Autor Thema: Weizenkleie  (Gelesen 6717 mal)

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dermastera

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Weizenkleie
« am: 07.02.05, 14:13 »
Hallo!

In der Themenliste hab ich nicht zu Weizenkleie gefunden, darum hab ich ein neues Thema eröffnet.

Ich wollte fragen, was ihr von Weizenkleie haltet, ob und wie oft ihr es füttert?

Bei uns im Stall wird im Winter immer sehr viel Kleie gefüttert - eigentlich füttern sie die meisten täglich nach der Arbeit, angemacht mit warmen Wasser oder Tee.

Was bewirkt Kleie? Bringt sie etwas? Ist es eher nur Kategorie "Hilft es nicht, schadet es nicht"?

Kleie hat ja angeblich ziemlich hohen Phosporgehalt - hat das Auswirkungen (Phosphor-Kalzium-Verhältnis)?

Greetings Andrea

Offline Nattrun

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Re: Weizenkleie
« Antwort #1 am: 07.02.05, 15:40 »
Ich würde mal sagen - was hat Weizenkleie im Pferdedarm verloren? :o Außer als Diätfutter!!  im Krankheitsfall?
Weizenkleie birgt die Gefahr von Darmsteinen und damit sogar einer Darmverlegung, weil es einen hohen Kleberanteil hat.
Außerdem ist es sehr eiweißreich und kann arge Leberprobleme machen.
Zudem quillt es im Darm auf und reizt die Schleimhaut mechanisch - das kann im Krankheitsfall erwünscht sein, bei regelmäßigem gebrauch stumpft der Darm aber ab und wird träge.
Also - wer am richtigen Futter sparen möchte (denn Weizenkleie ist billisch) und das Geld lieber dem TA ins den Rachen wirft ;D - der soll das füttern.
Nattrun ;)
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Offline Figonero

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Re: Weizenkleie
« Antwort #2 am: 07.02.05, 18:40 »
Liebe Nattrun,
sooo ganz pauschal kann man das nicht sagen. Den meisten Fertigfuttern werden "Nebenprodukte der Getreideherstellung" beigemischt. NAAA? Was wird das wohl sein? Klar, Kleie. Es wird auch eben wegen des hohen Phosphorgehaltes als Ausgleich zum Hafer empfohlen.
Natuerlich darf sie nicht trocken verfuettert werden, sondern angefeuchtet.

Und die beruehmten englischen Mashes fuer angestrengte Pferde, im Winter, bei Krankheit? Hafer, Weizenkleie, Leinsamen, Salz, mit heissem Wasser aufgebrueht und lauwarm verfuettert...
Koenen Millionen von Englaendern irren?

Kerstin

Offline Nattrun

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Re: Weizenkleie
« Antwort #3 am: 07.02.05, 19:13 »
 ;) Natürlich irren die Briten nicht. Du sagst es - Mash ist Krankenkost. Man verfüttert Mash ja auch nicht jeden Tag, sondern nur wenn es als Diätfutter angezeigt ist.
Und in Fertigfutter ist Weizenkleie ein prima Füllstoff.
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Offline Dana

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Re: Weizenkleie
« Antwort #4 am: 07.02.05, 20:21 »
Weizenkleie hat tatsächlich ein sehr ungünstiges Ca:P-Verhältnis von etwa 1 zu 7,5. Das richtige Verhältnis bei der Pferdefütterung ist aber im Durchschnitt 2 bis 2,5:1. Dieses Missverhältnis muß unbedingt ausgeglichen werden. Weizenkleie bindet darüberhinaus bis zum 5-fachen an Wasser und sollte deshalb immer ausreichend angefeuchtet werden. Außerdem sollte generell der Anteil an Weizenkleie nicht mehr als höchstens 8 - 10% des Krippenfutters ausmachen. Bei Fertigfuttermitteln ist der Gehalt angegeben und liegt meist unter diesem Wert. Darüberhinaus noch Weizenkleie zuzufüttern, ist eher schädlich als nützlich.
Gruß, Dana

Offline Viki

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Re: Weizenkleie
« Antwort #5 am: 12.02.05, 00:57 »
Abgesehen davon, dass es genügend Alternativen gibt, wenn es um diätetische Wirkung geht, gibt es noch ein Argument gegen Kleie: Es ist ein Abfallprodukt der sog. Nassmüllerei - sprich, bei der Herstellung ist Wasser im Spiel. Deswegen besteht bei Kleie sehr leicht die Gefahr von Verderb / Verpilzung - das muss nicht mit bloßem Auge sichtbar sein. Im Pellet sieht man sowieso nichts und die Erhitzung bei der Pelletierung kann zwar die Schimmelpilze töten, aber nicht die vorhandenen Toxine beseitigen.
Je nachdem, ob und wie das Getreide gereinigt wurde, ist auch entsprechend Dreck/Staub drin (was halt so außen am Korn hängt, wenn es vom Acker kommt).
Bei Schweinen (Zuchtsauen) hat die Kleie wegen der möglichen Schäden durch Toxine keinen guten Ruf mehr (da hätte man sie gern als Rohfaserlieferant).
Das soll nicht heißen, dass man kein Mash mehr füttern kann oder kein Fertigfutter kauft - aber darüberhinaus gibt es keinen Grund dafür, aber einige dagegen, Kleie in größeren Mengen einzusetzen (Rohfaser haben alle Pferde wohl genug).