Autor Thema: Umnutzung Milchviehstall als Pferdestall, Deckenhöhe!  (Gelesen 547 mal)

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Offline Lieschen MüllerTopic starter

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Hallo zusammen!
Hat jemand hier Erfahrung mit der Umnutzung eines Kuhstalls in einen Pferdestall?
Es geht im Wesentlichen um die Deckenhöhe.
Unser Stall ist 2,62m hoch. Die Richtlinie, nach der das Veterinärsamt die Bauvorhaben berurteilt, sagt im Altbau mind. 1,5 x Widerristhöhe, macht also bei 1,50 STM 2,25m Deckenhöhe. Wir dachten, die Sache wäre eindeutig, aber das scheint leider nicht so zu sein.  :(
Laut einem Bauberater, den wir da hatten, gelten bei Umnutzung die Zahlen für Neubau, und das bedeutet bei Gruppenhaltung 2,5 x WH, also ca. 3,75m erforderlich!
Wir haben die Richtlinie selber angesehen und da steht u. a. für Stallgbäude: "Lichte Deckenhöhe mind. 1,5 x Wh, Empfehlung für Neubauten: mind. 2xWh (bei Gruppenhaltung mind. 2,5xWh)"
Für mich ist eine Empfehlung eben eine Empfehung und keine Pflicht. Der Bauberater sagt aber, das wird anders ausgelegt.
Kurz: Hat jemand eine Umnutzung durchbekommen, bei der die Deckenhöhe weniger als 2x Wh ist?
Der Stall wurde übrigens seit vielen Jahren ohne Genehmigung für Pferdehaltung genutzt und es hat scheinbar keinen interessiert.
Wir haben in dem Gebäude aktuell zwei ältere Pferde (Haflinger und Araber) im Offenstall untergebracht und die beiden fühlen sich augenscheinlich sehr wohl, den Kopf gestoßen hat sich jedenfalls noch keiner...

Zusätzliche Infos:
Mein Lebensgefährte und ich haben einen alten Bauenhof gekauft, auf dem wir Pensionspferdehaltung als landwirtschaftlichen Nebenerwerb betreiben (geplant: bis zu 20 + Sommerwiesegäste; aktuell: 10 + 2 Sommerwiese; demnächst zieht noch eine 2-er Gruppe ein). Wir haben bereits 7 Jahre Erfahrung auf einer gepachteten Anlage. Das Heu machen wir komplett selber.
Hinsichtlich der Umnutzung der vorhandenen Stallgebäude haben wir uns von dem Bauberater sowie von der Landwirtschaftskammer beraten lassen.
Die Kriterien für eine Priviligierung erfüllen wir soweit, aber ohne besagtes Gebäude nutzen zu können, wären es zu wenig Pferde, also nicht mehr wirtschaftlich genug. In dem Gebäude sollen insgesamt 8 Pferde gehalten werden; 4x Offenstall, 4x Box, dazwischen ist eine Stallgasse. Außerdem sind die Sattelkammern in dem Gebäude und über der Zwischendecke können wir bis zu 70 RB Heu lagern. Ein Anheben oder Entfernen der Zwischendecke ist also nicht sinnvoll.
Gegebenenfalls wäre ein Neubau (oder zwei Schleppdächer, jeweils für 4 Pferde) denkbar, aber wirtschaftlich unsinnig, da das Gebäude eigentlich top geeignet ist... natürlich würden sich die Abschreibungen auch in der Wirtschaftlichkeitsberechnung nicht so gut machen. Wir holen aber Angebote dafür ein.

Wir haben nun etwas Bammel, uns das Bauamt ins Haus zu holen. Vor dem Verkauf herrschte hier regelrecht Anarchie; die Meiter der Wohnungen und der Scheunen haben gemacht, was sie wollten und es hat keinen interessiert.
Allerdings möchten wir auch den vorhandenen, aber zugewachsenen Reitplatz, von dem das Bauamt ebenfalls offiziell keine Kenntnis hat (obwohl er im Geoportal eingezeichnet ist), wieder nutzbar machen und haben keine Lust, ständig Angst vor einer Anzeige bei der Bauaufsicht zu haben.

Was würdet ihr tun?

Bitte keine Antworten, in denen darüber hergezogen wird, dass wir da nicht alles vor dem Kauf geklärt haben, denn wir haben fast 7 Jahre nach einem vergleichbaren Objekt gesucht und die Erfahrung sagt, dass gute Objekte innerhalb von 2 Wochen weg sind... Und dieses Objekt ist hinsichtlich Lage, Größe, Weideflächen, Gebäuden und Preis einfach unvergleichlich mit allem, was wir in 7 Jahren gesehen haben. Daher haben wir schnell zugeschlagen...  ;D
Vielen Dank!  :)
LG

Online AndreaT.

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Re: Umnutzung Milchviehstall als Pferdestall, Deckenhöhe!
« Antwort #1 am: 06.09.17, 14:25 »
Lieschen Müller  ;D da wirst Du von niemandem eine realistische Aussage bekommen können. Geh einfach zum Bauamt, sag "ich bin Lieschen Müller" und schau ganz lieb und blond (wenns ein Sachbearbeiter ist) und leg die Pläne vor. Nur dort kann man Dir eine alltagstaugliche Antwort geben. Und man kann eventuell das Thema diskutieren (was ein zusätzliches Schleppdach für Kosten aufwirft etc.). Ich glaube, da gibt es auch einen Ermessensspielraum welche der Vorschriften nun in diesem Fall anzuwenden sind.
Darfs ein Sprickel mehr sein ?