04. März 2003

Geflügelpest: Niedersachsen mahnt „konkrete Lieferlisten“ an

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 11:03

Hannover (agrar.de) – ‚Konkrete niederländische Lieferlisten‘, bezogen auf die inzwischen 16 unter Geflügelpest-Verdacht stehenden niederländischen Betriebe sowie die dazu gehörenden Sperrgebiete liegen den niedersächsischen Behörden noch nicht vor, teilte das dortige Landwirtschaftsministerium heute mit. Erste Erkenntnisse aus den räumlich nur schwer zuzuordnenden ANIMO-Meldungen hätten zwar als Grundlage für die bereits vorgenommene vorsorgliche und vorläufige Sperrung von rund 250 belieferten niedersächsischen Betrieben gedient, seien aber als Beurteilungskriterien für eine tatsächliche akute Gefährdung nicht ausreichend.

Abgestimmt haben sich Bund und Länder heute darüber, dass als ’seuchenrelevant‘ nur Lieferungen aus den Niederlanden eingestuft werden, die nach dem 8. Februar erfolgten. Außerdem, dass keine Tötungsanordnungen ausgesprochen werden, wenn 11 Tage nach dem Einstallungstermin keine klinischen Symptome festzustellen sind und dass die Aufhebung einer Sperre nach 21 Tagen ohne klinische Symptome erfolgen kann.

Um das Seuchenverbreitungsrisiko zu minimieren hat Niedersachsen u.a. vorgeschlagen, den Niederländern Einwegverpackungen für Konsumeier vorzuschreiben, außerdem strenge Reinigungs- und Desinfektionsauflagen für Lieferfahrzeuge u.a. von Futtermitteln.

Vorbereitet wird in Niedersachsen zurzeit eine Verordnung, die ein landesweites Aufstallungsgebot vorschreibt. Dieses bislang nur in Weser-Ems, Diepholz und Nienburg geltende ‚Freilandverbot‘ sei aufgrund der Einschleppungsgefahr durch Zugvögel dringend erforderlich, so die Begründung. Hinweise auf eine möglicherweise bereits erfolgte Einschleppung der Seuche nach Niedersachsen liegen bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vor.

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