21. März 2003

DBV: Entwurf einer EU-Verordnung gefährdet Biogasanlagen

Themen: Archiv,Biogas,Energie — info @ 14:03

Verband: Übertriebene Hygienevorschriften ändern

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht den Betrieb vieler landwirtschaftlicher Biogasanlagen in Deutschland durch die EU-Hygieneverordnung gefährdet. Diese Verordnung soll den Umgang mit der Entsorgung so genannter tierischer Nebenprodukte wie zum Beispiel Schlachtkörperteile und Gülle regeln. Wenn die Verordnung in der jetzt vorliegenden Form umgesetzt würde, ergäben sich ab 1. Mai 2003 große Probleme bei der Verwertung von Gülle durch Biogasanlagen.

In einem Schreiben an die Staatssekretäre im Bundeslandwirtschaftsministerium, Alexander Müller, und im Bundesumweltministerium, Rainer Baake, hat DBV-Generalsekretär Dr. Helmut Born dazu aufgefordert, die Verordnung zu überarbeiten. Dies sei im Sinne der Nutzung erneuerbarer Energien und einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft notwendig.

Bei Biogasanlagen sind die geforderten Grenzen für die Keimbelastung der verarbeiteten Gülle ein Problem. Weil der in der Verordnung geforderte Höchstgehalt an Keimen bei der Vergärung in den Anlagen nicht erreichbar ist, würde Gülle nach der Nutzung entsorgungspflichtiger Abfall. Dies sei eine absurde Vorstellung, schrieb Born.

Vergorene Gülle sei hygienisch unbedenklicher als nicht vergorene Gülle und letztere dürfe in Deutschland ohne Hygieneauflagen ausgebracht werden. Die in der Verordnung geforderte ‚unumgehbare Pasteurisierungs-/Entseuchungsabteilung‘ für Biogasanlagen sei bei den meisten landwirtschaftlichen Biogasanlagen nicht vorhanden und bei der Vergärung von Gülle nicht erforderlich. Nicht nachvollziehbar sei zudem eine Einrichtung zur Desinfektion von Fahrzeugen und Behältern beim Verlassen der Biogasanlage.

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