06. Dezember 2002

Baden-Württemberg: 2,7 Millionen Hektoliter Weinmost unter schwierigen Bedingungen geherbstet

Themen: Anbauflächen,Erntebericht,Statistik,Wein — info @ 09:12

Knapp 60 Prozent der Moste für Prädikatsweine geeignet

Stuttgart (agrar.de) – Wie im Herbst 2000 gestaltete sich auch die diesjährige Weinlese für die heimischen Winzer und Weingärtner aufwändig und überaus arbeitsintensiv, weil teilweise essigsaures Traubengut ausgesondert werden musste, um nur einwandfreie Qualitäten in den Keller zu bringen. Erschwerend kam nach Einschätzung der Weinbausachverständigen des Statistischen Landesamtes hinzu, dass beständiges, trockenes Herbstwetter Seltenheitswert hatte und die Lese wegen Regens häufig unterbrochen werden musste.

Die Weinbausachverständigen veranschlagen den Ertrag im Anbaugebiet Baden aufgrund der Schätzungen von Anfang/Mitte November auf 90 Hektoliter je Hektar (hl/ha) Weinmost und im Anbaugebiet Württemberg auf 121 hl/ha. Beim bisherigen Umfang der Ertragsrebfläche entspräche dies einer baden-württembergischen Weinmosternte von 2,71 Millionen hl (1,27 Mill. hl Weiß- und 1,44 Mill. hl Rotmost), wovon voraussichtlich 1,38 Mill. hl auf das Anbaugebiet Baden (876.000 hl Weißmost und 507.000 hl Rotmost) sowie 1,33 Mill. hl auf das Anbaugebiet Württemberg (399.000 hl Weißmost und 933.000 hl Rotmost) entfallen. Erfahrungsgemäß werden die tatsächlich realisierten Erntemengen und Erträge, wie sie später aus den Meldungen zur Weinbaukartei ermittelt werden, aber etwas niedriger liegen.

Nach den gesetzlichen Regelungen könnten aufgrund der erzielten Ausgangsmostgewichte in Württemberg 785.000 hl oder annähernd 60 Prozent der anfallenden Weinmostmenge als Prädikatsweine (Kabinett, Spätlese, Auslese und dgl.) und vier Zehntel (545.000 hl) als Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete (Q.b.A.) ausgebaut werden. Dabei liegt der Prädikatsweinanteil in Württemberg bei den Weißmosten mit 87 Prozent deutlich über demjenigen bei den Rotmosten (47 Prozent). In Baden wären mehr als die Hälfte (765.000 hl) des Mostertrages zur Herstellung von Prädikatsweinen und die übrige Erntemenge (605.000 hl) für die Erzeugung von Q.b.A.-Weinen geeignet, wobei dies für Rot- und Weißmoste gleichermaßen zutrifft. Traditionell werden jedoch mehr Q.b.A.-Weine mit herausragenden Qualitätseigenschaften und damit weniger Prädikatsweine hergestellt und vermarktet werden, da zahlreiche Winzer- (Weingärtner-) genossenschaften bereits vor der Lese ihre Qualitätsanforderungen durch Heraufsetzen der Mindestmostgewichte erhöht haben.

Der ‚Goldene Oktober‘ fiel den immer wieder aufkommenden Regenfällen zum Opfer. Die seitens der Winzer und Weingärtner noch im September gehegten Erwartungen hinsichtlich der Qualität des neuen Jahrgangs mussten deshalb etwas zurückgenommen werden. Im Anbaugebiet Baden wurde im Durchschnitt aller Weißweinsorten ein Mostgewicht von 79° Oechsle bzw. bei den Rotweinsorten von 85° Oechsle ermittelt; diese entsprechen damit exakt den langjährigen Mitteln. Im Anbaugebiet Württemberg erreichten die Weißweinsorten Durchschnittsmostgewichte von 80° Oechsle, die Rotgewächse von 74° Oechsle (Mittel 1992/01: 77° Oechsle bzw. 73° Oechsle). Die durchschnittlichen Säuregehalte bewegen sich im Landesmittel zwischen 8,1 Promille für Weißmost und 8,4 Promille für Rotmost (Mittel 1992/01: 8,3 bzw. 8,9 Promille).

Links zum Thema Wein, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.




   (c)1997-2017 @grar.de