Autor Thema: Rundballen aus Getreide/Grasgemenge verfüttern?  (Gelesen 438 mal)

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Offline CheszTopic starter

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Hallo,
gestern habe ich einen neuen Heu-Rundballen aufgemacht und festgestellt, dass es gar kein Heu sondern ein Gras/Getreide-Gemenge ist (gibt es als Greening-geeignetes Saatgut für Milch-/Mastrinder-Halter), also eine Mischung aus "Heu" und "Stroh", wobei zum Zeitpunkt der Ernte der Grasanteil noch keine Blüten angesetzt, das Getreide (Roggen/Tritticale) aber schon Ähren gebildet hatte (nicht ausgereift, Körner noch sehr klein).
Die Pferde fressen es zwar, aber ich bin mir trotzdem nicht ganz sicher, ob das geeignetes Raufutter ist. Der "Stroh"anteil (ca. 40-45 %) kommt mir etwas hoch vor. Und ich kann auch nicht einschätzen, inwieweit die "Ähren" die Ration mit Kohlenhydraten belastet (füttere auch zwei Cushing-Pferde).
Kennt sich jemand mit diesem "Gemenge" aus oder hat es schon mal verfüttert? Danke!

Offline Hexle

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Re: Rundballen aus Getreide/Grasgemenge verfüttern?
« Antwort #1 am: 17.02.18, 23:22 »
wenn das Roggen /Tritticale Gemisch schon Körner dran hat, würde ich es auf keinen Fall für Pferde verwenden - Roggen und Tritticale sind extrem schwer verdauliche Getreide für Pferde, die ggf. auch eine Rehe auslösen können - wenn du da eh schon stoffwechselgestörte Pferde (Cushing) da stehen hast, könnte das den Supergau geben. Auch das Gras ist für Pferdeheut viel zu früh geerntet (noch vor der Blüte) d.h. es ist besonders zuckerreich .. was ebenfalls ziemlich riskant für Pferde ist 

wenn du irgendwo griffbereit einen Viehbetrieb hast, würde ich versuchen das Zeug dort los zu werden
Ich weiss, dass die Stimmen in meinem Kopf nicht real sind, aber sie haben geniale Ideen ;D

Offline CheszTopic starter

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Re: Rundballen aus Getreide/Grasgemenge verfüttern?
« Antwort #2 am: 24.02.18, 15:29 »
Hatte ich mir auch so gedacht, würde aber gerne wissen, inwieweit diese gerade gebildeten Körner schon Stärke/Zucker enthalten. Den Fruktangehalt des Grases stufe ich nicht ganz so problematisch ein - es ist gut ausgewachsen, nicht gestresst und kommt von einer gedüngten Fläche, d.h. das Fruktangehalt würde schon gut zu "Struktur" umgebaut und nicht eingelagert, und der Endophytengehalt des Grases dürfte sich somit auch in Grenzen halten. Dass das Ganze "suboptimal" ist, ist mir auch klar - Aber: In unserer "Ecke" (Mecklenburg) geht immer mehr Dauergrünland "verloren", weil die hier üblichen großen Viehbetriebe lieber "Ackerfutter" anbauen - bisher reine "Weidelgras-Äcker", in den letzten  2, 3 Jahren auch vermehrt diese "Gemenge" ( z.B. auch als Klee-Ackerbohne-Platterbse). Heu machen eigentlich nur noch die Pferdebetriebe oder die wenigen Weiderind-Halter aus dem Bio-Bereich; die kleineren benötigen ihres selbst, die großen machen meistens Heulage-Ballen (zu groß für meinen Verbrauch). Überhaupt Heu zu kaufen ist schon schwierig - und die Qualität dann häufig auch noch "unter aller S.." (Schimmel, Schmutz, tote Tiere, brandig, nur Strünke - alles schon gehabt). Oder es kommt aus dem "Vertrags-Naturschutz" - auch nicht optimal, weil sehr spät geerntet, oft voller "Unkraut' oder von Feuchtwiesen.
Hätte mich also interessiert, ob dieses Gras/Getreide- Gemenge im Notfall wenigstens als "Verlängerung" für gutes Heu genutzt werden könnte, wenn es Mal nichts anderes gibt. Das sonst übliche "gute Stroh" gibt's hier auch nur noch selten - eigentlich wird alles was brauchbar ist, schon auf'm Acker gehäckselt, ggf. einsiliert - und landet dann im Futtermischwagen-Einheitsbrei bei den Kühen.
Ansonsten erst Mal Entwarnung: Bei dem jetzigen Ballen waren zum Glück nur die äußeren 3 Schichten aus "Gemenge", innen normales Heu (da sollte wohl der Ballen "voll" werden). Das kriegen jetzt die Ziegen - und ich hoffe, dass es der einzige Ballen war. Dennoch - das Thema ist zukünftig wohl noch nicht vom Tisch!