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Autor Thema: Weben  (Gelesen 3813 mal)
Ronja
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Beiträge: 391


« Antwort #15 am: 23.02.05, 11:10 »

Tach  Smiley

Hab einen polnishcen WB-Wallach (knapp 6 Jahre) in Ausbildung. Stand beim Vorbesitzer nachts in der Box mit täglichem Weidegang. Dort hat er wohl auch in der Box gewebt, hat aber keinen intersessiert. Kommentar dazu: Naja, die Polenpferde tun das halt, da sie meisten in ihrer Jugend dort noch in Ständerhaltung aufbewahrt werden  Traurig
Bei mir stand er erst in einer Einzelpaddockbox mit Blick auf den lebhaften Teil des Hofes und ausreichend "Fernsehprogramm", nebenan leider ein oberstressiger Wallach, der den eher ruhigen Schimmel total nerbel gemacht hat, so dass dieser häufig überm Paddockzaun hing und schaukelte, egal ob Futter da war oder nicht. Als der unruhestiftende Nachbar weg war, gings besser. Habe in vor 2 Monaten nochmal umgestellt, in einen grössen Laufstall mit einem weiteren Wallach und 3 Hengstfohlen. Seit dem ist nix mehr zu sehen, obwohl in der andere Wallach auch mal gut durch die Gegend schickt!
Ich muss zugeben, dass ich mich zu "Hauptwebezeiten" auf die Lauer gelegt habe und dem Schimmel was mit der Wasserpistole verpasst habe (tut nicht weh, verknüpfte nur mit der Weberei einen unagenehmen Reiz). Hat ganz grossartig funktioniert (in einem solchen Fall das Nicht-Weben zu verstärken ist nicht machbar, man müsste das Pferd ja dann immer unter Beobachtung halten und IMMER verstärken). Konnte sogar beobachten, dass er EINMAL in der neuen Box noch ansetzte -als das Pferd in der Nachbarbox mal wieder grundlos mit Keksen vollgestopft wurde- und nach dem 2. Schwenker kurz zuckte (der Wasserpistolen-Effekt) und dann mit einmal giften in Richtung Nachbarpferd zu seinem Heu stapfte, als ob er sagen wollte "bäh, ich hab auch was und viel mehr und ohne Mensch dran!"
Das Wasserpistolentraining ist glaube ich nicht unbedingt zur Nachahmung zu empfehlen (asuserdem kostet es enorm viel Zeit), es sei denn man ist wirklich konsequent und schafft ansonsten Bedingungen die das Pferd nicht nötigen sich was anderes auszudenken!

@andelino: warum gibst du deinem Pferd was zur Begrüssung und zur Verabschiedung? Ich weiss, dass das viel Pferdebesitzer machen. Bloss, was soll das Pferd damit verknüpfen? Ich bin zugegebenermassen Leckerlifütterungsgegner (es sei denn, in absoluten Ausnahmefällen, wo ein Pferd was lernen soll, bei dem sichs lohnt mal auf einen Keks zu warten, bzw. sich durch Kauen entspannen kann), meine Ponies freuen sich wohl trotzdem, wenn ich komme, obwohl sie NIE Kekse kriegen, die armen Grinsend Sie kommen dann und lassen sich ganz depriviert die Ohren kratzen  Grinsend
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andelino
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« Antwort #16 am: 23.02.05, 11:32 »

Ich weiß nicht, warum ich das mache. Hat sich halt irgendwann so eingebürgert. Ist quasi ein Ritual geworden. Sie bekommt auch nicht sobald ich ankomme etwas aus meiner Tasche. Sie weiß, dass ich ihr erst ohne Leckerlie "Hallo" sage und erst dann an meinen Schrank gehe und ein Leckerlie hole. Und bevor sie mich nicht richtig begrüßt hat gibt es auch nichts. Das mache ich, damit sie nicht nur auf das Leckerlie fixiert ist. Aber eigentlich hast Du recht. Warum macht man das? Eigentlich doch nur, weil man Angst hat, dass das Pferd einen dann weniger mag. Vielleicht werde ich das echt mal umstellen. Weniger mögen wird sie mich bestimmt nicht. Man kann dem Tierchen ja auch anders zeigen, dass man es mag. Indem man einfach freundlich zu ihm ist. Aber es ist halt einfach so 'ne Macke, die jeder am Stall hat: Das Pferd wird mit einem Leckerlie begrüßt. Würde es sonst keiner am Stall machen, hätte ich wohl auch nicht damit angefangen. Das ist halt einfach das Nachahmverhalten des Menschen. Zwinkernd
« Letzte Änderung: 23.02.05, 11:38 von andelino » Gespeichert
geolina
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« Antwort #17 am: 24.02.05, 00:00 »

hallo,

warum ein liebgewonnenes ritual abstellen? sich die hand zur begrüßung zu geben ist auch unsinnig trotzdem freut so eine persönliche begrüßung mehr als wenn man nur etwas sagt....

ich stopf meiner weiter zur begrüßung leckerli rein.

 Zwinkernd alex
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Es gibt viel mehr Leute, die freiwillig aufgeben, als solche, die echt scheitern.

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kiwi2004
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« Antwort #18 am: 24.02.05, 01:13 »

Ich habe das Gefuehl, dass das Weben einfach der Ausdruck einer "Geistesstoerung" ist. Ich habe es noch nie bei gut gehaltenen Pferden gesehen. "Gut" soll heissen 80-90% Weidehaltung in einer Herde. Weben ist fuer mich uebrigens so wie Koppen. 
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andelino
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« Antwort #19 am: 24.02.05, 13:01 »

@geolina
Da hast Du auch recht. Ich freue mich auch, wenn mich jemand, den ich kenne persönlicher begrüßt, als nur ein Hallo durch den Raum gerufen. Und das es mittlerweile ein Ritual geworden ist, stimmt auch. Das mache ich schon seit Jahren. Habe es auch bei allen Pflegepferden, die ich je hatte, gemacht. keins davon hat angefangen zu weben.

@mogalla
Ich glaube, dass die Haltung, in der mein Pferd steht, schon gut ist. Wie Du selbst schreibst, kann man das Weben meist nicht mehr abstellen. Und warum sollte ich sie nun aus ihrer bekannten Umgebung herausreißen, nur damit ich mein Gewissen beruhigen kann, ich hätte mein Pferd in einer besseren Haltung. Vielleicht mag sie die Herde gar nicht und wird deshalb unglücklich. Das kann dann auch wieder dazuführen, dass sie webt. Es ist also, denke ich, sehr schwer eine solche Entscheidung zu treffen. Ich habe auch schon oft darüber nachgedacht, den Stall zu wechseln. Aber eben die Überlegung, ob sie sich da wohler fühlen wird, in einer unbekannten Umgebung und Herde, hat mich dazubewogen, in dem Stall zu bleiben.

Sobald der Boden es hergibt werden unsere Pferde auf die Weide geschmissen, stehen nach der Einweidezeit 24Stunden draußen und kommen erst wieder rein, wenn es gar nicht mehr geht. Das sind dann zusammen mindestens sieben Monate Weide. Eine bessere Haltung habe ich in Hannover noch nicht gesehen. Eher das Gegenteil mit der Boxenhaft und stundenweise Weidegang für die der Besitzer Unmengen von Geld zahlen muss. Oder es ist irgendwo gaaaanz weit draußen, so dass ich Stunden zum Hinfahren bräuchte und dementsprechend viiiel Geld für Sprit zahlen müsste. Ich habe aber nicht soooo viel Geld. Es reicht um Pferd ein Dach über dem Kopf zu bieten (in dem Stall in dem ich stehe), es zu füttern, den Tierarzt für "alltägliche Sachen" zu zahlen und dabei für Notfälle noch etwas zu sparen, damit ich ihr dann helfen kann.
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