02. Dezember 2003

Möllers: Beschlüsse der Bund-Länder-Agrarminister schwächen westfälisch-lippische Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 12:12

Massive Umverteilungen zwischen Betrieben und Regionen wären die Folge

Münster (agrar.de) – In einer ersten Reaktion zu den Beschlüssen der Agrarminister aus Bund und Land über die Neuausrichtung der Agrarpolitik in Deutschland äußerte der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Franz-Josef Möllers, am Freitag in Münster die Befürchtung, dass die bäuerlichen Familienbetriebe in Westfalen-Lippe zu den Verlierern dieser Agrarreform werden könnten. 13 von 16 Bundesländern haben dem Grundsatz zugestimmt, dass ab dem Jahr 2005 alle Direktzahlungen für Tiere, Milch und Ackerflächen von der Erzeugung entkoppelt und nach einem gewissen Zeitraum auf alle landwirtschaftlich genutzten Flächen gleichermaßen verteilt werden.

Damit einher geht eine größtmögliche Umverteilung der für Preiskürzungen gewährten Direktzahlungen. Ackerbauern, Bullenmästern, Milchvieh- sowie Mutterkuhhaltern in Westfalen-Lippe drohen dadurch drastische Einkommenseinbußen.

Der WLV hat sich im Vorfeld der Diskussionen klar gegen eine Umverteilung von Geldern zwischen landwirtschaftlichen Betrieben und Regionen ausgesprochen. WLV-Präsident Möllers appellierte an die Landesregierung in Düsseldorf, sich bei der Ausgestaltung des sich abzeichnenden Modells für die künftige Gewährung der Ausgleichzahlungen, die Sorgen vieler Milchviehbauern und Bullenmäster, aber auch von Getreideerzeugern zu eigen zu machen. Denn diese befürchteten zurecht, dass der Bruch im Vergleich zum heutigen System allzu krass ausfällt. ‚Noch ist es möglich, gemeinsam eine vernünftige Lösung zu finden, die unseren Betrieben einigermaßen gerecht wird. Der WLV hat den Vertretern des MUNLV in vielen Sitzungen und Gesprächen deutlich gemacht, was für unsere Veredlungsbetriebe auf dem Spiel steht. Aber auch unseren Ackerbauern, die ’nur‘ Getreide anbauen, darf wegen der jetzt entstehenden Umverteilung nicht die Chance im Wettbewerb genommen werden‘, so Möllers wörtlich.

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