Autor Thema: Luzerne  (Gelesen 5798 mal)

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Offline Ille92Topic starter

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Luzerne
« am: 20.11.04, 00:05 »
Hallo zusammen!
Bin jetzt auf Werbung von einem Futtermittelhändler gestoßen, der Luzerne in 20 kg abgepackten Ballen anbietet und empfiehlt, 200 - 500 Gramm pro Pferd und Tag mit dem Krippenfutter zu füttern.
Wer füttert Luzerne? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?   
Ich dachte mir, da mein Pferd nicht viel Kraftfutter (Hafer) bekommt, diese Ration mit der Luzerne aufzuwerten, bzw. die Fresszeit zu verlängern.
Wer verfüttert auch auch solchen Ballen und wie lange ist er haltbar? Habe ausgerechnet, das man bei 200-300 Gramm am Tag mit dem Ballen gut 2 Monate auskommt. Ist er so problemlos "haltbar"?

Freue mich auf eure Antworten  :D

LG Judith
« Letzte Änderung: 22.11.04, 00:04 von Falada »
Ärgere Dich nie über dein Pferd; Du könntest Dich ebensowohl über Deinen Spiegel ärgern.

Offline Festus

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Re: Luzerne ... wer füttert sie?
« Antwort #1 am: 20.11.04, 17:47 »
Hallo,
füttere Luzerne grün vom Acker und habe bei Pferden, die in der Arbeit stehen, gute Erfahrung.
Mein Name ist Hase. Ich weiß von nichts!

Offline Figonero

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Re: Luzerne
« Antwort #2 am: 23.11.04, 16:33 »
Hallo Ille,
Luzerne duerfte das sein, was wir hier als Alfalfa verfuettern. Ist ein ausgesprochen Hochwertiges Pferdefutter, mit dem Nachteil, dass es sehr Eiweissreich ist. Es ist also mit der Gleichen Vorsicht zu geniessen, wie Kleereiche Weiden, sonst ist die Rehe vorprogrammiert. Gerade bei einem Pferd, das sehr wenig Hafer bekommt (warum, alt, krank, leichtfuttrig), ist es sicher nicht ideal, da die Ration Luzerne, die es bekommen darf ohne den Eiweissbedarf zu ueberschreiten so klein ist, dass das eh in Null komma Nix aufgefuttert ist. Ich wuerde eher Stroh geben zur Beschaeftigung. Oder sein Heu mit Stroh vermischen, so dass er muehsam die Halme rausfuseln muss.
Luzerne waere eher fuer ein Pferd geeignet, das aufgepaeppelt werden muss, duenne, alte, oder in schwerer Arbeit stehende Pferde.

Ein weiter Nachteil ist, dass die Ballen oft nicht ordentlich durchgetrocknet sind und innen Schimmelherde auftreten. Zumindest bei uns hier muss ich den gekauften Ballen ziemlich flott verfuettern. Die Lagerfaehigkeit ist eher schlecht. Das mag aber bei einem sorgfaeltig getrockneten Ballen anders sein. Das sind die Spaniockel halt schlampig.
Kerstin

Offline Festus

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Re: Luzerne
« Antwort #3 am: 23.11.04, 17:39 »
Jou Kerstin,
das ist Alfalfa; beim Heu haben wir hier aber hier die gleichen Probleme, dass Luzerne nur sehr schwer trocken genug hereinzubekommen ist.
Nicht umsonst wurde es in früheren Zeiten von Hand auf Holzböcke gesetzt zum Trocknen...
Ansonsten geb ich Dir absolut recht mit der Rationierung.
Viele Grüße in die Extremadura
« Letzte Änderung: 23.11.04, 23:01 von Festus »
Mein Name ist Hase. Ich weiß von nichts!

Offline Ille92Topic starter

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Re: Luzerne
« Antwort #4 am: 23.11.04, 21:18 »
Vielen Dank für eure Antworten. Füttern möchte ich die Luzerne weil meine Camarguestute kaum Kraftfutter bekommt, nicht weil sie zu dick oder rehegefährdet ist, sondern weil sie einfach kein Kraftfutter braucht. Sonst weiß ich gar nicht mehr wohin mit der Energie. Im Winter bei reiner Heu- und Strohfütterung baut sich immer etwas ab. Was heißt abbauen? Abbauen im Sinne von dünner werden, wobei man sie dann als schlank- aber nicht dünn bezeichnen kann. Dabei top fit. Sie sieht eben bei Weidehaltung im Sommer und 24 Stunden Gras kräftiger aus. Sie ist kein guter Heufresser aber auch allgemein kein verfressenes Pferd sondern frisst rationiert und schlingt nie in sich rein. Luzerne hatte ich also auch  angedacht als kleine Aufwertung zum Heu. Das diesjährige Heu ist mal wieder sehr gut. Stammt komplett von Wiesen aus Naturschutzgebieten, ist sehr gut strukturiert und gras- und kräuterrreich. Leguminosen und andere stark eiweißhaltige Pflanzen sind bei dem späten Schnitt wohl nicht mehr massiv vorhanden. Das Pferd wird auch im Winte minimum 4 Tage die Woche gearbeitet. Regelmäßiges Dressurtraining und lange Ausritte, sie wird also gefordert und kommt dann nie trocken nach Hause .......

Judith     
Ärgere Dich nie über dein Pferd; Du könntest Dich ebensowohl über Deinen Spiegel ärgern.