23. Juli 2003

Ernte 2003: Stroh als Futtervorrat pressen!

Themen: Archiv,Banken,Förderung — info @ 10:07

Koblenz (agrar.de) – Die diesjährige extreme Ernte- und Futtersituation war Gegenstand eines Gespräches zwischen Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast und dem Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner. Der Bauernpräsident hatte unter anderem vorgeschlagen, unbürokratisch und schnell den betroffenen Betrieben auch über das Vorziehen der Auszahlung der EU-Ausgleichszahlungen, die im Dezember anstehen, zu helfen. Ebenso könne eine Stundung oder Verschiebung von Pachtzahlungen Liquiditätsengpässe abmildern. Die Ministerin sagte zu, die diesjährigen Ernteprobleme in Brüssel beim anstehenden EU-Agrarrat anzusprechen. Verbraucherministerin Künast hat sich gegenüber dem DBV für eine finanzielle Hilfe für die von der Dürre betroffene Landwirtschaft ausgesprochen . Eine Soforthilfe für die Bauern könnte in verbilligten Krediten über die landwirtschaftliche Rentenbank bestehen, die die Landwirte bei ihrer jeweiligen Hausbank beantragen könnten. Konkrete Notprogramme könnten laut Künast erst im Herbst erfolgen, wenn Erntezahlen vorliegen. Dann werden Bund und Länder über finanzielle Beteiligungen an Hilfen für die Bauern verhandeln, so Künast.

In einem Brief an Landwirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage hatte der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV), Leo Blum, die existenzbedrohende Situation, in der sich viele rheinland-pfälzische Landwirte augenblicklich aufgrund der Auswinterungsschäden und der anhaltenden Dürre befinden, geschildert und um Unterstützung gebeten. Auf Landesebene sollten die sogenannten Saum- und Bandstrukturen im Rahmen des FUL-Programms (Förderung der umweltschonenden Landbewirtschaftung) nicht erst im September, sondern bereits jetzt zur Beweidung oder Mahd freigegeben werden. Da zusätzlich Ertragseinbußen von bis zu 40 Prozent der normalen Ernte zu erwarten seien, sei zu befürchten, dass viele landwirtschaftliche Betriebe in Liquiditätsschwierigkeiten geraten könnten. Präsident Blum forderte daher, dass Minister Bauckhage über ein landeseigenes Liquiditätsprogramm mit jüngstem Kapitalmarktdarlehen aufgelegt werden müsste. Die Abwicklung müsse unbürokratisch über die Hausbank erfolgen können. Diese extreme Situation verlange nun einmal schnelles und unbürokratisches Handeln.

Auf der Verbandsratssitzung des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland Nassau Anfang dieser Woche wurden die Berufskollegen aufgerufen das Stroh nach der Getreideernte nicht zu häckseln, sondern zu pressen, damit Betrieben mit Futterknappheit dieses Stroh vermittelt werden könne. Die Koordination hierfür übernehmen die Kreisgeschäftsstellen des Bauernverbandes.

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