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Allgemein => Smalltalk => Thema gestartet von: Robibib am 12.01.2017, 14:31:16

Titel: Blower :)
Beitrag von: Robibib am 12.01.2017, 14:31:16
Also wenn das mal kein Blower ist dann weiß ich auch nicht. ;)

https://www.youtube.com/watch?v=02XjlawzRxY (https://www.youtube.com/watch?v=02XjlawzRxY)

Ab 2:15 Min.
Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: pace setter am 12.01.2017, 20:02:06
Hallo,

Da fällt mir doch glatt der Spruch ein:

"Power is nothing without control"!  ;D

Gruß  Gordon
Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: Robibib am 20.10.2017, 12:57:02
Ich grab den Thread hier mal aus und häng das hier an.  :D

https://www.youtube.com/watch?v=vOey7ugadH8 (https://www.youtube.com/watch?v=vOey7ugadH8)

Gibts im Tuning Bereich ja schon das ein oder andere Mal so zu sehen.

Aber bringt das wirklich was?

Das Little Rascal Team hat ja den Mini mit der Turbo/Blower Kombi auch nicht wirklich "besser" als nur mit Blower ans laufen bekommen oder täusche ich mich da?
Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: winaxmann am 20.10.2017, 20:18:22
Das Cloud Nine Team aus NL hat das auch mal 2 oder 3 Jahre versucht , muß irgendwann Anfang 2000er gewesen sein , hat auch nicht geklappt :)
Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: Robibib am 20.10.2017, 21:11:21
Dachte ich mir iwie schon...

Genauso wie Sascha ja mal meinte das 2x Aux Blower am Allison auch nicht der Stein der Weisen ist.

  :D
Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: Sascha Mecking am 21.10.2017, 00:42:49
Oh man, Leute...

So ein Kompressor ist doch kein "Paket" das man einfach mal drauf baut und dann 1000 PS mehr hat - und wenn man dann zwei nimmt, hat man 2000 PS mehr...
Mal zurück in den Physikunterricht in der Mittelstufe:
Wie wie alle wissen sollten, gibt es physikalisch kein "Saugen", sondern nur "Drücken".
Wir leben in einer Umgebung aus Luft, die von der Erde angezogen wird und mit 1 bar in jede Richtung drückt. Gase wiegen ja auch etwas... Den Druck merken wir nur genauso wenig wie der Fisch im Wasser.
Der bekommt auch nicht mit, dass rund um ihn ein gewaltiger Druck herrscht.
Die andere Sache ist "kein Druck" also keine Luft oder andere Moleküle. Nennt sich Vacuum und ist auf der Erde quasi fast nicht zu erreichen. Und schon gar nicht durch einen Kompressor oder einen Turbolader.
Man kommt maximal "dicht dran". Und generell: Weniger als 0 bar geht nicht.
Superschlaue werden jetzt sagen, dass sie schon mal 0 bar auf nem Reifen hatten oder sogar schon mal an irgendeinem Kessel "Unterdruck" hatten.
Das liegt aber daran, dass man dann "0 bar" als "nicht mehr Druck als bei Atmosphere, also 1 bar" definiert hat. Nimmst du die Messuhr weg, zeigt sie ja 0 bar, wo wir ja wissen, dass eigentlich 1 bar herrscht.

Was hat das jetzt mit Kompressoren zu tun?

Dieser "Überdruck" von 1 bar drückt in die Lader (die fördern ja im Prinzip nur Luft, wie eine Pumpe). Aber auch niemals mehr...

Ich denke, mit Wasser und Gartenschlauch ist "anschaulich" zu erklären.

Nehmen wir mal ein Planschbecken mit einem Stöpsel an der Seite.
Ziehe ich den Stöpsel lauft Wasser raus, weil das Wasser etwas wiegt.
Wenn ich das Wasser schneller da raus haben will, pumpe ich es ab.
Was passiert da in der Pumpe?
Nehmen wir mal eine Aussenzahnradpumpe. Die ist einem "Blower" sehr ähnlich.
(https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f8/Gear_pump_animation.gif/220px-Gear_pump_animation.gif)
Das Wasser wird durch sein Gewicht auf einer Seite in die Pumpe gedrückt, an den Aussenrändern weg gefördert und kommt auf der anderen Seite wieder raus,
weil "ab durch die Mitte" nicht geht, weil die Zahnräder da ineinander greifen und kein Platz für das Wasser ist. Also nimmt es den Ausgang.
Das Ding kann ich jetzt bis zu einem gewissen Punkt schneller laufen lassen und mehr fördern.

Das ist dann schon das erste "Problem": Die geförderte Menge hängt mal sehr viel davon ab, wie schnell sich das ganze dreht. Guckt mal, wie die Laderantriebe unter- oder übersetzt sind. <
Für den zweiten Punkt denken wir wieder mit Luft und halten das mit dem Vacuum (also 0 bar) im Hinterkopf.
Wenn ich so eine Zahnradpumpe / Blower zum Fördern von Luft benutze, dann kommt irgendwann das Problem, dass an der "Ansaugseite" einfach nicht mehr Luft durchgeht.
Die Pumpe fördert Luft weg und es kommt wieder von aussen Luft rein. Warum kommt sie da rein? Weil, genau wie bei Wasser, die Luft etwas wiegt und da mit 1 bar rein gedrückt wird.
Und jetzt der Punkt: Mit einem Bar und niemals mehr (sonst müsste die Luft vorverdichtet werden). Das macht unsere Atmosphere aber nicht.
Wieviel Luft durch den Pumpeneingang maximal geht, hängt also mal ganz gewaltig davon ab, WIE GROSS DAS LOCH IST!!!

Und jetzt gucken wir uns das mal beim Little Rascal an:
(http://3.bp.blogspot.com/-9ZVCgvNePgA/VMqVK4MEVBI/AAAAAAAAqoM/ath9irfH-bs/s912/IMG_0695.JPG)
Schätzungsweise irgendwas um die 100 - 125 mm.

Jetzt guckt man sich mal die Drosselklappen von so einem Scoop an:
(https://www.evernote.com/l/AJYM_bAwXThDdIDDvodLHAFTBBP5T6MYqOAB/image.png)

Da steht oben dick "5 Zoll"... also 3 mal 127 mm.

Wenn ich jetzt mit einem Bar (Atmosphere) durch drei mal 127mm drücke oder durch 125mm - wo geht mehr Luft rein?
Beim Scoop habe ich jetzt noch das Problem mit der Klappenvereisung usw - weswegen der Vergleich etwas "hinkt", aber so grob gesehen, ist glaube ich klar, was ich sagen will.

Und genau so ist das, wenn ich zwei gleich große Lader hintereinander schraube. Da fördert der eine meinetwegen 1kg/s Luft. Und der zweite bekommt dann was? Richtig! 1kg/s Luft.
Wieviel kann er dann fördern? Richtig.. auch nur 1kg/s Luft - denn mehr bekommt er vm ersten Lader nicht.
Jetzt kann der erste Lader vielleicht 2 bar Ladedruck machen. Aber um "Druck" zu machen, muss erstmal ein Widerstand da sein. Wenn die Luft aber vom 2. Lader wieder weggefördert wird, gibt's keinen Überdruck.
Was ein bißchen gemein ist:
Wenn ich Luft komprimiere, wird sie warm. Bzw. wenn ich sie durch einen Turbo jage wird sie ordentlich verwirbelt.. und auch warm. Was macht warme Luft? Sie dehnt sich aus.
Und dann messe ich zwischen erstem und zweitem Lader (beide gleich groß) vielleicht schon einen Druck - aber der hilft mir kein Stück weiter, weil die Menge der Luft sich nicht ändern. Und Sinn der ganzen Aktion ist ja, mehr Menge zu fördern und nicht Luft zu erwärmen.
Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: Sascha Mecking am 21.10.2017, 01:27:12
Wer sich mal angucken will, was Temperatur ausmacht, der kann ja mal hier ein bißchen spielen:

https://rechneronline.de/barometer/luftdichte.php

Dann weiß man auch, warum viele einen Intercooler einbauen...

Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: Robibib am 21.10.2017, 10:59:40
Sehr ausführlich und anschaulich erklärt.  :D

Also eine reine "Optik" oder "Ich kann das so bauen" Geschichte.

Wobei ich beim Blower scheinbar immer noch einen Gedankenfehler habe.

Das beim Blower durch 3x127 mehr rein geht als beim Little Rascal ist soweit klar.  ;D

Deine Aussage (Es geht mehr Luft rein) bezieht sich ja auch auf den Eingang vom Scoop.

Da sich die Geschichte Richtung Blower/Motor doch weiter verjüngt geht doch da auch wieder was verloren oder?

Demnach wäre es ja nicht so dramatisch wenn der Scoop statt 3x127 nur 3x115 oder so hätte?
Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: Sascha Mecking am 21.10.2017, 11:54:53
Da sind zwei Dinge, die da eine Rolle spielen:

a) der Lader frisst Leistung - und das nicht zu knapp. Die muss der Motor auch erst einmal produzieren (wofür er extra Luft braucht).
b) ein Unterdruck im Scoop / an den Drosselklappen führt dazu, dass die Klappen vereisen und quasi "festfrieren", also darf da kein großer Unterdruck entstehen.

Na ja ... und "einfacher" wird es für die Luft auch nicht in den Lader zu kommen, wenn da wenig Platz ist.

Wahrscheinlich sollte man den Querschnitt des Ladereingangs mit dem Turboeinlass vergleichen.
Die Nummer da auf dem Little Rascal, wenn man mal so vom Querschnitt des Laders ausgeht, sollte schon für 2000PS + gereicht haben.
Allerdings spielt die Leistung bei den Minis in NL inzwischen eine ganze Ecke höher...
Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: Robibib am 21.10.2017, 16:16:34
Zu a)
Stimmt, man vergisst ja schnell, dass da eine mechanische Ansteuerung vom Motor erfolgt.  :D

zu b)
Das heißt dann, wenn man einen Scoop mit einer Eisschicht drauf sieht  ist der schon an der Grenze des machbaren?

Bei wieviel sind die Minis denn mittlerweile so angekommen?

Es hieß doch schon mal das mehr als 2000PS gar nicht mehr auf den Boden zu bekommen sind?!

Aber das war ja auch vor den ganzen "Low" Chassis und den neuen Reifen die es da so gibt.
Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: miky am 21.10.2017, 23:59:05
Hm 🤔 müssten sich dann bei den super Stocks die Turbolader sich nicht auch gegenseitig behindern, die sind doch auch in „Reihe“ montiert.  ???
Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: Badga am 22.10.2017, 18:50:33
Sascha war ja der Einfachheit halber von 2 Ladern mit identischen Fördereigenschaften ausgegangen.
Bei mehrstufigen Ladersystem haben aber die Lader der verschiedenen Stufen verschiedene Fördereigenschaften.

Vereinfacht kann man sagen je höher die Laderdrehzahl desto höher die geförderte Masse (Ohne Verluste/Reibung).
Bei Saschas Beispiel mit den 1kg/s drehen beide Lader gleich schnell.
Lasse ich den zweiten Lader schneller drehen könnte er mehr als 1kg/s fördern, bekommt vom ersten aber nur 1kg/s. Bringt also nichts.
Theoretisch könnte ich den 1. Lader ja einfach schneller laufen lassen, je nach Geometrie und Größe des Laders ist irgandwann dann doch Schluss (Bersten des Kompressorrads oder Luft wird zu warm).

Sascha hat auch die "Lochgröße" angesprochen. Und die ist auch wichtig warum man keine großen Ventilatoren auf den Traktoren hat sondern (mehrstufige) Verdichter. Im Endeffekt soll ja eine möglichst
große Anzahl an Gemischmolekülen in den Brennraum. Der Raum ist endlich groß und daher muss der Druck mit jedem Molekül mehr im Brennraum steigen.
(Echte) 0 Bar -> kein einziges Molekül (Vakuum), 1 Bar -> gleichviele Moleküle wie "Draußen", > 1 Bar -> mehr wie draußen.
Wir brauchen also einen Kompressor, der Druck erzeugen kann. Der Druck herrscht dann im Ansaugtrakt und aus diesem Druckreservoire wird der Brennraum gefüllt, bis das Ventil schließt, oder
der Druck sich komplett angeglichen hat. Je höher der Druck, desto größer die Molekülzahl im Brennraum, und desto schneller habe ich auch nach dem Öffnen des Ventils eine gewisse Anzahl an Molekülen im Brennraum.

Die Lader-Geometrie ist dann sehr entscheidend.
Ein Radiallader mit großem Durchmesser und geraden(nach vorne gebogenen) Schaufeln läuft langsam, bewegt viel Luftmasse, baut aber keinen nennenswerten Druck vom Einlass zum Auslass auf.
Bläst er in einen abgeschlossenen Raum, sinkt der Durchsatz enorm.
Ein Lader mit kleinerem Durchmesser und geraden(nach hinten gebogenen) Schaufeln kann schneller laufen ohne zu bersten, bewegt eher weniger Luftmasse, kann gegenüber dem Einlass aber einen größeren Druck
am Auslass erzeugen.

Nimmt man jetzt passend große verschiedene Lader(geometrien), und lässt die jeweils passend schnell drehen kann man die Luftmenge (Ladedruck) im Einlasstrakt/Brennraum maximieren.

Beispiel Superstock:    1:.Stufe:     Große Lader, die viel Luft ansaugen und vorverdichten
                                         2/3 Stufe:   Kleinere Lader, höhere Drehzahl, Geometrie für Druckerzeugung
Mit den Abgasgehäusen und Turbinenrädern wird dann die Energieabgabe(Drehzahl) des Abgasstroms an die Turbine angepasst.

Wenn das alles nicht zusammen passt, hast du allerdings vollkommen Recht:  ;)

Wer keine Scheu vor der englischen Sprache hat und das Ganze ein wenig vertiefen möchte, sollte sich auf diesem Kanal mal umsehen
https://www.youtube.com/watch?v=b1dyUVA19kQ (https://www.youtube.com/watch?v=b1dyUVA19kQ)
Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: Robibib am 22.10.2017, 19:00:30
Zitat
Beispiel Superstock:    1:.Stufe:     Große Lader, die viel Luft ansaugen und vorverdichten
                                         2/3 Stufe:   Kleinere Lader, höhere Drehzahl, Geometrie für Druckerzeugung

Wieder was gelernt. Dachte immer das wäre anders herum. Also ein/zwei kleine Lader die den nachfolgenden Großen "befeuern".  :)
Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: Badga am 22.10.2017, 19:10:43
Das selbe Prinzip haben auch die großen Jet-Triebwerke an Flugzeugen. (Vom Mantelstrom mal abgesehen).
Die (Axial)Verdichter haben nach hinten immer kleiner werdende, sich in der Geometrie verändernde Kompressorräder.

Andersherum wäre das Problem, dass der große Lader keinen Druck im Ansautrakt aufbauen kann.
Du bräuchtest für die selbe Luftmenge pro Zündung riesigen Hubraum und Einlassventile(hier hast du während der Befüllung den größten Druckabfall)

MfG Oli
Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: Dj Nafets am 23.10.2017, 13:31:37
Ein Radiallader mit großem Durchmesser und geraden(nach vorne gebogenen) Schaufeln läuft langsam, bewegt viel Luftmasse, baut aber keinen nennenswerten Druck vom Einlass zum Auslass auf.
Bläst er in einen abgeschlossenen Raum, sinkt der Durchsatz enorm.
Ein Lader mit kleinerem Durchmesser und geraden(nach hinten gebogenen) Schaufeln kann schneller laufen ohne zu bersten, bewegt eher weniger Luftmasse, kann gegenüber dem Einlass aber einen größeren Druck
am Auslass erzeugen.

Das möchte ich so ungerne stehen lassen.

Neben der geometrischen Form der Schaufelenden (gerade, vorwärts oder rückwärts gebogen) ist in erster Linie die Umfangsgeschwindigkeit am Radaustritt wichtig für die Eigenschaften bzw. das erreichbare Druckverhältnis
Eine Turbomaschine kann dem Fluid nur kinetische Energie zuführen. Diese wandelt sich dann über z.B. die Zentrifugalkraft und die Abbremsung in Druckenergie um (Bernoulli). Also nicht alles, das wird nichts, ein Teil wird einfach zu Wärme.

Bei Turboladerrädern kann man recht einfach auf die Eigenschaften schließen auch wenn kein Verdichterkennfeld vorliegt.  Die Winkel der Eintrittschaufeln sind vom Kontrukteur so gewählt, dass die Luft (vektoriell addiert) genau in diesem Winkel anströmt. Der Rest ist Strömungsmechanik I und Thermodynamik I
https://www.buecher.de/shop/buecher/modellstrahltriebwerke/kamps-thomas/products_products/detail/prod_id/13859492/
Ein schönes Buch aus der Anfangszeit der Modellturbinen. Darin sind Radialverdichter und deren Berechnung verständlich erklärt.

Weiterhin sollte man -wie Sascha schon schrieb- mit Massenströmen und Verdichtungsverhältnissen rechnen und sich nicht soviel mit absoluten, relativen Drücken und Volumenströmen rumärgern. Der Massenstrom im (Verdichter)System ist immer gleich. Das Verdichtungsverhältnis ist immer Ausgangsdruck zu Eingangsdruck (einheitslos).

Gruß

Stefan
Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: Sascha Mecking am 23.10.2017, 17:00:28
Oh - technisches Niveau im Forum  ;D
Geil...

Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: Badga am 23.10.2017, 22:58:15
Hi Stefan,

du hast natürlich Recht, und ich habe dann doch zu sehr zu verallgemeinern versucht. Irgendwo muss man da dann halt ansetzen, wenn jemand noch keine TD Vorlesung aus dem Hinterstübchen kramen kann  ;)

Die realen Masseströme und Verdichtungsverhältnisse von so einem SS fände ich übrigens selbst mal interessant, oder von deinem Alky. Wie gehst du da ran? Erfahrungswerte?

MfG Oli
Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: Dj Nafets am 23.10.2017, 23:26:10
Oli, von einem Superstock-Turbopack hab ich keine Ahnung. Von dem VR6 Turbo nur unwesentlich mehr ;)

Nee, im ernst, für unseren Schluckspecht hab ich etwas genommen was so oder zumindest so ähnlich schon funktioniert. Ein GT40 oder auch GT42 ist bei den Polo/Golf Dragracern "Standard" bei dem Motor. Einziger Unterschied ist das die den in der Regel mit E85 befeuern.
Sieht man den Motor weniger als Motor sondern eher als Brennkammer der "Gasturbine Turbolader" ist es ihm vollkommen Wurst was da genau die Temperaturerhöhung des Arbeitsgases bewirkt. https://www.youtube.com/watch?v=PfDr-XXuvmo
Mit Methanol halte ich das Gesamtsystem aufgrund der guten Relation Energiegehalt/Verdampfungswärme kälter. Die höhere Klopffestigkeit von Methanol ist noch so ein Bonus.

Für die Superstock müsste ich spekulieren. Hab schon öfter davon gehört das die die 80er Serie von Holset fahren (HX80, HX82 und HX85) 2 Stück in der ersten Stufe und einer in der zweiten. Vor der zweiten Stufe wird oft Wasser eingespritzt um die Temperatur zu senken. Das macht nicht nur aus thermodynamischer Sicht Sinn, auch aus rein mechanischer.
Gerade hochfeste Alulegierungen wie für die Verdichterräder verwendet neigen schon bei moderaten Temperaturen dazu ihre Festigkeit zu verlieren.

Wie die Aufteilung der Druckerhöhung in den Laderstufen ist---> Keine Ahnung.

Es kann nicht oft genug betont werden das der Ladedruck zweitrangig ist. Viel wichtiger ist wie viel Luftmasse ich durch den Motor befördert bekomme.

Gruß

Stefan
Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: Badga am 24.10.2017, 22:05:46
Hi  :)

Zitat
Es kann nicht oft genug betont werden das der Ladedruck zweitrangig ist. Viel wichtiger ist wie viel Luftmasse ich durch den Motor befördert bekomme.

Vielleicht sagst du bei Zeiten ein wenig was zu deinen Ideen bezüglich Design eines Ansaugsystems?  :)

MfG Oli
Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: pace setter am 25.10.2017, 10:08:27
Hallo,

Dem kann ich so nicht ganz zustimmen. Um die benötigte Luftmasse in den Brennraum zu bekommen muss auch ein entsprechender Druck vorhanden sein. Je höher die Drehzahl des Motor desto kürzer ist die Zeit die zur Füllung des Zylinder zur Verfügung steht. Soll die Leistung eines Motor mit festgelegtem Hubraum deutlich erhöht werden muss also in kürzerer Zeit mehr Luftmasse zugeführt werden, damit wiederum mehr Kraftstoff zugeführt und damit im korrekten Mischungsverhältnis verbrannt werden kann. Höhere Motordrehzahl- kürzere Zeit zum "ansaugen" und ausstoßen. Die Luftmasse die "durch den Motor geht" ist begrenzt durch "Ansaugdurchmesser" der Luft führenden Teile sowie der Ventile bzw. der Überström Kanäle. Da man vor allem die Ventile und die Überstrom Kanäle nicht endlos vergrößern kann hilft hier irgendwann nur noch erhöhter Ladedruck, um die benötigte Luftmasse in vorgegebener Zeit in den Brennraum zu bekommen.

Gruß  Gordon
Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: Badga am 25.10.2017, 14:13:40
Hallo Gordon,

Ladedruck ist nötig, aber nicht hinreichend. Da hat Stefan schon absolut Recht. Wie hoch der Druck sein MUSS, damit der Zylinder einen guten Füllungsgrad erreicht ist ja wieder abhängig von der Ansauganlage
(Ventildurchmesser, usw. wie du ja selbst schon sagst). Den Ladedruck hochzuschrauben ist auch nicht der Weißheit letzter Schluss, spätestens wenn an der Stelle mit dem geringstem Querschnitt das
Gemisch mit Schallgeschwindigkeit fließt, hilft dir höherer Druck nicht weiter. Ob man da rankommt, keine Ahnung.
MfG Oli
Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: Dj Nafets am 25.10.2017, 22:03:11
Gordon, der Ladedruck ist nur Mittel zum Zweck. Fluide generell fangen nur aufgrund von Druckunterschieden an zu fließen. Das ist sehr banal, wird aber öfter mal vergessen.
Auch gerne mal übersehen wird das ein Lader -welcher Art auch immer- Leistung braucht. Bei den Blowern der Minis geistert da so die Zahl von um die 700PS im Raume herum. Setzen wir mal gleiche Wirkungsgrade der Lader voraus braucht ein Turbo für das gleiche Ergebnis die gleiche Leistung.
Die muss erstmal aus den Abgasen entnommen werden. Vernachlässigt man mal die Ethalpieanteil der Wärme kommt die Leistung aus dem Druckgefälle der Turbine zustande. Es nützt nichts, der Motor muss gegen dieses Druckgefälle arbeiten und verliert dadurch Leistung die er nicht mehr abgeben kann.

Das Verhältnis von Leistungszuwachs zur benötigten Antriebleistung der Aufladung sollte immer größer 1 sein. Auch logisch. Und genau hier setzt die Aussage "Ladedruck ist zweitrangig" an. Was nützt es wenn ein schlechter Lader 700 PS braucht, 2 Bar Ladedruck erreicht und 1000 PS Mehrleistung bringt wenn ein guter Lader 300 PS braucht, 1,5 Bar Ladedruck erreicht und 700 PS Mehrleistung bringt.
Nicht nur das der gute Lader 100 PS mehr bringt, auch der Kurbeltrieb wird deutlich entlastet. Beim Turbolader schiebt nämlich immer ein Kolben der gerade arbeitet über das Pleuel, die Kurbelwelle, wieder ein Pleuel und schließlich einen anderen Kolben das Abgas aus. Beim Blower oder Supercharger geht die Leistung über die ganze Kurbelwelle.
 
Wie sollte nun ein gutes Ansaug/Abgassystem aussehen? Meine Ideen dazu:

Zunächst einmal sollten die Querschnitte reichlich dimensioniert sein um Druckverluste bei hohen Durchsätzen gering zu halten. Wenn möglich sollte auf Ansaug und Abgasseite der Resonanzeffekt bei Nenndrehzahl genutzt werden. Die Gase sollten so wirbelarm wie nur irgend möglich geführt werden. Keine Knicke und Kanten. Keine Querschnittssprünge um Ablösungen zu verhindern. Die Ladeluft sollte so gut runter gekühlt werden wir nur irgend möglich (ohne das andere negative Effekte überwiegen).

Im Grunde ist es das. Wie gesagt meine Meinung.

Gruß

Stefan
Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: Sascha Mecking am 26.10.2017, 15:56:56
Den Ladedruck hochzuschrauben ist auch nicht der Weißheit letzter Schluss, spätestens wenn an der Stelle mit dem geringstem Querschnitt das
Gemisch mit Schallgeschwindigkeit fließt, hilft dir höherer Druck nicht weiter. Ob man da rankommt, keine Ahnung.
MfG Oli
Jo... kann man hinbekommen :)
Und nie zu vergessen, Druck macht Temperatur. Ladedruck ohne LLK ist ab einem gewissen Punkt auch nur noch eine schlechte Temperaturmessung :)
Titel: Re: Blower :)
Beitrag von: Badga am 26.10.2017, 20:56:50
Zitat
Zunächst einmal sollten die Querschnitte reichlich dimensioniert sein um Druckverluste bei hohen Durchsätzen gering zu halten. Wenn möglich sollte auf Ansaug und Abgasseite der Resonanzeffekt bei
Nenndrehzahl genutzt werden. Die Gase sollten so wirbelarm wie nur irgend möglich geführt werden. Keine Knicke und Kanten. Keine Querschnittssprünge um Ablösungen zu verhindern.
 Die Ladeluft sollte so gut runter gekühlt werden wir nur irgend möglich (ohne das andere negative Effekte überwiegen).

Dahingehend fand ich z.B. die Lösung vom Team Outlaw immer etwas befremdlich und habe mich gefragt ob die Probleme mit dem Turbospucken nicht davon (mit)verursacht werden.