02. Dezember 2003

Greenpeace-Umfrage: Mehrheit der Deutschen lehnt Gentechnik auch im Tierfutter ab

Themen: Archiv — info @ 15:12

Hamburg/Düsseldorf (agrar.de) – Rund 72 Prozent der Deutschen lehnen Gentechnik im Essen auch dann ab, wenn sie über den Umweg des Tierfutters in Fleisch, Eiern und Milch auf den Tisch kommt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen, von Greenpeace in Auftrag gegebenen Emnid-Studie.

Trotz dieser Ablehnung wolle das größte deutsche Handelshaus Metro im Gegensatz zu den meisten deutschen Lebensmittelherstellern Gentech-Produkte durchsetzen: In den Märkten von Real, Extra und Kaufhof biete der Konzern Nahrungsmittel von Tieren an, die genmanipuliertes Futter erhalten haben, und Produkte mit Zutaten aus genmanipulierten Pflanzen, so die Umweltorganisation.

‚Metro fällt vor den Gentech-Konzernen auf die Knie‘, sagt Corinna Hölzel von der Greenpeace Verbraucherorganisation EinkaufsNetz, ‚und missachtet so die Meinung der Verbraucher.‘ Greenpeace fordert seit langem den Verzicht auf Gentechnik in Lebensmitteln und im Tierfutter.

Die Studie, für die Emnid im vergangenen November 1.004 Personen befragte, zeigt daß gentechnisch verändertes Tierfutter von Frauen stärker abgelehnt wird als von Männern (80,7 Prozent gegenüber 62,6 Prozent). Während 13,5 Prozent der Männer der Verwendung gentechnisch veränderten Tierfutters zustimmten wollten die nur 4,1 Prozent der Frauen tun. Weitgehend unabhängig erwies sich die Ablehnung von der Beruftätigkeit, Haushaltsgröße oder vom Haushaltseinkommen der Befragten. Die Ablehnung ist in den West-Bundesländern stärker (74,4 Prozent) als im Osten (63,3 Prozent), wo 23,4 Prozent weder zustimmen noch ablehnen (Westen = 15,5 Prozent). Zustimmung findet gentechnisch verändertes Tierfutter im Osten bei 11,2 Prozent, Im Westen bei nur 8 Prozent der Befragten.

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