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TP-Klassen => Gardenpuller => Thema gestartet von: Dj Nafets am 08.05.2017, 17:24:27

Titel: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 08.05.2017, 17:24:27
Hallo,

mein Name ist Stefan Heuel, ich bin 30 Jahre jung, Maschinenbauingenieur und Werkzeugmechaniker und spiele mit dem Gedanken über kurz oder lang in den GP-Sport einzusteigen. Dieses Jahr in Füchtorf hatte ich schon einige interessante Gespräche mit Steffen Trost, Japa, Thorsten uvm.
An dieser Stelle erstmal vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen zu meinen Anfängerfragen.
Das sind so die Sachen mit denen ich mir aktuell die Zeit vertreibe: http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/439032-Ein-neuer-(großer)-Speedmotor

Ob ich tatsächlich beim GP einsteige hängt unter anderem auch davon ab ob ich ein paar Leute für die Idee angefixt bekomme. Die Jungs bei uns aus dem Werkzeugbau wären da eigentlich prädestiniert für. Und da ich den Chef ganz gut kenne *hüstel* sollten von da keine Probleme zu erwarten sein. ;D

Da die Thematik ja recht umfangreich ist -gerade wenn man bei null anfängt- haben sich da noch "einige" Fragen ergeben. Das Internetz ist zum Thema GP und speziell zur eingesetzten Technik...hmmm....naja, sehr sehr dünne ;)
Ich bin jemand, der zumindest schon mal eine ziemlich genaue Idee hat wie die wichtigsten Baustellen zu lösen sind bevor er startet. Daher wollte ich dieses Jahr insbesondere für Informations- und eventuell auch für Teilebeschaffung nutzen.

Die 600kg Freie Klasse finde ich super da man durch das Punktesystem wirklich eine große Spielwiese hat wo man sich austoben kann. Da werden die nächsten Jahre sicher noch einige coole Antriebsvarianten kommen. Die 500kg FK ist mir da einfach zu "zugeschnürrt".
Bis auf das Gewicht, den Motor, die Reifen und die Rahmenlänge sind die meisten Dinge ja sehr ähnlich bis gleich. Da kommt auch schon die erste Frage:

1. Wo bekomme ich Reifen und Felgen? Für den Anfang tut es ein gebrauchter Satz. Die Börse auf pullingworld kenne ich, aber das ist ja mehr Glück wenn man da mal was bekommt. Um später nicht alles umbauen zu müssen habe ich in Richtung 31er Dick Cepek geschielt.

2. Gibt es aktuell eventuell ein Chassis eines 600kg FK oder eines 500kg FK zu kaufen? Eventuell um dieses umzuändern oder zumindest um die wichtigsten Grundabmessungen abzuschauen?

3. Wo ich im Moment noch gar nicht so recht weiterkomme ist die Achse. Meine Überlegung geht dahin den Aufbau einer 600kg Compact Diesel zu übernehmen. Viele fahren dort mit Außenplaneten, was ich aus Gründen des Kraftflusses unbedingt auch so machen möchte.
Nach mehreren Stunden Internetrecherche bin ich über den Aufbau bzw. die Komponentenbeschaffung kein Stück schlauer. Der eigentliche Achskörper kann vielfältig sein, das ist klar, nur die Planetengetriebe treiben mich in den Wahnsinn. Öfter werden Planetengetriebe vom MF35 erwähnt, Kramp-Planeten, Comer-Planeten und so weiter uns so fort.
Ich habe Ersatzteillisten gewälzt bis die Augen viereckig waren, doch bin zu keiner Antwort gekommen. Konkret bräuchte ich ein Hohlrad und den Planetenträger mit Rädern. Den Rest baue ich mir schon selber. Das Sonnenrad wird ja wahrscheinlich integral aus der Steckachse gefräst.

4. Für den ROP gibt es im Reglement ja Vorschläge. Wenn ich mir die 500kg FK so ansehe sind da aber auch viele abweichende Bauweisen zu finden. Wie wird bewertet ob die Stabilität eines Eigenbau ROP ausreichend ist?

Also Frage 3 hat mich schon fast in den Wahnsinn getrieben. ;D

Über ein paar aufklärende Worte wäre ich sehr sehr Dankbar!

Achja, als Antrieb schiele ich Richtung 2,8l VR6 mit Turbo, Methanolfeuerung und EFI. Methanol kenne ich seit vielen Jahren von den Modellmotoren (siehe oben) und ich muss sagen: Ein äußerst sympathischer Treibstoff. ;D

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Sascha am 08.05.2017, 21:44:57
Hallo Stefan,

Erst einmal toll, dass du dich für den Einstieg in den Pulling Sport interessierst. Deine Ausbildung passt perfekt!
Dass du im Internet nicht viel findest, liegt daran, dass die 600 kg Freie Klasse noch recht neu ist.
Ein paar Tips:
Spare nicht an den Reifen. Sie sind das, was deine Leistung an den Boden bringen muss. Wer da gebrauchte Reifen verkauft, tut das meistens,
weil er sie verpfuscht hat.
Die Reifen und Felgen gibt es in den USA. Frag mal bei den anderen, wo man sie zur Zeit am besten bekommt. Ich habe demnächst auch wieder eine Lieferung aus den USA (Palette).. da kann ich die auch mitschicken, wenn hier zur Zeit keiner welche auf Lager hat.
Chassis für 600 kg - Klasse ist neu, also wenig auf dem Markt. Eigenbau ist aber nicht soooo das Ding. Ein paar Bleche kanten und fertig.
Die Achse ... tja. Die meisten nehmen aus Gewichtsgründen Ford 9 Zoll. Das ist eine sehr populäre Achse im Dragstersport (und eine Nummer größer als die im Capri). Auch da gibt's in den USA "aus dem Katalog" alles, was das Herz begehrt. Da kannst du dir wahrscheinlich auch die Planeten sparen (die Dinger fressen Leistung).
Käfig steht im Reglement. Grundsätzlich ist es aber so, dass mit dem Käfig du deinen eigenen "Arsch" sicherst. Deswegen wird da von der Abnahme nicht der größte Wert drauf gelegt. Aber generell solltest du ihn nach Reglement bauen.
 Hoffe, das hilft dir weiter!?
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 09.05.2017, 00:36:22
Sascha, vielen Dank für die schnelle Antwort.

Gibt es für die Dick Cepek Reifen unterschiedliche Felgen? Oder hat sich bei unterschiedlichen Felgen eine Sorte als "Standard" herausgestellt?

Für den Rahmen und den ROP könnte ich wahrscheinlich den wohl größten Leihkarthersteller Deutschlands aktivieren. Der ist Kunde von uns und sitzt im Nachbarort. Die Schweißen ihre Rahmen IMHO auch aus nahtlosem CrMo-Rohr.
Auch die Vorderräder, die Bremsen und der Sitz sollten dann kein Problem sein ;)
Ein gekauftes Chassis hat den Charme, dass man sich dort viele kleine Details abschauen kann.

Die Ford 9" hatte ich auch schon mal im Auge, hätte aber gedacht das die für 600kg FK zu massiv ist. Ich habe gerade mal bei Summit geguckt. Cool wären die möglichen Übersetzungen von 3:1 bis 7:1. Die riesen Auswahl führt aber wieder mal zu dem Problem das ich total den Überblick verliere. Da gibt es Millionen Kombinationsmöglichkeiten. (Achsdurchmesser, Verzahnungen, Lagerdurchmesser etc.)

Ein Aussenplanetengetriebe hat den Vorteil das die Kraft (Die macht alles kaputt, Drehzahl ist besser zu händeln ;) ) erst da entsteht wo sie gebraucht wird. Des Weiteren brauche ich ja so oder so eine weitere Untersetzung im Antriebsstrang. Mit einem 4:1 Planetengetriebe und der Ford 9" könnte ich von 12:1 bis 28:1 variieren.
Ohne Planet in der Achse muss ich vorher untersetzen. Mit dem PKW Getriebe komme ich da wahrscheinlich irgendwann zu Gewichtsproblemen, zumal fraglich ist ob das einen aufgeblasenen Motor und die Pullingbeanspruchung aushält. Meine Idee wäre die Baustelle Getriebe/Achse sofort so zu bauen das da nicht ständig Bruch ist.

Hat jemand die Info was im t´saske für eine Achse verbaut ist?

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Sascha am 10.05.2017, 21:22:24
Sascha, vielen Dank für die schnelle Antwort.

Gibt es für die Dick Cepek Reifen unterschiedliche Felgen? Oder hat sich bei unterschiedlichen Felgen eine Sorte als "Standard" herausgestellt?


Bestimmt.. bin ich aber überfragt.

Zitat
Für den Rahmen und den ROP könnte ich wahrscheinlich den wohl größten Leihkarthersteller Deutschlands aktivieren. Der ist Kunde von uns und sitzt im Nachbarort. Die Schweißen ihre Rahmen IMHO auch aus nahtlosem CrMo-Rohr.
Auch die Vorderräder, die Bremsen und der Sitz sollten dann kein Problem sein ;)

Too much effort :)

Zitat
Ein gekauftes Chassis hat den Charme, dass man sich dort viele kleine Details abschauen kann.
So viele Details sind das auch nun wieder nicht. Das hängt mehr an deiner Motorwahl als an irgendetwas anderem. Wenn du den Motor längs in ein Chassis bauen musst, wo der Motor vorher den Abtrieb quer hatte (Motorrad), kannst du es auch gleich neu bauen.
Zitat
Die Ford 9" hatte ich auch schon mal im Auge, hätte aber gedacht das die für 600kg FK zu massiv ist. Ich habe gerade mal bei Summit geguckt. Cool wären die möglichen Übersetzungen von 3:1 bis 7:1. Die riesen Auswahl führt aber wieder mal zu dem Problem das ich total den Überblick verliere. Da gibt es Millionen Kombinationsmöglichkeiten. (Achsdurchmesser, Verzahnungen, Lagerdurchmesser etc.)
Schon Alu Diff Träger usw... Stahl willst du nicht viel haben. Der olle VR6 ist ja auch nicht gerade leicht.
Zitat
Ein Aussenplanetengetriebe hat den Vorteil das die Kraft (Die macht alles kaputt, Drehzahl ist besser zu händeln ;) ) erst da entsteht wo sie gebraucht wird. Des Weiteren brauche ich ja so oder so eine weitere Untersetzung im Antriebsstrang. Mit einem 4:1 Planetengetriebe und der Ford 9" könnte ich von 12:1 bis 28:1 variieren.
Wenn wir jetzt schon Ingenieur reden, dann reden wir doch mal über das Drehmoment, welches du nicht auf dem Kegel Tellerrad haben möchtest. Vielleicht beruhigt es dich, dass die For 9 Zoll in Minis sitzt, die mehr als doppelt soviel Drehmoment wie dein VR6 bei halber Drehzahl und doppelt so großer Reifen haben.
Der Grund, warum die Mini gerade wieder auf Aussenplaneten gehen, ist dass die das Moment um die Antriebswelle verringern wollen um die Hinterräder nicht auszuhebeln.
Zitat
Ohne Planet in der Achse muss ich vorher untersetzen. Mit dem PKW Getriebe komme ich da wahrscheinlich irgendwann zu Gewichtsproblemen, zumal fraglich ist ob das einen aufgeblasenen Motor und die Pullingbeanspruchung aushält. Meine Idee wäre die Baustelle Getriebe/Achse sofort so zu bauen das da nicht ständig Bruch ist.
So what... dann kannst du dich doch jetzt mal technische auslassen und ein Untersetzungsgetriebe bauen. Standard Räder rein und ab geht's ;)
Zitat

Hat jemand die Info was im t´saske für eine Achse verbaut ist?
Ich leider nicht...
Generell: Kumpel von mir hat einen 5,3l Chevy Stahlblock bei 545 kg gefahren. War 15 als er das Ding gebaut hat. Schrott Pick Up gekauft, Motor raus und für die restlichen Einzelteile auf Ebay mehr bekommen, als ihn der Rest von der Karre gekostet hat.

(https://www.evernote.com/l/AJY0FS5WTV1Nsq8FxjshDaJLIqWhvQMWE8oB/image.png)

Einfach mal brutaler denken ;)
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Svenja Ponath am 10.05.2017, 22:11:06
Hallo Stefan,

Den t' saske gibt es nicht mehr, dafür kam "Faded" letztes Jahr nach.
Wenn du mit Steffen Trost gesprochen hast, war das schon genau der richtige Ansprechpartner.

Gruß Svenja
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: License to Kill am 10.05.2017, 23:03:49
Gibt es für die Dick Cepek Reifen unterschiedliche Felgen? Oder hat sich bei unterschiedlichen Felgen eine Sorte als "Standard" herausgestellt?


Da würde ich mal Raphael Rehbach fragen


2. Gibt es aktuell eventuell ein Chassis eines 600kg FK oder eines 500kg FK zu kaufen? Eventuell um dieses umzuändern oder zumindest um die wichtigsten Grundabmessungen abzus

Ich habe einen gekannteten 2mm Blech Rahmen. Ist zwar gut aber seit Füchtorf dieses Jahr weiß ich, dass ich einen neuen, besseren brauche ;D aber sowas weiß man vorher nicht. Damit wächst man hinein
 
Also Frage 3 hat mich schon fast in den Wahnsinn getrieben. ;D


Ich hab eine VW LT28 Achse mit einer 4:1 Untersetzung

1. Wo bekomme ich Reifen und Felgen? Für den Anfang tut es ein gebrauchter Satz. Die Börse auf pullingworld kenne ich, aber das ist ja mehr Glück wenn man da mal was bekommt. Um später nicht alles umbauen zu müssen habe ich in Richtung 31er Dick Cepek geschielt

Wenn du Glück hast in Holland (von der ehemaligen Mini Diesel Klasse) da hatte ich meine auch her. Das waren zwar Trelleborgs und ziemlich runtergerockt aber zum Anfang waren die gut.

Das sind erstmal die Erfahrungen die wir gemacht haben beim Bau von unserem​ 600er
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 10.05.2017, 23:53:01
Huiuiuiui...soviel Input... ;)

Nachdem ich jetzt "etwas länger" mit Raphael telefoniert habe, sind noch viele weitere kleine Fragen beantwortet worden. An dieser Stelle nochmal Danke an Raphael und alle anderen hier die mir soviel Infos geben. Das Thema Reifen und Felgen ist vorerst auch durch.

Durch Mithilfe eine befreundeten Landwirt/Kfz-Mechaniker/Prüfingenieurs (Ja, die Kombi gibt es wirklich ;D) habe ich passende Außenplaneten gefunden. Der wusste aus dem Kopf sofort was ich da brauche. Irre. Und zwar aus einer Allradvorderache ZF APL 1351. Die ist in sehr vielen Schleppern verbaut. Die 1251 und die 1551 unterscheiden sich nur minimal, eventuell ist das Planetengetriebe sogar gleich.
Das Hohlrad hat einen Außendurchmesser von ca. 188mm und 72 Zähne. Das Sonnenrad hat 18 Zähne. Macht mögliche Übersetzungen von 5:1 und -4:1, je nachdem wo der Abtrieb erfolgt. Damit sollte man was schönes basteln können.

Mittlerweile sehe ich ein das eine Ford 9" zu massiv und zu schwer ist. Im Moment  geht die Überlegung eher Richtung Jeep Achse (Dana 35) oder GM 10-bolt 7,5". Für beide bekommt man eine sehr weite Spanne an Übersetzungen. Und auch sonst ist eigentlich alles gut und zuverlässig zu bekommen.
Sascha, eine Achse zu finden die schon fast die volle Untersetzung wegsteckt ist weniger das Problem. Mir ist eher wichtig das Drehmoment nicht vorne am Motor zu erzeugen, sondern erst da wo es gebraucht wird. Damit kann der Rahmen, die Welle vom Motor zum Diff, die Achse usw. leichter gebaut werden.

Ich glaub ich mach mir da einfach zu viele Sorgen, ein grobes Konzept erarbeiten, dann planen und bauen. Auf Anhieb wird man eh nicht alles richtig machen.

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Sascha am 11.05.2017, 09:57:49

Sascha, eine Achse zu finden die schon fast die volle Untersetzung wegsteckt ist weniger das Problem. Mir ist eher wichtig das Drehmoment nicht vorne am Motor zu erzeugen, sondern erst da wo es gebraucht wird. Damit kann der Rahmen, die Welle vom Motor zum Diff, die Achse usw. leichter gebaut werden.


Ist in den größeren Klassen gang und gebe und die übliche Herangehensweise, von daher nicht wirklich tragisch :).
Halte uns mal auf dem Laufenden, wie es klappt!
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 14.05.2017, 13:21:38
So langsam komme ich in meinen Überlegungen voran. Vor allem aufgrund des vielen Inputs.

Die Achse wird wohl eine vom Suzuki SJ413 oder Samurai sein. Die sind für kleines Geld erhältlich und ausreichend robust. Vor allem sind die Differentiale vorne und hinten jeweils gleich. Die Übersetzung kann man durch den Umbau von SJ413 (3,9:1) auf Samurai (3,7:1) Differentiale anpassen. Die Diffs vom SJ410 (4,1:1), Vitara Automatik (4,6:1) Vitara Schalter (5,1:1) muss man anpassen.
Baut man die Steckachsen um -was man ja eh muss- kann man als Grundkörper sowohl die Vorder- als auch die Hinter-achse nehmen. Die Vitaradifferentiale haben sogar einen Alugehäuse.

Das Forum ist zu dem Thema ganz ergiebig: http://suzuki-offroad.net/viewtopic.php?f=24&t=31042&start=40

Durch Zufall hab ich über eBay Kleinanzeigen einen Schrauber im Nachbarort(!) gefunden der an Suzukis rumschraubt und gerade Achsen und Diffs vom Samurai verkauft.

Macht bei 8000 1/min vom Motor bei 3,7:1 im Diff, 4:1 im Außenplanet und 31" Reifen knappe 80km/h. Das sollte erstmal passen.

Damit sähe das Grundgerüst so aus:

- Motor VW VR6 (2,8/2,9) komplett nackt gemacht, ohne Kühlwasser
- Alupleuel Eigenfertigung mit Kürzung zur Verdichtungsanpassung
- Garrett GT4088R Turbolader
- Wassereinspritzung
- Einspritzung und Zündung von AME-Racing
- Treibstoff: Methanol
- Spritpumpe: Eigenbau direkt vom Motor angetrieben.
- Schwungrad und Kupplungsglocke von Raphael oder Eigenfertigung
- Sachs oder Tilton 3-Scheibenkupplung mit Sinterbelägen
- Achse vom SJ413 oder Samurai mit 3,7:1 Untersetzung
- Außenplanet aus Bauteilen einer ZF APL 1351 mit 4:1 Übersetzung.
- 31" Pullingreifen auf Alufelge. Erstmal gebraucht, wenn dann alles hält auch neue.

Jetzt muss ich nur noch ein paar Leute zusammen trommeln die mir helfen ;) ;)

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: pullingpics.de am 14.05.2017, 16:26:12
Vorbildlich... kann man de Steckbrief schon mal direkt ausfüllen ;)
Wünsche viel Erfolg!
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: The BUll am 14.05.2017, 16:32:35
Wen du die Sj413 Achse nimmst bräuchtest du
nur ne 2. kurze Seite und du hast direkt ne Achse mit einer
einer anständigen Breite ohne viel Aufwand.  ;)
mfg
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Nixblicker am 14.05.2017, 21:16:51
Hallo, also das mit den Pleulen würde ich besser lassen. Für den VR gibt es alles zu kaufen was man braucht damit das mit einem GT40 locker hält.
Zu AME habe ich dir eine PN geschrieben.
Gruß Dirk
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 16.05.2017, 06:52:06
In der Zwischenzeit sind die Außenplaneten angekommen. Schön, damit kann man was machen. ;) Für alle die es interessiert: Das Sonnenrad des ZF APL 1351 Planetengetriebes hat das Nabenprofil N28x1,25 nach DIN 5480.

Da kommt auch schon meine nächste Frage: Bei wem kann sich solche Verzahnungen auf Wellen fräsen/rollen lassen?
Achja: Die Planetengetriebe von der ZF APL 1251, 1351 und 1551 sind nicht(!) identisch.

Heute schau ich mir die Suzuki Achskomponenten an, eine 2,8l Block habe ich auch schon in Aussicht. Die Nummer bekommt langsam eine Eigendynamik.... ;)

Wie man die Achse genau aufbauen kann wird sich klären wenn ich die in Händen halte. Am liebsten würde ich die Lagerung der Radnabe und die Krafteinleitung über den Felgenstern direkt in Deckung bringen. Das legt dann die Position des Planetengetriebes fest und damit die benötigte Breite des Achskörpers.

Dirk, das mit den Alupleueln steht noch nicht fest. Die Idee war halt direkt eine Verdichtungsreduzierung einzubauen. Eine weitere Überlegung war es die Kopfdichtung ganz wegzulassen. Ohne Kühlwasser soll mir das bisschen Leckage doch egal sein. Ohne Kopfdichtung hat man wieder ein Teil weniger was kaputt gehen kann und der Wärmeübergang auf das ZKG ist auch besser.

Mit AME hab ich schon gesprochen. Die haben auch Grundeinstellungen für den VR6 mit Methanolbetrieb. Passende Düsen ebenfalls. Was man mit so einem Steuergerät anstellen kann ist schon beachtlich. :O

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Sascha am 16.05.2017, 14:17:55
Die Kopfdichtung lass mal lieber drin. Besser die fliegt dir weg, als dass du dir eine Pleuelstange kaputt machst. Die neuen Kopfdichtungen können eine Menge ab...
Ob du bei Methanol mit der Verdichtung und nur einstufiger Aufladung unbedingt so weit runter musst, ist auch fraglich. Klar gibt mehr Ladedruck bei weniger Verdichtung mehr Leistung, aber auch nur dann,
wenn voller Druck ansteht. Bis dahin stört etwas Verdichtung nicht. Und ein bißchen fahrbar und "Drehmoment von unten" stört überhaupt nicht.
Ich denke mal, viel mehr als 2 bar wirst du ja nicht fahren wollen. Da sollte 9 bis 10 zu eins gut machbar sein.
Hast du schon nach Düsen geguckt?
http://www.ebay.com/itm/BOSCH-Gas-Petrol-Methanol-210lb-2200cc-High-Impedance-Fuel-Injector-0280158821-/121864346701?hash=item1c5fae5c4d  Die Dinger sollten reichen und sind auch bezahlbar.
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Nixblicker am 16.05.2017, 22:01:55
Hallo ich habe die AME Motronik 2.2 Die wurde vor ca. 12 Jahren auf den Markt gebracht
 und hat den Vorteil das sie Luftmassenmessend arbeitet. Mann muss nicht die klassischen
Kennfelder schreiben sondern man gibt die Zuständen Leerlauf, Teillast und Volllast eine Kraftstoff-
menge und der Rest wird vom Steuergerät selber gemacht (einfach erklärt) Das Ding kann noch viel mehr
als gebraucht wird. Nur was nicht geht ist die Klopfregelung die ist viel zu langsam oder geht gar nicht, und gerade bei der Zündung
kann recht viel schief laufen weil man einstellen kann was man will bei jeden Zustand.
 Die neue ist glaube ich 4.8 oder so. Das ist eine Kopie von einem EMU Steuergerät laut eines anderen Tuners mit gutem
Ruf den ich persönlich kenne. Die Dinger sollen der Hammer sein und werden genauso wie KMS
Steuergeräte auf der 1/4 Meile erfolgreich gefahren. Der VR wir oft mit E85 betrieben mit und ohne Zusätze.
Bei mir war es so das die Tuner von AME nichts wissen wollten und die Steuergeräte auch nicht abgestimmt haben.   
 
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Sascha am 17.05.2017, 00:17:46
Hallo ich habe die AME Motronik 2.2 Die wurde vor ca. 12 Jahren auf den Markt gebracht
 und hat den Vorteil das sie Luftmassenmessend arbeitet.

Mit Luftmassenmessung begibst du dich mit Turbo aber auf gaaaaaanaz dünnes Eis. Du musst auf jeden Fall nach Einlasstemperatur die Menge korrigieren!!!!
Dein Lambda muss mit Druck / Temperatur deutlich runter (fetter), weil du den Sprit zum Kühlen brauchst. Wenn die Stumpf Lambda X macht, brennst du dir, mit Alkohol, die Kolben weg. Ein Benziner hustet - ein Alkoholmotor läuft weiter und macht einfach nur mehr Temperatur.
(https://www.evernote.com/l/AJYEsIFAVbhGTr3jyTykJYGDlvIINRCarKEB/image.png)
Linke Skala ist absoluter Druck die andere Achse Drehzahl. Das Kennfeld ist für Benzin und hat noch eine Wasser / Methanoleinspritzung in den Einlass dazu. Ohne die musst du mit Druck im Lambda noch weiter runter!
Ist eine Fuel Map für einen Turbo V8..
Ich such dir noch die Zündung dazu raus.
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Sascha am 17.05.2017, 00:23:25
(https://www.evernote.com/l/AJZNp-IT-RtHL73zjpmUERQPyP6h3WonlggB/image.png)
Zündzeitpunkt für Serienpleuelstangen.
Wenn du da was besseres drin hast, kannst du mehr riskieren.
Mit Methanol könntest du noch 2 Grad mehr geben.. aber die Werte sind für einen 4 Zoll Bohrung und 9 zu 1 Verdichtung. Da wirst du für deinen Motor das Richtige rausfinden müssen. Aber nur mal so "für die Richtung"...
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 17.05.2017, 07:15:35
Die AME Motronic scheint in der Tat eine umgelabelte Ecumaster EMU zu sein. Gut zu wissen ;)
Die 2200ml/min Einspritzdüsen wurde mich auch von AME empfohlen.

Sascha, die Steuergeräte können verschiedene Steuerarten. Die mit Luftmassenmesser ist nur eine. Man kann auch über den Drosselklappensensor und den MAP steuern.
Alternativ kann man über eine Lambdasonde nachkorrigieren uvm. Die Abgastemperatur kann auch überwacht und zur Korrektur herangezogen werden. Ein spannendes Betätigungsfeld. Richtig cool ist auch die Launch Control Funktion (Nein, das ist keine Traktionskontrolle).
Dabei wird die Zündung bei gedrücktem Kupplungspedal auf extrem spät gestellt und die Einspritzmenge hochgetrieben. In der Folge dreht der Motor nicht in den Begrenzer, das meiste Gemisch verbrennt im Krümmer und treibt den Turbo an. Dadurch steht beim Start schon voller Ladedruck (Drehmoment) an. ;)

Bei den Pleueln und der Kopfdichtung habt Ihr recht. Da hab ich wohl etwas weit gesponnen ;)

Gestern hab ich mir die Achsen vom Suzuki Samurai angesehen. Der gute Mann baut noch mehr aus und dann bekomme ich die Tage die Teile vorbei gebracht.
Seit gestern liegt auch ein 2,8l VR6 hier ;) Ein ganz schönes Eisenschwein...

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Sascha am 17.05.2017, 17:48:18
Stefan.. nett dass du mir erklärst, womit ich schon vor 10 Jahren gearbeitet habe :)

Wollte dich nur warnen, dass du bei Turbo mit viel Ladedruck besser die Finger von der Mengenmessung läßt...
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Nixblicker am 17.05.2017, 22:34:36
Hallo Sascha alles gut, das man Turbolader/Leistung besser nicht mit Lamda 1 macht ist doch klar.
Bei Volllast wird auf Fett gestellt und da ist die normale Lamdaregelung ausgeschaltet. Ein Blick
auf die Abgastemperatur ist sowieso viel wichtiger.
Die 2.2 wie ich sie fahren hat zahlreiche Möglichkeiten wie Drosselklappenpoti, Ansaugluft und Ladelufttemperatur,
und Fettet ab einer bestimmten Temperatur an oder nimmt die Zündung zurück. Da geht noch mehr aber
damit sollte es gehen.  Es wurden damit schon 9++ PS beim VR erreicht auf E85
Ich will hier nicht die Motorsteuerung neu erfinden oder Luftmassenmessung als unschlagbar darstellen (KMS und
andere haben die auch nicht) Aber ich fahre damit gut und sicher bei einer Liter Leistung von ca. 170 Ps. mit Benzin.
Gruß Dirk
 
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Sascha am 18.05.2017, 00:39:52
Wenn du nach IAT anfetten kannst, ist das natürlich eine feine Sache. Man trifft nur ständig auf Leute, die meinen, sie wüssten alles und wenn man sie fragt, wie das so mit Lambda 0.5 aussieht, gucken sie dich an wie ein Auto :).
Bin mal gespannt! Die Klasse wird uns noch viel Spass bereiten!
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 18.05.2017, 08:31:12
Sascha, sorry, wusste ich nicht das Du die kennst. ;)
Sehe das aber so, dass man hier auch mal schon bekannte Dinge schreiben kann die dann anderen weiterhelfen.

Ich finds gut das hier soviel Know How zu EFI´s versammelt ist. Das kann nur von Vorteil sein.

Die 2,8l VR6 bekommt man ja fast nachgeschmissen. Wenn man so einen durch eine fehlerhafte Steuerung frittiert ist das wesentlich schmerzloser als einen KB V8 oder ein Allison ;) ;)

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Sascha am 18.05.2017, 20:36:15
hehe... stimmt schon. Allerdings stellst du dann irgendwann fest, dass der olle Motor selber gar nicht das ist, was die Kosten verursacht, sondern der ganze Scheiß drumherum und was man da so reingesteckt hat.
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 18.05.2017, 21:18:50
Ich kann ja nachher mal eine Auflistung machen was mich der Spaß gekostet hat.... oder ich lass das besser ;D

Es hat sich noch eine Frage ergeben:

Das Gardenpulling-Reglement wurde vor wenigen Tagen geändert. Dies betrifft die Sicherung der Antriebswellen ab einer bestimmten Länge und den Kupplungsschutz bei original Motoradmotoren.

Ist die Sorge berechtigt, dass ein regelkonformes Fahrzeug "mal eben" durch eine neue Regel unzulässig wird? Je nachdem welche Regel angepasst wird kann ja auch schnell mal ein ganzes Antriebskonzept über den Haufen geworfen werden.

PS: So wie es aussieht werde ich wohl mal mit den Jungs aus dem Werkzeugbau in Anholt aufschlagen (Anfixen und so ;D ). Aus Termingründen leider nur Sonntags. Aber da werden ja noch einige Gardenpuller da sein.

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: pace setter am 19.05.2017, 19:53:50
Hallo,

Wenn das schon so detailliert dargestellt wird oder zumindest besprochen, wie wär´s mal mit einer 1:1 online Bauanleitung? So wie beim Metallbaukasten, schön Schritt für Schritt. Vielleicht tauchen dann noch mehr 600 kg Gardenpuller auf einer Veranstaltung auf.
  :) Jetzt nicht mit so üppigen Berechnungen wie es das schon mal hier gegeben hat... ;) (kleiner Insider...) Zuviel Theorie macht keinen Spaß...

Gruß Gordon
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Nixblicker am 19.05.2017, 20:44:59
Hallo kann mir bitte hier jemand den Link vom Regelwerk der 600 Kasse schreiben?
Das wäre super .
Danke Dirk
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Ty-Rex am 19.05.2017, 21:50:43
Na, klar:

bitte schreibe mich direkt an per pm für den link.


So eine krasse Regeländerung wird es ehr unwahrscheinlich geben. Es sei  denn es fällt was besonderes vor und das wenn wird es viele betreffen und man findet eine Lösung.

In der Regel wird mit den betreffenden Leute gesprochen und geregelt. So war es auch mit dem Blue Attraction in Füchtorf. Der erste Trecker mit so einer langen Antriebswelle und entsprechendem Schutz. Es gab für den Tag eine Lösung und der Trecker wurde zur nächsten Veranstaltung technisch angepaßt. Also alles machbar.

Gruß
Raphael


Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 05.06.2017, 21:07:51
Es geht langsam weiter, die Suzuki Achsen und Differentiale sind da. Ebenfalls ein Reparaturleitfaden für den VR6 Motor. Fürs erste dran rum schrauben sicher nicht verkehrt.  ;D
In Anholt werden wohl noch einige Teile dazu kommen.

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 07.06.2017, 10:20:04
Der 2JZ GTE Motor ist mit zwei Turbos aufgeladen. Im Reglement steht "40 Punkte pro Turbo". Macht 80 Punkte nur für die Turbos. Bleibt noch ein Hubraum von 1,0L übrig.

Ein Umbau auf ein Turbolader wäre wieder Regelkonform.

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 08.06.2017, 19:47:33
So, ein paar Fragen bezüglich des Reglements haben sich noch ergeben.  ;)

- Es wird darauf hingewiesen das man die Organisation unter der man fahren möchte vor der Planung und dem Bau eines Schleppers kontaktieren soll. Mindestens mal wenn "Neue, einzigartige Techniken" angewandt werden. Das hatte ich jetzt nicht vor, ist vorab eine Kontaktaufnahme mit der DTTO trotzdem zu empfehlen?

- Die Wiegung erfolgt mit Fahrer und allen Betriebsstoffen, klar soweit. Kein nachtanken ohne nachwiegen. Wird der Warmlaufsprit dann im Kanister mit gewogen und nur aus dem darf getankt werden? Ich sag mal ein paar Kilo vorne mehr oder weniger machen schon einen Unterschied oder ist das Haarspalterei?

- Nach dem Wiegen darf der Luftdruck im Reifen nicht mehr erhöht werden. Nur so verständnishalber---> Warum?

- Wenn ich den Not-Aus so gestallte, dass das komplette Fahrzeug stromlos wird, also auch das Motorsteuergerät mit den Zündungstreibern ist das regelkonform, oder muss ich noch die Hochspannung gegen Masse erden o.Ä.?

- "Alle Not-Aus müssen in alle Richtungen funktionieren." Das verstehe ich gar nicht.  ???

- Der Motor darf mit eingelegtem Gang nicht gestartet werden können. Jetzt ist es so, dass ich überhaupt keinen Anlasser und keine schwere Startbatterie an Bord haben möchte. Der soll wie die V8 der Minis mit einem aufzusetzendem Starter und externer Batterie angelassen werden. Wie kann ich das da machen? Eine kleine Steuerleitung für den Anlasser durch den Neutralschalter legen?

- Woran erkenne ich einen fürs Pulling zugelassenen Rennanzug? Bei einigen Kartanzügen nach FIA Level 2 steht das die Nomex drin haben, bei anderen steht nur Codura und Baumwolle, ich bin verwirrt. Ich gehe aber mal recht in der Annahme das ein neuer, geeigneter Overall nicht unter 100 Euro zu bekommen ist, oder?

Das sollen erstmal alle noch offenen Fragen sein.

Dann hab ich mir noch den Kopf zerbrochen wie man ohne eine Bahn und einen Bremswagen zumindest den Antriebsstrang abstimmen/ überprüfen soll. Gerade mit einem Komplettumbau auf Turbo, EFI etc. bekommt man ja in vertretbarer Zeit gar nichts auf die Reihe.
Kernaufgabe ist es die Leistung zu "vernichten". Herkömmliche Dynos sind viel zu aufwändig und zu teuer. Außerdem kann man damit nicht mal annähernd den Zugkraftverlauf beim Pulling simulieren. Da kam mir folgende Idee:

Man nehme eine alte, billige Achse mit Druckluftbremse von einem schweren LKW Anhänger. Diese schneide man durch und drehe die Radnaben in die Mitte. Die Reifen des Schleppers werden durch entsprechende Flansche o.Ä. ersetzt.
Ein Gestell das die Achse und den Schlepper sicher hält ist ja schnell geschweißt. Mit den Vorderrädern stellt man den Schlepper - so denn vorhanden- auf eine Bodenwaage. Dieser wird hierbei vorne so stark aufballastiert, dass ein Abheben unmöglich ist.

Jetzt kommt Trick 17 ;) : Die Bremszylinder ersetzt man durch Pneumatikzylinder damit man durch Druckaufbau bremsen kann. Die Zylinder werden über ausreichend dimensionierte Schläuche mit einem Druckbehälter verbunden. Über ein Rückschlagventil wird der Behälter mit einem Druckminderer an eine Pressluftquelle angeschlossen. Damit kann man dann den "Startwiderstand" einstellen.
Eine weiterer Druckminderer mit dem die Maximalbremskraft eingestellt werden kann wird über ein Drosselventil und einen Kugelhahn o.Ä. ebenfalls mit dem Druckbehälter verbunden.

Der Ablauf sieht jetzt so aus: Der Druckbehälter wird mit dem kleinen Startdruck gefüllt, die Bremsen liegen leicht an. Man fährt den Motor hoch und sobald eingekuppelt wird und die "Räder" sich beginnen zu drehen wird der Kugelhahn geöffnet. Über das Drosselventil strömt langsam Luft in den Druckbehälter und erhöht stetig die Bremskraft bis zum eingestellten Maximum.
Der Witz ist das man diese Zeitspanne immer wieder "trocken" einstellen kann.
Einziges Manko ist die Lasterhöhung über die Zeit und nicht über den Weg.
Sind die Bremskräfte nicht gleichmäßig, könnte man die beiden Achsteile über eine Kettenwelle o.Ä noch zwangssynchronisieren.

Mit einer GoPro o.Ä zeichnet man Werte der zuvor tarierten Waage auf damit kann man sich das Drehmoment errechnen. Macht man mit einer zweiten Kamera (Synchronisation über einen Lichtblitz) eine Aufnahme von der Drehzahl kann man später sogar eine Leistungskurve schreiben. Die meisten Motorsteuergeräte erlauben eine Aufzeichnung aller Werte auf einen Laptop, da hat man dann wirklich alle Daten zusammen.

Sicher, die Pullingrealität sieht dann später doch anders aus (unbekannte Zugkraft, springen uvm.) alles in allem sollte sich aber schon mal eine Grundabstimmung finden lassen und das für recht wenig Geld.

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: pace setter am 08.06.2017, 21:02:41
Hallo,

Kein nachtanken ohne nachwiegen deswegen, weil Du rein theoretisch einen 50 Liter Tank aufbauen kannst. Wenn Du da 5 Liter rein machst und damit auf 600 kg kommst und tankst danach randvoll macht das durchaus was aus. Um allen Diskussionen entgegen zu wirken wer einen wie großen Tank aufbaut, die Versimpelung der Nachtankregel. Also: Einmal so tanken das  insgesamt max. 600 kg Gewicht erreicht werden, dass muss dann reichen für alle Pulls.

Der Luftdruck darf in den Hinterrädern nach dem Wiegen nicht mehr erhöht werden, weil während des Wiegens auch die max. erlaubte Zugpendelhöhe eingestellt wird, bzw. überprüft wird. Hast Du auf der Waage die max Zugpendelhöhe eingestellt und Dir kommt beim Pull die Idee, ach so ein bar mehr wäre wohl besser und pumpst die Reifen auf, dann geht auch das Zugpendel mit in die Höhe und dadurch wird die max. Höhe überschritten. Ein höheres Zugpendel muss nicht unbedingt ein Vorteil sein, aber so hat man zumindest schon mal mehr Gewicht auf der Hinterachse, weil der Zugwinkel der Kette vom Bremswagen verändert wird.

Das Not -Aus muss in alle Richtungen funktionieren bedeutet, dass der Not- Aus vom Bremswagen betätigt werden kann wenn der Traktor in einer Längsrichtung mit dem Bremswagen steht, aber auch wenn der Traktor quer vor dem Bremswagen steht. Im Fall eines Falles steht der Traktor meistens nicht genau gerade vor dem Bremswagen sondern hat sich schon aufgeschaukelt, quergestellt und manchmal beides. Siehe das Video vom Mini der in Füchtorf auf dem Bremswagen geparkt hat oder letztes Jahr der Simply der sich einmal quer hingelegt hat. Auch dann muss sich der Stecker aus dem Not Aus ohne zu klemmen  sicher herausgezogen werden können. Das Teil muss man aber nicht selber neu erfinden. Das kann man z.B. fertig bei den Amis kaufen, wie auch Zugpendel und vieles mehr.

Gruß  Gordon
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 08.06.2017, 22:04:11
Vielen Dank für die Antworten. Da bleiben keine Fragen mehr offen!

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Sascha am 09.06.2017, 00:22:50
So, ein paar Fragen bezüglich des Reglements haben sich noch ergeben.  ;)

- Es wird darauf hingewiesen das man die Organisation unter der man fahren möchte vor der Planung und dem Bau eines Schleppers kontaktieren soll. Mindestens mal wenn "Neue, einzigartige Techniken" angewandt werden. Das hatte ich jetzt nicht vor, ist vorab eine Kontaktaufnahme mit der DTTO trotzdem zu empfehlen?
Immer! Und zwar aus dem Grund, dass die Fragen, die du hier stellst dann auch beantwortet würden ;).

Zitat
- Die Wiegung erfolgt mit Fahrer und allen Betriebsstoffen, klar soweit. Kein nachtanken ohne nachwiegen. Wird der Warmlaufsprit dann im Kanister mit gewogen und nur aus dem darf getankt werden? Ich sag mal ein paar Kilo vorne mehr oder weniger machen schon einen Unterschied oder ist das Haarspalterei?

Wiegen mit vollem Tank - dann kannst du auch kein Gewicht dazu tanken.

Zitat
- Wenn ich den Not-Aus so gestallte, dass das komplette Fahrzeug stromlos wird, also auch das Motorsteuergerät mit den Zündungstreibern ist das regelkonform, oder muss ich noch die Hochspannung gegen Masse erden o.Ä.?
Spulen (Versorger-)stromlos und Steuergerät aus sollte reichen.

Zitat
- Der Motor darf mit eingelegtem Gang nicht gestartet werden können. Jetzt ist es so, dass ich überhaupt keinen Anlasser und keine schwere Startbatterie an Bord haben möchte. Der soll wie die V8 der Minis mit einem aufzusetzendem Starter und externer Batterie angelassen werden. Wie kann ich das da machen? Eine kleine Steuerleitung für den Anlasser durch den Neutralschalter legen?
Genau. Geht nur darum, dass der Traktor, wenn du ihn anlässt nicht einen Satz nach vorne machen kann, weil du vergessen hast, einen Gang rauszunehmen. Es sind viele Fliehkraftkupplungen im Einsatz.

Zitat
- Woran erkenne ich einen fürs Pulling zugelassenen Rennanzug? Bei einigen Kartanzügen nach FIA Level 2 steht das die Nomex drin haben, bei anderen steht nur Codura und Baumwolle, ich bin verwirrt. Ich gehe aber mal recht in der Annahme das ein neuer, geeigneter Overall nicht unter 100 Euro zu bekommen ist, oder?
Feuerfest - also Nomex oder behandelte Stoffe. Die günstigsten Anzüge sind die mit SFI Abnahme. Sowas hier: http://www.ebay.de/itm/like/112320158028?chn=ps
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 13.06.2017, 13:00:33
Danke nochmal für die Infos.

Sascha: Das heißt wenn ich den Tank randvoll mache und das beim Wiegen kontrolliert wird könnte ich zwischen zwei Läufen nochmal nachtanken?

Nach Anholt sind es nur noch wenige Teile die fehlen. ;) Ich bin mir auch fast sicher das die Jungs aus dem Werkzeugbau ganz heiß auf die Nummer sind. ;)

Auf der Liste steht jetzt noch:

- Bremsen
- Vorderreifen
- EFI
- ROP

Da weiß ich aber schon wo ich die Sachen bekommen kann.

Damit kann man dann schon mal konstruieren.

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Sascha am 14.06.2017, 16:47:34
Danke nochmal für die Infos.

Sascha: Das heißt wenn ich den Tank randvoll mache und das beim Wiegen kontrolliert wird könnte ich zwischen zwei Läufen nochmal nachtanken?


So ist es - bzw. es soll eigentlich generell mit vollen Tanks gewogen werden.
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 26.06.2017, 22:56:02
Es geht los.... ;D

Die Jungs sind nicht mehr zu bremsen, so haben wir Freitag schon mal den ganzen überflüssigen Mist vom Motor abgebaut und eine Grundreinigung durchgeführt (Trockeneisstrahlen). Die Anmeldung für die DTTO-Mitgliedschaft  ist auch schon raus. Der Vorstand ist ebenfalls informiert das ein neuer 600Kg FK Schlepper in Planung ist.
Nach und Nach werden jetzt alle Teile fürs Digitalisieren vorbereitet.

Das Kind hat auch einen Namen: Der Traktor wird auf den Namen Schluckspecht hören. ;)

PS: Ich habs mal überschlagen und gehe davon aus das der ganze Bau so um die 8000 Euro kosten wird. Sicher kann man auch deutlich günstiger einsteigen, aber so steht da genau das von mir erdachte Konzept.

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Ty-Rex am 27.06.2017, 08:10:52
Spitze, das sind klasse News.

soweit alles richtig gemacht und der Name wird sicher Programm ;)


Ja, ich denke mit 6000 bis 8000 Euronen kann man noch gut in diese Klasse einsteigen.

Schön, das die Klasse wächst und wir 2018 sicher die 10 konstanten Starter knacken. Daran habe viele lange nicht geglaubt.

Gutes Gelingen und halt uns auf dem Laufenden.

Gruß
Raphael
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 20.07.2017, 12:49:32
Weiter geht's....

Den Baufortschritt kann man nun auch auf www.schluckspecht-pulling.de verfolgen.
Die Seite wird nach und nach aufgebaut.

Gestern hab ich dann noch durch Zufall entdeckt das das Green Scare Racing Team aus Ostbeevern einen sehr ähnlichen VR6 Schlepper aufbaut. Huiuiui...das wird aber spannend ;)

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1477462728984956.1073741829.217796164951625&type=3

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Sascha am 20.07.2017, 14:27:01
WOW!

Kurzer Kommentar: Hydraulikpumpe und Methanol = frisst. Die Idee hatten andere auch schon :)

Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: lutze109 am 21.07.2017, 05:51:22
Beim Bloodymary läuft das seit vielen Jahren........

Gesendet von meinem GT-I9195 mit Tapatalk

Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Robibib am 21.07.2017, 12:49:50
@Stefan: Tolle Seite. Ist gleich bei mir in meinen Lesezeichen gelandet.  Klasse mal wieder einen Aufbau online verfolgen zu können.
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: pace setter am 21.07.2017, 17:20:17
Hallo,

Super Sache das man das Schritt für Schritt mitverfolgen kann. Weiter so! :)

Gruß  Gordon
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Sascha am 22.07.2017, 23:11:06
Beim Bloodymary läuft das seit vielen Jahren........

Gesendet von meinem GT-I9195 mit Tapatalk

Vielleicht hatte die schon genug Spiel als sie eingebaut wurde ;)
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 24.07.2017, 20:02:24
Danke für das Lob.

Nachdem ich heute beim nahegelegenen Kartbauer war und die EMU vor ein paar Tagen eingetrudelt ist, kann ich voller Stolz sagen das bis auf Kleinteile alles zusammengetragen ist.

Sascha, ich möchte im Grunde nur die Zahnräder verwenden. Anders als in der Hydraulikpumpe sollen die nicht Gleit- sondern Wälzgelagert werden. Weiterhin soll die Pumpe mit größeren Spaltmaßen gefertigt werden. Dafür setze ich das Fördervolumen einfach sehr hoch an. ;)

Eine Frage habe ich noch zur Breite des Treckers. Maximalbreite 1600mm laut Reglement ist klar soweit.
Aber macht es nicht mehr Sinn recht schmal zu bauen? Ich meine wenn ich einen maximal breiten Schlepper habe und die Bahn an einem Rad deutlich mehr Grip hat als an dem anderen wirkt sich das um die Hochachse doch deutlich stärker aus als bei einem schmalen. Oder hab ich da einen Denkfehler?
Weiterhin ist die Stabilität der Hinterachse bei breiter Bauweise von Nachteil. Die Kraft "entsteht" weit außen und muss zentral zum Zugpendel gebracht werden. Sprich viel Biegemoment auf der Achse.
Oder anders ausgedrückt: Was ist der Vorteil einen Schlepper breit zu bauen?

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: peppi am 24.07.2017, 20:08:45
Moin !
Ganz einfach !
Achtung Spass !
Wenn er breiter ist , fällt er nicht so schnell um ! Und das
Abbiegen dauert länger . Gleich mehr Zeit zum gegenlenken .
Gruss Peter
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 24.07.2017, 20:41:38
Achso, verstanden.  ;D

Ist ein Argument, wenn auch nicht das beste, aber so ziemlich....äh....das schlechteste ;) ;)

Wobei das mit dem Aufschaukeln kam mich auch schon in den Sinn. (Also das jetzt ganz ohne Spass)

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: pace setter am 25.07.2017, 08:54:50
Hallo,

Maximal 1600mm breit. Bedeutet, Du darfst den auch ruhig schmaler bauen, nur eben so, dass die Hinterräder noch in der Spur der Vorderräder laufen.  je schmaler der TRaktor ist desto mehr fängt er an zu "kippeln". Vor allem wenn die Bahnen nicht astrein gleichmässig präpariert sind. Und das sind die wenigsten. Das "kippeln" kann soweit führen bis ein Hinterrad komplett vom Boden abhebt. Das macht Dir dann mehr Schwierigkeiten als der Bahnunterschied der vom einen Hinterrad zum anderen in 1600mm Entfernung liegt.

Gruß  Gordon
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 25.07.2017, 15:55:31
Also die maximale Breite reduziert sich bei uns ganz natürlich auf 1500mm...einfach weil die Tür vom Crafter nicht breiter ist ;) Dafür versuche ich den Schwerpunkt so weit wie möglich nach unten zu bringen. Wirkt dem Kippeln auch entgegen.

Ich mach mir gerade ein paar Gedanken zur allgemeinen Gewichtsverteilung. Macht es nicht Sinn soviel Gewicht wie eben möglich nach vorne zu bringen? Sollte dann der Grip nicht ausreichen um die Räder etwas über den Boden zu heben -wie z.B. beim Wild Michi Power- kann man die Nase doch über ein längeres Zugpendel nach oben "hebeln"
Die Zugpendelbefestigung muss dann nur so konstruiert werden das die Hebelkräfte sicher aufgenommen werden.
Ein langes Zugpendel hätte auch den Vorteil, dass es den Kraftangriffspunkt der Kette beim Steigen schneller absenkt und sich so der Schlepper während des Pulls leichter auf den Winkel mit leicht abgehobenen Vorderrädern einstellen lässt.
Oder hab ich da mal wieder einen Denkfehler?

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Ty-Rex am 25.07.2017, 17:23:15
Mir sagte mal Jemand aus der Landwirtschaft, je schmaler die Spur desto mehr Traktion. Erklären konnte er es nicht ;-)

Breite Spur wirkt umkippen entgegen, ob wichtig fraglich. Breite Spur heißt auch mehr Gewicht, mehr Achsrohr, mehr Welle..

Konstruktiv ergibt sich die Breite von alleine. Körperbreite, ROP, Kotflügel, Luft, 2x Reifenbreite, entweder hast du einen breiten U-förmigen ROP und sitzt mir den Schultern zwischen den Kotflügeln, oder einen aufwendigeren ROP,
wie die meisten CD, die eine vorgeschriebene Rahmenbreite habe (max. 420mm). Mein Rahmen hat 680mm Breite, sitze sehr tief und ich denke mit 1540mm die breiteste Spur.

fixe Gewichtsverteilung ist abhängig davon, was du am Ende an bewegliche Gewichten hast. Hast du 50kg über kannst du den Motor ganz noch vorne packen.

Blue Attraction hat den Motor ganz vorne, der Motor wiegt auch recht wenig, im Vergleich zu meinem, 250kg.

Ich habe 240g kg auf der Vorderachse, und 25kg theoretisches Gewicht.

Zugpendel:
Theorie und Praxis. In der Praxis wirst du sehen, dass die Masse bestrebt ist den Anlenkpunkt möglichst dicht an die Achsemitte zu bekommen, deshalb ist im Reglement die Mindestlänge (gemessen Mitte Achse) vorgeschrieben.

Die willst ja nicht Wippe um die Achse spielen, sondern dein verfügbare Gewicht möglichst effektiv einsetzen, und da gilt möglichst kurzer Hebelarm.

Du kannst du darfst nicht davon ausgehen, dass der Bremswagen sich ideal Actio - Reaction verhält und du nicht mittig der Bahn wie auf Schienen fährst, sondern unterschiedlich Gripp machst, nicht 100%ig exakt vor der Bremse stehst,
die Kufe unterschiedlich in der inhomogenen Bahngreift und du laufend korrigieren musst. Da wirkt die Last an einem lange Hebel ganz böse auf die Fahrstabilität.

Gerade deine letzte Aussage bewirkt ja, das Gegenteil, wenn du im Zug kur Gas weg nimmst und wieder drauf gehst, steigt und fällt der Tractor sofort.



Gruß
Raphael

Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: pace setter am 26.07.2017, 09:01:11
Hallo,

Das Steigverhalten des Traktors über die Länge des Zugpendel zu regulieren halte auch ich für unnötig schwierig. Wenn der Traktor vorne hoch kommt verändert sich der Winkel der Kette mehr als bei kurzem Zugpendel. Dadurch verliert der Traktor Gewicht durch den Zug am Bremswagen, die Räder drehen mehr durch, die Front schnellt nach unten, durch den nun wieder vermehrten Grip der Hinterrräder schaukelt sich die Kiste wieder nach oben usw. Sieht zwar von außen spektakulär aus, ist für möglichst viele Meter auf der Bahn aber nicht so günstig.
Zugpendel so kurz und hoch wie möglich, dass Steigverhalten des Traktors nur über die Balastgewichte einstellen, so sieht der Idealfall aus.

Gruß  Gordon
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 26.07.2017, 12:34:57
Danke für den Input. Wieder ein paar Sachen die ich nicht bedacht habe ;)

So unterscheidet sich die Sicht von jemandem der jahrelang aktiv dabei ist zu meiner noch nicht durch Erfahrung getrübten Naivität ;) ;)

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 22.08.2017, 17:19:31
Hallo zusammen, auch wenn hier ziemlich tote Hose zu sein scheint, am Schluckspecht geht es jetzt richtig los. Alex ist am Abgaskrümmer, die anderen fangen mit der Form für den Ansaugkrümmer an. Parallel läuft natürlich die Konstruktion weiter.

Bitte tut mir einen Gefallen: Wenn Ihr irgendetwas seht was gar nicht funktionieren kann oder gar gegen das Reglement ist-->Sofort raus damit ;) ;)

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Another One am 23.08.2017, 12:09:50
Grossen Respekt für Euch Jungs!Das hat alles Hand und Fuss!Da steckt jetzt schon sehr viel Arbeit drin.
Mit euren Möglichkeiten, Fähigkeiten und Begeisterung hoffe ich, euch eines Tages auch beim Bau eines "grossen" zusehen zu können.
Ihr geht den richtigen Weg!Weiter so!
VG
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 19.09.2017, 08:06:29
Im Zuge der Konstruktion von Getriebe und Achse -bzw. der Verbindung dazwischen- hat sich wieder mal eine Frage ergeben. ;)

Laut Reglement sind Kreuzgelenke und Gleichlaufgelenke verboten. Bei den Kreuzgelenken ist das soweit auch klar.

Nur ab wann ist ein Gleichlaufgelenk ein Gleichlaufgelenk?
Mir wurde in Kalkar nahegelegt gerade die Antriebswelle vom Motor zum Differential blos nicht starr auszuführen. Das soll alles winkelnachgiebig und axial verschiebbar sein.
Das macht ja auch Sinn.

Auf Wikipedia heißt es: "Ein homokinetisches Gelenk, auch Gleichlaufgelenk, ist ein Gelenk zur gleichmäßigen Winkelgeschwindigkeit- und Drehmomentübertragung von einer Welle auf eine winklig dazu angebrachte zweite Welle."

Ist nun eine Rotexkupplung oder eine Bogenzahnkupplung auch ein Gleichlaufgelenk? Wo ist da die Grenze zwischen einer Kupplung die Winkelversatz zulässt und einem Gleichlaufgelenk?

Oder anders herum: Was ist der Sinn des Verbots im Reglement? Wenn das verstanden ist kann man sich die Antwort selber geben.

Gruß

Stefan

Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Powershifter am 19.09.2017, 10:01:11
Mit einem Gelenk kann die Welle das schlagen anfangen, meistens wird einfach mit Verzahnungen gearbeitet,
Ab und an auch mit einer Duplex Kette und Zahnrädern
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 19.09.2017, 11:43:14
Ok, ist verstanden. Wenn ich also eine Kupplung baue die vielleicht 3° Winkelversatz erlaubt und dann sperrt (Verzahnungskupplung) und/oder komplett abreißt (Kettenkupplung) bin ich auf der sicheren Seite.
Zumal ich aller Voraussicht nach eh eine Welle länger 1270mm haben werde und der Wellenschutz mit 2 8mm Stahlseilen gesichert werden muss.

Ich überlege mir die Tage mal was. Das Ergebnis ist dann auf meiner Homepage zu sehen. Wenn da was nicht regelkonform ist, immer sofort schreien ;)

Danke und Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Robibib am 06.11.2017, 14:01:29
@Stefan

Warum baust Du eig den Krümmer so linear auf und nicht in "Fächerkrümmer" Art?

Oder ist das bei einer Turboaufladung nicht von Nöten?

Sry aber kam mir grad so in den Sinn die Frage als ich die Pics gesehen habe.  :D
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 06.11.2017, 22:13:49
Die "Fächerkrümmer" die Du ansprichst ( https://de-de.facebook.com/greenscareracing/ ) sind Stoßaufladungskrümmer. Bei denen bezieht der Turbo einen Großteil seiner Energie aus der kinetischen Energie der Abgase. Bei diesen Krümmern ist es wichtig das die Rohre einen verhältnismäßig kleinen Querschnitt und alle die gleiche Länge haben. Der Vorteil liegt in erster Linie im schnellen Ansprechen des Laders aus Teillast und geringeren Abgasgegendrücken.

Wir bauen einen Stauaufladungskrümmer. Da bezieht der Lader die Energie aus dem Druckgefälle der Abgase. Im Endeffekt sollte das nicht dieselbe Effektivität erreichen wie eine Stoßaufladung, der Nachteil ist allerdings vernachlässigbar.
Cooler wäre noch gewesen wenn man die Zylinder 1,2,3 und 4,5,6 in einem Sammler zusammenfasst und dann je auf eine Einlassseite der Turbine blasen lässt. Der Grund liegt in der Zündfolge. Die Zylinder beeinflussen sich dann nicht gegenseitig.

Zündfolge VW VR6:

15 ist zu Jung
36 ist zu Alt
24 ist genau richtig

Cool, woll?  ;D

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Robibib am 07.11.2017, 11:34:05
Das mit der Zündfolge hatte ich vor Jahren auch mal gelesen.

Aber das es da tatsächlich noch weitere Unterschiede gibt wusste ich bisher nicht.

Wieder was gelernt.  :)

Hier ist das auch gut erklärt. https://www.bar-tek-tuning.de/Infos/tipps/turbo-tipps (https://www.bar-tek-tuning.de/Infos/tipps/turbo-tipps)
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Sascha am 07.11.2017, 20:38:57
Hi! Wie weit seid ihr in Sachen Spritaufbereitung?

Habe da noch was für dich, was evtl. hilfreich ist, bevor du dir Kolben kaput machst:
(https://www.evernote.com/l/AJalg4boTIFHRY5SHfV79w-yIRtu5_k08jUB/image.png)

Kommt aus einem laufenden, Methanol Turbo V8, ist aber auf "Benzinskala" für A/F.
macht ca. 1200 PS mit 2 2200ccm Düsen pro Zylinder.

Die ist auch recht hilfreich... die meisten gehen ja nicht soweit runter:

(https://www.evernote.com/l/AJZRsExJj5BMg7YgNpWiYhtWePPz8_fUYOsB/image.png)
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 07.11.2017, 22:23:55
Hi Sascha,

danke für die Tabelle, die ist Gold wert! Oder mindestens mal ein paar goldfarbene Getränke wenn man sich mal trifft ;)

Die Spritbaustelle sollte geregelt sein. Habe jetzt hier eine Hilborn 175B Pumpe, alternativ noch eine OBX Pumpe sowie einen Aeromotive A1000 Druckregler. Die Verschlauchung und die Filter kommen von BAT-Motorsport. Hab auch die 2200ccm Injektoren, allerdings nur einen pro Zylinder.
Wenn jetzt das letzte Bauteil für die Gussform des Ansaugkrümmers fertig wird können wir bald gießen. ;)

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Sascha am 08.11.2017, 13:09:36
Moin,

habe ich mir gedacht, dass du damit was tun kannst ;)

Vermute, du hast die gleichen Bosch Düsen wie ich auch.
(https://www.evernote.com/l/AJblv2vRVmJGNag3f8k1dOzNTCRoKG2oUCsB/image.png)

Ich weiß nicht, wo du leistungstechnisch hin willst, aber ich denke bei so 110 PS pro Düse bei 2 bar / ohne Intercooler und Wasser (da kann man dann doch einiges an Sprit sparen) ist wohl leider irgendwo Schluss.

Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Dj Nafets am 08.11.2017, 20:07:49
Wir verwenden die 0 280 158 821 CNG Injektoren. Sind aber scheinbar aus der selben Baureihe.

Leistung, Leistung...gute Frage. ;) Ziel sind so erstmal um die 400 PS. Das macht der Motor ohne größeren Umbau mit. Schön wäre es wenn wir das bei 1 Bar Ladedruck schaffen. Schnürrt man später einmal das große Paket mit Kolben, Pleuel, Stehbolzen und Nockenwellen geht da noch deutlich mehr.

Das man mit knapp 200 PS Deutscher Meister in der 600kg FK werden kann wenn man die Kraft nur auf die Erde bekommt wurde bewiesen. 

Fürs erste ist dabei sein alles.

Gruß

Stefan
Titel: Re: Herangehensweise 600kg Freie Klasse
Beitrag von: Sascha am 08.11.2017, 21:41:44
Methanol ist bei weitem nicht so brutal wie Benzin. Ordentlich Spiel inne Ringe (das und Drehzahl killt die meisten Pleuelstangen), Zündung pro 2 PSI 1 Grad zurück und Druck auf die Hütte...