnen (+4 Prozent) geerntet, Silo- und Grünmais konnte um 8 Prozent auf 3,3 Mio.Tonnen zulegen, und auch die Grünlandflächen lieferten durchwegs zufriedenstellende Erträge: 5,8 Mio. Wiesenheu (+6 Prozent) standen einer Kleeheumenge von 551.700 Tonnen (+9 Prozent) gegenüber.

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