Hallo Rosa,
Arthrose ist ein recht komplexes Krankheitsbild. Generell kann man sagen, daß es sich dabei um eine degenerative Gelenkserkrankung handelt, die meist durch Überlastung oder Falschbelastung entsteht.
Das kann durch Mangel passieren (zB schlechte Aufzucht, Mineralstoffmangel), kann genetisch bedingt sein (man diskutiert immer noch, ob Spat bei manchen Isländern nicht doch anteilig vererbt wird), es kann durch Fehlstellungen passieren und letztlich durch falsches Belasten durch den Reiter: zu viel, zu oft das falsche, zu selten das Richtige, zu früh! (zB wenn junge Pferde gleich voll ran müssen).
Das Gelenk wird also überlastet und entzündet sich in der Knorpelschicht. Dem Schmerz versucht das Pferd zu entfliehen, indem es automatisch auf das andere Bein entlastet, weswegen man oft Beteiligung auf beiden Beinen hat (Spat zB).
Der Körper hilft sich selbst, indem er die entzündete Region ausknöchert, die Entzündung verschwindet - damit ist das Gelenk jedoch bewegungseingeschränkt und wird bei bestimmten Bewegungen schmerzen.
Des weiteren tendieren Arthrosen dazu, wiederzukommen bzw auf andere Gelenke überzuspringen, WEIL das Pferd durch die Bewegungseinschränkung im betroffenen Gelenk wieder falsch oder unphysiologisch belastet.
Heilen kann man Arthrose nicht - aber man kann damit leben.
GANZ wichtig ist, daß Pferde mit Arthrose dauernd Bewegung brauchen und am schlechtesten in einer Box aufgehoben sind. Es ist wichtig, daß das betroffene Gelenk bewegt wird, damit sich Gelenkschmiere breitmachen kann, die wie der Name schon sagt, von innen schmiert.
Tun kann man was, solange sich die Arthrose im Stadium der Entzündung befindet.
Entzündungen kann man heilen - Verknöcherungen nicht.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, auf die Entzündung zu reagieren - da spricht man entweder mit dem TA, der meist der Sache mit Spritzen zuleibe rückt, oder mit einem THP, der ein paar Möglichkeiten mehr hat - das Ergebnis sollte das gleiche sein: Versuch, die Entzündung wegzubekommen, Schmerzlinderung.
Ist die Arthrose einmal ausgeknöchert, kann man nur auf Schmerzspitzen reagieren und ansonsten das Pferd in seinen Möglichkeiten fleissig weiterbewegen - aber eben immer die Einschränkung bedenken.
Des weiteren ist wichtig daß ein Arthrosepferd einen erhöhten Mineralstoffbedarf hat - das betroffene kranke Gelenk benötigt viel mehr Stoffe, um sich zu versorgen und evt. zu regenerieren als ein gesundes Gelenk. Hier läßt man sich am besten vom TA beraten oder von jemandem, der sich gut mit Ernährung auskennt.
Zuletzt ist zu sagen, daß ein Arthrosepferd halt im Besonderen die Geduld und innere Einstellung seines Reiters braucht.
Geduld um in schlechten Zeiten nicht zu fordern, was nicht geht, aber trotzdem sich zu kümmern und zu bewegen, Geduld, daß manche Dinge länger brauchen, Geduld, das Tier aufzuwärmen, und zwar länger als gesunde Pferde.
Und Nerven, weil es immer wieder Rückschläge gibt, und Zeiten, wo man denkt, das war es jetzt.
Arthrose ist fast immer durch den Menschen verursacht, deswegen haben wir - so finde ich - die Verpflichtung,, uns um so ein Pferd besonders zu kümmern.
Es gibt eine Spat- und Arthrosebox weiter unten, wo Betroffene schreiben.
Nattrun
