14. Februar 2000

Bauernverband gegen EU-Schweinedatenbank

Themen: Schweine,Tierseuchen,Verbände — info @ 09:02

Bonn (agrar.de) – Das Präsidium des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hat sich gegen die Einrichtung einer Schweinedatenbank, die der EU-Agrarrat Ende Januar beschlossen hat, ausgesprochen.

Die vorgesehenen Regelungen seien völlig ungeeignet, den Schutz vor Seuchen zu verbessern und die Seuchenbekämpfung zu beschleunigen. Die Erfahrungen bei der Bekämpfung der Schweinepest hätten gezeigt, dass die Tierbewegungen auch ohne Datenbank sehr schnell verfolgt werden können.

Bei der Ausbreitung der hoch ansteckenden Schweinepest spielten auch die Kontakte des Transportfahrzeuges und die Personenkontakte eine wichtige Rolle, die durch die geplante Datenbank nicht zu erfassen seien. Eine kontrollierte Herkunftsangabe spiele bei Schweinefleisch im Gegensatz zum Rindfleisch keine Rolle. Sofern die Wirtschaft ein Marktpotential für Schweinefleisch mit Herkunftsinformationen sehe, könne ein geeignetes System auf freiwilliger Basis installiert werden.

Der Agrarministerrat hatte in einem gemeinsamen Standpunkt festgelegt, dass bis Ende 2000 alle Schweinehalter in einer zentralen Datenbank erfasst werden sollten. Bis Ende 2001 sollten alle Ferkel und bis Ende 2002 auch Geburt und Verbringung der Schweine zentral registriert werden. Deutschland stimmte seinerzeit dagegen, weil es die Maßnahme für überflüssig hält. Im Falle der Schweinepest könnten auch mit bisherigen Mitteln die Herkunft der Tiere genau erfasst werden.




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