01. Dezember 2003

BWV zur Legehennen-Verordnung: Haltung der Landesregierung unverständlich

Themen: Geflügel — info @ 12:12

Koblenz (agrar.de) – Der Bundesrat hat über die Ausgestaltung der Legehennen-Verordnung entschieden. Bundesverbraucherministerin Renate Künast ist mit ihrer uneinsichtigen Haltung bei der Legehennen-Verordnung am Widerstand der Länder gescheitert. Das für Deutschland geplante, gegenüber der EU-Richtlinie vorgezogene Verbot von Legebatterien soll nach Ansicht des Bundesrates nun doch nicht wie vom Bundestag beschlossen bereits 2007 in Kraft treten.

Der Bundesrat hat sich dafür ausgesprochen, das generelle Verbot der Käfighaltung bis zum Jahr 2010 zu verschieben. Nach dem Willen der Länder-Mehrheit soll der sogenannte „ausgestaltete“ Käfig mit Nest, Sandbademöglichkeit und Sitzstangen erprobt werden.

Der Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV) zeigte sich enttäuscht über das Verhalten der Landesregierung von Rheinland-Pfalz, die trotz sachlicher Aufklärung seitens des Bauernverbandes gegen eine Verschiebung des Verbots der Käfighaltung gestimmt hat. In einem Schreiben an die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad und Landwirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage wurden die Argumente des Verbandes deutlich dargelegt.

Boden- und Freilandhaltung hätte schlechtere hygienische Bedingungen sowie höhere Verlustraten bei den Hennen zur Folge. Nachweislich erforderten so gehaltene Tiere auch einen höheren Tierarzneimitteleinsatz. Dies alles hätten wissenschaftliche Studien mittlerweile ergeben. Deshalb sollte vor dem völligen Verbot jeglicher Käfighaltung in Deutschland geprüft werden, ob es neben der Boden- und Freilandhaltung eine weitere Haltungsform gebe, die verhaltensgerecht sei und eine hygienisch optimale Unterbringung für die Legehennen darstelle.

Es ist daher unverständlich, dass sich die rheinland – pfälzische Landesregierung gegen die Änderung der Verordnung ausgesprochen habe. Es liegen genügend wissenschaftliche Ausarbeitungen vor, die die Funktionalität der ausgestalteten Käfige bekräftigen. Der Bundesrat hingegen hat sich für tatsächlichen Verbraucher- und Tierschutzes entschieden.

Das immer wieder angeführte Argument, dass die Mehrheit der Verbraucher die Eier aus Käfigen ablehnen, stimme mit dem tatsächlichen Kaufverhalten der Verbraucher nicht überein. Tatsächlich verhalten sich die Käufer nämlich genau gegenteilig. Der Verkauf von Boden- und Freilandeiern ist im vergangenem Zeitraum zurückgegangen. Dagegen ist, angesichts der rückläufigen verfügbaren Haushaltseinkommen, der Verbrauch von „Käfigeiern“ stark angestiegen. Der Bedarf werde dann aus anderen EU-oder auch Drittlandsstaaten gedeckt, auf deren Haltungsformen Deutschland dann gar keinen Einfluss mehr hätten Entscheidungen müssen daher im europäischen Konsens getroffen werden, so der Verband. Einseitige gesetzliche Regelungen helfen weder den Hühnern noch den Landwirten.

Mit dem Votum der Mehrheit der Länder sieht der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau seine Bedenken gegenüber der Legehennenverordnung bestätigt.

Mit der Zulassung ausgestalteter Käfige befindet sich die Landwirtschaft in punkto Tiergerechtheit, Hygiene und Tiergesundheit auf einem guten Weg. Außerdem stünden den Legehennenhaltern somit betriebswirtschaftliche Perspektive im EU- weiten Wettbewerb offen. Der Verband forderte die Bundesministerin deshalb auf das Votum der Länder ernst zu nehmen und die Legehennenhaltungsverordnung tatsächlich zu ändern. Dann würde Sie auch tatsächlich etwas für den Tierschutz tun.

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