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Pferdeforum  |  Pferdezucht, Aufzucht  |  Züchter (Moderator: Walle)  |  Thema: Inzucht - wann wird's kritisch? 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
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Autor Thema: Inzucht - wann wird's kritisch?  (Gelesen 9024 mal)
Wanderlusier
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« Antwort #15 am: 07.05.08, 13:50 »

*grins* ja alles nicht so einfach... gut zu sehen wenn man mehrere generationen von pferden beim gleichen zuechter beobachtet.. ich war letztes jahr etwas ueberrascht als bei einem mir bekannten zuechter bei den ganzen dreijaehrigen "ploetzlich" die gaenge weg waren die mir bisher bei seinen pferd sehr gut gefallen hatten...  der stutenstamm war der gleiche, er hatte den hengst gewechselt um eine andere eigenschaft die ihm bei seinen produkten "fehlte" wieder mehr einzubringen (talent fuer die rinderarbeit), das geschah in diesem fall auf kosten der gaenge... mal gucken wie er jetzt weiterzuechtet *grins*

michi
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« Antwort #16 am: 07.05.08, 13:56 »

schönes beispiel.
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Was hätten Sie anders gemacht?

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Ha!!!


« Antwort #17 am: 07.05.08, 14:09 »

.. die Natur sucht sich von allein den "passenden" Partner mit dem am besten zum eigenen passenden Erbgut .. wenn man sie lässt  Zwinkernd
DAS halte ich aber für eine romantisch verklärte Ansicht.. Ein Hengst deckt alles, was ihm in die Quere kommt, wenn er darf. Wenn ihn die Stute nicht mag, hat das wohl weniger mit seiner Kompatibilität zu tun als mit Sympathie.

Ich kenne einen Schwarzwälder aus der (unbeabsichtigten) Paarung Mutter und Sohn, beide waren sehr schöne Pferde. Der Nachwuchs hat nur leider einen Stummelhals.
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« Antwort #18 am: 07.05.08, 14:28 »

sagt jetzt aber auch nix aus, wenn man nicht die vorfahren dazu betrachtet, rübe.
vielleicht lag in der familie eh schon ein "stummelhalsproblem" vor?
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« Antwort #19 am: 07.05.08, 14:31 »

"stummelhalsproblem"

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« Antwort #20 am: 07.05.08, 14:35 »

sagt jetzt aber auch nix aus, wenn man nicht die vorfahren dazu betrachtet, rübe.
vielleicht lag in der familie eh schon ein "stummelhalsproblem" vor?
Nee, ich kenne die Nachzuchten, Verwandschaft und die Elterntiere, da kam das nicht vor. So ein Pferd hab ich überhaupt noch nicht gesehen, ganz merkwürdig.
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« Antwort #21 am: 07.05.08, 14:46 »

ich fand meine wortschöpfung auch schön.
ist aber interessant, rübe.
ob das jetzt ein inzucht-ding ist oder aber einfach züchterisch dumm gelaufen...naja, das will man ja nicht nochmal testen Zwinkernd
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« Antwort #22 am: 07.05.08, 15:40 »

Das ist für mich wirklich interessant zu lesen, und ich merke, dass ich da scheinbar sehr oberflächlich beurteilt habe bisher.

Das mit der gezielten Zucht bei Tieren stimmt natürlich, allerdings sind viele Zuchten ja extrem auf bestimmte Zuchtziele fixiert und lassen andere dafür außer Acht. Gerade bei den Arabern gibt es ja, so weit ich weiß, auch keine Leistungsprüfungen als Pflichtprogramm. Wobei die Linie des o.g. Pferdes wohl schon eher zu einer mit leistungsfähigen und rittigen Pferden gehören soll, also nicht nur reine Showpferde. Wir hatten da auch mal einen Wallach bei uns im Stall (allerdings Mutter/Vater unterschiedliche Linien), an dem gab es wenig auszusetzen.

Ich hatte so ein bisschen Bedenken, da meine Bekannte mit ihrem letzten Pferd sehr Pech hatte - das hatte so ziemlich alle Krankheiten, die Pferd so haben kann, und hatte eben auch manche Vorfahren mehrmals im Stammbaum. Aber dann lag das vielleicht ja auch an den Vorfahren generell, an der Aufzucht, der Haltung später - oder war schlichtweg Zufall.

Ich hab da aber auch noch nie ernsthaft drüber nachgedacht, ob das eine übliche Methode ist (auch bei Rassen, bei denen es genügend Alternativen gäbe). Bei meiner Stute tauchte der erste mehrfach eingesetzte Hengst erst 5 Generationen zurück auf (Anfang des 20. Jahrhunderts), das war auch noch die Anfangszeit dieser Zucht (Franz. Traber). Aber das war/ist halt auch eine reine Leistungszucht - die körperlichen Mängel gerade bei Trabern sind ja bekannt. Wobei ich keine Ahnung habe, wie das dort heute gehandhabt wird - wobei bei Trabern in Frankreich in erster Linie massiv vermehrt wird ( um die 11 000 Traberfohlen pro Jahr!), und was nix taugt, kommt halt weg...
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« Antwort #23 am: 07.05.08, 15:57 »

Hallo,

der Vorteil bei durchgezüchteten Rassen ist ja gerade die geringe Varianz der Individuen. Haflinger sind immer blonde Füchse und Friesen schwarz, Holsteiner springen gut und Vollblüter sind schnell.

So weiß man in der Regel, was man hat bzw. bekommt. Bei Rassemixen oder nocht nicht durchgezüchteten Rassen ist die Varianz einfach größer und der Überraschungseffekt auch.

Übrigens gibt es Untersuchungen (beim Menschen), das Sympathie durchaus vom Verwandtschaftsgrad abhängt. Menschen mit nicht verwandten Genen sind sich im allgemeinen sympathischer.

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« Antwort #24 am: 07.05.08, 16:17 »

Ja, und es gibt beim Menschen Ideale, auf die fast alle "fliegen" (also optisch). Diese sollen unbewusst mit Gesundheit, Stärke, guter Fortpflanzungsfähigkeit usw. gleichgesetzt werden.
Ob es das bei Pferden auch gibt? Denn oft ist es ja so, dass "gute Stuten" (z.B. auch bei Wilpferden) für uns gar nicht mal unbedingt superhübsch sind. Vielleicht findet Herr Pferd an Frau Pferd ja auch ganz andere Dinge hübsch und "weitergabewürdig"... Wobei es aber schon eher so ist, wie Rübe es schreibt - der Wildpferdehengst nimmt, was er kriegt. Aber man hat dafür die natürliche Auslese - wer krank ist, wird nicht alt, und wenn eine Stute dauerhaft nicht trächtig wird, stirbt deren Linie eben aus. Bei der heutigen Zucht wird dann halt mit Hormonen behandelt oder x-mal künstlich befruchtet, oder sogar mit Leihmüttern gearbeitet oder was weiß ich. Dabei hat es ja vielleicht einen ganz plausiblen Grund, warum eben diese Stute auf natürlichem Wege nicht trächtig wird...

Aber auf der anderen Seite entstehen halt doch auch - trotz oder wegen diesem hohen Aufwand - immer wieder hübsche und gesunde Fohlen. Bzw. bei Menschen durchaus gesunde und "normale" Kinder. Gibt halt wohl nicht nur schwarz und weiß.
« Letzte Änderung: 07.05.08, 16:23 von Spookey » Gespeichert

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« Antwort #25 am: 07.05.08, 16:21 »

Noch ein Nachtrag: Aber es kommt auch immer wieder vor, dass Geschwister sich ineinander verlieben, wenn sie nicht zusammen aufgewachsen sind. Das spielt offensichtlich schon auch eine Rolle...
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« Antwort #26 am: 08.05.08, 08:35 »

Aber Vollgeschwister haben durchschnittlich nur zu 50 % identische Gene, statistisch gesehen sind Abweichungen nach oben und unten möglich. Zum Beispiel gibt es Geschwister, die sich überhaupt nicht ähneln. Ein Kind ähnelt der Mutter, das andere dem Vater. Und sind damit als potenzielle Partner auch wieder interessant.

Kinder haben dagegen immer 50 % der Gene eines Elternteils, durch Inzest (Verpaarung Eltern mit Kind) kann dieser Anteil also erhöht werden.

Außerdem denke ich schon, das Inzest auch in freier Wildbahn bei Pferden vorkommen kann. Warum soll z.B. ein erfolgreicher Herdenhengst, der mehrere Jahre eine Herde führt, nicht eine seiner Töchter decken ? Es wird nicht oft vorkommen, aber bei kleinen Populationen bestimmt.
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