Jetzt habe ich vorhin noch gedacht, "Mensch, die Jungs gefallen mir immer besser, die machen sich einen Kopf um Dinge, die andere nicht erfassen"....
Da war ich ja fast enttäuscht, als ich dann gerade festgestellt habe, dass Raphael das geschrieben hat

Dass der seinen Kopf nicht nur zum Haare schneiden hat, war mir ja schon lange bekannt

Mir macht die Entwicklung auch in sofern Sorgen, als dass man sich in Holland und den USA immer schön angucken kann, was wohin führt.
Fakt ist, in beiden Ländern ist die Freie Klasse entweder tot oder auf einem gewaltig absteigendem Ast.
Man kann dabei nicht behaupten, dass sich der Sport in der Zuschauergunst durch diese Entwicklung verbessert hat. Was er dort geschafft hat, ist sich finanziell besser zu stellen, da dort massiv die Sponsoren aus dem Agrarsektor kommen, weil sie wissen, dass da landwirtschaftliches Publikum in den Tribünen sitzt. Das kann man von Deutschland überhaupt nicht behaupten und jede Agrarfirma, die mal etwas hinter die Kulissen geguckt hat, stellt fest, dass die Zielgruppe "Bauer" im Publikum gar nicht so hoch vertreten ist, wie gedacht.
Das ist bei den Standard & Sportklassen natürlich ganz anders. Alleine schon das plötzliche Interesse der Agrarpublikationen an dem was wir da zur Zeit treiben...
Das aber nur am Rande.
Also: Richtig erkannt, wir züchten Dieselspezis heran. Davon hatten wir in Deutschland auf der Bahn in den letzten 15 Jahren auch extrem wenig. Das sehe ich also nicht als so schlimm an, weil wir damit eine sehr wohl vorhandene Zielgruppe von Zuschauern bedienen, die wir in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt haben. Das bringt Zuschauer, Presse und Sponsoren (= GELD) in den Sport.
Zur Freien Klasse / Methanol (die Option LKW Motor auf Methanol ist für Europa / Deutschland sehr interessant).
Nun haben wir ein "Freie Klasse Ausbildungsprogramm", wenn man so will:
Garden Puller
Mini Puller
2,5t
Es sind fast alle neuen Mini Teams von den Garden Pullern gekommen.
Den Sprung von einem Mini zu einem 2,5t wagt aber kaum einer.
Ich mein, selbst du als Ingenieur mit einem relativ gutem Gehalt kämest ja nicht auf das schmale Brett, 2,5t Klasse zu fahren.
Warum?
Ich kann in einem Mini soviel Geld und Know How stecken, wie man in seinem Leben zusammenbekommen kann. Ich kann Euro Cup oder EM fahren und brauch dafür nicht mal einen LKW, für die man seit kurzem als normaler Mensch nicht mal mehr einen Führerschein bekommt.
Wenn man sich in die heutige 2,5t Klasse begibt, hat man es mit einem finanziellem Niveau zu tun, dass einem schlecht werden kann. Denke 70.000 € für einen Schlepper der konstant Top 3 in der 2,5t fahren kann, sind nicht untertrieben. Das die 2,5t als "Einsteigerklasse" nicht mehr taugt haben wir der Tatsache zu verdanken, dass das Limit so tierisch hoch liegt und man die Klasse auch noch in den Euro Cup gesteckt hat.
Wenn man dann freie Klasse aus "Spaß" fahren will, mit genug Leistung, dass die Räder "rund" gehen (+ - 3000 PS) kann man das am günstigsten in der 3,5t Klasse. Da sieht man zwar auch kein Land, aber man ist dabei nicht mehr alleine und kann sich über Platzierungen wie "hey, 7. von 14. - gar nicht schlecht" freuen. Davon haben wir im Moment einige Teams.
Also zusammengefasst haben wir 2 Gruppierungen, die unsere breite "Masse" an Freie Klasse Nachwuchs bilden (könnten):
Minipuller Teams, die vom finanziellem Aufwand her eigentlich auch Freie Klasse fahren könnten, es aber bleiben lassen, weil Transport, Siegchancen und Zukunftsperspektiven (kann ich mal an einem Bertus Boer vorbei auf's Treppchen?) fehlen.
Die blockieren dann auch noch den Nachwuchs in der Mini Puller Klasse, weil sich von den Leuten so Mitte 20 (oder sich so fühlend) aus der Garden Puller Scene kaum einer mit denen anlegen will.
Dann die Truppe, die in der 3,5t zur Zeit unser Mittel- bis "Hintenfeld" bildet. Also so Teams wie die Hawks, Adler, Wild Star, Final Destination, Boomerang, Smoking Devil, Wolpertinger, ... Dazu zählen kann man sicherlich auch den Dandy (wenn der in die 3,5t geht schlägt er sich genau mit denen rum). Einige von denen werden sich mit den nächsten 2 bis 5 Jahren hocharbeiten und mit neuen, stärkeren Schleppern kommen, wenn sie einen Sponsor finden, wahrscheinlich auch noch bis an die Spitze.
Der Truppe müsste man eigentlich mal was "bieten", damit es bei den Minis mal etwas Bewegung gibt (neue Teams von unten rein, die alten mal eine Klasse höher / schwerer) und Freie Klasse Einsteiger nicht immer nur die Hinterreifen von den Leuten sehen, die schon seit 20 Jahren im Geschäft sind oder gut "vor Steuern" operieren können.
Was muss ich bieten?
Perspektive (was wir bei der Sportklasse versucht haben):
1. Ich muss mit einem Aufwand von 30.000 Euro eine Trecker bauen können, der siegfähig und in 10 Jahren noch konkurrenzfähig ist, damit er in 10 Jahren nicht nur Schrottwert hat
2. Das was ich baue, muss sich zu einem besseren Trecker umbauen lassen
3. Ich muss mehr als 10 Veranstaltungen im Jahr fahren können und vor allem muss ich so mindestens 5 Veranstaltungen im Umkreis von 300 km haben. Besser 10 im Umkreis von 200...
4. Die Schlepper müssen im Idealfall mit einem 7,5 Tonner transportiert werden können - am besten aber mit Jeep und Hänger (bei den Sportklassen haben wir die Option Trecker mit Anhänger, weil da ja sehr viele "Bauernjungs" dabei sind).
Zu Punkt 1:
Klar definiertes Leistungslimit, das auch mit "neuerer Technik" nicht ausgetrickst werden kann und auf einem Level liegt, wo ich die Motoren nicht so dermassen aufmachen muss, dass sie ständig kaputt sind. 2000 PS reichen dafür eigentlich (eigentlich auch weniger - aber welches Mini Team schraubt für einen freien Klasse die Leistung zurück?). Wird wohl eher auf was bei 3000 hinauslaufen....
Punkt 2:
Motoren & Technik, die mehr können. Hauptsache man lernt mal mit Methanol oder Ethanol umzugehen.
Punkt 3:
Mehr Veranstaltungen!!!!
Punkt 4:
Das darf nicht mehr als 3,5t wiegen, besser weniger
Also - wir brauchen Infrastruktur:
Bremswagen, Veranstaltungen, .... Ich glaube daran arbeiten wir gerade mit der Farm Pulling Geschichte. Die Sportiteams sind da nicht so geil auf "Krachmacher" - aber viele Veranstalter sehen das etwas anders.