Autor Thema: Zyste am Ellenbogen  (Gelesen 6827 mal)

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Offline Morena3

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Re: Zyste am Ellenbogen
« Antwort #15 am: 30.09.16, 10:52 »
Hallo Christine,
da hast Du einen super guten Ta/Behandler gefunden. Ihc habe mir Deine Berichte alle durchgelesen und finde es toll, daß du auch weiterhin berichtet hast, obwohl die antworten von den interessierten Lesern ja sehr zäh kamen, bis auf einige wenige ;-)

Lieben Gruß
Sabine
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Offline ChristineTopic starter

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Re: Zyste am Ellenbogen
« Antwort #16 am: 20.04.17, 16:17 »
Servus,
neues von unserem Patienten.
Er stand vor ca. 3 Wochen wieder in Zorneding in der dortigen Pferdefachklinik um eine Spritze des gleichen Typs zu bekommen, wie er sie 2015 im Winter bereits einmal bekam. Es handelt sich dabei um Hyarulon in Verbindung mit einem Kurzzeitcortison gegen den entzündlichen Prozess, der in der Zyste abläuft und die Schmerzen und dadurch die Lahmheit verursacht.
Und ja, er war wieder lahm aufgrund der Zyste. Wir haben drei Wochen gewartet um sicher zu gehen, dass es nicht wieder von alleine weggeht. Das hatten wir ja in der Vergangenheit bei kleinen Unsauberkeiten im Gangbild - und oft war es gar nicht mehr in diesen drei Wochen - auch schon.
Es war während dieser Zeit mal besser und mal schlechter. Aber zu keiner Zeit so schlimm, wie vor beinahe 2 Jahren, als wir ihn fast verloren geglaubt haben. Und da wir nun wissen woran es (wahrscheinlich) liegt konnten wir ganz entspannt sein.
Inzwischen ist der Schrittaufbau abgeschlossen und die Nachuntersuchung steht an. Er wird nun seit gestern auch wieder einige wenige Runden im Trab gearbeitet, einfach, weil er es braucht, wieder was zu tun und wir es verhindern wollen, dass er unkontrolliert abspackt. Das würde sicher mehr schaden als ihn jetzt bis zur Nachuntersuchung 3 Runden im Trab gehen zu lassen.
Ich habe ihn in der Klinik auch nachröntgen lassen, wie sich die Zyste entwickelt hat. Dort wurde zu unserer großen Erleichterung festgestellt, dass sie sich überhaupt nicht verändert hat. Dies hat den behandelnden TA offensichtlich sehr überrascht - er hatte mit einem anderen Ergebnis gerechnet - nämlich mit einer weiteren Größenzunahme, was letztendlich irgendwann Keatons Ende bedeuten würde.
Diese Zyste ist über einen so langen Zeitraum (unbemerkt) immer größer geworden - warum sollte sie das also nicht weiter tun? Insofern ist diese Annahme nachvollziehbar und verständlich.
Allerdings haben wir, seitdem wir die Ursache für seine jahrelange Odyssee kennen die Hände nicht in den Schoss gelegt.
Ich habe einen hervorragenden TA, der ein erfahrener Homöopath und Heilpraktiker ist, an der Hand. Ein Zufallsfund - allerdings auch nur, weil ich die Suche nie aufgegeben habe.
Er hat auch die jahrelangen Allergien meines Labradors nach nunmehr einem Jahr Behandlung erträglich für Tier und Mensch werden lassen. Der Hund ist nun bald 11 Jahre alt und hat seit seinem 2.ten Lebensjahr laufend Ohrenentzündungen und Probleme mit der Haut - in Form eines unerträglichen Juckreizes. Macht wirklich keinen Spaß. Das arme Tier lief ganze Nächte durch, da es sich vor Schmerzen und Jucken nicht mehr zu helfen wusste. Die herkömmliche Medizin scheiterte kläglich. Und eine Ernährungsumstellung auf Rohfütterung kam (wahrscheinlich) zu spät und hatte auch nur noch sehr spärlichen Erfolg.
Der hat mir für Keaton Tropfen hergestellt, die er seit bald einem Jahr durchgängig bekommt und die auf die Zyste wirken. Im besten Falle, der noch nicht eingetreten ist, wird sie dadurch sogar kleiner. Muss nicht, mir reicht es vollkommen, wenn sie nicht größer wird.
Aber die Option ist da - in einem anderen Fall ist eine Zyste verschwunden, es hat sich wieder Knochen gebildet und die Zyste vollkommen geschlossen. Es handelte sich zwar um eine Zyste, die man auch anders hätte behandeln können - aber die Besitzerin wollte keinen operativen Eingriff - warum auch immer. Es existieren Röntgenbilder von einer und der gleichen Klinik, die die Zyste auch diagnostiziert hat.

Mein weiterer Plan ist nun, Keaton 2x jährlich moxen und 2-3x jährlich zusätzlich osteopathisch behandeln zu lassen um seinen Körper im Gleichgewicht zu halten und die schlimmen Muskelverspannungen gar nicht mehr aufkommen zu lassen. Dann bekommt er seine Tropfen weiter und wird viel und gymnastisch sinnvoll bewegt.
Und dann schauen wir, wie lange die Wirkung der Spritze diesmal hält. Beim letzten Mal waren es nun 15 Monate, die wir totale Ruhe hatten und Keaton ununterbrochen reitbar war.
Auch die Kosten sind überschaubar. Die Behandlung mit 2 Nächten in der Klinik, Untersuchung (ob es wirklich von der Zyste kommt), Röntgenbild zur Kontrolle der Zyste und Spritzen mit Röntgenkontrolle waren keine 400 Euro.
Von der Hoffnung, dass wir dieses Pferd ohne TK durch bringen habe ich mich verabschiedet. Aber ohne Wehmut, denn so, wie es sich entwickelt ist es für Tier und Mensch ein guter Weg - und nicht nur ein erträglicher.
Gerne berichte ich weiter, wie es sich entwickelt. Ich denke, es ist für den ein oder anderen interessant. Zysten sind nicht so geläufig - aber wenn sie einen betreffen ist es schwierig an Infos zu kommen. So ging es zumindest mir - heute bin ich enspannt.
Christine

Offline Hexle

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Re: Zyste am Ellenbogen
« Antwort #17 am: 20.04.17, 21:23 »
Christine ich kann dir gar nicht sagen wie sehr mich das freut dass deine Hartnäckigkeit und Sucherei zu so einem guten und lebbaren Ergebnis für dich und das Pferd geführt haben  :D
Ich weiss, dass die Stimmen in meinem Kopf nicht real sind, aber sie haben geniale Ideen ;D

Offline ChristineTopic starter

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Re: Zyste am Ellenbogen
« Antwort #18 am: 22.04.17, 14:01 »
Servus Hexle,

danke für deine Anteilnahme und die netten Worte.
Ich freue mich nicht nur über Keatons Allgemeinzustand, sondern auch sehr über die Entspannung, die stattgefunden hat. Das war emotional hochbelastend als es sich so zuspitzte, als wir nicht wussten, ob es das Pferd überleben wird. Da weiß man es hinterher umso mehr zu schätzen, wenn man diese Sorge und diese Angst nicht mehr mit sich rumschleppt.
Das Entscheidende ist letztendlich wirklich, die richtigen Menschen zu finden, die Pferd und Besítzer auf einem solchen Weg kompetent und sich ergänzend begleiten.
Leider hatten wir das nicht von Anbeginn an - deshalb konnte das überhaupt so schlimm eskalieren.
Da erfährt man dann am eigenen Leib bzw. am Leib des Tieres, dass nicht alle Tierärzte gleich gut und auch bereit sind die Dinge bis zum Ende zu erforschen - entgegen ihrer ersten Vermutungen/Diagnose.
Die TK, in die wir Keaton zur Szintigrafie brachten, erfreute uns mit einer ganz harmlosen Diagnose.
Trauma des Brustbeins infolge eines Schlags. Das las der TA aus den Szinti-Bildern und beruhigte mich damit ungemein. Wir sollten nur den Sattelgurt weglassen. Reiten dürften wir ihn ohne Einschränkungen - ohne Sattel und in 4-6 Wochen wäre der Spuk vorbei.
Ich fragte dann noch, ob er das dann schon 5 Jahre hätte. Die Antwort lautete "Nein, das ist erst einige Wochen so" Und anstatt zu reagieren und zu sagen, das könne es dann nicht sein, da das Pferd schon seit 5 Jahren immer wieder lahm geht - habe ich Riesendepp mich gefreut und die Zweifel, die ich spürte weggewischt. Mensch eben! ::)
Allerdings war der TA bereits seit Anfang in die Lahmheitsgeschichte des Pferdes involviert und hatte ihn auch schon in der Vergangenheit am Stall geröntgt und untersucht. Immer ohne relevantes Ergebnis.
Mehr als Schmerzmittel bekamen wir nie.
Im Sommer 2015 hatte ich die Faxen dann dicke und fragte in der TK bei unserem TA, der die Klinik leitet, an, was wir für diagnostische Möglichkeiten hätten, der Sache endlich auf den Grund zu gehen.
Der empfahl eine Szintigrafie des ganzen Pferdes. Da würde man die Ursache 100%ig finden - eine Fehlinformation wie sich dann rausstellte. Allerdings eine teure!!!
Gesagt, getan......mit der harmlosen Diagnose. Die Szinti fand im Juni statt und das Pferd kam im Juni wieder in den heimischen Stall zurück - wieder mit Schmerzmittel und Entzündungshemmer. Er wurde ohne Sattel geritten - wie es erlaubt und sogar empfohlen worden war. Nachdem der letzte Beutel Equipalazone verbraucht war ging er wieder unsauber. TA geholt, der ihn am Stall im unteren Bereich des Beins röntgte und nichts relevantes feststellte - wieder Equipalazone. Wieder nach Beendigung der Medikation - eine unsauber gehendes Pferd. Wieder TA - diesmal Lokalanästhesie - wieder nur unten. Obwohl das Pferd trotz Lokalanästhesie nicht sauber lief wurde nicht weiter am Bein nach oben gespritzt.
Die Überlegung eine Spritze mit Hyarulon ins unterste Gelenk zu verabreichen war da. Warum weiß ich bis heute nicht. Und natürlich wieder Equipalazone.
So ging das dann bis Oktober - auch die Lokalanästhesie. Aber diese sehr konsequent immer nur ins Hufgelenk - nie weiter nach oben. Für diesen TA saß das Problem einfach im Hufgelenk. Offensichtlich.
Ende Oktober lief Keaton mit Equipalazone nicht mehr sauber und als das Medikament zu Ende war, war er von einem Tag auf den anderen stocklahm.
Dann habe ich den TA gewechselt - mit dem endlich die richtige Diagnose kam.
Kommentiert hat er das Vorgehen seines Kollegen mit keinem Wort. Ich habe die Bilder besorgt und sie ihm gezeigt. Er meinte nur, teure, bildgebende Maßnahmen bräuchte es nicht mehr - das wäre ja sehr umfänglich und hinreichend gemacht worden. Er würde ganz klassisch das komplette Bein bis nach oben abspritzen, bis er die Stelle gefunden hätte und das Pferd läuft. Und dann ein einfaches Röntgenbild machen.
Und so hat er das auch gemacht - jetzt frage ich mich, warum sein Kollege nicht auf diese einfache Idee gekommen ist?
Das was Keaton letztendlich geholfen hat, kostete nicht mal ein Drittel von der Szinti, die uns nur Equipalazone in rauhen Mengen einbrachte.
Ich habe in dieser Geschichte Lehrgeld im bildlichen und wörtlichen Sinn bezahlt - und draus gelernt.
Und dem Pferd hätte es das Leben kosten können, wenn wir nicht grade noch rechtzeitig den Absprung geschafft hätten.
Christine

Offline carola

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Re: Zyste am Ellenbogen
« Antwort #19 am: 22.04.17, 21:09 »
Krass. :o
Ich finde es gut, dass du das hier postest und damit andere vor einer ähnlichen Diagnose und vielleicht schlimmeren Verläufen bewahrst. Alles Gute für Keaton.  :)
Ein gewisses Maß an Unordnung ist der Preis für Freiheit!

Offline ChristineTopic starter

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Re: Zyste am Ellenbogen
« Antwort #20 am: 27.04.17, 17:40 »
Hallo Carola,
leider werde ich mit meinem Posting niemanden vor ähnlichen Dingen bewahren können. Zumindest befürchte ich das.
Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass man dem TA, dem man sein Pferd anvertraut bzw. dessen Problem, vertraut und ihm auch glaubt.
Das habe ich auch getan.

Nur hatten wir bis auf die Jahre mit dem unsauberen Gangbild - und oft war es ja nicht mehr - nie wirklich schlimme Dinge mit unseren Pferden.
TA war eigentlich nur zum Impfen da. Und 1-2 mal gab`s in den vielen Jahren, die ich Pferde habe, eine krampflösende Spritze wegen einer leichten Kolik, die nicht (so bald) vergehen wollte.
Mehr war nie - Gott sei Dank. Und da kam eben immer ein TA - meist der Klinikleiter - von dieser TK. Und alles war gut.
Selbst die Jahre, in denen Keaton eben nicht so wirklich lief waren nicht dramatisch. Es war ja nie so wirklich schlimm -meist konnte man es mit "er geht unsauber" beschreiben - keinesfalls lahm und schon gar nicht schrittlahm.
Dazu kam, dass die Probleme nur über den Sommer da waren - was an sich schon eigenartig war.
Im Sommer ist es zwar besonders blöd, weil das die Zeit des Jahres ist, in der man raus könnte - aber was hilft`s
Wir haben nach Gründen gesucht:
Lange dachten wir er vertritt sich auf der Koppel. Rumgetobt hat er hinreichend - das war also durchaus vorstellbar.
Er ging auch aufgrund hervorragender Hufqualität eine Zeit barfuß. Dann wurde er beschlagen, weil der Schmied meinte, es gibt immer wieder Pferde, die zwar eine sehr gute Hornqualität aber eine empfindliche Hufsohle haben. Daraufhin war`s wieder (scheinbar) eine Zeitlang besser.
Dann hat er sich immer wieder (wechselnd Beine) Steinchen, Tannenzapfen und was weiß ich noch alles in die Hufe eingetreten. Wir dachten, er hat vielleicht dadurch immer wieder Blutergüsse in der Sohle.
Der besagte TA diagnostizierte - korrekterweise - mittels Röntgen eine leichte Arthrose.
Außerdem hat er ihm mal - ich weiß heute nicht mehr warum - einen Spezialbeschlag verpassen lassen. Natürlich ohne Verbesserung.
Wobei alles, was unternommen wurde immer anfänglich scheinbar half. Aber das haben wir uns vielleicht auch nur eingebildet weil wir hofften es hilft. Ziemlich bald mussten wir uns allerdings eingestehen, dass es nicht wirklich hilft.
Im Winter war er nie lahm. Warum auch immer. Da konnte er ohne Einschränkungen drinnen und, wenn das Wetter es zuließ, draußen geritten werden.
Ich war einfach auch im Sommer 2015 soweit, dass ich der Wahrheit ins Gesicht schauen wollte. Wenn man ein Pferd, das chronisch immer wieder(wenn auch nicht durchgehend) unsauber bis lahm ist - auch, wenn es nie schlimm war - richtig nachschauen lässt, dann muss man damit rechnen, dass man Dinge erfährt, die man eigentlich nicht wissen will.
Und an den Punkt musst du erst mal kommen. Der Leidensdruck nimmt halt über die Jahre zu und dann ist man bereit den Dingen, wie sie auch kommen werden, in die Augen zu schauen.
Das Ergebnis kann so ausfallen, dass man vielleicht nicht wirklich damit umgehen kann - und das macht einem schon Angst.
Sei`s wegen der Kosten, die auf einen zukommen oder auch wegen der Entscheidung, die man treffen muss.
Deswegen war ich ja auch um diese harmlose Diagnose so froh - erstmal. Und habe meine Vernunft, die sich durchaus gemeldet hat, weggedrückt.
Als dann im November der andere TA bei uns im Stall war und mir nach der Untersuchung knallhart gesagt hat was Sache ist, hat mich das richtiggehend erleichtert. Wörtlich weiß ich es nicht mehr - aber sinngemäß war es: "Dieses Pferd geht in diesem Zustand nicht mal mehr auf die Koppel" und " Ich weiß nicht, ob ich ihn noch repariert kriege".
Da war das raus, was ich die Wochen vorher selber gesehen und akzeptiert hatte: Das ist was Schlimmes und nichts harmloses, das kann ihn das Leben kosten.
Und ich war ihm nicht böse, ich war nicht empört über dieses Urteil - es hat mich maßlos erleichtert - weil ich selber schon eine geraume Weile so dachte und bestätigt bekam, dass ich meinen Augen durchaus trauen durfte.
Und dann habe ich eine wundersame Wandlung erlebt:
Für mich war es immer unvorstellbar meine Pferde auf ihrem letzten Weg zu begleiten - soweit man ihn halt als Mensch mitgehen kann. Dafür meinte ich, mir jemanden suchen zu müssen. Weil ich es nicht schaffen würde.
Als wir nicht wussten, ob Keaton überhaupt noch geholfen werden kann war mir sonnenklar, dass ich in diese Klinik fahren und bei ihm sein würde, wenn er eingeschläfert wird. Da waren plötzlich keine Zweifel mehr oder gar das Gefühl - das kann ich nicht.
Christine




Offline ChristineTopic starter

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Re: Zyste am Ellenbogen
« Antwort #21 am: 10.09.17, 14:24 »
Hallo alle miteinander,

hier ein kleines Update einer - bisher - wunderbaren Geschichte:
Keaton läuft seit diesem Jahr besser, als er es seit wir ihn haben (7 Jahre) je getan hat.
Er war in der Vergangenheit immer sehr langsam in den Gangarten Trab und Galopp unterwegs.
Hielt sich fest, drückte den Rücken durch und lief mit hoch erhobenem Kopf. Verspannter geht es nicht  :P
Er war auch sehr ungehalten, wenn man ihn in die nächste Gangart bringen wollte. Ohren zurück, wildes Schweifschlagen ohne Ende. In der Halle brauchte man oft zwei Runden mit diesem Verhalten bis er antrabte.
Im Gelände kam noch die Problematik dazu, dass er immer vorne gehen musst und das Tempo für die anderen machte. War er hinten, dann hatte sein Reiter das Problem, das er den anderen Pferden in den schnelleren Gangarten nicht folgen konnte und aus diesem Grund buckelte.
Er kam einfach nicht mit - auch bei moderatem Tempo. Nicht sehr angenehm und teilweise sogar gefährlich - war mit diversen Stürzen verbunden. Sogar abgesprungen ist seine Reiterin diverse Male.
Aus diesem Grund vermieden wir es auch mit anderen auszureiten. Das ist eine Spaßbremse für alle Beteiligten  :-\.
Allerdings kam das auch vor, wenn wir alleine mit ihm unterwegs waren und angetrabt oder angaloppiert sind. Wenn er sehr fest war, dann buckelte er auch ohne Begleitpferde.

Seit diesem Frühjahr läuft er im Trab und Galopp ein ganz anderes Tempo als jemals. Der ist richtig flott unterwegs - da haben die Begleitpferde Probleme ihm zu folgen  ;D. Das kannten wir gar nicht.
Die ersten Male hielten wir es für einen Zufall. Aber inzwischen wissen wir, dass es nun so ist. Er hat eine unglaubliche Freude an seinen neugewonnenen Möglichkeiten sich (wieder) zu bewegen. Buckeln draußen gehört seit diesem Jahr der Vergangenheit an. Auch keine der üblichen Unmutsanzeichen wie Ohren anlegen, Kopfschlagen und Schweifschlagen zeigt er mehr bei den Hilfen in die nächsthöhere Gangart.
Auch das konnten wir erst gar nicht glauben. Ganz lange hatten wir Sorge, dass es eben nur dieser Ausritt war, der ohne Buckeln vorm Angaloppieren blieb.
Außerdem geht er viel flüssiger von der einen in die nächste Gangart.

Ich glaube, dass ihm die osteopathischen Behandlungen unseres TA unglaublich helfen.
Er wurde letztes Jahr 4x gemoxt und anschließend komplett durchbehandelt und dieses Jahr versuchen wir es mit "nur" 2x.
Einmal war er im Frühjahr dran und die Behandlung im Herbst steht noch aus.
Ich denke, das sein Körper jetzt allmählich die großen Schief- und Fehlstellungen/-haltungen, die durch die Schonhaltung bei Schmerzen durch die Zyste entstanden, korrigiert hat. Das sind nun in der Summe bald zwei Jahre, die wir das so durchziehen.
Im ersten Jahr hatten wir auch noch eine Physiotherapeutin zusätzlich da, so dass er im Wechsel alle 8 Wochen in irgendeiner Weise behandelt wurde.
Diese war heuer noch nicht einmal da. Ist einfach nicht nötig  ;D.

Wir hatten eigentlich gar nicht gerechnet, dass er all die bekannten Verhaltensweisen eines Tages einmal ganz ablegen würde. Wir dachten, die sind ihm nun schon so eigen geworden in den Jahren, dass er sie nie mehr lassen würde.
Aber das stimmt nicht - er ist beschwerdefrei und er zeigt das auch.
Das bestätigt eigentlich die Menschen, die sagen Pferde machen nichts, was nicht begründet ist und man muss eben solange suchen und probieren bis man ein Mittel gefunden hat.

Dankbare Grüße
Christine

Offline Maxima

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Re: Zyste am Ellenbogen
« Antwort #22 am: 10.09.17, 17:17 »
Zitat
Das bestätigt eigentlich die Menschen, die sagen Pferde machen nichts, was nicht begründet ist und man muss eben solange suchen und probieren bis man ein Mittel gefunden hat.

Genau der Gedanke kam mir auch während ich Deinen Bericht gelesen habe. Wie toll daß ihr so zäh durchgehalten habt!
Liebe Grüße
Ulla

Offline schaller

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Re: Zyste am Ellenbogen
« Antwort #23 am: 07.02.18, 20:41 »
Hallo Christine,,können wir mal telefonieren. WÄRE SUPER, LG PETRA SCHALLER 016094683858

Offline Sonne

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Re: Zyste am Ellenbogen
« Antwort #24 am: 10.03.18, 10:16 »
Hallo Christine,
DANKE DANKE DANKE für Deine Beiträge.
Bei meinem Pferd habe ich eine ähnliche Symptomatik wie von Dir beschrieben.

Er nach einem harmlosen Hüpfer auf der Koppel Stocklahm im Schritt - und 2 Tage später sieht man nichts mehr. Aber seit dieses Lahmen das erste Mal aufgetreten ist an Weihnachten hatte er das gestern nun zu dritten Mal.
Kurze heftige Bewegung und dann stocklahm im Schritt - man kann kaum hinsehen.
Erste Vermutung letztes Mal war Sehne (er hatte schonmal einen Sehneschaden an diesem Bein) - aber da war nichts.
Gestern hat mein TA die Vermutung geäussert Knochenzyste -->  :(

Am Montag gehen wir mit dem Röntgengerät auf Suche - ob seine Vermutung richtig ist. Nachdem ich deinen Bericht gelesen habe, finde ich uns wieder. - leider-  Mein Großer ist schon 22 und ich mache mir große Sorgen.

Ich bin auch im Münchner Raum, und Christian Gaudron war im September mal bei uns (wegen meines anderen Pferdes) Ihn habe ich gestern gleich angeschrieben.. ob er bald in der Nähe ist und ihn behandeln kann.

Was hast Du homöopathisch gegeben?

Offline ChristineTopic starter

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Re: Zyste am Ellenbogen
« Antwort #25 am: 16.03.18, 18:53 »
Hallo Sonne,

ich bin nur noch sporadisch hier ab und an unterwegs und war einigermaßen überrascht, dass ich nochmal was unter meinen Beiträgen fand.
Ich freue mich, dass es offensichtlich doch hilft das Ganze hier in so epischer Breite zu erzählen.
Das furchtbare Gefühl nicht zu wissen was es ist, die Hilflosigkeit und die Odyssee der Suche hat mich dazu gebracht. Vielleicht kann es anderen helfen - und es scheint so zu sein.

Nun zu deiner Frage:
Ich habe einen TA in Hengersberg bei Deggendorf (Dr. Manneck) zur Hand, bei dem ich Tropfen beziehe, die er regelmäßig kriegt. Das steht aber auch in einem meiner Beiträge unter diesem Thema.
Diese Tropfen sollen bestenfalls den Knochen bzw. die Zellen dazu anregen das Loch wieder zu schließen.
Bei uns ist es immerhin nicht noch größer geworden. Das hat zumindest der behandelnde TA aus der TK in Zorneding, der ihn erfolgreich wieder auf die Beine gestellt hat, festgestellt.
Und der hat eigentlich damit gerechnet, dass sie weiter wächst. :-\
Insofern ist es ein Erfolg.
Er kriegt sie nun weiter und dann werden wir sehen - sofern er wieder in die Klinik müßte zum Spritzen.
Dann lass ich ihn auf alle Fälle wieder zur Kontrolle röntgen.

Bisher allerdings:  Toi. toi, toi  - alles paletti!
Keine Ausfälle, kein Lahmen, alles gut. Wir toppen das Ergebnis vom letzten Mal, wo er nach 1,5 Jahren wieder gespritzt werden musste. Unser TA meinte bei der Abholung, vielleicht müßte er sogar nie wieder zu ihm kommen...... Da glaub ich jetzt zwar nicht dran aber solange es hilft.... Er war im März 19 Jahre und es schaut gut aus, besser als es mit 12 Jahren aussah....
Demnächst geht er wieder zu Gaudron zur Behandlung. Und dann erst wieder im Herbst.

Liebe Grüße
Christine