13. März 2003

Liese: EU-Mitgliedstaaten bremsen beim Biokraftstoff

Themen: Archiv,Kraftstoffe — info @ 12:03

Brüssel (agrar.de) – Anläßlich der gestrigen Abstimmung im Europäischen Parlament über den Richtlinienentwurf der EU-Kommission zur Förderung von Biokraftstoffen in der EU hat der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese scharfe Kritik an der Verweigerungshaltung einiger Mitgliedstaaten geübt.

Es sei bedauerlich, daß der Rat es mehrheitlich abgelehnt habe, Parlament und Kommission in ihrer Forderung nach verbindlichen Biokraftstoffanteilen am Gesamtverbrauch zu folgen. Dennoch werde das Parlament weiterhin eine Erhöhung des Biokraftstoffanteils von derzeit 2 auf dann 5,75 Prozent bis zum Jahre 2010 anstreben, unterstrich Liese. So sei es zwar noch nicht gelungen, dieses Ziel bereits jetzt in der zweiten Lesung festzuschreiben, doch sehe bereits für 2007 eine Revisionsklausel vor, erneut über die verbindliche Einführung von Biokraftsstoffen zu diskutieren, falls dies die vom Parlament durchgesetzten nationalen Umweltverträglichkeitsbilanzen erfordern würden.

Liese betonte weiter, daß es beim verstärkten Einsatz von Biokraftstoffen nicht nur um eine Verbesserung der Schadstoffbilanz gehe, sondern auch darum, die allgemeine Abhängigkeit vom Erdöl zu reduzieren sowie der Landwirtschaft alternative Erwerbsquellen zu eröffnen. Deshalb sei es umso wichtiger, daß die in Deutschland bestehenden Steuererleichterungen zum Beispiel für Biodiesel erhalten bleiben können, zumal das Land bereits jetzt zu den drei größten Herstellern von Biokraftstoffen in Europa gehöre. Desto unverständlicher sei es jedoch, daß Deutschland sich ebenfalls als Bremser bei der Forderung nach verbindlichen Zielen erwiesen habe.

Angesichts der noch immer großen Unterschiede bei den Produktions- und Qualitätsstandards umweltfreundlicher Kraftstoffe gelte es zudem, die Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet weiter auszubauen, um deren Ökobilanzen weiter zu verbessern. Liese wies darauf hin, daß damit auch ein Beitrag zur Erreichung der Klimaziele von Kyoto geleistet werden könne, denn durch die verbindliche Einführung von Biokraftstoffen könne eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um bis zu 8 Prozent erreicht werden.

Links zum Thema Biodiesel und Pflanzenöl.

Meinung zu Lebensmitteln beim Discounter: preisgünstig und gut

Themen: Archiv — info @ 11:03

Allensbach (agrar.de) In den letzten beiden Jahren haben die Discounter einen Siegeszug angetreten. Während der Handel im allgemeinen Einbußen hinnehmen muß, verzeichnen die Discountmärkte Zugewinne. Anlaß für den Run in Richtung Discounter ist sicherlich die schlechte wirtschaftliche Lage, die viele Menschen dazu bewegt, nach preisgünstigen Einkaufsmöglichkeiten zu suchen.

Man muß allerdings bezweifeln, daß sich das neue Einkaufsverhalten, von dem die Discountläden profitieren, bei einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation wieder ändern wird, so das Institut für Demoskopie Allensbach aufgrund seinem Bericht zur jüngsten Umfrage bei über 2.100 KonsumentInnen. Viele berichten von ihrer Erfahrung, daß preisgünstige Geschäfte durchaus gute Qualität bieten.

Das zeigt sich sehr deutlich auch im Blick auf das preisgünstige Lebensmittelsortiment, das unter Qualitätsgesichtspunkten besonders sensibel ist. Die Warnung der Verbraucherschutzministerin Renate Künast, daß die niedrigen Preise für Lebensmittel in den Discountmärkten die Qualität unserer Lebensmittel gefährden, kann die Mehrheit der Bevölkerung nicht nachvollziehen. 74 Prozent glauben der Ministerin nicht. Sie haben beim Einkaufen andere Erfahrungen gemacht. Nur 16 Prozent sehen in Niedrigpreisen für Lebensmittel eine grundsätzliche Bedrohung der allgemeinen Lebensmittelqualität.

Zu den Erfahrungen, die die meisten beim Einkaufen gemacht haben, gehört erstens, daß ihnen landwirtschaftliche Produkte wie Fleisch, Eier und Milch heute keineswegs als zu billig erscheinen. Und zweitens, daß den Konsumenten Lebensmittel dort, wo sie beim Discounter noch halbswegs preisgünstig sind, keinesfalls schlechter als anderswo zu sein scheinen. ‚Im Gegenteil‘, sagen 53 Prozent der Bevölkerung: ‚Weil die Waren dort schnell umgesetzt werden, sind sie in Discountmärkten sogar besonders frisch.‘ Nur 10 Prozent der Befragten verbinden mit den günstigeren Preisen im Discountgeschäft eindeutig eine schlechtere Qualität der Lebensmittel.

Die große Mehrheit der Bevölkerung (79 Prozent) ist davon überzeugt, daß sich vom Preis bei Lebensmitteln im allgemeinen nicht auf die Qualität schließen läßt. Frauen, die ja immer noch vorwiegend für die heimische Küche und fürs Einkaufen zuständig sind, sagen das sogar zu 82 Prozent. Daß Lebensmittel, wenn sie billig sind, qualitätsmäßig grundsätzlich schlechter seien, glauben nur 9 Prozent der Konsumenten.

Besonders beeindruckend ist das Ergebnis bei der folgenden Frage: Neulich sagte uns jemand: ‚Wenn man bedenkt, was alles dazugehört, um landwirtschaftliche Produkte wie Fleisch, Eier und Milch zu erzeugen, dann sind die Preise dafür doch viel zu niedrig.‘ Finden Sie, der hat recht oder nicht recht?‘

Antwort: Er hat recht sagen lediglich 30 Prozent (2001 waren es noch 51 Prozent), er hat nicht recht dagegen 54 Prozent (2001: 31 Prozent).

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Schweiz: GVO-freie Landwirtschaft wird explizit geschützt

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 11:03

Bern (agrar.de) – Im Gentechnikgesetz der Schweiz wird der Schutz der Anbaufläche jener Bauern verankert, welche auf Agrarprodukte ohne gentechnisch veränderte Organismen (GVO) setzen. Der Ständerat ist heute dem Nationalrat gefolgt und stimmte dem Gesetz zu. Das berichtet der Lanwirtschaftliche Informationsdienstes (LID).

Peter Bieri (CVP) verwies auf die lancierte Volksinitiative für ein Moratorium für GVO in der Landwirtschaft. In diesem Licht tue man gut daran, ein für alle Mal im Gesetz ‚festzunageln, dass wir neben einer möglichen GVO-Produktion auch eine GVO-freie Produktion sicherstellen wollen.‘

Position zu GVO in der Nahrungsmittelhilfe

Ein Positionspapier zum Einsatz gentechnisch veränderter Organismen in der Nahrungsmittelhilfe wurde gestern vom schweizerischen FAO-Komitee präsentiert. Danach soll jedes Land berechtigt sein, seine eigene Regelung für die Einfuhr von GVO zu definieren. Nach Meinung des Komitees sollen Länder, die die Risiken der GVO nicht abschätzen können, nur GVO-freie Ernährungshilfe erhalten. Dieser Grundsatz solle in den operationellen Richtlinien des WFP festgehalten werden, heisst es in einer Mitteilung.

Die Lieferung von GVO als Ernährungshilfe für das südliche Afrika hat im Sommer 2002 zu einer heftigen politischen Auseinandersetzung geführt, die bis heute anhält. Sambia hat damals eine solche Ernährungshilfe gänzlich abgelehnt, andere Länder äusserten ebenfalls Bedenken.

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Land Schweiz.

Niedersachsen: Tierseuchenkasse wäre für Seuchenzug finanziell nur schlecht gewappnet

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 11:03

Hannover (agrar.de) – Einer möglichen Einschleppung der Geflügelpest in Niedersachsen sieht die Niedersächsische Tierseuchenkasse mit einiger Sorge entgegen. Die finanziellen Reserven für Entschädigungsleistungen im Seuchenfall sind nach Angaben des Landvolkverbandes nur gering. Dennoch müssten Geflügelhalter im Fall des Falles nicht um Entschädigungszahlungen bangen, weil die Tierseuchenkasse dann Anleihen bei den Haushalten für die übrigen Tierarten nehmen könnte, die allerdings aus dem zukünftigen Beitragsaufkommen der Geflügelhalter verzinslich zurückgezahlt werden müssten. Zwar war die Beitragserhebung für Geflügelhalter gerade erst völlig umgestaltet worden, das höhere Beitragsaufkommen dient aber überwiegend dazu, den Geflügelbereich verursachergerecht an den Kosten der Tierkörperbeseitigung zu beteiligen. Mit 27.700 t zu entsorgendem Geflügel im Jahr 2001 entfiel nach Angaben der Fleischmehlindustrie mehr als jede dritte Tonne zu entsorgender Tierkörper auf diesen Bereich und damit weit mehr, als bisher bekannt war.

Insgesamt rechnet die Tierseuchenkasse in diesem Jahr mit einem Beitragsaufkommen der niedersächsischen Bauern von 30 Millionen Euro. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem vergangenen Jahr, als 21,6 Millionen Euro an Beiträgen eingenommen wurden. Hinzu kamen im vergangenen Jahr Erstattungen des Landes für Impfstoffe und Untersuchungskosten von 10,8 Millionen Euro sowie der EU von 0,8 Millionen Euro. Zur Beitragszahlung ist jeder Tierhalter verpflichtet, um im Seuchenfall abgesichert zu sein. Außerdem werden von der Tierseuchenkasse Untersuchungsprogramme zur Vorsorge gegen Tierseuchen sowie die Tierkörperbeseitigung finanziert. In vielen anderen Bundesländern werden die Kosten der Tierkörperbeseitigung zwischen Land, Kommunen und Tierseuchenkasse gedrittelt, in Niedersachsen werden die Kosten für die Entsorgung des so genannten Spezifizierten Risikomaterials (SRM) jedoch je zur Hälfte von Tierseuchenkasse und Land getragen.

Der Beitragsanstieg in diesem Jahr geht vor allem zu Lasten der Rinder-, Schaf- und Geflügelhalter, während Schweinehalter sogar entlastet wurden, weil hier in den letzten Jahren keine Seuchenzüge mehr zu Buche schlugen. Dagegen ist im Rinder- und Schafbereich die Beseitigung des SRM der größte Kostenfaktor. Insgesamt musste die Tierseuchenkasse im vergangenen Jahr allein 9,1 Millionen Euro hierfür ausgeben. Durch neue Vorgaben der EU dürften die Kosten für die Tierhalter im kommenden Jahr nach Erwartungen der Tierseuchenkasse sogar noch steigen. Hinzu kamen weitere fünf Millionen Euro für die Entsorgung gefallener Schweine, Pferde und Geflügel. Im Rinderbereich schlägt sich darüber hinaus die BHV1-Bekämpfung kräftig in der Ausgabenbilanz nieder. Im Rahmen des amtlichen Bekämpfungsverfahrens werden die Untersuchungs- und Impfkosten von der Tierseuchenkasse übernommen.

Links zum Thema Tierseuchenkassen, Links zum Bundesland %url3%Niedersachsen%/%.

Studie: Vegetarier leben länger

Themen: Archiv — info @ 10:03

Heidelberg (agrar.de) – Nach einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben Vegetarier ein drastisch verringertes Sterblichkeitsrisiko. 100 in der Altersgruppe der Studienteilnehmer zu erwartenden Todesfällen stehen nur 59 tatsächliche bei den Vegetariern gegenüber. Betrachtet man nur die männlichen Studienteilnehmer, so ist der positive Effekt mit nur 52 tatsächlichen Todesfällen noch ausgeprägter.

An der Studie, die seit 1978 unter der Leitung von Privatdozentin Dr. Jenny Chang-Claude läuft, nehmen rund 1900 Vegetarier teil. Die Wissenschaftler unterteilten die Studienteilnehmer nach verschiedenen Ernährungstypen. So gab eine kleine Gruppe – 60 Teilnehmer – an, außer Fleisch auch auf andere tierische Lebensmittel wie Eier oder Milch zu verzichten (Veganer). Zwei Drittel der Studienteilnehmer meiden Fleisch, essen aber Eier und Milchprodukte (Ovo-Lakto-Vegetarier), rund ein Drittel gibt an, gelegentlich kleine Mengen an Fleisch oder Fisch zu essen (moderate Vegetarier).

Vergleicht man diese drei Kategorien, so scheinen sich die gelegentlichen Fleischkonsumenten für die gesündeste Ernährungsweise entschieden zu haben. Somit kann das verringerte Sterblichkeitsrisiko nicht mit dem völligen Verzicht auf Fleisch und Fisch erklärt werden.

Neben der Ernährungsweise erfasst die Studie auch andere Lebensstilfaktoren wie Rauchen oder körperliche Aktivität: Wie erwartet, erhöht Rauchen das Sterblichkeitsrisiko im Durchschnitt um 70 Prozent. Dagegen können sich Teilnehmer freuen, die ihre körperliche Aktivität als mittel oder hoch angeben: Im Vergleich zu Bewegungsmuffeln ist ihr Sterblichkeitsrisiko um ein Drittel verringert.

Ziel der Vegetarier-Studie ist, die Auswirkungen der vegetarischen Ernährung und des damit verbundenen Lebensstils auf das Sterblichkeitsrisiko zu verstehen. Dazu erfassen die Epidemiologen des Krebsforschungszentrums in Abständen von mehreren Jahren die Todesursachen und die Anzahl der Sterbefälle bei den Studienteilnehmern. Diese Daten werden mit den für die Allgemeinbevölkerung im entsprechenden Alter errechneten Werten verglichen.

Die Ergebnisse nach 21 Jahren Beobachtungszeit werden auf dem heute beginnenden Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Potsdam vorgestellt.

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Goldmann: Niedersächsisches Vorgehen gegen Geflügelpest ist vorbildlich

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 10:03

Berlin (agrar.de) – Zu den Maßnahmen der niedersächsischen Landesregierung zur Verhinderung der Ausbreitung der Geflügelpest erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Die Geflügelpest ist für die Geflügelwirtschaft eine existenzielle Bedrohung. Die Niederländer verlieren momentan Millionen Tiere, Milliarden Euro, viele Existenzen und Arbeitsplätze.

Daher ist das zwischen der niedersächsischen Geflügelwirtschaft und dem niedersächsischen Landwirtschaftsministerium abgestimmte Vorgehen, die Auslaufhaltung auf dem Verordnungswege zu verbieten, absolut richtig. Der gesunde Menschenverstand sagt schon, dass Auslaufhaltung ein wesentlich höheres Infektionsrisiko darstellt, weil Zugvögel und Wildenten leicht in die Auslaufflächen hineinkoten können und so für eine Ausbreitung der Geflügelpest sorgen.

Es ist völlig unverständlich, dass das Nachbarland Nordrhein-Westfalen und dessen grüne Landwirtschaftsministerin Frau Höhn ‚trotzig‘ an der Auslaufhaltung festhält. Deshalb appeliere ich an Frau Höhn und die Grünen insgesamt: Sie dürfen sich nicht ihrer grünen Ideologie verpflichtet fühlen (‚Freilauf ist Öko und darum gut‘), sondern müssen sich aus tierschutzrechtlichen und ökonomischen Notwendigkeiten für die Einstallung aussprechen!

Aufgrund der Diskussion im Agrarausschuss des Bundestages und der Fragestunde im Parlament ist die Bundesregierung dringend gefordert, dafür zu sorgen, dass auch NRW alles tut, um die Ausbreitung der Geflügelpest nach Deutschland zu verhindern. Die grüne Ideologiebrille aufzubehalten und damit das Schicksal von Millionen Tieren zu riskieren und die Zukunftschancen unserer Geflügelwirtschaft zu vernichten, ist unverantwortlich!‘

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Niedersachsen: Landvolk fordert Aussetzung der Modulation

Themen: Archiv — info @ 10:03

Hannover (agrar.de) – Die Aussetzung der nationalen Modulation hat der Präsident des niedersächsischen Landvolk-Verbandes, Werner Hilse, in einem Schreiben an den neuen Landwirtschaftsminister Heiner Ehlen gefordert. Aufgrund der angespannten finanziellen Lage und der sinkenden Einkommen in der Landwirtschaft sei die Aussetzung unbedingt erforderlich.

Im übrigen gebe es ohnehin erhebliche Zweifel an einer sach- und regionsgerechten Verteilung der Modulationsgelder, die sich in Niedersachsen auf insgesamt elf Millionen Euro belaufen. Kein Verständnis habe das Landvolk für die Maßnahme ‚Förderung der Verringerung des Mastschweinebesatzes in Regionen mit hoher Viehdichte‘. Stilllegungen von Stallplätzen in der Region Vechta und Cloppenburg seien nicht zu akzeptieren. ‚Diese Region ist für ihre hohe Innovationskraft auf dem Gebiet der Veredlung europaweit bekannt und darum beneiden uns viele Bundesländer‘, schrieb Hilse. Des weiteren dürfe die Förderung für besonders umweltfreundliche Ausbringungsverfahren des wirtschaftseigenen Düngers nicht nur auf Maschinenringe und Lohnunternehmer beschränkt bleiben. Auch Betriebsinhaber sollten mit einbezogen werden. Begrüßt werde vom Landvolk die Verwendung von Modulationsgeldern für die Anlage von Blühstreifen an den Ackerrändern. Völlig unverständlich sei jedoch, dass diese Maßnahme nur auf den Bereich Wolfenbüttel beschränkt werden soll. Für die räumliche Beschränkung gebe es keine fachliche Begründung. Hilse appellierte an den neuen Minister, die Forderungen des Landvolkverbandes in der neuen Richtlinie zu berücksichtigen.

Links zum Thema Verbände, Links zum Bundesland Niedersachsen.

NRW: Schwerpunkt der Mastschweinehaltung liegt im Münsterland

Themen: Archiv — info @ 09:03

Münster (agrar.de) – Der Schwerpunkt der Mastschweinehaltung in Westfalen-Lippe liegt im Münsterland. Wie die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe in Münster mitteilt, haben die Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf eine besondere Bedeutung. Hier werden 56 Prozent der westfälisch-lippischen Schweine gemästet. In diesen Kreisen ist auch die stärkste Ausdehnung der Mast im Zeitraum der vergangenen 15 Jahre festzustellen. Ein Vergleich mit den Zahlen von 1986 zeigt, dass die münsterländischen Kreise ihre Vorrangstellung immer stärker ausbauen konnten, während in Ost- und Südwestfalen die Bestände abgebaut wurden. Die Entwicklung der Tierzahlen stimmt mit der Entwicklung der Zahl der Mastbetriebe in den Kreisen überein. So haben in den Sauerlandkreisen seit 1986 mehr als 80 Prozent der Schweinemäster aufgegeben.

Auch bei den Produktionsstrukturen liegen die münsterländischen Kreise vorn. Insbesondere Münster sowie die Kreise Warendorf und Coesfeld liegen mit durchschnittlich 370 bis 400 Mastschweinen je Halter um 50 Prozent über dem westfälisch-lippischen Durchschnitt. 63 Prozent aller Mastschweine stehen im Kreis Coesfeld in Beständen mit mehr als 600 Mastschweinen, im Kreis Minden-Lübbecke sind es nur 35 Prozent. Bei leicht ausgeweitetem Mastschweinebestand hat sich die Zahl der schweinemästenden Betriebe erheblich reduziert. Gleichzeitig wurden die Bestände größer. Wurden 1986 durchschnittlich 93 Mastschweine gehalten, waren es 267 im Jahr 2001.

Rückläufig ist vor allem die Zahl der kleineren Bestände bis 400 Mastschweine. In den vergangenen zehn Jahren ist ein rapider Anstieg der Mastschweine in den Größenklassen mit mehr als 600 Tieren festzustellen. Dieser Anstieg begründet sich einerseits dadurch, dass die Zahl der Betriebe in dieser Gruppe ansteigt, weil die Betriebe durch Wachstumsinvestitionen in diese Größenordnung vorstoßen. Entscheidend ist aber nach Auffassung der Landwirtschaftskammer die weitere Aufstockung in den Betrieben, die schon einen Bestand von mehr als 600 Mastschweinen aufgebaut haben. Wurde 1986 nur ein Viertel aller Schweine in Beständen größer als 600 Tiere gemästet, waren es 2001 schon 53 Prozent. Mittelfristig dürfte sich in Westfalen-Lippe ein stabiler Bestand von 2.500 bis 3.000 Schweinemastbetrieben einstellen.

Insgesamt ist die Zahl der Mastschweinehalter um zwei Drittel von 36.000 im Jahr 1986 auf 13.000 im Jahr 2001 gefallen. Die Zahl der Mastschweine hat sich im Untersuchungszeitraum von 3.340.000 auf 3.550.000 leicht erhöht.

Links zum Thema Schweine, Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

12. März 2003

Rheinland-Pfalz: Weinanbaufläche nahm im Jahr 2002 weiter ab

Themen: Archiv — info @ 16:03

Stärkster Rückgang im Gebiet Mosel-Saar-Ruwer

Bad Ems (agrar.de) – An Mosel, Saar und Ruwer wird immer weniger Wein angebaut. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilte, hat sich die bestockte Rebfläche binnen Jahresfrist um gut 560 Hektar auf knapp 9.750 Hektar reduziert. Damit entfallen drei Viertel des Rückgangs an Rebfläche in Rheinland-Pfalz auf dieses Anbaugebiet. In allen Anbaugebieten zusammen ist die bestockte Rebfläche im Herbst 2002 gegenüber dem Vorjahr um knapp 770 Hektar kleiner geworden. Damit wächst noch auf rund 64.700 Hektar Wein.

Rotwein hat im vergangenen Jahr in allen Gebieten abermals an Gewicht gewonnen. Die Fläche, auf der rote Rebsorten angepflanzt waren, wuchs gegenüber dem Jahr 2001 um rund 2.000 auf knapp 16.800 Hektar. Dagegen verringerte sich die Fläche mit Weißweinrebsorten um 2.750 auf gut 47.900 Hektar. Den größten Flächenzugewinn verzeichneten Rotweinrebsorten in Rheinhessen (plus 937 Hektar) und in der Pfalz (plus 804 Hektar); in der Pfalz entfällt unterdessen mehr als ein Drittel der Rebfläche auf Rotwein, in Rheinhessen ist es ein Viertel. Mosel-Saar-Ruwer ist dagegen das Gebiet mit dem höchsten Weißweinanteil; nur rund sieben Prozent sind dort mit roten Rebsorten bestockt.

Riesling ist nach wie vor mit gut 22 Prozent der Gesamtfläche die führende Rebsorte, gefolgt von Müller-Thurgau (16,4 Prozent). Mit Dornfelder (9,5 Prozent) und Blauem Portugieser (7,1 Prozent) folgen zwei Rotweinrebsorten.

Links zum Thema Wein, Links zum Bundesland Rheinland-Pfalz.

Mecklenburg-Vorpommern: Geflügelhalter müssen Sicherheitsvorkehrungen beachten

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 16:03

Gefahr der Verbreitung der Geflügelpest durch Zugvögel

Schwerin (agrar.de) – Nach Meldungen des Bundesministeriums für Verbraucherschutz besteht nun auch der dringende Verdacht auf Geflügelpest in Belgien. Dort waren am Montag in einem Masthähnchenbetrieb mehrere tausend Tiere mit Symptomen, die der klassischen Geflügelpest (Aviäre Influenza) ähneln, verendet. ‚Bisher liegen noch keine Hinweise vor, dass die Krankheit nach Deutschland eingeschleppt wurde‘, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. Mecklenburg-Vorpommern beginnt in diesen Tagen im Rahmen einer EU-weiten Flächenuntersuchung im Land Unternehmen mit Geflügelhaltung und Schlachtbetriebe zu beproben.

‚Alle Geflügelhalter sind dringend aufgefordert, die Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten‘, betonte Minister Backhaus. Gerade der Vogelzug von Südwesten nach Nordosten lasse nicht ausschließen, dass Wildvögel das Geflügelpestvirus verschleppen. Daher muss möglichst jeglicher Kontakt zwischen Wildvögeln und Hausgeflügel vermieden werden. Ein Ausbruch der Geflügelpest beträfe nicht nur die großen Betriebe. Alle Geflügelhalter hätten im Zuge der Sperr- und Seuchenbekämpfungsmaßnahmen mit erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen zu rechnen.

Zum Schutz vor einer Verbreitung des Virus wird nach § 79 Abs. 4 des Tierseuchengesetzes Folgendes deshalb angeordnet:

1. Als Haustiere gehaltene Hühner einschließlich Perl- und Truthühner, Enten und Gänse sind in geschlossenen Ställen zu halten. Hiervon kann abgewichen werden, wenn die Haltung unter Schutzvorkehrungen erfolgt, die einer Einschleppung der Geflügelpest durch Wildvögel entgegen wirken, insbesondere wenn eine überstehende dichte Abdeckung nach oben sowie vogelsichere Seitenabgrenzungen vorhanden sind.

2. Wer Enten, Gänse oder Perlhühner als Haustiere hält, hat dieses unverzüglich den zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt anzuzeigen.

3. Treten in einem Hausgeflügelbestand Verluste von mehr als 2 Prozent des Bestandes innerhalb von 24 Stunden auf, so ist dieses dem zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt unverzüglich anzuzeigen. Tierhalter die nicht mehr als 100 Tiere halten, haben den Verlust von mindestens drei Tieren innerhalb von 24 Stunden anzuzeigen.

4. Zuwiderhandlungen werden als Ordnungswidrigkeit nach § 76 Abs. 2 Nr. 1 Buchstabe a des Tierseuchengesetzes geahndet.

Begründung:

Im Königreich der Niederlande ist der Ausbruch der Geflügelpest amtlich festgestellt. Es wird davon ausgegangen, dass der Ausbruch auf Wildgeflügel zurückzuführen ist. Das Tierseuchengeschehen zeigt starke Ausbreitungstendenz. Gegenwärtig ziehen Wildgänse und anderes Wildgeflügel aus ihren Winterquartieren im Südwesten zu ihren Brutplätzen nach Nordosten. Freiland- und Auslaufhaltungen sind besonders gefährdet. Aufgrund der sich weiter ausbreitenden Seuche ist eine Aufstallung des Hausgeflügels geboten.

Nach § 24b Viehverkehrsverordnung ist die Anzeigepflicht bei Geflügel auf Hühner und Truthühner begrenzt. Wegen der erhöhten Seuchengefahr ist eine erweiterte Übersicht über die Hausgeflügelbestände bei den Veterinär- und Lebensmittelüberwachungämtern erforderlich.

Die Anzeige von Tierverlusten ist erforderlich, damit die zuständigen Behörden den möglichen Ausbruch einer Seuche frühzeitig erkennen können.

Da es sich um ein akutes Seuchengeschehen handelt, kann Rechtsmitteln gegen diese Anordnung keine aufschiebende Wirkung zugebilligt werden. Diese Allgemeinverfügung muss solange in Kraft bleiben, bis das erhöhte Tierseuchenrisiko nicht mehr besteht.

Links zum Thema Geflügel, Links zum Thema Tiergesundheit.

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