12. März 2003

RLV: Landwirte tragen erheblich zum Wasserschutz bei

Themen: Archiv — info @ 16:03

Bonn (agrar.de) – Auf die Erfolge der Kooperation zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft beim Wasserschutz weist der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn hin. Inzwischen arbeiteten 8.500 Landwirte in 113 Kooperationen auf 1,2 Mio. ha landwirtschaftlicher Nutzfläche aktiv am nachhaltigen Gewässerschutz mit, so der Verband. In vielen Kooperationen hätten beispielsweise die Nitratwerte durch Änderung der Düngestrategie halbiert werden können.

Bei der anstehenden Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie in nationales Recht sei es besonders wichtig, dass die Wasserrahmenrichtlinien im Sinne der Harmonisierung eins-zu-eins in nationales Recht umgesetzt werde, betont der Verband. Die Bestandsaufnahme, Umweltziele und Maßnahmepläne von Gewässereinzugsgebieten müssten mit eventuell ebenfalls betroffenen anderen Mitgliedstaaten eng abgestimmt werden und übereinstimmen.Unabdingbare Voraussetzung für den Erfolg beim Schutz des Wassers – so der RLV – sei die vertauensvolle Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Vertretern der Wasserversorgungsunternehmen. Hierzu biete sich die in Nordrhein-Westfalen bewerte Kooperation zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft an. Dabei gelte es, die durchaus noch vorhandenen Problemzonen – insbesondere im Bereich intensiver Tierhaltung und intensivem Gemüsebaus – sach- und zielgerecht anzugehen, betont der RLV.

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Studie: Bio-Produkte enthalten mehr Antioxidantien

Themen: Archiv — info @ 16:03

Davis/USA (agrar.de) – Nahrungsmittel aus ökologischem Anbau enthalten mehr gesundheitsfördernde Flavonoide als konventionell erzeugte Produkte. Das haben Wissenschaftler der University of California bei Untersuchungen von Mais, Erdbeeren und Brombeeren herausgefunden.

Flavonoide zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen, die als Antioxidantien vor toxischen Sauerstoffverbindungen schützen und unter anderem der Entstehung von Krebs oder Herzerkrankungen entgegenwirken sollen. Flavonoide dienen Pflanzen auch dazu, Schädlinge abzuwehren. Wenn durch Pestizideinsatz die Belastung durch Schädlinge sinkt, werden auch weniger dieser Abwehrstoffe gebildet. Zu diesem Schluss kommen die Forscher im ‚Journal of Agricultural and Food Chemistry‚.

‚Wenn eine Blattlaus ein Blatt ansticht, produziert die Pflanze Phenolverbindungen, um sich zu verteidigen‘, sagt Alyson Mitchell, die Leiterin des Forschungsteams. Mit bitteren oder scharfen Stoffen schütze sich die Pflanze vor verschiedenen Schädlingen. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der konventionellen Landwirtschaft könnte dazu führen, dass weniger Flavonoide und andere Phenolverbindungen entstehen. Um diese Annahme zu überprüfen, analysierten die Wissenschaftler Inhaltsstoffe von Pflanzen, die entweder mit oder ohne Pestizide angebaut worden waren.

Sie bestimmten den Gehalt an Phenolverbindungen in Mais, Erdbeeren und einer Brombeerart. Die Pflanzen wurden entweder ohne Pestizide und ohne Kunstdünger, ohne Pestizide mit Kunstdünger oder konventionell mit Pestiziden und Kunstdünger angebaut. Mais und Brombeeren aus pestizidfreiem Anbau enthielten 50 bis 58 Prozent mehr Antioxidantien als konventionell angebaute Produkte, ähnliche Mengen wie in unkultivierten Sorten angetroffen werden. Bei den Erdbeeren betrug die Steigerung 19 Prozent. Den höchsten Gehalt an Antioxidantien ermittelten die Forscher bei den Pflanzen, die ohne Pestizide, aber mit künstlicher Düngung gewachsen waren.

‚Wir wissen, dass die Polyphenole nützlich sind, unklar ist allerdings noch, welche Phenolverbindungen nützlich sind, und in welcher Menge‘, so Mitchell. Optimal sei offenbar die Kombination aus ausreichender Nährstoffversorgung und weiter bestehendem Schädlingsdruck.

Möglicherweise verschlechtert man also die Qualität der Nahrungsmittel, wenn man die Nutzpflanzen vor Schädlingen schützt. Die Wissenschaftler planen als nächstes, weitere vergleichende Untersuchungen mit Tomaten, Brokkoli, Paprika und anderem Gemüse durchzuführen. Flavonoide sind vor allem in Obst und Gemüse, aber auch in bestimmten Getreidesorten enthalten. Besonders reich an diesen Antioxidantien sind Zitrusfrüchte, Beerenfrüchte, grüner Tee und Rotwein.

Weniger Pestizid-Rückstände

Ein Studie an 43 zwei- bis fünfjährigen Kindern, durchgeführt von Wissenschaftlern der University of Washington, belegt eine geringere Menge an Pestizid-Rückständen durch den Konsum von Bio-Produkten. Kinder, die deutlich weniger oder keine konventionell erzeugten Lebensmittel zu sich nahmen lagerten danach weniger Rückstände in ihren Körpern ein. So wurden bei Kindern mit ‚konventioneller‘ Kost bis zu sechs mal höhere Dimethyl-Metabolit-Werte vorgefunden.

Im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht nehmen Kinder deutlich mehr Nahrung zu sich, zudem sind dies oftmals Produkte, die höhere Pflanzenschutzmitteln-Rückstände aufweisen, wie zum Beispiel frische Früchte und Gemüse. Andere mögliche Quellen wie Trinkwasser oder die Pestizid-Anwendung im Haushalt wurden ebenfalls untersucht, sie ließen aber keine derartigen Rückschlüsse zu.

Die Wissenschaftler räumten ein, dass die untersuchten Kinder nicht grundsätzlich repräsentativ für die gesamte Altersschicht seien. Da aufgenommene Pestizide nicht zu 100 Prozent wieder ausgeschieden würden könnten die wirklichen Werte zudem höher liegen als ermittelt.

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Wernicke: Bund belastet zusätzlich die Landwirte

Themen: Archiv,GAP — info @ 14:03

EU-Pläne zur Agrarreform sollten überarbeitet werden

Bernburg (agrar.de) – Sachsen-Anhalts Bauern stehen vor ihrem womöglich schwierigsten Nachwendejahr. Agrarministerin Petra Wernicke sagte am Mittwoch auf dem ‚Tag der Betriebswirtschaft‘ in Bernburg: ‚Gewinnverluste von 50 Prozent und mehr, beziehungsweise 150 bis mehr als 200 Euro je Hektar landwirtschaftlicher Fläche, sind für dieses Jahr zu befürchten.‘ Als Hauptursache nannte Wernicke das Jahrhunderthochwasser an Elbe und Mulde, das bereits 2002 zu einem Ernteausfall geführt hatte und dessen Folgen noch nachwirkten. Aber auch ein weiterer Preisverfall für Milch, Schweine und Getreide ist zu verzeichnen.

Die Ministerin bekräftigte ihre Forderung an Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast, die EU-Fördergelder in voller Höhe an die Agrarbetriebe weiterzureichen und auf die nationale Modulation mit der pauschalen Kürzung von zwei Prozent zu verzichten. ‚Wer in dieser komplizierten Situation den Unternehmen Geld vorenthält, provoziert geradezu den Kollaps. Betriebe werden in ihrer Existenz bedroht‘, sagte Wernicke.

Auch die Brüsseler Pläne für eine EU-Agrarreform sieht Wernicke sehr kritisch. ‚Reform ja, aber nicht so‘, sagte die Ministerin. Insbesondere die Umschichtung von Direktzahlungen mit dem Ziel der Neuverteilung (Modulation) lehnt Wernicke ab. ‚Das ist mir alles zu undurchsichtig. Die Kriterien für diese Umverteilung sind nicht nachvollziehbar. Ungerechtigkeiten sind vorprogrammiert. Sachsen-Anhalts Bauern würden kaum etwas von diesem umverteilten Geld wieder sehen.‘

Wernicke hat einen Alternativvorschlag vorgelegt. Statt nachträglicher Kürzungen sollte es in einer ersten Säule einheitliche, an der Fläche orientierte Grundprämien geben. Und als eine zweite Säule schlägt Wernicke vor, ein transparentes Zuschlagssystem zu entwickeln. So sollten Betriebe, deren Produktion in besonderer Weise ökologischen Anforderungen entspricht oder über normales Maß hinaus Arbeitsplätze schafft, Zuschläge bekommen. Des weiteren spricht sich Wernicke dafür aus, die von der EU ins Auge gefasste Degression nicht an Betriebsgrößen zu binden. ‚Wenn Kürzung, dann für alle‘, lautet ihr Motto.

Sachsen-Anhalts Landwirtschaft hat 2002 rund 340 Millionen Euro Direktbeihilfen von der EU bekommen. Die EU-Pläne für eine europäische Agrarreform könnten laut Expertenberechnungen ein Minus von 62 Millionen Euro für Sachsen-Anhalts Bauern ausmachen.

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Hessen: Bauern fordern faire Milchpreise

Themen: Hessen — info @ 14:03

300 Bauern protestieren mit 100 Schleppern in Sontra

Sontra (agrar.de) – Unter dem Motto ‚Preisdumping auf dem Rücken der Bauern und der Region beenden‘ haben rund 300 Bauern mit knapp 100 Schleppern vor einem Aldi und Teegut-Lebensmittelmarkt heute im nordhessischen Sontra (Werra-Meißner-Kreis) faire Milchpreise, das heißt 5 Cent pro Liter mehr für den Erzeuger, gefordert. Das berichtet der Hessische Bauernverband (HBV) Die zu Dumpingpreisen angebotene H-Milch wurde palettenweise von den Bauern aufgekauft, um sie später an Kindergärten zu verteilen.

‚Vor 20 Jahren konnte der Landwirt für den Erlös von einem Liter Milch, einen Liter Dieseltreibstoff kaufen, heutzutage muss fast vier mal so viel Milch produziert werden, um die gleiche Menge Diesel zu erwerben.‘ Mit diesen Worten verdeutlichte der Generalsekretär des HBV, Peter Voss-Fels, im Rahmen der Protestkundgebung den dramatischen Erlösrückgang bei Milch im Verhältnis zu den gestiegenen Produktionskosten. Er lobte den Schulterschluss von Vertretern des Kreisbauernverbandes Werra-Meißner, den Landfrauen, der Landjugend und nicht zuletzt einer Vertreterin der Kirche. Gemeinsam wiesen sie in Ansprachen darauf hin, dass Milch ein wertvolles Lebensmittel sei und deshalb nicht verschleudert werden dürfe.

Im Werra-Meißner-Kreis werden rund 7.300 Milchkühe gehalten. Nicht nur Bauernfamilien lebten von der Milch, sondern auch Elektriker, Maurer, Landmaschinenhändler usw. Jeder achte Arbeitsplatz hänge direkt oder indirekt von der Landwirtschaft ab. Eine Senkung des Milchpreises um 2,5 Cent je Liter, wie in den letzten Monaten geschehen, habe einen Kaufkraftverlust von ca. 1,5 Millionen Euro für die Region zur Folge. Dies bedeute nicht nur das Aus für die Bauern, sondern auch eine weitere Amputation für den so stark gebeutelten Werra-Meißner-Kreis. ‚Wir brauchen ein Bündnis des ländlichen Raumes, die Bauern sind dabei‘, so der Kreisbauernverband Werra-Meißner in einer Pressemitteilung.

In anderen hessischen Landkreisen werden in den nächsten Wochen weitere Protestaktionen folgen, um bei den jetzt anstehenden Listungsgesprächen zwischen Molkereien und dem Lebensmittelhandel höhere Erzeugerpreise für Milch durchzusetzen.

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DBV fordert Konsequenzen aus dem Dioxin-Fall in Thüringen

Themen: Dioxin,Futtermittel — info @ 14:03

Einzelfuttermittelhersteller registrieren, Positivliste weiter entwickeln

Berlin (agrar.de) – Das Präsidium des Deutschen Bauernverband (DBV) hat auf seiner gestrigen Sitzung Konsequenzen aus der jüngsten Verseuchung von Tierfutter in Thüringen gefordert. Handlungsbedarf sieht es vor allem bei der Herstellung und Verarbeitung von Einzelfuttermitteln.

Der DBV fordert, dass Hersteller von Einzelfuttermittel ab sofort amtlich registriert werden müssen und der Futtermittelüberwachung unterliegen. Um die Maßnahmen zur Qualitätssicherung von Futtermitteln transparent zu machen, sollten die anfallenden Ergebnisse aus Futtermitteluntersuchungen der Hersteller, der amtlichen Überwachung sowie aus Monitoring-Programmen der Futtermittel-Industrie in einer gemeinsamen Datenbank niedergelegt werden.

Für die vom Berufsstand mitinitiierten Positivliste für Einzelfuttermittel schlägt der Deutsche Bauernverband weitere Verbesserungen insbesondere bei der Risikobewertung von Einzelfuttermitteln vor. Hierbei solle eng mit dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz (BVL) und dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zusammengearbeitet werden. Einzelfuttermittel sollten erst dann in die Positivliste aufgenommen werden, wenn der Hersteller der Normenkommission ein vollständig ausgefülltes Datenblatt zum Produktionsprozess vorgelegt hat. Das gelte vor allem für die Gruppe der Futtermittel, die aus Neben- und Abfallprodukten der Lebensmittelherstellung und aus der Arzneimittelproduktion stammen.

Der DBV drängt auf eine Einbindung der Hersteller von Einzelfuttermitteln in das %url4%QS-System%/%. Auch wenn das Zeit erfordere, nur so sei eine durchgängige Qualitätssicherung möglich.

Links zum Thema %url5%Lebensmittelqualität und Kontrolle%/%, Links zum Thema %url6%Verbände%/%.

Österreich: Wildschadensbericht zeigt angespannte Situation

Themen: Archiv — info @ 12:03

Wien (agrar.de) – Der gestern im österreichischen Ministerrat verabschiedete Wildschadensbericht 2001 dokumentiert eine angespannte Situation. Weder bei der Verbiss- noch bei der Schälschadenssituation im Wald weist der Bericht eine Verbesserung gegenüber der äußerst unbefriedigenden Situation des Jahres 2000 aus. Im Gegenteil, beim Verbiss ist sogar eine leichte Verschlechterung zu verzeichnen.

Rund zwei Drittel aller österreichischen Wälder sind durch Verbiss so stark beeinträchtigt, dass die Verjüngung mit den waldbaulich erforderlichen Baumarten nicht oder nur mit Hilfe von Schutzmaßnahmen möglich ist. Fast ein Viertel aller Stangenholzflächen weist Schälschäden auf. Das teilt das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUM) mit.

Neben überhöhten Schalenwildbeständen und zu intensiver Waldweide sind vor allem Fehler in der Wildfütterung und in der Waldbewirtschaftung (großflächige Altersklassenwälder ohne entsprechendes Äsungsangebot) sowie Beunruhigung und Verdrängung des Wildes durch Tourismus, Siedlungstätigkeit oder Verkehr zu nennen. Durch die zunehmende Inanspruchnahme der Natur durch den Menschen wird der Lebensraum des Wildes immer stärker eingeengt. Dies führt mangels Ausweichmöglichkeiten regional zu überhöhten Wildbeständen.

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Verdacht auf Geflügelpest auch in Belgien

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 12:03

Müller: Vorsichtsmaßnahmen aufrechterhalten

Berlin (agrar.de) – Nachdem am gestrigen Abend in einem belgischen Masthähnchenbetrieb mehrere tausend Tiere mit Symptomen, die der klassischen Geflügelpest (Aviäre Influenza) stark ähneln, verendeten, besteht der dringende Verdacht auf Geflügelpest auch in Belgien. Derzeit laufen noch die letzten Untersuchungen. Um eine Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern, haben die belgischen Behörden einschneidende Maßnahmen angekündigt.

Bisher liegen keine Hinweise vor, dass die Krankheit nach Deutschland eingeschleppt wurde. Dennoch warnte der Staatssekretär im Bundesverbraucherschutzministerium, Alexander Müller davor, die Gefahr zu unterschätzen: ‚Angesichts der engen Verflechtungen auf dem EU-Binnenmarkt ist es dringend geboten, sämtliche Vorsichtsmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Geflügelpest aufrechtzuerhalten.‘ Müller kündigte an, dass Bund und Länder im Laufe des heutigen Tages in einer Schaltkonferenz das weitere Vorgehen verabreden werden.

Das niederländische Agrarministerium hat jetzt auch um einen Geflügelbetrieb in Poppel in der im Südwesten des Landes gelegenen Provinz Zeeland ein Sperrgebiet eingerichtet. Nach Angaben des Ministeriums besteht der dringende Verdacht, daß auch hier die Geflügelpest ausgebrochen ist. Außerdem wurde eine Grippe-Impfung für die Menschen angeordnet, die die von Geflügelpest betroffenen Betriebe räumen.

Die klassische Geflügelpest ist eine hochinfektiöse Erkrankung insbesondere für Hühner und Puten. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt der Tiere untereinander oder durch Überträger wie Menschen, Wildvögel oder Gegenstände, einschließlich Transportmittel und z.B. Eierverpackungsmaterial. Die Bekämpfungsmaßnahmen sind EG-rechtlich harmonisiert.

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Stächele: Fischler-Vorschläge gefährden baden-württembergische Milchviehbetriebe in ihrer Existenz

Themen: Archiv — info @ 10:03

Minister diskutierte mit Europaabgeordneten über Milchquotenregelung – Ausschuss des Parlaments besuchte Betriebe im Elsass und im Schwarzwald

Hausach-Gechbach (agrar.de) – ‚Die derzeitigen Vorschläge der EU-Kommission zur Weiterentwicklung der Agenda 2000 müssen in einigen Punkten, wie etwa der sinnvollen Milchmengensteuerung, geändert werden. Milchviehbetriebe in Gebieten wie im Schwarzwald benötigen eine verlässliche Perspektive.‘ Dies erklärte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele MdL, am Mittwoch bei einer Informationsfahrt mit Mitgliedern des Ausschusses für Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung des Europäischen Parlaments in Hausach-Gechbach (Ortenaukreis).

Minister Stächele unterstrich gegenüber dem Agrarausschussvorsitzenden Joseph Daul (MdEP), der Berichterstatterin im Bereich Milch im Europäischen Parlament, Elisabeth Jeggle (MdEP) sowie den zahlreichen weiteren Europaparlamentariern die Notwendigkeit, in eine vertiefte Diskussion über die zukünftige Milchmengensteuerung einzusteigen. ‚Wir müssen rechtzeitig Klarheit schaffen, damit unsere Landwirtschaft Planungssicherheit für Investitionen in die Zukunft bekommt‘, so Stächele. Bei der Besichtigung von zwei landwirtschaftlichen Betrieben im Ortenaukreis und im Elsass konnten sich die Ausschussmitglieder des Europäischen Parlaments einen Eindruck über die derzeitige Situation der landwirtschaftlichen Betriebe verschaffen sowie mit den betroffenen Landwirtsfamilien über die möglichen Auswirkungen der EU-Vorschläge diskutieren. Stächele betonte, dass mit den im Januar vorgestellten Umsetzungsvorschlägen zur Agenda 2000 ein großer Teil der heimischen Milchviehbetriebe gefährdet sei. Für einzelne Betriebe seien Einkommensverluste von bis zu 50 Prozent zu befürchten. Insgesamt seien Einkommensverluste von zirka 115 Millionen Euro im Jahr für die Milchviehhalter im Land zu erwarten. Der Vorschlag der EU-Kommission, die Milchquotenregelung zunächst bis ins Jahr 2014/15 zu verlängern, werde, so Stächele, vom Land im Grundsatz begrüßt. ‚Eine weitere Quotenerhöhung und eine Reduzierung der Interventionspreise ist aber strikt abzulehnen‘, betonte Stächele. Die Quotenerhöhung um weitere zwei Prozent führe zu Überproduktion und damit zu einer Aushöhlung der Quotenregelung. Die geplanten Preissenkungen könnten durch die vorgeschlagenen Ausgleichszahlungen bei weitem nicht ausgeglichen werden, erläuterte Stächele.

Zudem dürfe die anstehende Halbzeitbewertung der Agenda nicht zum Anlass genommen werden, die für den Planungszeitraum 2000 bis 2006 festgelegten Grundprinzipien des Systems und die zentralen Maßnahmen in Frage zu stellen. ‚Unsere Landwirtschaft braucht Planungssicherheit, Kontinuität und verlässliche Rahmenbedingungen, um im Wettbewerb bestehen und ihre vielfältigen Leistungen für die Gesellschaft erbringen zu können. Die Laufzeit der Agenda 2000 muss wie vereinbart bis 2006 eingehalten werden. Das Vorziehen der Reform auf 2004 lehnen wir ab‘, so Stächele.

‚Aufgabe der Gemeinsamen Agrarpolitik muss es sein, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken, die Marktorientierung zu verbessern, den Landwirten bei nachhaltiger Wirtschaftsweise die Erwirtschaftung eines angemessenen Einkommens zu ermöglichen‘, sagte Stächele. ‚Deshalb müssen die Gemeinwohlleistungen einer nachhaltigen und multifunktionalen Landwirtschaft wie etwa die Pflege des Landschaftsbildes honoriert werden‘, so Minister Stächele. Die flächendeckende Landbewirtschaftung durch leistungsfähige bäuerliche Familienbetriebe sei ein wichtiger Standortfaktor im Ländlichen Raum. Baden-Württemberg leistet hier mit seiner integrierten Agrar- und Strukturpolitik europaweit Beispielhaftes. ‚Um den landwirtschaftlichen Betrieben Zukunftsperspektiven zu öffnen, muss die Gemeinsame Agrarpolitik der EU aber weiterhin den Regionen Spielräume für eigene Gestaltungsmöglichkeiten lassen‘, forderte Stächele.

Zusatzinformation:

Am 22. Januar 2003 hat die EU-Kommission Vorschläge zur Umsetzung der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik veröffentlicht. Mit den momentan vorgesehenen Vorschlägen der EU-Kommission wird der Richtpreis für Milch bis zum Wirtschaftsjahr 2008/09 um 28 Prozent gesenkt, während die Milchquoten um insgesamt 3,5 Prozent erhöht werden. Bereits jetzt besteht in der EU eine Überproduktion bei Milch von 20 Prozent. Am 10. Februar 2003 einigten sich die Agrarminister der unionsregierten Länder auf Initiative Baden-Württembergs auf eine gemeinsame Stellungnahme zu den Fischler-Vorschlägen.

In Baden-Württemberg gibt es rund 15.000 Milcherzeuger, die 568.200 Hektar Grünland bewirtschaften. Dies entspricht 39 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche im Land. Die Milch hat mit 25 Prozent Anteil an den Verkaufserlösen der baden-württembergischen Landwirtschaft eine entscheidende wirtschaftliche Bedeutung. Aufgrund des engen Zusammenhangs zwischen der Milchviehhaltung und einer flächendeckenden Landbewirtschaftung ist die zukünftige Regelung des Milchmarktes sowohl aus agrarwirtschaftlicher als auch aus gesellschaftlicher Sicht von zentraler Bedeutung bei der Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU.

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LZ-Ratgeber Förderung 2003 erschienen

Themen: Archiv — info @ 10:03

Bonn (agrar.de) – Der ‚Ratgeber Förderung 2003‘ ist jetzt als Beilage zur Landwirtschaftlichen Zeitschrift Rheinland (LZ) erschienen. In dem 64-seitigen Heft beantworten Förderungsexperten der Landwirtschaftskammer Rheinland alle Fragen, die sich für die Landwirte aus der komplizierten EU-Agrarpolitik ergeben. Nahezu jeder landwirtschaftliche Betrieb ist davon betroffen. Das richtige Ausfüllen der umfangreichen Antragsformulare ist für den Betriebserfolg in der Landwirtschaft heute ebenso wichtig wie richtige Entscheidungen für die Arbeit auf dem Feld.

Der Ratgeber Förderung 2003 erläutert alle einschlägigen Vorschriften für Landwirte und geht vor allem auf Neuerungen gegenüber dem Vorjahr ein.

Der Ratgeber kann zum Preis von 5 Euro zuzüglich Porto beim Rheinischen Landwirtschafts-Verlag, Rochusstraße 18, 53123 Bonn, Tel.: 0228-5200645, Fax: 0228-5200658, E-Mail bestellt werden oder kostenlos %url4%im Internet %/% heruntergeladen werden.

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Agrarlandpreise in Deutschland sehr unterschiedlich

Themen: Agrarstruktur,Statistik — info @ 10:03

Böden in Nordrhein-Westfalen mit 27.298 Euro je Hektar am teuersten – Preis stieg bundsweit 2001 gegenüber Vorjahr um 3,8 Prozent auf durchschnittlich 9.427 Euro

Münster (agrar.de) – Der Preis für landwirtschaftliche Nutzflächen in Deutschland hat sich nach Mitteilung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) im Jahre 2001 erhöht. Gegenüber 2000 stieg er nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 3,8 Prozent auf durchschnittlich 9.427 Euro je Hektar.

Nach wie vor bestehen große regionale Preisunterschiede je nach Bodengüte, Nutzungsart und Lage sowie Angebot und Nachfrage. Am teuersten sind die Böden in Nordrhein-Westfalen mit 27.298 und Bayern mit 24.307 Euro, am billigsten in Brandenburg mit 2.460 Euro je Hektar.

Während in den alten Bundesländern pro Hektar im Mittel fast 17.300 Euro bezahlt werden, sind es in den neuen Ländern nur 3.800 Euro je Hektar. 2001 wechselten bundesweit rund 100.000 Hektar Agrarland den Besitzer, das sind gerade 0,6 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche. Davon entfielen 58.200 Hektar auf die neuen Länder und 41.800 Hektar auf die alten.

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