06. März 2003

Naturkost im Zwielicht: Gesund leben ohne Tier-Leichenteile?

Themen: Archiv — info @ 16:03

Altfeld (agrar.de) – Der Spezialversender für vegetarische Lebensmittel ‚LebeGesund‚ ist offenbar angetreten, den Verbrauchern den Appetit auf Fleisch verderben: Im Februar schaltete das Unternehmen Werbespots in der Minute direkt vor der Tagesschau. Zur besten Sendezeit zeigt der Werbespot verschiedene Nutztiere, es ertönt Tiergeschrei, Blut läuft über den Bildschirm. Anschließend wird ein Teller mit einem Stück Fleisch gezeigt, gefolgt von einem Aufruf zur vegetarischen Ernährung mit Hinweis auf die Internetadresse des Vegan-Versenders. Fachleute schätzen die reinen Schalt-Kosten auf 25.000 Euro und mehr pro Spot.

Was manchen Tierrechtler und Vegetarier erfreuen mag hat einen pikanten Hintergrund: das Unternehmen ‚LebeGesund‘, das einen nicht geringen Marktanteil am ‚Bio-Business‘ hat, steht im Zusammenhang mit der Sekte ‚Universelles Leben‚ (UL), die unter intensiver Beobachtung der Sektenbeauftragten der evangelischen und katholischen Kirchen steht.

Bei der Bewegung um die Apokalyptikerin Gabriele Wittek (‚Gabriele von Würzburg‘) handelt es sich um eine spiritistische Organisation mit teilweise totalitären Zügen. In der Vergangenheit prophezeite Wittek u.a. Katastrophen und Atomkriege. Das ‚Universelle Leben‘ bot seine Meditation, den sog. Inneren Weg u.a. auch als Schutz vor Atomstrahlen an. Der Radiosender des Universellen Lebens, %url4%Radio Santec%/%, ‚entlarvt‘ die konventionelle Landwirtschaft als Wurzel allen Übels und propagiert den ‚%url5%friedfertigen Landbau%/%‘ als Weiterentwicklung der ökologischen Landwirtschaft.

Dass sich die Sekte für Vegetarismus und Tierrechte einsetzt ist längst nicht allen Engagierten geheuer: Seit September letzten Jahres warnt die Tierrechts-Initiative %url6%Maqi%/% vor den Spiritualisten als ‚%url7%Gefahr für die Tierrechtsbewegung%/% und belegt, dass auch die ‚%url8%Initiative zur Abschaffung der Jagd%/%‘, die an jedem ersten Sonnabend im Monat in Berlin eine ‚Anti-Jagd-Demo‘ veranstaltet, längst von den Gabriele-Getreuen unterwandert ist. Die sogenannte Tierrechtsbewegung habe es UL auch nicht gerade schwer gemacht. Gern würden kostenlose Suppen und Broschüren angenommen, ohne zu fragen, was dahintersteckt. Kaum jemand wundere sich, wieso plötzlich ‚Jagdgegner wie Pilze aus dem Boden schießen, Demos gegen die Jagd zu Massenveranstaltungen werden, während die Teilnehmer sonstiger Demos meist leicht in einem Polizeikleinbus Platz fänden‘.

Die Bücher der Anti-Jagd-Initiative erscheinen im Verlag ‚%url9%Das Brennglas%/%‘ in Kreuzwertheim, der von German Murer geleitet wird, einem Schweizer, der seit vielen Jahren dem UL angehört. Titel wie ‚Der Lust-Töter‘ (gegen Jagd und Jäger), ‚Der Folterknecht und der Schlächter‘ und ‚Der Tierleichenfresser‘ (gegen jeglichen Fleischverzehr) oder ‚Der Krieg der Jäger gegen die Schöpfung Gottes‘ belegen die Zielsetzung des Verlages. German Murer und sein Verlag arbeiten auch eng mit anderen Vereinigungen von Tierrechtlern und Tierschützern, z.B. mit dem ‚Verein gegen Tierfabriken‘ (Österreich), mit dem ‚Verein zur Förderung der Tierrechte‘ (Schweiz) zusammen. Mit in dieses Geflecht soll auch die zur Bundestagswahl und zur hessischen Landtagswahl angetretene ‚%url10%Tierschutzpartei%/%‘ gehören.

Bio-Bauern, Verbraucher und Tierschützer können offenbar nicht mehr ausschließen, dass sie durch ihr Engagement für Tierrechte und Ökoprodukte Sekten unterstützen. Kritiker sehen das Verbraucherschutzministerium bzw. die Verbände des Öklogischen Landbaus gefordert, sich von dieser Sekte zu distanzieren und einen Verkauf ihrer Produkte über die betreffenden Firmen zu unterbinden.

Links zum Thema %url11%Naturkost%/%.

Höfken zur Gentechnik in der Landwirtschaft: Verursacher müssen die Rechnung zahlen

Themen: Archiv — info @ 16:03

Berlin (agrar.de) – Zum Streit in der EU über die Zulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen erklärt die verbraucher- und agrarpolitische Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen, Ulrike Höfken:

‚Bevor das de facto Moratorium für Gen-Pflanzen in der EU aufgehoben werden kann, müssen wichtige Fragen wie zum Beispiel zur Haftung oder Saatgutkontamination geklärt sein. Die Umwelt und das Eigentum von Landwirten und Lebensmittelproduzenten, die gentechnikfrei produzieren, müssen geschützt werden.

Saatgut steht ganz am Anfang der Produktionskette. Jede Verunreinigung potenziert sich – vom Züchter zum Landwirt über die Verarbeitung bis ins Regal im Einkaufsladen. Nach den Vorschlägen von Agrarkommissar Franz Fischler sollen in Zukunft nicht die Verursacher, sondern Landwirte und Züchter dafür zahlen, wenn sie ihre Produkte gentechnikfrei halten wollen. Die Gentechnik-Industrie als ökonomisch handelnde Partei entlässt er aus der Verantwortung. Das ist völlig inakzeptabel.

Verbraucher und Landwirte müssen die Wahlfreiheit zwischen Produkten mit oder ohne Gentechnik haben. Vor einer Zulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen und ihren Produkten müssen folgende Punkte geklärt sein:

– Sicherheit: Der Schutz vor unerwünschtem Auskreuzen und von ökologisch besonders sensiblen Gebieten – wie zum Beispiel Naturschutzgebieten – muss gewährleistet werden.

– Vorsorge: Dazu gehören unter anderem Vorsorgemaßnahmen gegen die Ausweitung der Antibiotikaresistenz sowie die Kontrolle importierter Lebensmittel durch ein risikoorientiertes Überwachungskonzept.

– Haftung: Das Haftungsrecht muss nach dem Verursacherprinzip verbessert werden.

– Kontrolle: Die wissenschaftlichen Grundlagen für ein Monitoring müssen erarbeitet sowie ein Kataster angelegt werden.‘

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Agrarpolitik.

EU-Erweiterung: Prioritäten sind sichere Lebensmittel und die Förderung der Lebensbedingungen im ländlichen Raum

Themen: Archiv — info @ 15:03

Brüssel (agrar.de) – Nach der letzten Eurobarometer-Umfrage sehen die Bürger in den künftigen Mitgliedstaaten gesunde und sichere Lebensmittel und die Verbesserung der Lebensbedingungen im ländlichen Raum als höchste Prioritäten für die Agrarpolitik der EU. 88 Prozent der Befragten sind der Ansicht, die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) sollte der Verwirklichung dieser Ziele dienen. Eine klare Mehrheit (67 Prozent) befürwortet die geplante Ausrichtung der GAP mit weniger Subventionen für landwirtschaftliche Erzeugnisse und mehr Mitteln für die Erhaltung und Entwicklung der ländlichen Wirtschaft zusammen mit einer direkten Einkommensstützung für die Landwirte. Ferner zeigt die Umfrage, dass die meisten Menschen in den künftigen Mitgliedstaaten erwarten, die GAP werde Landwirten, Verbrauchern, der Nahrungsmittelindustrie und der ländlichen Umwelt zugute kommen. Ein Vergleich mit den Ergebnissen einer ähnlichen Umfrage vom letzten Jahr in der EU zeigt, dass die Bevölkerung in den jetzigen und den künftigen Mitgliedstaaten die meisten Ziele der GAP in ähnlichem Maße befürwortet.

Zu den Ergebnissen der Umfrage erklärte Franz Fischler, zuständiges Kommissionsmitglied für Landwirtschaft, ländliche Entwicklung, und Fischerei: ‚Diese Umfrage bestätigt, das gesunde und unbedenkliche Lebensmittel für alle europäischen Bürger eine absolute Priorität sind. Ferner teilen die Bürger in den jetzigen und künftigen Mitgliedstaaten das Anliegen des Umweltschutzes und einer dynamischen Wirtschaft im ländlichen Raum. Diesen Belangen entsprechen genau die Vorschläge der Kommission zur Reform der GAP vom Januar dieses Jahres.‘

Die Umfrage wurde bei einem repräsentativen Ausschnitt der Bevölkerung in dreizehn Ländern durchgeführt (Tschechische Republik, Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Ungarn und Zypern, die der EU im Jahr 2004 beitreten sollen, Beitrittsländer Bulgarien und Rumänien und EU-Kandidat Türkei).

Bei den Fragen zur EU-Agrarpolitik wurden von einer deutlichen Mehrheit die folgenden Ziele befürwortet (die Ergebnisse der früheren Umfrage in der EU-15 sind zum Vergleich aufgeführt).

Die EU-Agrarpolitik soll: Ja – künftige Mitgliedstaaten; Ja – EU-15 (jeweils in Prozent) gesunde und unbedenkliche Agrarerzeugnisse sicherstellen: 88; 90 die Lebensbedingungen im ländlichen Raum fördern und verbessern: 88; 77 den Landwirten ein stabiles und angemessenes Einkommen gewährleisten: 86; 77 Umweltbelange stärker berücksichtigen: 84; 87 den Landwirten die Anpassung an die Erwartungen der Verbraucher erleichtern: 84; 80 die Existenz kleiner und mittlerer Landwirtschaftsbetriebe sichern: 83; 81 die Interessen der Landwirte gegenüber Zwischenhandel und Abnehmern verteidigen: 81; 69 die europäische Landwirtschaft auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger machen: 80; 77 die Diversifizierung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Tätigkeiten fördern: 80; 73 das Entwicklungsgefälle zwischen den Regionen verringern: 80; 72 europäische Agrarerzeugnisse schützen: 78; 73 ökologische Produktionsverfahren fördern: 69; 72

Wie der Vergleich zeigt, werden viele der Ziele, insbesondere in Bezug auf die Interessen der Landwirte, von den Menschen in den künftigen Mitgliedstaaten noch stärker unterstützt.

Neben den hohen Erwartungen an die GAP ließ die Umfrage – insbesondere in der Tschechischen Republik und Slowenien – auch Befürchtungen erkennen, die EU-Agrarpolitik könne den Landwirten mehr schaden als nutzen. Ferner wurde deutlich, dass bei der Information der breiten Öffentlichkeit in den neuen Mitgliedstaaten über die Konzepte und Ziele der GAP noch viel zu tun bleibt. Den besten Kenntnisstand haben Polen und Slowenen (36 bzw. 31 Prozent sind über die GAP informiert).

Einen ausführlichen Bericht zu der Umfrage finden Sie hier.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft.

Bruttomonatsverdienst in der Landwirtschaft bei 1.502 Euro

Themen: Archiv — info @ 15:03

Wiesbaden (agrar.de) – Die vollzeitbeschäftigten Arbeiter verdienten in der Landwirtschaft (ohne Gartenbau) in Deutschland im September 2002 brutto durchschnittlich 1.502 Euro, das waren bei einer bezahlten Arbeitszeit von 198 Stunden (Vorjahr 197 Std.) 1,8 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, sind im früheren Bundesgebiet die Bruttomonatsverdienste gegenüber September 2001 um 2,6 Prozent auf 1.933 Euro und in den neuen Ländern ebenfalls um 2,6 Prozent auf 1.468 Euro gestiegen.

Im Gartenbau verdienten die Arbeiter in Deutschland mit durchschnittlich 1.675 Euro im September 2002 bei einer bezahlten Arbeitszeit von 173 Stunden (Vorjahr 167 Std.) 2,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im früheren Bundesgebiet lagen die Verdienste der Arbeiter im September 2002 bei brutto 1.843 Euro und in den neuen Ländern bei 1.102 Euro.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Niedersachsen: Maschinenringe bewährten sich in schwierigem Jahr

Themen: Archiv — info @ 15:03

Trotz Rückgangs der Mitgliederzahl mehr Arbeitseinsätze vermittelt

Hannover (agrar.de) – Weiteres Wachstum in schwierigem Umfeld kennzeichnet die Entwicklung der niedersächsischen Maschinenringe (MR) im vergangenen Jahr. Auch bei den Maschinenringen schlägt sich mittlerweile zwar der landwirtschaftliche Strukturwandel in schrumpfender Mitgliederzahl nieder, gleichzeitig wurden die Dienste der Ringe von den verbleibenden Mitgliedern stärker genutzt als zuvor. Nach Jahren mit zumeist beständigen Mitgliederzuwächsen und nur gelegentlichen leichten Rückgängen haben die Ringe nach Angaben des Landvolkverbandes jetzt erstmals einen größeren Rückgang der Mitgliederzahl zu verkraften. Der Landesverband der Maschinenringe Niedersachsen (LMR) zählte bei seinen 37 angeschlossenen Maschinenringen zu Beginn dieses Jahres noch 23.180 Mitglieder, 360 weniger als ein Jahr zuvor.

Gleichwohl haben die Ringe keineswegs an Bedeutung verloren. Nach wie vor wird mit 1.313.400 Hektar (ha) knapp die Hälfte der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche Niedersachsens von Maschinenringmitgliedern bewirtschaftet. Der Verrechnungswert der über die Maschinenringe vermittelten Arbeitseinsätze stieg sogar gegenüber dem Vorjahr weiter um 1,5 Prozent von 110 Millionen Euro auf 111,6 Millionen Euro an. Dahinter stehen immerhin 150.000 vermittelte Arbeitseinsätze. Insbesondere unter den schwierigen Erntebedingungen des vergangenen Jahres hat sich die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Bauern mit ihren Maschinenringen wieder bewährt. Daran hatten auch zahlreiche Lohnunternehmer Anteil, die häufig selbst Mitglied im MR sind und sich gern über die Ringe Aufträge vermitteln lassen. Erfolgreich hat auch erneut die Betriebs- und Haushaltshilfe der MR gearbeitet. 582 Betriebshelfer haben im vergangenen Jahr 314.000 Einsatzstunden geleistet, das war eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent.

Links zum Thema Maschinenringe, Links zum Bundesland Niedersachsen..

Scheele: Regelung für Gentechnik in der Landwirtschaft muss EU-einheitlich sein

Themen: Archiv — info @ 15:03

Kritik an Fischler-Diskussionspapier

Wien/Luxemburg (agrar.de) – ‚Mit seinem Vorschlag, verbindliche Regelungen zur Koexistenz von konventioneller und Gen-Landwirtschaft den einzelnen Mitgliedsstaaten zu überlassen, geht das aktuelle Fischler-Diskussionspapier in die falsche Richtung. Gerade bei diesem sensiblen Thema brauchen wir EU-weit Klarheit und keine nationalen Sonderregelungen.‘ So fasst SPÖ-Europaabgeordnete Karin Scheele ihre Hauptkritik am aktuellen Diskussionspapier der Europäischen Kommission zusammen.

Das Fischler-Papier sieht unter anderem vor, die Regelung für Sicherheitsabstände zwischen konventionellen und Gen-Anbauflächen an die Mitgliedsländer zu delegieren. ‚Dabei wissen wir aus Studien, dass etwa Raps-Pollen einige Kilometer weit fliegen und natürlich auch vor Grenzen nicht Halt machen‘, betont Scheele.

Darüber hinaus sieht das gegenwärtige Papier auch eine Umkehr der Beweislast vor: Denn laut diesem Vorschlag muss der konventionelle Produzent oder Bio-Bauer die Kosten und Verantwortung für die Reinheit seiner Produkte übernehmen. Scheele: ‚Das ist eine massive Benachteiligung jener Landwirtschaft, die keine GVOs (genetisch veränderte Organismen) verwendet, widerspricht dem Verursacherprinzip und ist damit inakzeptabel.‘

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Agrarpolitik.

Schleswig-Holstein: Umwelt- und Landwirtschaftsminister Müller schaltet ersten digitalen Umweltbericht frei

Themen: Archiv — info @ 15:03

Kiel (agrar.de) – Information geballt: Der digitale Umweltbericht, den Umwelt- und Landwirtschaftsminister Klaus Müller heute in Kiel frei schaltete, enthält ungefähr 200 Megabyte Daten und Informationen aus dem Umweltbereich. Der Internetauftritt verfügt zudem über einen Umweltatlas, der auf 3,6 Gigabyte Basisdaten zugreift.

Der Umweltbericht im Internet enthält auf mehr als 600 Internet-Seiten Zahlen, Daten und Fakten zu den Themen Boden, Wasser, Luft, Natur und Landschaft, macht Aussagen zu Klimaschutz, Bio- und Gentechnik aber auch zu Zusammenhängen von Umwelt und Gesundheit. Weitere Themen geben Auskunft über die Nachhaltige Entwicklung, den Tierschutz und die Umweltbildung. Karten zu verschiedenen Umweltthemen können über den integrierten Umweltatlas interaktiv aufgerufen werden. Durch die Verknüpfung mit den Fachdatenbanken stehen teilweise hochaktuelle Umweltdaten Online zur Verfügung, beispielsweise die stündlich aktualisierten Messwerte zur Luftqualität in Schleswig-Holstein. Das Angebot wird durch Informationen über Gesetze, Fördermöglichkeiten oder Ansprechpartner ergänzt, eine Reihe von Dokumenten steht zum Download zur Verfügung.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

Sachsen: Neue Fördersätze für die ökologische Waldmehrung

Themen: Archiv — info @ 13:03

Dresden (agrar.de) – Das sächsische Umwelt- und Landwirtschaftsministerium hat die Förderrichtlinie zur ökologischen Waldmehrung novelliert. Danach können jetzt auch kirchliche Grundbesitzer in den Genuß von Erstaufforstungsprämien kommen. Gleichzeitig ist in der Richtlinie eine Option enthalten, die Fördersätze entsprechend der Haushaltsentwicklung im Freistaat und möglicher Änderungen der EU-Förderbedingungen anpassen zu können. ‚Trotz der Änderungen zahlt Sachsen bundesweit die höchsten Prämien für die Erstaufforstung‘, sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath gestern in Dresden. Sachsen halte am dem Ziel fest, den Wald in ökologisch stabile Mischwälder umzuwandeln und die Waldfläche zu mehren. Letzteres gelte vor allem für Hochwasserentstehungsgebiete.

Nach der neuen Förderrichtlinie werden Erstaufforstungen nur gefördert, wenn mindestens ein Hektar Wald gepflanzt wird und der Laubbaumanteil mindestens 25 Prozent beträgt. So erhalten Flächeneigentümer für jeden Hektar neu gepflanzten Wald jährlich bis zu 690 Euro. Die Prämie wird über einen Zeitraum von 20 Jahren gewährt. Darüber hinaus erstattet der Freistaat die Aufforstungskosten. Je nach Baumart gibt es bis zu 5.420 Euro pro Hektar. Pflanzungen mit Laubbäumen werden stärker gefördert. Zusätzlich zahlt der Freistaat für den Schutz und die Pflege der Neuanpflanzungen pro Hektar und über die Dauer von fünf Jahren zwischen 205 Euro für Nadelbäume und 435 Euro für Laubbäume.

Sachsen verfügt über eine Waldfläche von rund 515.000 Hektar. Gut ein Drittel der Waldfläche gehört dem Freistaat, rund die Hälfte des Waldes ist Privateigentum, der übrige Wald gehört den Kommunen und dem Bund. Der Privat- und Kommunalwald verteilt sich auf über 80.000 Eigentümer. Es ist Ziel der sächsischen Staatsregierung, die Bewaldung Sachsens von derzeit 27,9 auf 30 Prozent zu erhöhen.

Links zum Thema Förderung, Links zum Thema Wald und Forst.

FDP: Agrardiesel-Rückerstattung vereinfachen

Themen: Archiv — info @ 12:03

Berlin (agrar.de) – Zur Antwort der Bundesregierung auf eine Initiative der FDP zum Bürokratieabbau in Form einer Kleinen Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion zur Agrardiesel-Rückerstattung erklären der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann, sowie die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion und Sprecherin für Bürokratieabbau, Birgit Homburger:

‚In ihrer Antwort hat die Bundesregierung bestätigt, was 310.000 Landwirte Tag für Tag erfahren: Der Antrag auf Rückerstattung der Mineralölsteuer (Agrardiesel-Rückerstattung) ist ein ‚bürokratisches Ungetüm‘. Außerdem wird bestätigt, dass der gesamte Umfang des Antrages 28 Seiten ausmacht. Allerdings differenziert die Regierung zwischen dem notwendigen Antrag mit fünf auszufüllenden Seiten sowie fünf Seiten Ausfüllanleitung und einer 18-seitigen Ausfüllhilfe. Das ist entschieden zuviel. Dieser unnötige Umfang muss dringend reduziert und das Verfahren vereinfacht werden.

Alleine in den Hauptzollämtern sind 300 Beamte durchschnittlich eine Stunde mit jedem Antrag befasst. Zusammen mit der Bürokratiebelastung der Landwirte ist das Agrardieselverfahren so zu einem weiteren rot-grünen ‚Mühlstein‘ für die landwirtschaftlichen Unternehmer und für eine effiziente und schlanke Verwaltung geworden. Im Gegensatz dazu profitieren die französischen Landwirte von einem unbürokratischen und wettbewerbsfähigen Verfahren: Sie dürfen Heizöl tanken. Zusätzlich zur bürokratischen Belastung müssen die heimischen Landwirte im Vergleich zu ihren Berufskollegen in Frankreich noch rd. 400 Millionen Euro im Jahr mehr an Mineralölsteuer zahlen. Mit weiteren nationalen Alleingänge im Rahmen der so genannten Agrarwende haben SPD und Bündnis 90 / Die Grünen der Land- und Forstwirtschaft schweren Schaden zugefügt. Dieser ‚Crashkurs‘ gegen die Menschen im ländlichen Raum muss gestoppt werden.

Die FDP-Bundestagsfraktion fordert die rot-grüne Bundesregierung abermals auf, diese Wettbewerbsverzerrungen und unsägliche Bürokratie zu Lasten der Landwirte in Deutschland zu korrigieren. Dazu muss die Rückerstattung der Mineralölsteuer zumindest drastisch vereinfacht werden.‘

Links zum Thema Förderung, Links zum Thema Agrarpolitik.

DBV: Makabre Werbung für vegetarische Lebensmittel in der ARD

Themen: Archiv — info @ 11:03

Online-Anbieter ist offenbar dem Sektenmilieu zuzuordnen

Berlin (agrar.de) – Auf Schockwerbung setzt die Versandhandelsfirma Lebe Gesund, um auf ihren Online-Shop aufmerksam zu machen. Mit einem Werbespot, der von vielen Zuschauern als makaber und geschmacklos empfunden wird, sollen sie zum Besuch der Internet-Seite des Unternehmens animiert werden. Seit etwa 10 Tagen läuft dieser kurz vor der Tagesschau in der ARD. (unsere Meldung) Auf der Internet-Seite selbst finden sich zahlreiche Produkte von Gemüse über Brot bis hin zu Fleischersatz. Garniert werden diese mit Broschüren, die mit sachlicher Information wenig zu tun haben.

Wer steckt hinter diesem Angebot und kann sich einen 30-Sekunden-Spot zum Preis von 23.500 Euro in der ARD zur teuersten Werbezeit leisten? Nach Berichten aus der Stuttgarter Zeitung und Aussagen der sektenpolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion von Baden-Württemberg, Carla Bregenzer, gehört die Firma zum Dunstkreis der Sekte ‚Universelles Leben‘. Die Sekte bietet nach Informationen des Bundesverbandes Sekten- und Psychomarkt-Beratung in Bonn in großem Umfang Waren und Dienstleistungen an und ist dem Psychomarkt zuzuordnen. Schwerpunkt sind die Branchen Medien, Gesundheit und Lebensmittel. Die Gruppe ist unter zahlreichen Namen in einigen Vereinen und zahllosen Wirtschaftsunternehmen organisiert und betreibt intensive Werbung für ihre Produkte. Die Katholische Kirche in Oberösterreich bezeichnet sie als Organisation, in der kritische Nachfragen von vornherein ausgeschlossen sind. Gefordert werde die völlige Ein- und Unterordnung unter das Wort der ‚Prophetin‘.

Die Sekte versucht offenbar, auch in der Tierschutzszene Fuß zu fassen, wie der Fernsehspot und die Internet-Seite nahe legen. Ein solches Engagement verbieten sich jedoch selbst einige Tierschutzorganisationen, die sich ausdrücklich von einer Zusammenarbeit mit Universelles Leben wie auch der Firma Lebe Gesund distanzieren.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) wundert sich angesichts dieses zweifelhaften Hintergrundes, warum die ARD die Werbung einer solchen Sekte ausstrahlt, zudem noch zu einer Sendezeit, in der Millionen Verbraucher und Kinder erreicht werden. Auch das Schweigen von Verbraucherverbänden und Verbraucherschutzministerium stimmt nachdenklich.

Links zum Thema Verbände.

Seiten: << 1 2 3 ...12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 >>



   (c)1997-2017 @grar.de