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749254 Beiträge in 5146 Themen von 5171 Mitglieder
Neuestes Mitglied: Minchi
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Pferdeforum  |  Rund ums Reiten  |  Problempferde und -Besitzer (Moderatoren: unki, ahpe)  |  Thema: Pferd lässt sich nicht einfangen + reisst sich los... Was tun? 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
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Autor Thema: Pferd lässt sich nicht einfangen + reisst sich los... Was tun?  (Gelesen 3677 mal)
carola
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« Antwort #45 am: 25.08.11, 15:56 »

Ich kenne zwei Isis, die dieses Rumdrehen und weg auch perfekt draufhaben. Nicht regelmäßig, aber wenn man eben grade partout nicht möchte/weg will. Diese Bewegung, die vermutlich auch ein klein bisschen ins Steigen geht, weil sie auf der Hinterhand drehen, kriegt man gar nicht so richtig mit. Ehe man es sich versieht, ist man hinter dem Pony, hat den Strick in der Hand und ist absolut machtlos. Man kann noch festhalten und sich ziehen lassen, aber das hält man nicht lange aus. Pony ist schneller. Und stärker. Beim ersten Isi hatten wir das Spiel vielleicht drei- bis viermal beim Verladen. Also: einmal verladen, drei- bis viermal Pony einsammeln gegangen. Augen rollen Danach war ich sowas von sauer. Ärgerlich Da haben wir ihn dann rechts und links angebunden und rechts und links geführt. War der schnell im Hänger. Augen rollen Auf dem Rückweg das gleiche. Ärgerlich Da ist er nur einmal abgehauen, bis wieder zu zweit angepackt haben.
Der zweite Isi hat sich Jahre später ähnlich beliebt gemacht. Aber ich verstehe es wirklich: die sind so schnell, da geht mit normalem Halfter und Strick nichts.
Von daher wäre Führkette zum Üben sicher gut. Diese sonstigen Übungen schaden sicher auch nicht, aber ich denke, irgendwann müsst ihr diesem Tier noch "austreiben", dass es mit dieser Bewegung davon kommt.
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Ein gewisses Maß an Unordnung ist der Preis für Freiheit!
Hexenkind17
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« Antwort #46 am: 25.08.11, 22:29 »

Das treibt man nicht aus, leider.... Es kann viel, viel weniger werden, aber die Cleveren vergessen nie, dass sie sich so einer Situation, wenn auch nur kurzfristig, entziehen können.
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zaino
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« Antwort #47 am: 26.08.11, 09:18 »

Hexenkind, stimmt, gute Basiserziehung und zähes geduldiges Üben können da schon große Verbesserungen erzielen.
Aber in Ausnahmesituationen werden solche Viecher leider immer zu ihrer "Masche" greifen. Blöd wenn sie 90% der Zeit brav sind, dann fehlt ihnen und uns auch noch die Übung, das zu händeln...

Ok, aber wir wollten ja nicht unken, sondern Nattfari HELFEN, gell?  Lächelnd
Vermutlich liegt der Dreh wirklich - abgesehen von der Basis-Disziplin-Verbesserung - darin, dass die emotionale Kurve dieses Ponies insgesamt was flacher wird. Ausrasten wenn grade eine wildgewordene Kuh oder eine dito Mülltonne bei Windstärke 10 auf einen zurollen ist ja irgendwie begreiflich. Aber ,weil man die Art nicht mag, wie einem das Halfter ausgezogen wird, ist unverhältnismässig, und das muss der Kerl lernen.
Ihr schafft das.
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Monnef0805
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Gewalt beginnt wo Wissen endet!


« Antwort #48 am: 26.08.11, 09:31 »

Hm vielleicht mit Bachblüten unterstützen? Ich fnde Cherry Plum, Holly und Vervain würden hier evtl. ganz gut passen.
Habe sie auch bei meinem, der früher Pnaik vor allem hatte was auf seinen Rücken kam, angewendet. Und tue es heute noch gerne.

Ach so was man vielleicht auch versuchen könnte, habe ich ebenfalls bei meinem gemacht. Er neigte als er jung war auch dazu sich zu entziehen als sich mit seiner Angst auseinander zu setzen. Er ist zwar nicht gestiegen aber wollte auf dem abwärts kehrt machen, oder es mit vorbei rasen lösen.
Ich habe bei Sachen, wo ich wusste die stören ihn jetzt weniger, angefangen dazu zu bringen die anzuschauen/anzustupsen. Dafür gab es Lob und Leckerlie. Das habe ich dann nach und nach gesteigert an Dingen die ihm mehr Angst machen, Leckerlie aber immer mehr gegen "nur" Lob ausgetauscht. Allerdings gab es kein rückwärts oder sonst was. Es wird hingegangen. Nach ein paar mal hatte er auch gemerkt das ihm eigentlich nichts passiert und sogar was bei raus springt  Grinsend Selbst heute noch wenn was sein sollte wovor er Angst hat, lasse ich ihn kurz stehen und er selbst geht dann hin und stupst es an.
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zaino
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« Antwort #49 am: 30.08.11, 09:51 »

Gibts eigentlich was Neues von "unserem" Brausekopf, Nattfari?  Lächelnd
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Nattfari28
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« Antwort #50 am: 30.08.11, 14:36 »

Hallo,

sorry, dass ich mich einige Tage nicht mehr gemeldet habe...

Die Lage ist derzeit durchwachsen.

Als ich jetzt mal morgens mit an der Weide war, kam er zögerlich in 2. Reihe hinter den anderen zwei her. Es war dann aber auch kein Problem für mich ihn zu überreden noch einen Schritt in meine Richtung zu machen, so dass ich ihn mitnehmen konnte.

Derzeit sind sie nachts auf einer Weide, welche direkt an den Paddock angrenzt. Da kommt er dann im Freilauf in den Paddock mit den anderen zwei Pferden mit.

Aber nach wie vor stellt sich dann das Problem "Fressbremse ausziehen" ein.

Da er sich an einem Tag auf dem Paddock von mir abwendete, als ich mit Halfter kam, haben wir da mal "kurzen Prozess" gemacht und den Paddockbereich (den man wunderbar in versch. Bereiche abtrennen kann) abgesperrt und dann musste er tatsächlich mal laufen bis ich ihm erlaube stehen zu bleiben und zu mir zu kommen. Ich weiß, dass hier nicht alle so angetan sind von der Methode. Aber irgendwie wollen wir ihm ja zeigen, dass es kooperativer und einfacher ist mit uns zu arbeiten, anstelle sich gegen uns zu stellen. Er lief also Runde um Runde. Das fand er erst auch ganz toll, dann bald wurde es wohl anstrengend. Zwinkernd Also habe ich ihm erlaubt stehen zu bleiben und ihm angeboten zu mir zu kommen: Stimmkommando "Komm" usw. Er reagierte gar nicht. Also weiter laufen lassen. Es dauerte dann noch 2 weitere Versuche "Komm" bis er anfing wenigstens mal den Kopf in meine Richtung zu drehen. Und dann irgendwann kaute er auch mal und nach noch weiteren Versuchen machte er dann wirklich einen sehr zögerlichen Schritt in die richtige Richtung, nämlich auf mich zu. Dafür wurde er sofort überschwenglich gelobt - natürlich samt Leckerlie - und die Übung war beendet.
Am Sonntag - wir wollten ausreiten gehen - drehte er sich wieder ab. Also wieder den Bereich abgetrennt und dann sollte er laufen. Er ging nur wenige Runden in einem wenig lustlosen Schritt-Trab-Gemisch (also def. kein Scheuchen), dann durfte er stehen bleiben und kam auf mein Angebot hin und ein paar Sekunden nachdenken direkt zu mir.

Vorher war ich dieses Abwenden ja immer einfach übergangen, bin um ihm rum und habe ihn dann aufgehalftert und abgeholt.

Man hatte jetzt den Eindruck, dass er auf Paddock oder Weide gar nicht versteht, was ich mit "Komm" (und entsprechender Körperhaltung inkl. ausgestreckten, anlockenden Arm, usw.) meine... Weil er es so gar nicht gewohnt ist, sondern es ja kennt, dass ich ihn einfach da abhole, wo er gerade steht.
Nun soll er aber umgepolt werden: Darauf, dass er anfangs mind. 1 Schritt auf mich zu macht, dann natürlich auch mal gerne mehrere Schritte. Und vielleicht - in gaaanz ferner Zukunft - komplett von dort, wo er gerade ist bis zu mir an den Stall/Eingang kommt... (Ein Traum... Zwinkernd)

So, jetzt schlage ich den Bogen zurück zur Fressbremse. Denn er läuft jetzt morgens ja einfach auf den Paddock und haut samt Fressbremse vor der SB ab. Also hat sie es gestern und heute morgen ebenfalls so mit ihm gehandhabt. Er musste laufen bis sie ihm erlaubte zu ihr zu kommen. Allerdings dauerte es wohl einige Zeit... Wobei es heute wohl schon etwas schneller ging als gestern. Ich hoffe aktuell, dass er jetzt schnell merkt, dass es anders auch für ihn viel einfacher und unkomplizierter ist... Und dass er dann bald nicht mehr einfach so abhaut...

Das hektische sich losreissen wollen beim Fressbremse-Ausziehen an sich wird, glaube ich, besser. Meine SB achtet noch mehr darauf, wann er in der Laune ist abzugehen. Dann lässt sie sich und ihm mehr Zeit, berührt den Kopf erstmal so, usw.
Außerdem war sie jetzt bei unseren Übungen mit Sprühflasche & Co. häufiger diejenige, die ihm Trense oder Halfter an- und ausgezogen hat. So soll er merken, dass es auch ganz normal ist, dass sie das macht. Er bekommt dann dafür natürlich auch immer Leckerlie, wenn er ruhig bleibt. An einem Abend war er wohl beim Trense ausziehen ruhig, nahm das Leckerlie und wollte dann direkt abdampfen. Er stand da aber auch noch abgetrennt von den anderen auf dem Paddock und kam nicht weit.  Grinsend Sie hat ihm daraufhin die Trense wieder angezogen und das Ganze nochmals gemacht. Da blieb er dann - wenn auch sichtlich nicht sooo begeistert - auch ohne Trense noch neben ihr stehen und wartete, bis sie ihm erlaubte gehen zu dürfen...

Die Übungseinheiten Sprühflasche + Wasserschlauch/ Beine abspritzen klappen ganz gut. Nachdem das Einsprühen ganz gut klappte, holten wir an einem Tag mal den Wasserschlauch hervor. Das war früher immer ein Drama, wenn man nur neben ihm auf den Boden sprühte... Jetzt stand er ganz still da. Und das auch ohne zittern o.ä. Am Anfang etwas angespannt, aber das gab sich bald. Abspritzen aller Hufe und auch etwas am Bein hoch war kein Problem... Da war ich wirklich sehr erstaunt!
Heute Abend wird das nächste Kapitel in Angriff genommen... Ich könnte mir vorstellen, dass heute der Regenschirm dran kommt. Und bei dem ist er schon diverse Male richtig bei abgegangen. Das könnte also spannend werden.  Zwinkernd
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zaino
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« Antwort #51 am: 30.08.11, 15:17 »

Nicht entschuldigen, wir sind doch nur neugierig!
Liest sich aber gut, Nattfari - guter Plan. bislang war wohl der Zweibeiner mehr so eine Art Störfaktor in seiner Welt, so wie Du das jetzt beschreibst. Evt. kann man ihn umpolen. wer weiss ob er nicht doch schon was Doofes erlebt hat, oder Menschen eben einfach als Fremdkörper empfindet?
Ist ja auch egal, aber finde Eure fortschritte toll!
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Monnef0805
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Gewalt beginnt wo Wissen endet!


« Antwort #52 am: 31.08.11, 09:36 »

Schließe mich an. Nicht entschuldigen.
Wenn das für Euch der richtige Weg ist, ist es gut. Außerdem bin ich von der Art Weise eher ein Freund  Zwinkernd
Er muss nur richtig stramm laufen müssen.
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Nattfari28
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« Antwort #53 am: 31.08.11, 12:16 »

Danke, Euch beiden! Smiley

Gestern Abend lief er zwar nicht weg, aber null Beachtung, als ich ihn ansprach und gerufen habe zu mir zu kommen. Die Baustelle bei den Nachbarn war einfach viel interessanter. Also wieder mal los... Zwinkernd Keine 5 Minuten laufen, Pferd anhalten lassen, "Komm" - und zack, er kam sofort. Kein Überlegen, sondern wirklich sofort. Smiley

Soweit ist es schön, dass er Fortschritte macht. Aber wenn es jetzt für ihn Normalzustand wird, dass man dann halt mal eben kurz ein paar Runden laufen muss, müssen wir den Druck wohl erhöhen. Sprich, dann muss er wirklich richtig rennen. So meinte das auch meine SB gestern abend. Monnef0805, ihr beiden seid da also gerade einer Meinung.  Grinsend

Die Übung "Regenschirm" behagte ihm nicht so besonders. Wir haben sie im geschlossenen Raum abgehalten. Da wollte er anfangs erstmal direkt weg. Nee, nix da, Du bleibst hier. Okay... Dann zuckte er bei jedem Aufschnappen des Schirms, beäugte ihn immer ganz argwöhnisch und wartete auf den Moment, in dem wenigstens vielleicht mal einen Schritt zur Seite oder nach vorne in Richtung "abhauen" machen könnte... Naja, nach mehreren Versuchen wurde er etwas ruhiger, aber natürlich stand er die ganze Zeit unter starker Anspannung. Immerhin war er nicht so panisch wie früher schonmal... Wobei ich da dann auch in der Regel alleine geübt habe. Da musste ich einerseits Pferd halten, andererseits Schirm halten bzw. öffnen und noch im besten Falle loben und Leckerlie reinschieben...
Als Abschlussübung wurde er einmal eingesprüht. Das war ja dann eher ein Klacks für ihn. Leckerlie gab's natürlich trotzdem. Zwinkernd

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zaino
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« Antwort #54 am: 31.08.11, 20:51 »

Hm, irgendwie, Nattfari, hast Du da ein richtiges "Wildpferd", das Menschen nicht wirklich in seinem Programm hat. Aber wenn Du den mal für Dich gewonnen hast, wird das prima!  Zwinkernd eine tolle Herausforderung! so einen "wülden Mustang" zu erobern! Aber Ihr schafft das, wirst sehen!
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Nattfari28
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« Antwort #55 am: 01.09.11, 09:24 »

Haha... Fehlt nur noch, dass er Rappe und Hengst ist...  Grinsend  Grinsend

Gestern Abend kam er die 4-5 Schritte, die uns trennten, weil er weit vorn auf dem Paddock stand, sofort auf mich zu.

Wir haben dann longiert und so etwas Bodenarbeit gemacht, seitwärts an der Hand, usw. An der Longe auch viel anhalten und erste Versuche rückwärts. Keine herkömmliche Longenübung, aber er hat da früher auch nicht verstanden, dass des Rätsel's Lösung einfach bloß ein Schritt zurück wäre, sondern hat gar nicht zugehört und ist eher komplett umgedreht, usw... Das war gestern nicht mehr so extrem, auf einer Hand anfangs ansatzweise, aber dann hatte er verstanden... Smiley

Später haben wir dann beim seitwärts gehen etwas frei gearbeitet, wobei er durchweg komplett bei mir war. Er geht ja leicht an die Decke, wenn er was nicht kapiert, aber gestern ging es wirklich gut. Von mir weg sowieso, aber auch komplett frei und nur auf Handbewegung auf mich zu. Das war schon echt gut, denn so lange oder intensiv machen wir das noch nicht.
Am Ende lief er dann frei durch die Bahn hinter mir her. Smiley

Ich war da insgesamt sehr zufrieden gestern mit ihm, er hat durchweg gut mitgemacht. Ich hoffe, dass sich das auch allgemein auf sein Verhalten auf Weide und Paddock auswirkt. Hatte solche Sachen zuletzt etwas schleifen lassen, werde es nun aber definitiv wieder stärker mit einbinden und ausbauen.  Zwinkernd

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carola
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« Antwort #56 am: 02.09.11, 19:10 »

Bei solchen Pferden hilft Stressabbau durch Laufen aber auch bei der Konfrontation mit "schrecklichen Dingen" gut. Ich glaube, ich würde auch bei Regenschirm & Co. eine lange Leine (Longe/Bodenarbeitsstrick) dran machen und ihm erlauben wegzurennen - im Kreis. Einfach, weil Bewegung Stress kompensiert. Er kommt ja immer noch nicht weg von dem Teil, wird sich aber sicher schnell beruhigen und danach ruhig stehen bleiben. So ist er halt gespannt wie eine Feder und trotzdem "brav". Zwinkernd
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zaino
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« Antwort #57 am: 02.09.11, 22:24 »

... kompensiert und lernt dabei, dass er nicht gefressen wird so lange sein Mensch dabei ist. Genau, Carola! Das ist die Brücke, die er braucht!
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Nattfari28
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« Antwort #58 am: 04.09.11, 11:54 »

Hallo zusammen,

ja, er darf sich schon bewegen, wenn er will. Das böse Gerät - was auch immer es dann gerade ist - kommt aber halt immer im genau gleichen Abstand hinterher. Und wenn er dann stehen bleibt, wird gelobt: Böses Gerät verschwindet, feine Worte + Leckerlie tauchen auf.

An einem Abend musste er richtig ordentlich laufen, weil er mich quasi nicht beachtet hat. Er war alleine, weil die anderen ausreiten waren. Da hat er richtig aufgedreht, weil wir den vollen Paddock zur Verfügung hatten.  Grinsend Aber als ich nach ein paar Runden "Stopp, komm her" gesagt habe, kam er direkt und schnurstracks auf mich zu. Leckerlie, Halfter anziehen. Aber dann frei hinter mir her zum Stall. Selbst der Mann der SB, der als nicht-Pferdemensch nur zig notwendige Sachen rund um den Stall erledigt und das mit angesehen hatte, war total beeindruckt Zwinkernd und fand es richtig gut. Das hat er ihr dann wohl auch abends auf dem Sofa nochmal extra erzählt, wie ich später hörte. Und das heißt dann schon was... Zwinkernd

An den folgenden Tagen hat er übrigens auch bei der SB keine Probleme bereitet beim Fressbremsen-Ausziehen. Und am folgenden Tag abends kam er auch zu mir direkt an, und das war wirklich mal eine größere Strecke. Langsam wird das was...

Einen Rückschlag anderer Art hatten wir dann Freitag Abend. Es war sehr warm, Pony hat schon das erste Winterfell und schwitzte vom nix tun. Also wollte ich auch nichts großartiges mit ihm machen. Aber da ich noch nie, in fast 3 Jahren, ohne Sattel auf ihm geritten bin, hielt ich das mal für eine gute Idee......
Wir sind dann mit getrenstem Pony, Aufstieghilfe und Leckerliebeutel zum Reitplatz. Ich trug natürlich Kappe und habe noch im Stall rumgewitzelt, dass ich ja leider keine Schutzweste hätte...
Dann steht meine SB am Pferdekopf und nestelt sich den Leckerliebeutel an den Hosenbund. Oooooh, was war das aufregend. Plötzlich fing der an panisch zu werden. Weil der Beutel raschelt! Und tatsächlich fing der an zu steigen, usw... Aber wir haben ihn gehalten.  Cool Und dann erstmal die Übungseinheit "gefährlicher Leckerliebeutel" eingeschoben. Nach dem bewährten, bekannten Prinzip. Nach ein paar Minuten durfte der Beutel ihn tatsächlich berühren, rascheln und leicht in die Luft geworfen werden. Okay, Pony war wieder absolut ruhig (so schnell, wie der hochkocht, so schnell beruhigt der sich auch immer wieder) und zurück zur Aufstieghilfe...
SB hält ihn am Kopf (der steht sonst beim Aufsteigen wie eine 1, aber ohne Sattel... Man weiß ja nie...). Ich schwinge das Bein über den Rücken und nehme Platz. Ich rutsche noch etwas hin und her, sortiere die Mähne, um nicht drauf zu sitzen und bin ganz locker "oh, der ist ja echt bequem..." usw... Er bekommt Leckerlie und ist auch locker, der Rücken ist defintiv nicht angespannt. Also, dann mal los. Nur Schritt.
SB tritt zur Seite. Ich lasse ihn antreten. 3 Schritte Schritt. - Aber dann, aus dem Nichts heraus, steigt und buckelt er wie ein Rodeopferd. Ohne Scherz. Wir rasen auf die Platzumrandung zu. "Das geht nicht gut, heute durchbrechen wir den Zaun." Das waren meine einzigen Gedanken, weiter kam ich nicht. Der Zaun blieb heile. Unmittelbar davor trennten wir uns. Er links, ich rechts.
Ich kam voll auf der rechten Rückenhälfte auf. Ringsum hatten Nachbarn (es war gutes Wetter, alle saßen draußen...) das mit angesehen. Zig Leute kamen zur Hilfe angelaufen. Mein zweiter Gedanke nach "Aua, das tut so weh..." war "Die dürfen nicht zu schnell und nah an ihm vorbeilaufen und auf keinen Fall den Eingang offen machen. Wenn der auf 180 auf, rast der sonst dadurch...". Das habe ich dann auch nur gerufen... Meine SB war fix und fertig... Man befahl mir erstmal ruhig liegen zu bleiben usw... Naja, ich konnte atmen und nach kurzem waren die Schmerzen ja auch nicht so dolle... Pony war wieder eingefangen worden, meine Miteinstellerin hatte die Szene aus dem Küchenfenster beobachtet und war auch schnell herbeigeeilt. wir beratschlagten das weitere vorgehen. Ich habe riesige Angst, dass er jetzt weiß, dass er mich runterbuckeln kann... Ich musste da einfach nochmal drauf. Also haben die beiden ihn vorne gut festgehalten und ich wieder rauf. Im Stand bekam er zig Leckerlie, dann bin ich wieder runter. Aber ich wollte auch gerne noch ein paar Schritte Schritt wagen. Also wieder ich hoch, die beiden halten fest. Und dann waren es max. 5 geführte Schritte, Lob, Leckerlie, runter.
Dann habe ich ihn noch schnell gesattelt und bin wieder rauf. Da brauchte ich als menthale Unterstützung auch meine SB, die ihn halten sollte. Sie ist auch noch die ersten Runden neben uns hergelaufen. Dann habe ich ihn selbstständig angehalten und wieder angetrieben. Klappte alles. Also ist SB in die Platzmitte und wir haben ein paar Kringel gedreht. Dann bin ich noch 1 Runde getrabt, er trabte an ohne Mucken oder sonstiges... Danach Schritt, loben, Ende.
Denn das Ganze habe ich dann schon mit so schmerzhaften Rücken gemacht, dass ich gar nicht mehr richtig einsitzen konnte... Beim Trab habe ich es dann so richtig gemerkt. Aua. Später zu Hause fielen die meisten Bewegungen sehr schmerzhaft aus. Und geschlafen habe ich nachts auf dem Sofa, im Bett ging's gar nicht. Gestern morgen habe ich mich dann großzügig mit Schmerzmitteln eingedeckt, seitdem ist es auszuhalten. Ich tippe mal auf geprellte Rippen...
Gestern habe ich ihn daher nur longiert usw... Bodenarbeit. Das ging unter Drogen ganz gut.

Ich hoffe nur, dass er tatsächlich beim "ohne-Sattel-reiten" einfach gar nicht registriert hat, dass das "Reiten" sein sollte, also das, was sonst obendrauf mit Sattel stattfindet. Und das er da tatsächlich mich für irgendwas fieses obendrauf gehalten hat... Denn auch mit Sattel wäre so eine heftige Buckelattacke sicherlich nicht spurlos an mir vorübergegangen...

Es ist doch echt jeden Tag was Neues...  Augen rollen

Sonntägliche Grüße....  Smiley
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zaino
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« Antwort #59 am: 04.09.11, 15:20 »

Öhm... aua verdammt nochmal...  Traurig
Diese Wildpferdenummern werden scheints in den Legenden völlig überbewertet... hoffe Du hast Dir nichts Schlimmes getan.
Gar nicht so leicht hast Du es mit dem Burschen.
Meiner ist als Jungspund mal gestiegen WEIL ihn vorn wer festgehalten hat den er nicht mochte, obs da wohl einen Zusammenhang gibt?
« Letzte Änderung: 04.09.11, 15:25 von zaino » Gespeichert
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