Autor Thema: Hallennutzung bei unreitbarem Pferd  (Gelesen 4966 mal)

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Offline AJTopic starter

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Hallennutzung bei unreitbarem Pferd
« am: 08.12.12, 18:52 »
Hallo Ihr,

ich hätte gerne  einmal Eure Einschätzung.

Mein Pferd steht in einem Stall, zudem eine Halle und ein überdachter Reitplatz gehören.
Ich mache Natural Horsemanship, das bedeutet sehr viel Bodenarbeit. Zu dem ist mein Pferd seit einem Jahr nicht reitbar, da er Arthrose im Hals hat. Bedeutet, ich gehe in die Halle/ auf den Reitplatz und mache immer was vom Boden aus.
Ich bezahle eine bestimmte Summe Stallmiete, einen Vertrag gib es nicht.
Nun ist es immer öfter so, dass ich die Halle nicht nutzen kann, da Reitunterricht ist und zusätzlich noch welche reiten und  somit kein Platz ist. Auch wenn kein Reitunterricht ist, ist die HAlle oft sehr voll, ich füge mich und gehe auf den Platz, ih möchte ja niemanden stören.  Auf dem Platz ist der Boden nicht optimal und wenn dort zwei Leute mit Pferd sind ist er schon voll.
Auch kommt es vor, dass ich raus gehe aus der Halle, wenn viele zum Reiten kommen, da ich selbst dann kaum Platz habe, was zu machen, will ja nicht einen ganzen Zirkel blokkieren.
Es ist mir nun aufgefallen, dass ich eigentlich zu 80% die Halle gar nicht nutzen kann, aus den verschiedensten Gründen.
Eine Situation diese Woche gab mir den Rest, woraufhin mein Unmut nun Wut gewichen ist.
Ich war alleine in der Halle. 15min nach mir kam eine zum Reiten. Dann sage und schreibe 7 weitere Reiter in den nächsten 10 min. Die achte kam auch noch rein und sagte zu mir, sie hat mit dem Stallbesitzer gesprochen, ich muss raus aus der Halle raus wenn jetzt so viele reiten wollen. Ich war sauer, weil ich ja als erste da war.

Nun bin ich echt sauer. Ich bezahlen genau so viel Geld wie alle anderen, aber kann die Halle nicht nutzen?
Ich fühle mich ungerecht behandelt, kann aber auch die anderen verstehen. Klar ist es doof, wenn alle reiten und einer da am Boden arbeitet. Aber mir bleibt (z. Zt.) nichts anderes übrig. Hab ich nun einfach Pech?

Wie seht ihr das?
Was würdet ihr tun?
Hätte dazu gerne ein paar Meinungen.

Vielen Dank!

« Letzte Änderung: 09.12.12, 08:01 von AJ »

Offline carola

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Re: Hallennutzung
« Antwort #1 am: 08.12.12, 19:04 »
Wenn du nur Bodenarbeit machen kannst, ist das natürlich schon doof. Leider ist es so, dass mehrere Reiter gleichzeitig in die Halle können, aber nicht zwingend Reiter und jemand, der vom Boden arbeitet, vor allem, wenn du frei arbeiten möchtest oder am langen Seil. Da geht Reiten in der Regel vor. Wenn du Handarbeit am Langzügel machen würdest, könntest du dich ja sozusagen "einreihen".
Ich glaube, ich wäre auch stinkesauer, denke aber, dass du da nicht viel machen kannst. In vielen Hallen ist Longieren (Bodenarbeit...) grundsätzlich verboten oder es gibt Regeln, nach denen mit X Reitern Longieren (Bodenarbeit...) nicht mehr erlaubt ist. Da du drauf angewiesen bist, bleibt dir vermutlich nur, dich entweder zu arrangieren (wie auch immer) oder dir einen Stall zu suchen, wo weniger Leute in der Halle sind oder generell mehr Leute da sind, die entweder selbst viel Bodenarbeit machen oder denen es egal ist, wenn dazwischen einer rumturnt.
Bei 8 Reitern in der Halle ist das Blockieren eines Zirkels halt schon schlecht. :-\
Ein gewisses Maß an Unordnung ist der Preis für Freiheit!

Offline AJTopic starter

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Re: Hallennutzung
« Antwort #2 am: 08.12.12, 19:50 »
Hi,


der ganze Zirkel ist nicht blockiert. Nur die Mitte. Kann mich ja klein machen. In dieser einen Situation konnten 2-3 Reiter außen aneinander vorbei.

Offline Binesdiva

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Re: Hallennutzung bei unreitbarem Pferd
« Antwort #3 am: 09.12.12, 17:11 »
Ach, Du Arme, das ist wirklich blöd.
Andererseits schliesse ich mich Carola an, es ist schliesslich eine Reit- und keine Bodenarbeitshalle. Man darf auch nicht vergessen, daß man mit Bodenarbeit automatisch mehr Platz einnimmt, ein Reiter ist eben einfach schmaler.

Zirkelmitte ist auch blöd, da blockiert man auch ziemlich viele Linien.

8 Reiter sind eh schon viel für so eine handelsübliche 20x40 Halle, die habt ihr doch, oder? Und dann noch einer am Boden? Letztlich ist doch dann keiner zufrieden, die können nicht richtig reiten, Du kannst nicht richtig arbeiten.

Könnt ihr keinen Kompromiss finden?
Ich meine, wie lange machst Du denn Deine Bodenarbeit? Geht nicht eine Einigung wie "solange die anderen 7 Schritt reiten, kannst ich dann noch weitermachen und gehe dann raus, wenn ihr anfangt zu traben?"

Ist wirklich blöd, ich sehe es aber so, daß Du in der Minderheit bist und Dich der Mehrheit fügen musst (wird der SB wohl auch so sehen, ein unzufriedener Kunde ist besser als sieben...).

Als ich mein altes Pferd nicht reiten konnte und auch führen musste, musste ich auch immer ausweichen und habe mich dann um kurz vor Schluss in der Halle wiedergefunden...und das war so zwischen 21 und 22 Uhr. Ist im Winter einfach eklig.

Schritt reiten geht wirklich nicht?
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Offline Hexle

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Re: Hallennutzung bei unreitbarem Pferd
« Antwort #4 am: 09.12.12, 18:27 »
Wenn mein Pferd unreitbar wäre und nur noch gehandarbeitet werden könnte, würde ich den Stall wechseln und in einen gehen in dem mehr Bodengearbeitet als geritten wird .. was andere fällt mir dazu auch nicht ein.

Wäre ich bei euch Reiter mit einem gesunden Pferd, würde es mich nämlich auch ziemlich ankänsen wenn ich nach einem langen Tag im Büro mein Pferd noch arbeiten wollte, sowieso nur zu den Stosszeiten kommen kann und dann wäre die halle nicht nur mit Reitern voll, denen man meistens halbwegs ausweichen könnte, sondern dann auch noch Bodenarbeiter dabei drin herumturnen auf die man noch mehr achten muss :-\ die nehmen nämlich allein räumlich gesehen mehr Platz weg als ein Reiter und sind dann auch noch "behindernder" unterwegs, weil sie so langsam sind

ich würde mich an Stelle der anderen Reiter ernsthaft ziemlich über dich ärgern - es ist eine Reithalle in einem Reitstall und keine Führhalle in einem Führstall  :-\  .. biodenarbeiten kann man auch im Gelände (mache ich auch) dazu brauchts keine Halle

Ich weiss, dass die Stimmen in meinem Kopf nicht real sind, aber sie haben geniale Ideen ;D

Offline jjumpy

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Re: Hallennutzung bei unreitbarem Pferd
« Antwort #5 am: 09.12.12, 19:58 »
Langzügelarbeit?
Da nimmst Du genau so viel Platz ein wie beim Reiten. Ich mußte mich nur ein wenig an das Gefühl gewöhnen in einer Halle direkt hinter dem Pferd zu arbeiten, beim Ganze Bahn auf der rechten Hand Galoppieren somit 2. Hufschlag wird mir bei Gegenverkehr jetzt noch mulmig, aber es geht.

Ansonsten ist es wirklich so, dass in fast allen Hallen das Reiten vorgeht, weil ein Reiter viel weniger Fläche beansprucht.
LG jjumpy

Offline Barbara

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Re: Hallennutzung bei unreitbarem Pferd
« Antwort #6 am: 10.12.12, 12:48 »
Hallo,

bei uns heißt es in der Stallordnung: Reithalle nur zum Reiten. Weil ich Reha-mäßig seit Wochen nicht reite, mache ich Langzügelarbeit. Dafür dürfte ich streng genommen nicht in die Halle. Da aber der SB sieht, dass dadurch der Boden nicht leidet (keine Stops, kein "Schleudern") hat er nichts dagegen, solange die anderen Reiter einverstanden sind. Die meisten sind es inzwischen, weil sie merken, dass ich mich genauso an die Bahnregeln halte wie die Reiter und für sie erkennbare Hufschlagfiguren laufe. Ich habe aber auch das Glück, über den Rücken meiner Stute schauen zu können, sehe also den Gegenverkehr auch. Mit einem größeren Pferd ging das nicht. Dennoch passiert es mir, dass ich wegen einem Reiter die Bahn verlassen muss. Hat mich anfangs auch geärgert, aber es immer sofort anzubieten und zu tun hat dazu geführt, dass jetzt nur noch wenige etwas dagegen haben. Ich hoffe es bleibt so.

Vielleicht kannst du ein paar Reiter ansprechen, was genau sie stört: bist aus ihrer Sicht zu langsam, blockierst bestimmte Linien, haben sie Angst vorbei zu reiten (droht oder zickt dein Pferd manchmal?), stören evt. Stimmkommandos oder die Gerte/Peitsche/Stick, weicht dein Pferd manchmal mit der Hinterhand aus, hälst du die Diagonle/Mittellinie nicht immer frei, ... Mit der Art der Arbeit kannst du dich dann vielleicht so anpassen, dass es weniger stört?

Viel Glück!

Wer einmal im Sattel sitzt, kann nicht nicht reiten.

Offline AJTopic starter

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Re: Hallennutzung bei unreitbarem Pferd
« Antwort #7 am: 10.12.12, 18:50 »
Ok, so wie ihr das schildert leuchtet mir das ein.
Grundsätzlich nach "mal- drüber-schlafen" auch. Hab moich auch beruhigt.

Und jetzt kommt das ABER. Ich kann mein Pferd seit einem Jahr nicht reiten und ich werde es möglicherweise auch nie mehr reiten können.
Einen neunjährigen Araber kann man da dann nicht mit ein bischen führen Abspeisen. Auch Langzügelarbeit mach ich mal. Aber ich muss ihn ja jeden Tag richtig bewegen und ja auch abwechseln. Also Bodenarbeit ist für mich das, was für andere eben das Reiten ist. Grundsätzlich geh ich auch sehr viel (alle zwei Tage sicherlich) raus mit ihm. Nur jetzt im moment bietet die Wetterlage kein großes rumgerenne an. Nur langsame Sachen, kann ja nicht auf die Wiesen. Sonst nehm ich ihn auch mehrmals wöchentlich am Fahrrad mit. Aber hier liegt Schnee, auch auf den Wegen, das ist zu gefährlich.

Grundsätzlich benimmt er sich gut in der Halle, zickt keine Pferde an, macht eher Platz. Wir sind auch eher Fortgeschritten im Bereich NH, das heißt kurzfristige Stops oder ein schnelles zu mir herkommen stellt kein Problem dar.

Mein Verständnis ist größer geworden. Ich denke, ich muss meine Emotionen da wieder raus nehmen...

Offline donau

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Re: Hallennutzung bei unreitbarem Pferd
« Antwort #8 am: 10.12.12, 20:01 »
hmmmm... ich geb´s ehrlich zu, ich frag mich schon die ganze zeit, warum man ein unreitbares pferd in einem stall hat, in dem man es jeden tag bewegen MUSS um es auszulasten (araber hin oder her...). klar, ein so junges pferd möchte auch geistig gefordert werden, aber grad bei unreitbaren ist das wichtigste die möglichkeit der weide, möglichst ganzjährig, möglichst 24h am tag.

bevor ich hier jetzt gefressen werde: ich habe selber ein pferd, dass bereits vierjährig nur noch eingeschränkt reitbar war und mit 11,5 jahren in frühpension ging, dazwischen eigentlich öfter mal verletzungsbedingt ganz ausgefallen ist - die ersten drei jahre zb. mehr oder weniger komplett (von 4-7 jährig). steht nun seit fast 3 jahren in der pensi, noch ein bisschen reitbar bzw. zu bewegen, bis diesen februar, seitdem komplett unreitbar und eigentlich dauerlahm auf allen vier haxen :-X
nur: die steht im sommer 24h auf der weide, im winter nachts box mit tagsüber auslauf in der herde, die freut sich zwar wenn ich komm sie besuchen, weils dann immer was leckeres gibt und aufmerksamkeit, aber brauchen tut die das nicht.

ich war viel und oft in der verlegenheit, mein pferd nicht reiten zu können in den letzten 11 jahren, und dann als bodenarbeiter zu den stoßzeiten in eine halle zu müssen, davor hätte ich mich eigentlich gefürchtet, auch wenn wir viel langzügel gemacht haben, und sie aufgrund ihrer krankengeschichte keinerlei kreiselbewegung machen sollte, longieren oder nh-zirkeln oder so dinge sind also völlig ausgefallen. mir war immer das wichtigste, dass das pferd raus kann, und sich tagsüber frei bewegen, sodass ich eben NICHT für bewegung sorgen muss. beim nur eingeschränkt belastbaren pferd sowieso, aber auch jetzt bei der jungen, gesunden, reitbaren. halle ist gut, wenn es sie gibt, aber wenn ich das pferd täglich bewegen MUSS, läuft grundsätzlich was verkehrt.

vielleicht ist das auch ganz anders, aber ich hab bei den schilderungen halt ein pferd im boxenstall mit paddockgang vor augen, dass im winter halt sonst keine auslauf ausser in der halle hat. ist schon bei einem reitbaren suboptimal. und grade bei schneelage und gefrorenem boden gibts doch eigentlich keinen grund, die pferde nicht auf die winterweide zu lassen? wobei ich bei den ganzen dingen da irgendwie den eindruck hab, es gibt gar keine großen weiden, auf denen sich die pferde ordentlich bewegen können.

ich weiss, dass das jetzt sehr provokativ ist, aber: ich kenn das aus eigener erfahrung, und ich muss auch dazu sagen, mir wäre es die einstellgebühr im hallenstall gar nicht wert, eben weil ich weiss, dass ich dann, wenn ich die halle bräuchte, diese sowieso nicht nutzen kann. dann such ich mir lieber was, das weiter weg ist (das argument mit dem ballungsgebiet bitte nicht bringen hier), wo ich das pferd nur 1-2x die woche besuchen kann, es gut versorgt ist, und mich aufgrund der haltungsbedingungen nicht braucht. meiner großen, die eigentlich sehr verwöhntes tüddelpferd war, geht es mit der lösung sicher besser, als wenn ich sie bei mir gelassen hätte, und mich dann eben mit so dinge wie hallennutzung als nichtreiter herumärgern müsste.

zusätzlicher vorteil solcher ställe: dort sind meist nur wenig pferde, und man kann einen ev. vorhandenen platz nutzen. im winter dann auch gern mal eine wiese, wenn der boden gefroren ist ;)
Wer auf seinem Standpunkt beharrt, darf sich nicht wundern, dass er nicht weiterkommt...

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Re: Hallennutzung bei unreitbarem Pferd
« Antwort #9 am: 10.12.12, 21:12 »
Mein Pferd steht im Offenstall und hat im Sommer Dauerweide und im Winter sobald es gefroren ist oder viel Schnee hat auch.
Soviel zu den Haltungsbedingungen.

Dann ist es so, dass ich mein Pferd nicht zum anschauen habe. D.h. solange ich ihn habe möchte ich auch was mit ihm machen. Nur weil ich nicht draufsitzen kann, heißt das für mich nicht, dass ich ihn nur rumstehen lasse. Er langweilt sich dabei und ist unglücklich, geht den Offenstallkumpels auf die nerven und freut sich wie n Honigkuchenpferd, wenn ich komm. Daher, er will und soll jeden Tag raus und auch ich möchte mich mit diesem Pferd beschäftigen. Sonst könnt ich ihn ja hergeben....

Das Problem was ich von unserer Gegend kenne ist, dass die Ställe ohne Halle kleine Ställe haben. Selbstversorger, kleine Ausläufe etc. Das will ich meinem Pferd nicht antun. Weil dann ist er unglückich und erst recht darauf angewiesen, dass ich was mit ihm tu.

Mein Pferd will was tun und ich auch. Ich hab kein Pferd um nix mit ihm zu machen.

Offline Binesdiva

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Re: Hallennutzung bei unreitbarem Pferd
« Antwort #10 am: 10.12.12, 21:33 »
Hm.
Mein (jetzt)-Rentner ist genauso. Vom Kopf her ist der noch 5 Jahre alt und kann nicht verstehen, wieso er nicht mehr geritten und jeden Tag bespasst wird. Leider haben seine Knochen nicht mehr mitgemacht, daher ist er in Frührente gegangen.
Und das war das Beste, was ich für dieses Tier tun konnte. Er kam in eine große Wallachherde, in der lauter andere Rentner sind, die haben eine Riesenkoppel mit einem Riesenunterstand, im Winter Heu oder Silage plus Hafer und Wasser sowieso. 24h Koppel.
Die Haltungsbedingungen sind top.

Das war auch so ein sehr engmaschig betreutes Turnierpferd mit einem eigenen TA-Stab und einer eigenen Phsyiotherapeutin, das eine Kolik bekommen hat, wenn seine Bezugsperson (und das war ich) mal einen Tag nicht da war. Koppel fand der doof und mit Fliegen konnte er auch nicht so richtig umgehen.

Ich habe mich dann entschieden, ihn an seinem Lebensabend so artgerecht wie möglich zu halten und auch nicht mehr zu reiten oder sonstwas mit ihm zu machen, sondern habe ihn quasi einfach ausgewildert. Die ersten Tage ging's ihm nicht gut, er war's ja nicht gewohnt, draußen zu schlafen etc., aber jetzt bin ich sowas von froh, daß ich mich für diesen Schritt entschieden habe. Dem Pferd geht's da richtig gut und ich fahre alle zwei Wochen mal hin, um zu schauen, wie's ihm geht.

Ich dachte auch erst, daß er sich langweilt, tut er aber nicht. Der hat soviel zu tun mit den anderen Pferden, das für Langeweile keine Zeit ist. Ab und an kriegt er einen Flitz und will mit den anderen spielen.
Die sind nicht auf uns angewiesen, wenn die Haltungsbedingungen stimmen.

Wenn man jeden Tag kommt, warten die nur auf einen. Ich habe ca. drei Wochen lang die Augen zugemacht und bin einfach nicht hingegangen. Jetzt freut er sich, wenn ich mal komme, nimmt huldvoll eine Möhre und geht dann wieder ganz schnell zu seinen anderen Kumpels.

Weiter weg ist es auch nicht, ich fahre aus der Haupt- und Weltstadt gerade mal 25 min mit dem Auto zu ihm.
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Offline Binesdiva

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Re: Hallennutzung bei unreitbarem Pferd
« Antwort #11 am: 10.12.12, 21:34 »
Jetzt nicht falsch verstehen, ich will Dich zu keinem Schritt in diese Richtung bewegen oder überreden.
Ich wollte Dir nur mal meine Erfahrungen mit nicht mehr reitbaren Kasperköpfen mitteilen.

Und Donau hat offensichtlich ähnliche Erfahrungen gemacht.
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Offline AJTopic starter

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Re: Hallennutzung bei unreitbarem Pferd
« Antwort #12 am: 10.12.12, 22:21 »
Ich weiß wie Dus gemeint hast. Alles gut  :)

"Auswildern" ist sicher eine Option, falls mal gesundheitlich der größere Crash kommt. Nur irgendwie hab ich mir ja ein Pferd angeschafft, weil ich was mit einem Pferd machen möchte.

Offline Binesdiva

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Re: Hallennutzung bei unreitbarem Pferd
« Antwort #13 am: 11.12.12, 02:51 »
Ist ja richtig, aber wenn's halt nicht mehr geht mit dem Pferd, muß man sich eben andere Optionen einfallen lassen.
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Offline terra

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Re: Hallennutzung bei unreitbarem Pferd
« Antwort #14 am: 11.12.12, 10:15 »
Nur irgendwie hab ich mir ja ein Pferd angeschafft, weil ich was mit einem Pferd machen möchte.

 .... dann hättest Du Dir für DIESEN Stall ein Reitpferd anschaffen müssen  ... also zieh los und such Dir ein Unterkunft, bei der mehr Bodengearbeitet wird. Ich kenne einige Freizeitreiterställe, in denen vor lauter Ratschen und Party und "ach, Pferd bewegt sich im Offenstall genug" fast keiner reitet, da hättest Du freie Bahn .

 ... wobei ich finde, dass sich auswildern und gelegentlich/mehrmals die Woche was mit dem Pferd unternehmen nicht gegenseitig ausschliessen ....

Wenn Du dauerhaft da bleiben willst, solltest Du deinen Tagesablauf umstrukturieren und zu den "Unzeiten" aufschlagen - man weiss ja in etwa, wann die Halle voll ist. Unsere Bodenarbeiterin hat ihren Tagesablauf im Winter so geregelt, dass sie die zu den Stosszeiten reitenden fast nie zu Gesicht bekommen. Ich schon öfter, da ich als einziger (und dann auch noch Turnier ::)) Westernreiter ebenfalls etwas aussen vor bin. Wenn ich mich an "meine" Zeiten halte, muss ich mir die Halle i.d.R. nur mit ein, zwei Leuten teilen.